Alle Einträge mit dem Tag Roman

Ein Freund der Bienen

Kehren, tragen, schleudern

“Sie denken jetzt, dass es brennt”, erklärt Michael. “Deshalb fliegen sie ganz schnell in den Stock und fressen so viel Honig wie möglich. Da stören sie mich nicht mehr so sehr.” Michael Küpers ist 19 und Imker. Gerade hat er sich seinen Netzhut aufgesetzt und die Pfeife in den Mund gesteckt, die einen feurigen Geruch verbreitet, wenn er reinpustet.

Die Bienen werden nervös und summen noch lauter als vorher. Michael hingegen ist die Ruhe selbst. Umschwirrt von Hunderten von Insekten öffnet er seelenruhig einen seiner Bienenstöcke und kontrolliert die Waben. “Den Honig habe ich schon vor ein paar Wochen rausgeholt”, sagt er und deutet auf die Brutwaben, in denen jetzt zahlreiche neue Bienen heranwachsen.

Volksherrschaft im Bienenstock

Seit er zwölf Jahre alt ist, hat Michael Bienen. Das liegt bei ihm in der Familie: Schon sein Vater, Großvater und Urgroßvater waren Imker. “Bienen sind faszinierende Tiere”, sagt er. “Viele denken, die Königin wäre so etwas wie die Alleinherrscherin im Bienenstock. Aber in Wirklichkeit handelt es sich um eine richtige Volksherrschaft: Wenn die Königin nicht mehr gut ist oder nicht tut, was sie soll, wird sie vom Volk ausgeschlossen. Davon könnten sich die Menschen noch etwas abgucken – aber nicht von der Sache mit den Männern.”

Michael spielt auf die Drohnen an, männliche Bienen, die nur dazu da sind, die Königin zu befruchten. Anschließend werden sie aus dem Stock verbannt und verhungern. Während die Drohnen also nur einmal im Jahr gebraucht werden, hat Michael immer zu tun. Regelmäßig besucht er seine Bienenstöcke. Sie stehen in einem Waldstück, das eine Viertelstunde mit dem Auto von seinem Zuhause entfernt liegt. Dort muss er die Tiere füttern und mit Ameisensäure vor gefährlichen Milben schützen.

Zweimal im Jahr erntet er den Honig. “Das ist der intensivste Teil der Imkerei und auch ziemlich anstrengend”, erzählt Michael. Sämtliche Waben werden dann in eine große Trommel gesteckt, die sich dreht und den Honig so aus den Waben hinausschleudert. Der wird später in Gläser gefüllt und verkauft.
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Tomte im Konzerthaus Dortmund am 25.9.

Thees Uhlmann ist eine harte Sau. Das denke ich jedes Mal, wenn ich ihn so auf die Bühne kommen sehe, und jedes Mal weiß ich spätestens zwei Lieder später: Er ist auch ein großer Poet. Einer, der sich wie ein Kind darüber freut, unplugged in einem Konzerthaus zu spielen, das noch dazu mitten in Dortmunds „subkultureller Fußgängerzone“ liegt, wie er es nennt.

Auf der Bühne trinkt Uhlmann Wasser, Bier und vor allem Wein quer durcheinander, mokiert sich darüber, dass er der einzige Rockstar sei, der eben dafür ausgelacht werde. Von den ganzen „Schlauis“ im Tomte-Publikum, die gegen die Band denken statt mit ihr. Wäre er ein Rapper, sagt er, er wäre der einzige auf der Welt, der sich selber disst.

Wenn man Thees Uhlmann so erzählen hört, zwischen den großartigen musikalischen Darbietungen seiner immer bunteren Band, dann wünscht man sich, dass er eine Kolumne schreiben würde, ein öffentliches Tagebuch, oder warum nicht gleich einen Roman. Ich würde ihn auf der Stelle kaufen.

Und doch ist es ein anderes Bandmitglied, in das ich mich aufs Neue verliebt habe, das aus dem Schatten Uhlmanns charmante Pfeile ins Publikum schießt und es so für sich gewinnt: Simon Frontzeck. Als wir ihn vor gut einem Jahr zum ersten Mal mit Tomte sahen, war er noch aushilfsweise dabei, wenn ich mich recht erinnere. Sein breites Grinsen legte er das ganze Konzert über nicht ab. Der Typ war genau da angekommen, wo das Glück war, und schien es immer noch nicht fassen zu können. Das habe ich jemandem noch nie so deutlich angesehen.

Das Wunderbare ist: Dieses Grinsen hat er nicht verloren. Und das, obwohl er inzwischen als Mann für die Tasten festes Bandmitglied ist. Wobei man am „Mann“ jedes Mal wieder zweifeln möchte – weil er immer noch so aussieht, als hätte er gerade das Abi bestanden und wäre jetzt der Praktikant der Band. Kein Wunder also, dass Thees Uhlmann ihn „eine Mischung aus Harry Potter und Keanu Reeves“ nennt – und dafür einen Mittelfinger erntet.

Aber selbst das sieht noch süß aus von dem Jungen, der binnen eines Konzertes – und gern auch mal innerhalb eines Liedes – Flügel, Orgel, Melodica und Xylophon bedient. Wenn er die spielt, ist das so leidenschaftlich und so gut. Und dann dreht er sich um, legt die Füße auf die Monitorbox und schirmt mit der Hand die Augen ab, um das Publikum erkennen zu können. Da ist es um mich geschehen.

Trotzdem darf man und möchte ich nicht vergessen, dass Frontzeck nur einer von sechs Leuten ist, die diese Band so besonders machen. Alle zusammen fabrizieren sie eine Musik, die die inspirierendste und ehrlichste ist, die man in Deutschland hört. Warum also sollte man nicht ewig grinsen, wenn man bei so etwas mitmachen kann?

