Mit dem Stepptanz ist es vorbei, deswegen suche ich nach einer neuen Sportart. Nichts leichter als das, sollte man denken, es gibt doch unzählige! Aber da die richtige zu finden ist gar nicht so einfach.

Kanufahren wollte ich seit Pocahontas vor über zehn Jahren diesen riesigen Wasserfall im Kanu heruntergeflogen ist. Das sah so mutig aus, so elegant – und so leicht!
Und dann haben Roman und ich das Kanu ausgeliehen und mit ihm diese wirklich tollen Schwimmwesten, die uns hervorragend stehen. Und dann noch die Paddel. Mein Paddel fand ich nicht so toll, weil es ziemlich schnell ziemlich schwer wurde. Wir hatten vernünftig gedacht und beschlossen, die Mosel zuerst heraufzufahren, um uns dann sanft von der Strömung zurück tragen zu lassen.
Aber Donnerwetter, ging das in die Arme! Ehrlich gesagt habe ich das Paddeln sehr bald Roman überlassen, der ein Meister darin ist, wie sich schnell herausstellte. Blasen hatte ich zu meinem großen Entsetzen nachher trotzdem an den Fingern.
Während Roman uns also durch die wilden Moselgewässer paddelte, winkte ich Lastkähnen zu und beschwerte mich über die Motorboote, deren Bugwellen uns regelmäßig ans Ufer spülten und mitunter sogar richtig durchnässten. Das gehört wohl zum Kanufahren dazu? Hat mich aber überrascht, schließlich ist Pocahontas NIE nass geworden. Zumindest sah sie nie so aus.
Das schlimmste war die Erkenntnis, als wir uns auf den Rückweg machen wollten: Die Strömung trägt einen keineswegs von selbst wieder zurück. Roman musste weiterpaddeln.
Ein Boot, das mir besser gefallen hat als das Kanu, war das simple, aber romantische Ruderboot. Auch Rudern geht in die Arme, aber auf eine angenehmere Art und Weise. Zusätzlich strengt es noch Bein- und Rückenmuskulatur an. Nach einer Tour quer über den See kann man so vom anderen Ufer aus nicht nur sehen, sondern auch fühlen, was man getan hat. Und wenn man schon mal am anderen Ufer angekommen ist, kann man dort auch gleich gemütlich picknicken. Ruderboote sind also eine herrliche Ausflugsmöglichkeit.
Meiner Meinung – und nun auch Erfahrung! – nach birgt der Bootssport allerdings einige nicht zu unterschätzende Nachteile: Sobald der Sommer vorbei ist, fängt es erst an zu regnen und dann womöglich auch noch zu frieren, was jegliches in See Stechen unmöglich macht. Und überhaupt die Seen: In meiner näheren Umgebung gibt es gerade mal einen richtigen Rudersee – wie viele Ausflüge braucht es schon, bis der langweilig wird?
In Amerika wäre das freilich etwas anderes. Der Pocahontas-Wasserfall wird einem bestimmt nie langweilig. Doch solange ich in Deutschland bin, geht das Testen weiter.



Kommentiert
alex: Hallo Eva, ein schönes Interview und eine technisch ansprechende Umsetzung. Einzige Kritik: Der Ton :) Manchmal musste man doch etwas genauer hinhören...
Nico: Fühlte mich beim Sehen dieses Videos daran erinnert: https://vimeo.com/3608666 9 “I’m not writing it down to remember it later, I am...
anna*: tolle reihe, echt spannend!
anna*: berührend. und das meine ich nicht pathetisch, aber ich weiß mich gerade nicht besser auszudrücken als “das berührt meine seele”.