Alle Einträge mit dem Tag Kochen

Küchenstolz: Ravioli mit Schinken-Tomaten-Mozarella-Basilikum-Füllung

Ravioli mit Schinken-Tomaten-Mozarella-Basilikum-Füllung

Der Nudelwahnsinn geht fröhlich weiter, mit dem Unterschied, dass wir unsere Nudeln jetzt SELBST machen. Bei einem Besuch in der ganz wunderbaren Friedrichshafener Bibliothek hat Roman das Rezept in einem Kochbuch von Jamie Oliver entdeckt und ich muss sagen – der Hype um diesen Typen scheint gerechtfertigt! Die Ravioli (gefüllt mit Mozarella, getrockneten Tomaten, Schinken und selbst gezogenem Basilikum) schmeckten vorzüglich. Die Rieseneiersauerei hat sich gelohnt, und ach, sowieso soll man doch am besten ALLES selbst machen. Ich geh dann mal Tomaten trocknen.

Küchenstolz: Nudeln mit Oliven und Cabanossi

Nudeln mit Oliven und Cabanossi

Von seinem Trip in den tiefsten Süden Italiens hat Roman mir ein herrliches Delikatessenpaket mitgebracht. Mit einer Riesenflasche Olivenöl, einem halben Kilo Parmesan, dickem Nudelsalz und original italienischen Orichette kann man mich wirklich sehhhr glücklich machen. Jetzt kochen wir seit Tagen auf der immer gleichen Basis… Zuletzt gab es also Pasta mit Oliven und Cabanossi. In Öl und mit Parmesan, versteht sich.

Küchenstolz: Brokkolinudeln mit Nusssauce

Brokkolinudeln mit Nusssauce

Beim Essen habe ich mich gefragt, warum in der westlichen Küche eigentlich so gut wie nie mit Nüssen gekocht wird. Ich verbinde den Geschmack von Hasel-, Erd- und Walnüssen in warmem Essen immer gleich mit dem Asiaimbiss um die Ecke. Dabei schmecken sie doch so unheimlich gut! Man muss viel mehr mit Nüssen machen.

Zuhause, was für ein Wort

Es ist das neue Jahr und ich bin nur noch Gast in meinem Elternhaus. Ein Gast, der zwar auch noch staubsaugen und Tisch decken muss und weiß, wo er benutzte Handtücher hineintun und frische herausnehmen soll. Aber eben auch ein Gast, der seine Lieblingsbücher vermisst und sein großes Bett, weil er das alles Zuhause gelassen hat. Zuhause, was für ein Wort.

Auch meine Anziehsachen sind in Friedrichshafen geblieben, weil Mama mir längst verboten hat, dreckige Wäsche mitzubringen, nach dem Motto “ganz oder gar nicht!”. Jetzt trage ich die wenigen alten Sachen, die noch hier sind. In dem kratzigen Ringelpulli und der grünen Cordhose fühle ich mich in die Mittelstufe zurückversetzt. Ich weiß noch, wie ich in genau diesem Pulli einen schrecklichen Chemietest schrieb und dabei furchtbar schwitzte.

Zum Januar hin auszuziehen ist jedenfalls sehr praktisch, denn man bekommt quasi den gesamten Hausstand zu Weihnachten geschenkt. Meine Eltern spendierten mir ein Topfset, von dem ausgerechnet mein Vater hellauf begeistert ist. “Die Griffe können nicht heiß werden!”, wird er nicht müde zu betonen, und sowieso scheint er gerade eingeholt zu werden von der Angst, mir nicht genug beigebracht zu haben. Manchmal fragt er mich, völlig aus dem Nichts heraus: “Eva, weißt du eigentlich, wie man das Telefon anschließt?” Und als neulich die Straßen glatt und zugeschneit waren, ließ er mich ans Steuer und sagte, ich solle mal ordentlich bremsen, damit ich weiß, wie sich das anfühlt. Ganz elend saß er dann da, “das kann ich dir bald alles nicht mehr zeigen, wenn du weg bist”.