Und überhaupt: „Harry Potter kann zaubern, und Keanu Reeves ist in der MATRIX“ – was will man mehr?!

Jag älskar Sverige!

Endlich haben wir ein erstes vorzeigbares Video von Stockholm! Roman hat die ganze Nacht geschnitten. Neben vielen anderen tollen Sachen sieht man jetzt, dass wir es tatsächlich geschafft haben, wenigstens ein Assignment zu erfüllen – wir haben Kanelbullar probiert.

Sportartentest (4): Boote

Mit dem Stepptanz ist es vorbei, deswegen suche ich nach einer neuen Sportart. Nichts leichter als das, sollte man denken, es gibt doch unzählige! Aber da die richtige zu finden ist gar nicht so einfach.

Kanufahren wollte ich seit Pocahontas vor über zehn Jahren diesen riesigen Wasserfall im Kanu heruntergeflogen ist. Das sah so mutig aus, so elegant – und so leicht!

Und dann haben Roman und ich das Kanu ausgeliehen und mit ihm diese wirklich tollen Schwimmwesten, die uns hervorragend stehen. Und dann noch die Paddel. Mein Paddel fand ich nicht so toll, weil es ziemlich schnell ziemlich schwer wurde. Wir hatten vernünftig gedacht und beschlossen, die Mosel zuerst heraufzufahren, um uns dann sanft von der Strömung zurück tragen zu lassen.

Aber Donnerwetter, ging das in die Arme! Ehrlich gesagt habe ich das Paddeln sehr bald Roman überlassen, der ein Meister darin ist, wie sich schnell herausstellte. Blasen hatte ich zu meinem großen Entsetzen nachher trotzdem an den Fingern.

Während Roman uns also durch die wilden Moselgewässer paddelte, winkte ich Lastkähnen zu und beschwerte mich über die Motorboote, deren Bugwellen uns regelmäßig ans Ufer spülten und mitunter sogar richtig durchnässten. Das gehört wohl zum Kanufahren dazu? Hat mich aber überrascht, schließlich ist Pocahontas NIE nass geworden. Zumindest sah sie nie so aus.

Das schlimmste war die Erkenntnis, als wir uns auf den Rückweg machen wollten: Die Strömung trägt einen keineswegs von selbst wieder zurück. Roman musste weiterpaddeln.

Ein Boot, das mir besser gefallen hat als das Kanu, war das simple, aber romantische Ruderboot. Auch Rudern geht in die Arme, aber auf eine angenehmere Art und Weise. Zusätzlich strengt es noch Bein- und Rückenmuskulatur an. Nach einer Tour quer über den See kann man so vom anderen Ufer aus nicht nur sehen, sondern auch fühlen, was man getan hat. Und wenn man schon mal am anderen Ufer angekommen ist, kann man dort auch gleich gemütlich picknicken. Ruderboote sind also eine herrliche Ausflugsmöglichkeit.

Meiner Meinung – und nun auch Erfahrung! – nach birgt der Bootssport allerdings einige nicht zu unterschätzende Nachteile: Sobald der Sommer vorbei ist, fängt es erst an zu regnen und dann womöglich auch noch zu frieren, was jegliches in See Stechen unmöglich macht. Und überhaupt die Seen: In meiner näheren Umgebung gibt es gerade mal einen richtigen Rudersee – wie viele Ausflüge braucht es schon, bis der langweilig wird?

In Amerika wäre das freilich etwas anderes. Der Pocahontas-Wasserfall wird einem bestimmt nie langweilig. Doch solange ich in Deutschland bin, geht das Testen weiter.

Klamottenpaar der Woche: Younes und Natalia in Antwerpen

Natalia, 30, Modedesignerin, hat in Antwerpen studiert und lebt jetzt in Madrid

Brille aus Spanien für 250 Euro, die Kette hat die Schwester aus der Türkei mitgebracht. Top aus Paris für 9 Euro, Kleid von der belgischen Designerin Ann Demeulemeester für 50 Euro (aus dem Schlussverkauf), Hose von Zara für 10 Euro, Tasche von einem Pariser Flohmarkt für 20 Euro, Sandalen aus Paris für 20 Euro

Welches ist das wichtigste Stück in deinem Schrank?
Ein bestimmtes Tanktop besitze ich etwa zehn Mal, in schwarz und weiß. Dazu kann man alles kombinieren.

Wie viel Geld gibst du für Klamotten aus?
Das schwankt stark: Normalerweise sind es zwischen 300 und 400 Euro monatlich. Aber zweimal im Jahr ist überall Sale. Dann kann ich mir auch Designermode leisten, die ich sehr mag. Da können es dann schon mal 1.000 Euro sein.

Und wo kaufst du ein, wenn nicht gerade Schlussverkauf ist?
Ich liebe Second-Hand-Kleidung, einfach, weil sie so einzigartig ist. Ein Second-Hand-Teil trägt niemand außer dir – das ist doch ein tolles Gefühl!

Kannst du einen Second-Hand-Laden in Antwerpen besonders empfehlen?
Der Vrijdagmarkt liegt ganz in der Nähe der berühmten Fashion School, an der ich studiert habe. Dort gibt es jeden Freitag tolle Second-Hand-Klamotten und schöne Möbel.

Du als Expertin weißt doch sicher auch, wie die Mode in diesem Herbst aussehen wird.
Ich glaube, die Mode bleibt sportlich, wird aber raffinierter. Sophisticated lautet das Zauberwort! Außerdem werden viele plastikartige Stoffe vertreten sein, Nylon und so. Und Leder ist natürlich auch nicht wegzudenken.

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