Londons Parks

2. Februar 2010 · 3 Kommentare

Erfrischend in den Royal Botanic Gardens (Kew)

Wir picknickten uns durch Londons Parks. Immer dabei: Eine gut gefüllte Einkaufstasche von Marks & Spencer. Bagels, Tomaten, Salat, eine gute Chorizo und zum Nachtisch saftige Erdbeeren – ich habe selten besser gegessen. Aber das lag sicher auch an dem strahlenden Sonnenschein, in dem wir uns auf den Wiesen räkelten.

Schöne Aussicht im Hyde Park
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London

31. Januar 2010 · 1 Kommentar

Sloane Square

Wenn es dieser Tage vor meinem Fenster immer so stürmisch und verschneit vorgeht, denke ich an den letzten Sommer in London, als an Schnee gar nicht zu denken war. Wir nahmen dort freiwillig die langsamen Doppeldeckerbusse, weil es in der Tube so stickig war, und Roman überredete mich nach ein paar Tagen, Sandalen zu kaufen.

Wir ließen uns durch die Stadt treiben, bestaunten die Food Hall von Harrods und die kurzen Freiluft-Vorstellungen vorm National Theatre. Wir entdeckten Pubs mit verwunschenen Gärten (“Windsor Castle” in Notting Hill) und standen uns im Globe Theatre – bei einer sehr guten Aufführung übrigens – die Beine in den Bauch. Wir bestaunten die Kunst in der Modern Tate, dem V&A Museum und der Saatchi Gallery und berieten eine Ecke weiter mit den Gürtel-Designern von Elliot Rhodes, wo sie am besten ihren ersten deutschen Shop eröffnen sollten (Hamburg!). Wir shoppten die Oxford Street rauf und runter, denn es war Ausverkauf, überall.

Im Postman’s Park, mitten im Bankenviertel, wurden wir still und andächtig angesichts der Gedenktafeln, die, ganz viktorianisch-morbide, an die Menschen erinnern sollten, die ihr Leben für andere gaben: “Mary Rogers, Stewardess of the Stella, March 30 1899, self sacrificed by giving up her life belt and voluntarily going down in the sinking ship.”

Und früher oder später landeten wir immer wieder in einem der vielen, vielen Londoner Parks. Das waren die besten Momente. Aber dazu bald mehr.
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Von meinem Toaster

29. Januar 2010 · 1 Kommentar

Mein Toaster ist unausgeglichen in letzter Zeit. Vielleicht liegt es am Wetter. Jedenfalls toaste ich mir jeden Morgen drei Scheiben Vollkorntoastbrot, und jede spuckt er anders aus. Die erste ist oft genau richtig, schön knusprig und goldig braun von allen Seiten. Doch als würde er es bereuen, etwas so Perfektes geschaffen zu haben, verpasst mein Toaster der zweiten Scheibe dann eine dunkelbraune Ecke. Oder er schafft es, die eine Seite stärker zu rösten als die andere. Das ist sehr komisch und ein bisschen beängstigend.

Ich bin auch manchmal unausgeglichen, aber vorgestern habe ich eine tolle Art und Weise gefunden, diese Unausgeglichenheit zu überwinden. Das geht am leichtesten, indem jemand einem eine Freude macht – zu Not man selbst.

Es hatte wieder so doll geschneit, dass ich die dicken Stiefel anziehen musste. Und weil in denen niemand meine Socken sieht, habe ich das einzige saftig grüne Paar Socken angezogen, das ich besitze. (Normalerweise habe ich nur braune und blaue Socken, weil die am besten zu Schuhen und Jeans passen.) Immer, wenn ich an diesem Tag meine Schuhe aus- oder anzog, habe ich mich über die wunderbare Farbe meiner Socken gefreut. Grüne Socken sind super für unausgeglichene Phasen. Schade nur, dass mein Toaster keine Füße hat.

The September Issue

26. Januar 2010 · 1 Kommentar


“Many people said that you’re an Ice Woman.” – “Well this week is pretty cold, that’s all I can say.”

“The September Issue” wollte ich schon lange sehen, aber irgendwie war immer etwas dazwischen gekommen. Jetzt ergab sich ausgerechnet auf der Berlin Fashion Week endlich die Möglichkeit. Eine kleine Bar in Berlin Mitte zeigte vier Tage lang Modefilme von “Frühstück bei Tiffany” über “Brüno” bis hin zu “Der Teufel trägt Prada”. Letzterer war die Steilvorlage für die Dokumentation von R.J. Cutler. Schließlich wollte nach dem Erfolg des Spielfilms alle Welt wissen, ob Anna Wintour wirklich so kalt und biestig ist, wie Meryl Streep sie darstellt.

