Alle Einträge mit dem Tag gutes Gefühl

Durch das Tor, am Morgen

Das Kinn gereckt, die Unterlippe leicht nach vorn geschoben, zusammengekniffene Augen, den Hals gerade. Die Hände in den Taschen, sie streben am stärksten nach vorn. Der Wind in den Wimpern. Zielgerichtet nach vorn. Eine Zufriedenheit. Eine Form von Glück. Sie tritt oft im Gehen auf.

Top 5 der Gründe dafür, dass der Sommer tatsächlich kommt II

Der kalendarische Frühlingsanfang
Dieses Datum und seine Bedeutung zaubert den Menschen ein Lächeln auf die Lippen. Wie oft stand man am Montag so rum, als auf einmal jemand mit heller Stimme rief „Heute ist Frühlingsanfang!“, um dann womöglich noch kleinschrittige Freudentänze aufzuführen? Herrlisch.

Der Regen riecht wieder
Gestern, als wir nachmittags aus der Schule traten, regnete es ein kleines bisschen. So, dass über den ganzen Teerboden gesät überall kleine dunkle Wasserpunkte zu sehen waren. Ich ertappte mich bei dem Satz „Hej, heute Morgen war es doch noch so warm, und jetzt regnet es!“ Minuten später merkte ich aber: Das ist riechender Regen! Dieser typische Regengeruch, zum ersten Mal wieder in der Nase. Wenn Regen riecht, wird Sommer.

Die Bänke wurden herausgeholt
Auf dem Schulhof. Es sind jetzt sechs, grün gestrichen, teilweise blättert die Farbe stark ab, teilweise ist sie erst zwei Jahre alt. Am Donnerstag schafften wir es, gleich vier Bänke gleichzeitig zu besetzen. Eng gequetscht mit den Füßen auf fremden Schößen und Beinen, so sitzt man sich dann gegenüber, bewirft sich mit Apfelstückchen und dreht an Dreadlocks. Wenn man keine eigenen hat, dann auch an fremden. Aber so eine Bank zu bekommen, ist gar nicht so leicht im Sommer, daher -

Erste sitzen auf dem Hof
- setzt man sich eh meistens in Kreisen oder Haufen auf den Hof, Vorteil im Gegensatz zu grünen Bänken: Hier kann man sich auch hinlegen, mit dem Gesicht zu hundert Prozent in der Sonne und auf irgendeinem Bauch. Nur das Frühstück wird dann schwierig – und somit eh zur Nebensache.

Frühlingsgefühle
Um die ging es tatsächlich gestern im Gottesdienst, nachdem Pater Felix bei der Kommunion ein Herz entdeckt hatte. Auf der Fingerspitze eines Mädchens. Er rief dazu auf, sich auch ein Herz zu malen und es jedem zu zeigen. Ich sage: Malt den anderen Herzen. Auf Fingerspitzen, Pulsschlagadern, Nasen, hinter Ohren, wo immer ihr sie euch vorstellen könnt. Zeigt Herz, malt kleine Herzen.

(Die anderen Top 5 sind hier.)

Süßer Vogel

Sie trinkt Tee oder trifft sich dazu sogar in Kaffees. Sie geht Spazieren durch Wälder und an Schaukeln vorbei, manchmal mit Pause. Sie steht bestimmt auch auf Kachelkamine und manchmal auf Räucherstäbchen. Sie mag es nämlich gemütlich. Sie ist sehr höflich zu Menschen, die sie mag, dann hält sie Türen auf und bietet Plätze an. So wie früher, denn sie ist doch recht konservativ, sie trägt neuerdings auch wieder Poloshirts, ab und zu. Dann schenkt sie, kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, aber daran denkt sie nicht. Sie schenkt, um glücklich zu machen, weil sie weiß, dass sie dann auch glücklich wird. Sie schenkt am liebsten selbst gemachte Dinge, gebastelt, gemalt, oder Mixtapes. Mixtapes sind eh am tollsten. Sie beschäftigt sich ganz dolle mit Musik, ohne könnte sie wohl kaum leben, oder zur Not, als Ersatz, nimmt sie Sport. Sie tanzt wie sie will, Hauptsache, sie wird ein bisschen high davon und schwitzt unter der Unterlippe und trotzdem küsst es jemand weg. Sie trägt Schmuck mit besonderer Bedeutung und T-Shirts mit Botschaft. Sie hat eine Meinung, sie will Politik und sie denkt. Sie denkt über die Welt und über den Grashalm und den Käfer, der da runter fällt. Sie will nämlich alles wissen, und warum alles alles ist. Sometimes ist ihr Gehirn trotzdem leer für einen Moment und sie hüpft nur noch rum mit jemandem an der Hand und will in der Luft hängen bleiben. Sie heißt Jugend (von heute) und die Zeit soll stehen bleiben, weil gerade alles besser ist.

