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Das war ja so klar

InStyle 01/09

Ab einem gewissen Alter sollte man vielleicht nicht mehr auf die Modemeinungen seiner Eltern hören. Oder einfach seinem Instinkt trauen. Eva, die Konjunktiv-Trendsetterin.

So klein mit Hut

Mützenshopping

Die kleine Schwester hat ihre Mütze bekommen. Meine sah von hinten angeblich “total bescheuert” aus – muss ich weitersuchen.

By Eve – das Modelabel aus dem Kinderzimmer

Eva Wickerath ist 17 Jahre alt und hat schon ihr eigenes Modelabel. “By Eve” war nie geplant und ist heute erfolgreicher, als sie es sich je erträumt hätte

Was darf es denn sein: Samt oder Pelz, blaue Perlen oder braune, Spitze oder Blümchen? Eva Wickerath hat alles im Angebot. Seit einem Jahr verkauft sie selbst gestaltete Sweatshirts – und geht nebenbei zur Schule. Denn die Jungdesignerin aus Mönchengladbach ist erst 17 und macht in eineinhalb Jahren ihr Abitur.

Angefangen hat alles damit, dass ihr gekaufte Pullover und Jacken oft zu langweilig aussahen. Sie besorgte sich Borten und Perlen, um sie zu verzieren, und ungewöhnliche Stoffe, mit denen sie die Kapuzen fütterte. „Dabei kann ich selbst gar nicht nähen“, gesteht sie. „Das musste immer meine Mutter für mich machen.“

Ihre einzigartigen Kleidungsstücke kamen gut an bei Evas Bekannten. Sie hörte so viele Komplimente, dass sie vor etwa einem Jahr beschloss, ein Geschäft daraus zu machen. Seitdem tragen auch andere ihre Modelle, die „Elegance“ oder „Reverence“ heißen.

„Ohne meine Mutter hätte ich das nie geschafft“, sagt Eva. „Sie ist Modejournalistin und kennt sich damit aus, wie man so eine Firma aufziehen und vermarkten muss.“ Gemeinsam suchten die beiden nach professionellen Schneiderinnen, die Evas Ideen so umsetzten, wie sie es sich vorstellte.

By Eve ist inzwischen eine geschützte Marke – und kommt viel besser an, als die Chefin gedacht hätte. „Ich hatte meine Zielgruppe klar vor Augen: Junge Frauen wie ich, die nach individueller Mode suchen. Dann stellte sich heraus, dass auch ältere Frauen meine Sachen kaufen und sogar Männer, die sie ihren Freundinnen schenken“, sagt Eva. „Im Grunde habe ich also gar keine Zielgruppe.“

Einen Großteil ihrer Ware verkauft sie über ihre Internetseite. „Wer möchte schon in die ganzen Läden rennen, wenn er im Netz auf einen Blick eine viel größere Auswahl haben kann?“, sagt Eva. Sie ist in mehreren Mode-Communities angemeldet und liest Weblogs, in denen „ganz normale Menschen“ regelmäßig Fotos von ihren Outfits präsentieren. „Das ist nicht so affektiert wie in den Hochglanzzeitschriften“, findet Eva. „Dort bekomme ich die meisten Ideen.“
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Haare auf den Zähnen

Dies mit einem herzlichen Gruß an Kathrin, der ich meine Haare inzwischen seit einer halben Ewigkeit anvertrauen kann: Warum ich so gern zum Friseur gehe.

  1. Man wird schön gemacht.
  2. Mit Pony darf man ganz oft umsonst zum Friseur.
  3. Instyle lesen! Das ist die optimale Friseurzeitschrift: wenig Text, viele Bilder. Das bedeutet, dass man sie schon nach einer Runde Spitzenschneiden durchgelesen hat und ohne Unterbrechung des Leseflusses das Heft und/oder den Kopf höher und tiefer halten kann, wenn die Friseurin das will. Gemeinsam mit ihr kann man dann aufwendige Roter-Teppich-Frisuren analysieren und auf jeder Seite das schönste Kleid aussuchen.
  4. Kathrin bestätigt mir, dass meine Haarfarbe nicht “orange” heißt und auch nicht “rot”, sondern “rotgold”.
  5. Wir planen meine Frisur für den Abiball.
  6. Man kriegt Haarspangen geschenkt.
  7. Und Proben von Volumenspray, das nach Weintrauben duftet.
  8. Die Dauerwellenomis erzählen immer so lustige Sachen, wenn sie unter der Trockenhaube sitzen.
  9. Wenn ich nur zum Ponyschneiden da bin, darf ich nachher noch dableiben, bis ich InStyle durchgelesen habe.
  10. Ponyschneiden ist auch die einzige Möglichkeit, bei der man sich über Haare auf den Zähnen beschweren kann, ohne schief angeschaut zu werden.
  11. Anschließend fühlt man sich meistens toll – außer man hat eine ganz neue Frisur bekommen, dann setzt dieses Gefühl hoffentlich nach ein paar Stunden ein.

Klamottenpaar der Woche: Younes und Natalia in Antwerpen

Natalia, 30, Modedesignerin, hat in Antwerpen studiert und lebt jetzt in Madrid

Brille aus Spanien für 250 Euro, die Kette hat die Schwester aus der Türkei mitgebracht. Top aus Paris für 9 Euro, Kleid von der belgischen Designerin Ann Demeulemeester für 50 Euro (aus dem Schlussverkauf), Hose von Zara für 10 Euro, Tasche von einem Pariser Flohmarkt für 20 Euro, Sandalen aus Paris für 20 Euro

Welches ist das wichtigste Stück in deinem Schrank?
Ein bestimmtes Tanktop besitze ich etwa zehn Mal, in schwarz und weiß. Dazu kann man alles kombinieren.

Wie viel Geld gibst du für Klamotten aus?
Das schwankt stark: Normalerweise sind es zwischen 300 und 400 Euro monatlich. Aber zweimal im Jahr ist überall Sale. Dann kann ich mir auch Designermode leisten, die ich sehr mag. Da können es dann schon mal 1.000 Euro sein.

Und wo kaufst du ein, wenn nicht gerade Schlussverkauf ist?
Ich liebe Second-Hand-Kleidung, einfach, weil sie so einzigartig ist. Ein Second-Hand-Teil trägt niemand außer dir – das ist doch ein tolles Gefühl!

Kannst du einen Second-Hand-Laden in Antwerpen besonders empfehlen?
Der Vrijdagmarkt liegt ganz in der Nähe der berühmten Fashion School, an der ich studiert habe. Dort gibt es jeden Freitag tolle Second-Hand-Klamotten und schöne Möbel.

Du als Expertin weißt doch sicher auch, wie die Mode in diesem Herbst aussehen wird.
Ich glaube, die Mode bleibt sportlich, wird aber raffinierter. Sophisticated lautet das Zauberwort! Außerdem werden viele plastikartige Stoffe vertreten sein, Nylon und so. Und Leder ist natürlich auch nicht wegzudenken.

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