Tatsächlich ist “The September Issue”, der die “Vogue”-Chefin bei der Produktion der dicksten und wichtigsten Ausgabe des Jahres 2007 begleitet, auch ganz ähnlich aufgebaut wie der “Teufel”. Am Anfang wird zunächst klargestellt, wie mächtig diese Frau ist. Wer glaubt, innerhalb einer Moderedaktion herrsche Anarchie oder zumindest eine kreativ-chaotische Demokratie, der irrt. Die “Vogue” wird absolutistisch regiert, von einer Frau, der alle hörig sind: Ihre Redakteure ducken sich und nicken nur, den Designern sagt sie, welche Stoffe sie verwenden sollen, und den Händlern schreibt sie die Einkaufszettel. “Can we say that Anna is the high priest of all of us?”, fragt der Regisseur einmal eine Redakteurin und bekommt zur Antwort: “I would say pope.”

Nachdem die Machtverhältnisse ein für alle Mal geklärt sind, zeigt der Film, wie es den Untertanen damit geht. Als Musterbeispiel muss Grace Coddington herhalten, die Art Directorin, die sich eigentlich nie hatte filmen lassen wollen. Was für eine Überraschung, dass ausgerechnet diese schrullige Frau, die mit ihrer roten Mähne und dem humpelnden Gang an eine Hexe erinnert, einmal als Model bei der “Vogue” angefangen hat! Nun wird sie einhellig als kreatives Genie beschrieben – und von der Chefin doch immer wieder gepiesakt und überstimmt. Trotzdem ist sie die einzige, die sich auch mal traut zu widersprechen. (Dumm nur, dass die Wintour niemals auf einen Widerspruch eingeht.)

Gerade, als der Zuschauer sich endgültig auf Graces Seite schlagen will, zeigt Anna Wintour doch noch Schwäche, ganz wie in “Der Teufel trägt Prada”. Es ist ein ungewohnt wackliger Moment. Wintour erzählt von ihren Geschwistern, die allesamt so ehrenwerten Berufen nachgehen. Sie berichten über Politik, suchen Wohnungen für Arme oder helfen Bauern in Südamerika. Über das, was Anna mache, seien sie, nun ja, “amused”. Und dann ist da auch noch ihre Tochter Bree, die lieber Anwältin werden will als Redakteurin und die Branche sowieso ziemlich merkwürdig findet. Dass Anna Wintour ihren Beruf ausgerechnet im engsten, privatesten Kreis verteidigen muss, das überrascht.

Was dem Film leider fehlt, sind tiefere Einblicke in den Arbeitsalltag der “Vogue”-Redaktion. Dafür war angesichts der beiden Hauptdarstellerinnen wohl einfach kein Platz mehr. Der Zuschauer bekommt ein ziemlich ausführliches Psychogramm von Anna Wintour und kann sich doch keine rechte Meinung bilden. Das allein ist eigentlich schon ein Kunststück.

„Diesen Text sollte keiner lesen. Vollkommen unnütz.“*

22. Januar 2010 · 2 Kommentare

Eigentlich sollte heute ein guter Tag sein. Schließlich bin ich bei Roman, und in Berlin, gleichzeitig! Aber dann habe ich herausgefunden, dass meine neue Waage zuhause eine elende Lügnerin ist. Tagelang hatte ich mir eingeredet, dass man durchaus zwei Kilo abnehmen kann, indem man in der Uni einfach sehr angestrengt mitdenkt. Heute dann hat mir Romans WG-Waage das grausame Gegenteil bewiesen. Das war nicht gerade ein guter Start in den Tag.

Anschließend habe ich den Fehler gemacht in die Stadt zu gehen und mich unter das grandios aufgehübschte Fashion Week-Volk zu mischen. Das sind solche Leute, bei denen würde meine Waage daheim gar nicht erst angehen, wenn die da draufsteigen! Genau diese Leute benutzen bestimmt auch alle Handcremes in der S-Bahn, wie Christoph es in seinem Blog beschreibt.

Mit seinem Eintrag hat er mir ein ganz schlechtes Gewissen gemacht, weil ich doch seit diesem Winter auch zu den Eincremerinnen gehöre. (Allerdings nicht in der Bahn! (Und grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit, Christoph, versprochen!)) Ich hab mir damals eine ganz kleine Tube Handcreme „mit Sheanutter“ gekauft, nicht ahnend, dass Sheabutter sozusagen das Aloe Vera der Nullerjahre ist. Nun habe ich die Befürchtung, dass Handcremes den gleichen Effekt haben wie Lippenpflegestifte: Sie sorgen dafür, dass die Hände (oder Lippen) nach einer gewissen Glättezeit wieder rau werden und man die Produkte so immer und immer wieder benutzen muss. Meine früher so wunderbar weichen Hände haben auf einmal eine konstante leichte Rauheit, die einfach nicht mehr verschwindet. Ich bin in den Handcreme-Teufelskreis geraten! Was soll ich tun?

*sagt Roman. Er findet, ich sei kein Digital Native, sondern ein Digital Naive**, zu meinen, sowas bloggen zu müssen.
** Sein Buch „Digital Naives – wie unsere Generation den Planeten virtuell vor die Wand fährt“ erscheint in Kürze.