Auf der Queer-Party: „Ich mach einfach das, was mir Spaß macht“

Für die Klub Konkret-Folge über Homosexualität in Deutschland haben mir Lisa und ihre Freunde nicht nur Augenbrauengel geliehen und von ihren heimlichen Knutschereien erzählt, sondern auch erklärt, warum es für Homosexuelle manchmal doppelt schwer ist, jemanden anzubaggern. Mit wem ich an diesem Abend noch geflirtet habe? Verrate ich nicht…

„Als schwul wird jeder Mal beschimpft“

In Baden-Württemberg wird derzeit heftig darüber diskutiert, ob man das Thema sexuelle Vielfalt in den Lehrplan aufnehmen sollte. Eine Petition, die sich dagegen ausspricht, fand fast 200.000 Unterstützer. Aber was sagen eigentlich die Schüler und Schülerinnen selber dazu?

Im Klub Konkret fragen wir uns: Wie normal ist Homosexualität in Deutschland? Hier gibts die komplette Folge.

Museumsmoment: René Magritte

René Magritte
Meinen letzten Vormittag in Brüssel habe ich ausnahmsweise nicht mit Eurokraten verbracht, sondern mit René Magritte. Den Zugang zu diesem Künstler zu finden, ist nicht leicht: Das erst 2009 eröffnete Museum befindet sich inmitten von vier weiteren königlichen Museen an ein und demselben Ort, in ineinander verschachtelten Gebäuden. Selbst, wenn sich dann endlich die „Musée Magritte Museum“-Schilder auf den Gängen mehren (die Belgier nehmen ihre Mehrsprachigkeit wirklich sehr ernst), ist es gar nicht so leicht, den Ein- vom Ausgang zu unterscheiden. „It really is surrealism here“, begrüßte mich die Rezeptionistin mit einem Grinsen.

Surrealismus – damit hatte ich bisher nicht viel anfangen können. Zwar kannte ich die Pfeife, die angeblich keine ist, das verschleiert küssende Paar und die schwarzen Herren mit den signifikanten Bowler Hats. Aber wo kommen die her und was sollen sie bedeuten?

Das habe ich an diesem Morgen gelernt. Das Museum gibt auf drei Stockwerken nicht nur einen wahrlich umfassenden Eindruck vom Werk Magrittes, sondern anhand zahlreicher Fotos, Schriften und Homevideos auch Einblicke in seinen Lebensweg und Charakter.

Was dabei zutage kommt, überrascht. Denn René Magritte sah sich selbst keineswegs als Künstler, sondern als einfachen Mann. Das äußerte sich zum Beispiel in seiner Kleidung, die eher an einen Banker oder Beamten erinnert: stets in Anzug und Krawatte, adrett und unauffällig. Nach eigener Aussage war die Malerei für ihn lediglich sein Mittel des Wissens und Entdeckens, so wie für andere die Mathematik oder Physik. Salvador Dalí sollte ihn deshalb einen „sehr akademischen Surrealisten“ nennen.

Dass dieser insgeheim auch sehr verspielt war, zeigt sich in den Fotos und Filmen, die er mit seinen Freunden aufgenommen hat. Die Clique, der Magritte und seine Frau Georgette angehörten, bestand aus Intellektuellen, Literaten und Künstlern, die sich nachmittags zu spontanen Performances im Magritt’schen Garten trafen. Sie waren auch verantwortlich für die scheinbar so abwegigen Titel seiner Gemälde.

Rund 200 davon umfasst die präsentierte Sammlung, und so stehen nicht die oben genannten typischen Motive im Vordergrund, sondern vielmehr Experimente wie „surrealism in plein soleil“, eine Reihe, die Magritte nach kurzer Zeit aufgrund wirtschaftlichen Misserfolgs wieder einstellte.

Das ist eine dritte Dimension, die dieses Museum quasi nebenbei vermittelt: die Launen des Kunstmarktes, denen Künstler unmittelbar unterworfen sind, wenn sie von ihrem Schaffen leben wollen. So gründete Magritte angesichts mangelnder Nachfrage während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren eine Werbeagentur, um sich über Wasser zu halten. Erst spät, als seine Werke direkter wurden (Äpfel, Pfeifen, Anzugmänner) und er in Kontakt mit den richtigen Galeristen und wohlmeinenden Sammlern kam, wurde er wirklich erfolgreich.

“Everything visible conceals another visible thing” – allein, um endlich zu verstehen, was sich hinter diesem Ausspruch verbirgt, lohnt sich der Besuch bei René Magritte in Brüssel.

„Ich habe immer Angst“

In Nördlingen, nur eine Stunde entfernt von den beiden Flüchtlingswohnheimen in Augsburg, habe ich Amerr kennengelernt. Er kam als sogenannter „unbegleiteter minderjähriger Flüchtling“ aus Pakistan nach Deutschland. Inzwischen hat er einen Ausbildungsplatz, eine Wohnung, er spricht Deutsch. Seine Chancen auf einen Pass stehen trotzdem schlecht.

Warum das so ist – und wie man es ändern könnte – haben wir im Klub mit unseren Gästen besprochen. Die ganze Folge gibt es hier.

„Das hier ist kein Leben“

Selten war eine Klub Konkret-Reportage für mich so bewegend wie diese aus zwei Augsburger Flüchtlingswohnheimen. Die Unterkunft in der Calmbergstraße gilt als eine der schlimmsten Deutschlands, das Grand Hotel Cosmopolis hingegen als Vorzeigeprojekt. Wie leben Flüchtlinge dort und wie könnte man ihre Situation verbessern?

Diese Frage stellten wir im Klub zwei sehr klugen Gästen – ihre Antworten gibt es hier zu sehen.