Das Weblog von Eva Schulz

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Wahltag in Israel: die arabische Chance

„Wenn du schon mal in der Gegend dort bist, kannst du ja auch mal was über die Palästinenser schreiben“, forderte hier neulich ein Kommentator. Wenn das bloß so einfach wäre! „Die Palästinenser“ gibt es nämlich nicht. Da sind christliche und muslimische, Flüchtlinge und Nicht-Flüchtlinge, Palästinenser in Gaza, der West Bank – und nicht zuletzt jene, die innerhalb Israels wohnen.

Die sogenannten „arabischen Israelis“ stecken irgendwie immer dazwischen: „Die Juden diskriminieren uns, die Palästinenser halten uns für Verräter“, fasst Lin zusammen. „Das macht es wirklich hart.“ Die 37jährige ist ausgebildete Juristin und zweifache Mutter. Sie leitet ein Café in Nazareth, einer der arabisch geprägten Städte im Norden Israels. Heute geht sie zum ersten Mal seit vielen Jahren wählen.

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Höhöhö, der Holocaust

„So you’re German – are you okay with Holocaust jokes?“ Diese Frage wurde mir auf einer Party gestellt, zu der mich ein jüdischer Freund mitgenommen hatte. Mir blieb gar keine Zeit, darauf zu antworten, denn im nächsten Moment begannen die Partygäste, einen Witz nach dem anderen zu erzählen, über Ghettos, Vergasung, KZs.

„Ein Deutscher boxt gegen einen Juden in einer Gaskammer. Wer gewinnt? – Der Jude natürlich! Heimvorteil…“ Noch witziger fanden es die jungen Juden auf der Feier, dass ich selbst so gar nicht darüber lachen konnte. „Komm schon“, meinten sie. „Das ist einfach unser Weg, damit umzugehen.“

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Wandern in der West Bank

Wir haben Glück: Es ist Winter in der Wüste. Zwei oder drei Wochen lang hat es immer wieder Regen gegeben diesen Januar, sodass jene Seiten der Judäischen Berge, die im Schatten liegen, nun für kurze Zeit mit einem grünen Flaum bedeckt sind. Es blüht im Wadi Qelt.

Wandern in der West Bank

„Wadi“ ist Arabisch für „Tal“. Das Wadi Qelt liegt zwischen Jerusalem und Jericho und gilt als eines der schönsten im Westjordanland. Wer hier wandern gehen will, besorgt sich am besten einen Führer. Der kann erklären, warum man zu dieser Jahreszeit lieber nicht durchs Tal selbst läuft (Springfluten!) und was es mit dem Aquädukt auf sich hat, an dem wir uns stattdessen orientieren.

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Ein „Intervievv“ über den Dächern von Jerusalem

Ich bin noch immer ganz überwältigt von den vielen positiven Reaktionen, die ich auf den Kollaps-Text bekommen habe. Vielen Dank dafür! Um das nun aber einmal klarzustellen: Es muss sich bitte niemand Sorgen machen. Was ich da beschreibe, passierte vier Wochen nach meiner Ankunft in Israel. Inzwischen habe ich mit all den Fragen, Zweifeln und Ambivalenzen besser umgehen gelernt.

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Völlig meschugge! Hebräisch Lernen im Heiligen Land

Das erste Wort, dass ich auf Hebräisch lernen wollte, war ausgerechnet „Entschuldigung“. Das lag nicht daran, dass ich plötzlich die gesamtdeutsche Schuld auf den Schultern gespürt hätte. Vielmehr hatte ich in den ersten Wochen in Israel ständig das Gefühl, im Weg zu stehen, zu langsam zu sein oder es schlicht nicht zu raffen – und mich dafür entschuldigen zu müssen.

So ging es mir auch in der allerersten Hebräischstunde. Unsere Lehrerin Ateret rauschte in den Raum, lebhaft und fröhlich – und redend wie ein Wasserfall. Auf Hebräisch. Die ganze Zeit. Ohne Ausnahme. Nach anderthalb Stunden saß ich mit verschränkten Armen da, schüttelte bloß noch den Kopf und dachte: „Nie im Leben! Nie im Leben packe ich das.“ Aber genau das ist das Konzept.

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