Auch die anderen durchforsten ihre Häuser. Meine Großeltern finden einen Fernseher, den sie angeblich nicht mehr benutzen, und Oma noch einen Dosenöffner, an dem man sich nicht schneiden kann. Meine Tante schenkt mir eine Familienpackung Spaghetti und das Nudelbesteck gleich dazu. Die Küche ist der kleinste Teil meiner Wohnung, kleiner noch als der Flur, aber er wird unter Garantie auch der vollste.

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – freue ich mich schon darauf, Sonntag in diese Wohnung zurückzukehren, die wir über Silvester so herrlich eingerichtet haben. Ich vermisse jetzt schon die große Küche mit den vielen, vielen Vorräten, die in letzter Zeit regelmäßig Heißhungerattacken bei mir auslösen. Und freue mich gleichzeitig auf die kleine Küche mit dem Nudelbesteck und meinem ganz eigenen Dosenöffner – auch in der Hoffnung, dass diese mir die Attacken möglichst bald wieder abgewöhnt. So stehe ich also im Moment zwischen den Küchen, zwischen den Städten und zwischen zwei Orten, die irgendwie beide mein Zuhause sein sollen.

Die besten Kochfilme (in alphabetischer Reihenfolge)

Bella Martha

Hier spielt Martina Gedeck Martha, eine wirklich gute, aber manische Köchin, die an gar nichts anderes denken kann als an ihren Beruf – ohne jedoch selbst das Essen mal richtig zu genießen. Sie ist völlig gefangen in ihrem grauen Alltag, bis zwei Dinge passieren: Marthas Schwester stirbt, woraufhin sie ihre kleine Nichte Lina bei sich aufnimmt. Und ihre Chefin stellt einen zweiten Chefkoch ein, einen temperamentvollen Italiener. Die neuen Menschen in ihrem Leben bringen Marthas Leben völlig aus dem Gleichgewicht und zwingen sie, ihre triste Routine aufzugeben.

Falls ihr diesen Film noch nicht kennt, kennt ihr ihn vielleicht doch schon – unter dem Titel “Rezept zum Verlieben”. Das amerikanische Remake mit Catherine Zeta-Jones, Abigail Breslin (!) und Aaron Eckhart ist – mal abgesehen davon, dass Eckhart kein bisschen italienisch aussieht – entsetzlich nah am Original geblieben, nur noch ein gutes Stück blockbustiger und weichspüliger. Kann man sich angucken, aber das Original ist ganz bestimmt besser. Ich meine, Martina Gedeck. Hallo?

Bestes Gericht: Spaghetti mit Tomatensoße
Übers Kochen gelernt: Musik hilft! Und man muss die Küche auch nicht immer sofort sauber machen.

Chocolat

Hach. Ausgerechnet zur Fastenzeit eröffnet Juliette Binoche eine Chocolaterie in einem kleinen, sehr katholischen, sehr misstrauischen, sehr urigen Dorf und hat dort mit zahlreichen Skeptikern, insbesondere dem fiesen Bürgermeister (Alfred Molina) zu kämpfen. Bis Johnny Depp mit seiner Zigeunertreppe kommt und alle von der Schokolade ablenkt. Wie bei “Bella Martha” gibt es auch hier ein kleines, süßes Mädchen, dass zusammen mit einem Känguruh durch den Film hopst, und noch dazu eine mürrische Alte (Judi Dench), die am Ende lieb wird.

Der Film besticht durch seine herrliche Szenerie und die wirklich gute Musik. Die läuft jetzt noch dauernd im Klassikradio, und man weiß immer gleich, woher sie stammt (das ist das große Soundtrackkunststück). Außerdem hat Johnny Depp zwei tolle Gitarrensongs beigesteuert, die auch nicht ohne sind. Vor allem sind es aber die tollen Charaktere und die starke Besetzung, die das alles zu einer wunderbaren Zartbitter-Filmpraline verschmelzen lassen.