KLASSIKER, vom 3.11.2004

Top 5 der Gründe dafür, dass der Sommer tatsächlich kommt

Venezia hat wieder geöffnet
Die beste aller Eisdielen der Stadt – abgesehen davon, dass es ja wirklich in jeder Stadt sowohl eine Eisdiele namens Venezia als auch eine namens San Remo zu geben scheint. Napoli sind dann immer die Pizzerien. Venezia jedenfalls hat singende Verkäufer, die abends spät immer italienische Soaps auf einem kleinen italienischen Fernseher schauen und schon genau wissen,d dass Mama und Papa immer ein Tartufo (?) essen. Nur ich kann mich oft nicht gleich entscheiden. Aber die Weiße-Schokolade-Phase ist dieses Jahr wohl vorbei.

Die Vögel zwitschern wieder
Wunderbar, wenn man neben einem Wald wohnt und der Hahn des Nachbarn vor ein paar Jahren gestorben ist, komisches Gefühl, wenn einem alle einreden, dass jetzt jedes gefiederte Lebewesen die Vogelgrippe hat und im Radio vor “intensivem Körperkontakt” mit eben diesen gewarnt wird. Trotzdem bleiben sie mir der liebste Wecker.

Morgens wieder mehr als zehn Meter Sicht
Die Schule, die mit ihren teils beleuchteten, teil dunklen Fenstern jeden Tag wie ein Adventskalender wirkte, war zar sehr schön, aber nach drei Monaten reicht es dann auch, dann will man beim Betreten des Schulhofs lieber wieder daran denken, sich während der Pause draufsetzen zu können statt sich den Frost aus den Beinen springen zu müssen. Und das heißt auch, dass bald die Lampe an der Haltestelle ausgeschaltet wird – der Wackelkontakt hat doch echt den ganzen Winter lang genervt.

Die Sonne lacht wieder
Zumindest zeitweise, und das ist ein erster Schritt, den ich lieber übertrieben positiv bewerte als ihn winterlich-depressiv zu verdrängen. Außerdem macht mich der Gedanke daran, in zwei, höchstens drei Monaten wieder ohne Jacke Radfahren zu können enorm springfreudig.

Die Menschen auch.

hurra!

Der Tag ist gut, weil…

  1. Michael mit dem Rauchen aufhört!
  2. Anna mir diesen Gutschein geschenkt hat, für ein selbstgebackenes Schokocroissant. Da läuft einem das Wasser doch schon beim Lesen im Mund zusammen.
  3. Endlich mal ganz viel Lachen zurückkam.
  4. Der Sommer aufgewacht ist.
  5. Helena genauso glücklich über unsere Freundschaft ist wie ich und sie mir das in einem schönen, hübschen Brief geschrieben hat.
  6. Jungs auf Riesen stehen und Mädchen auf Schokobons.
  7. Ruben ein tolles Kissen ist.
  8. Mein mp3player so kaputt ist, dass ich einen neuen bekommen habe. Kulanzmäßig. Sogar mit Kopfhörern, und davon kann man eh nie genug haben.
  9. Opa da war.
  10. Conni mir was FURCHTBAR TOLLES geschenkt hat. Etwas, auf das ich nienie gekommen wäre. Klickt mal! Klickt mal HIER: www.hurra-blog.de! De! Vergesst Tokelau, vergesst lästige Banner (die man übrigens nicht abschalten konnte, weil ich mehr als 1000 Visits habe im Monat…), vergesst die Indieadresse. hurra-blog.de. Wir sind auf der guten Seite. (Mannohmann, Conni. Das kann ich gar nicht mehr übertrumpfen im November. Dankesehr.)
  11. last but not least: Der Rechner wieder Mikros zulässt. Das heißt: Radio. Und zwar: Montag. Ab 19.30 Uhr. Proteste: Na, macht doch. Los!