Das Weblog von Eva Schulz

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Wandern in der West Bank

Wir haben Glück: Es ist Winter in der Wüste. Zwei oder drei Wochen lang hat es immer wieder Regen gegeben diesen Januar, sodass jene Seiten der Judäischen Berge, die im Schatten liegen, nun für kurze Zeit mit einem grünen Flaum bedeckt sind. Es blüht im Wadi Qelt.

Wandern in der West Bank

„Wadi“ ist Arabisch für „Tal“. Das Wadi Qelt liegt zwischen Jerusalem und Jericho und gilt als eines der schönsten im Westjordanland. Wer hier wandern gehen will, besorgt sich am besten einen Führer. Der kann erklären, warum man zu dieser Jahreszeit lieber nicht durchs Tal selbst läuft (Springfluten!) und was es mit dem Aquädukt auf sich hat, an dem wir uns stattdessen orientieren.

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Ein „Intervievv“ über den Dächern von Jerusalem

Ich bin noch immer ganz überwältigt von den vielen positiven Reaktionen, die ich auf den Kollaps-Text bekommen habe. Vielen Dank dafür! Um das nun aber einmal klarzustellen: Es muss sich bitte niemand Sorgen machen. Was ich da beschreibe, passierte vier Wochen nach meiner Ankunft in Israel. Inzwischen habe ich mit all den Fragen, Zweifeln und Ambivalenzen besser umgehen gelernt.

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Völlig meschugge! Hebräisch Lernen im Heiligen Land

Das erste Wort, dass ich auf Hebräisch lernen wollte, war ausgerechnet „Entschuldigung“. Das lag nicht daran, dass ich plötzlich die gesamtdeutsche Schuld auf den Schultern gespürt hätte. Vielmehr hatte ich in den ersten Wochen in Israel ständig das Gefühl, im Weg zu stehen, zu langsam zu sein oder es schlicht nicht zu raffen – und mich dafür entschuldigen zu müssen.

So ging es mir auch in der allerersten Hebräischstunde. Unsere Lehrerin Ateret rauschte in den Raum, lebhaft und fröhlich – und redend wie ein Wasserfall. Auf Hebräisch. Die ganze Zeit. Ohne Ausnahme. Nach anderthalb Stunden saß ich mit verschränkten Armen da, schüttelte bloß noch den Kopf und dachte: „Nie im Leben! Nie im Leben packe ich das.“ Aber genau das ist das Konzept.

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Kollaps

Als Ausländer, oder „Expat“, wie die Expats sagen, sammeln wir hier alle diese Geschichten: von der Telefongesellschaft, die einem zwar Internet in den (palästinensischen) Ostteil Jerusalems verkauft, aber sich nicht dorthin traut, um den Router anzuschließen. Von dem Tinder-Date mit einem ultra-orthodoxen Aussteiger. Vom letzten Zwischenfall in einem der Checkpoints.

Wir sammeln diese Geschichten wie kleine Trophäen, wie Stempel auf dem Stammgast-Kärtchen im Coffee Shop: Schaut her, ich bin einer von hier, ich kenn mich aus, ich weiß wie es läuft. Und bei zehn Stempeln kriegt man einen großen Kaffee Latte umsonst.

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Küchenstolz: Gebackene Süßkartoffeln mit Ziegenkäse und frischen Feigen

Gibt es überhaupt so etwas wie „die israelische Küche“? Nicht wirklich. In diesem Land treffen die kulinarischen Traditionen von gleich drei Kontinenten aufeinander. Einwanderer aus zig Nationen haben in den letzten Jahrzehnten miteinander gekocht, gegessen und Rezepte geteilt. Kaum ein Gericht lässt sich heute noch eindeutig einer einzigen Kultur zuordnen. „Balagan“, Durcheinander – das ist die israelische Küche.

Das wird auch deutlich in „Jerusalem“, dem Kochbuch-Bestseller des israelischen Starkochs Yotam Ottolenghi. Gemeinsam mit seinem Freund und Geschäftspartner Sami Tamimi, der Palästinenser ist, versammelt er darin die Rezepte, die diese Region ausmachen. Wann immer ich im Mahane Yehuda, dem Jerusalemer Shuk, einkaufen gehe, blättere ich zuvor kurz in dem Buch. Oft ist es eine einzelne Zutat, die mir Lust auf ein bestimmtes Gericht macht.

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