Bestes Gericht: Heiße Schokolade mit Chili
Übers Kochen gelernt: Schokolade geht zu allem, sogar zum Huhn.

Eden

In “Eden” geht es um Gregor (Josef Ostendorf), einen berühmten Koch, der sowohl beruflich als auch privat nichts anderes tut als zu kochen – und Kellnerinnen zu beobachten. Dabei lernt er Eden (Charlotte Roche) kennen. Die junge Frau kellnert im Kurcafé ihrer Schwiegereltern, wo ihr Mann Xaver (Devid Striesow) den Animateur gibt. Die Beziehung der beiden läuft nicht mehr so recht, seit sie eine behinderte Tochter bekommen haben. Eden jedenfalls ist in jeder Hinsicht ausgehungert – kein Wunder, dass sie sich eines Abends über Gregors Töpfe hermacht. Seine erotisierende Küche begeistert sie unheimlich. Fortan bewirtet der Meisterkoch sie regelmäßig, und das macht eigentlich alle glücklich. Bis Xaver eifersüchtig wird.

Charlotte Roche hat in diesem Film ihr durchaus beachtliches Schauspieldebüt gegeben. Trotzdem verstehe ich nicht, warum sie allein das Plakat schmückt – denn Josef Ostendorf ist eindeutig der schauspielerische Held des Films. Es ist großartig, wie er diese erst abweisende, unsichere Figur sich allmäglich öffnen und doch immer wieder zurückschrecken lässt. Dazu kommen eine Geschichte, wie man sie nie zuvor gehört oder gesehen hat, und eine Filmmusik, die sich im Laufe der 100 Minuten zu einer wunderbaren Wehmutsmelodie auflädt. Diesen Film muss man unbedingt sehen, auch, wenn man danach – wie Eden – womöglich ein paar Tage überhaupt keinen Hunger mehr hat. Denn an Gregors “Cucina Erotica” kommt einfach nichts heran.

Bestes Gericht: Die Orgasmus-Pralinen von Leonies Geburtstagstorte
Übers Kochen gelernt: Genuss entsteht durch Mangel.

Julie & Julia

Hier werden gleich zwei Kochgeschichten parallel erzählt: Julia Child (Meryl Streep), eine unausgeglichene amerikanische Diplomatengattin, entdeckt im Paris der 50er Jahre das Kochen für sich. Sie wird ein richtiger Profi und schreibt schließlich ein Buch, “Mastering The Art Of French Cooking”, das Amerikanerinnen die französische Küche nahebringen soll. Genau das klappt auch 50 Jahre später noch, als die ebenfalls unausgeglichene junge New Yorkerin Julie Powell (Amy Adams) beschließt, Julia Childs 524 Rezepte binnen 356 Tagen nachzukochen. Ihre Erlebnisse dokumentiert sie in einem Weblog, das bald ebenso erfolgreich wird wie das Kochbuch selbst.

Beide Geschichten sind übrigens wahr, und man kann sich kaum entscheiden, welche man lieber mag. (Ich tendiere zu der mit dem Blog. Wegen dem Blog.) Die beiden Hauptdarstellerinnen sind große Klasse: Nie habe ich Meryl Streep so schrullig gesehen, sie ist quasi eine immerzu angesäuselte Mrs. Doubtfire, die noch lustiger wirkt, wenn ihr Filmehemann Stanley Tucci – einen Kopf kleiner – neben ihr steht. Und Amy Adams spielt (wie schon in “Sunshine Cleaning”) einfach so schrecklich gut die völlig normale junge Amerikanerin, sie ist so uneitel und echt, dass es einen Heidenspaß macht, ihr beim Bezwingen eines Hummers zuzuschauen oder beim Versauen einer Pastete. So anspruchsvoll wie “Eden” ist “Julie & Julia” freilich nicht, aber er macht mindestens genauso hungrig. Oder, wie die New York Times schreibt: “The film is food porn.”

Bestes Gericht: Boeuf Bourguignon
Übers Kochen gelernt: Man kann gar nicht genug Butter haben.