Wie Mainstream bist du?

Auf der Suche nach dem Mainstream bin ich zwischen Zara, H&M und Starbucks in einer typisch deutschen Fußgängerzone gelandet – und im durchschnittsdeutschen Jugendzimmer, das die Werbeagentur Jung von Matt nachgebaut hat. Wenn einer wissen muss, wie der Mainstream gemacht wird, dann doch wohl die!

Der Klub Konkret – inklusive meines ziemlich aufregenden nächtlichen Ausflugs in die Großraumdisko “Imperio” – läuft heute Abend um 20.15 und 22.15 Uhr auf EinsPlus.

Nobody Walks

Nobody Walks

„Sometimes there’s a person who you know looks right.“

Früüüühling! Endlich brechen die ersten Sonnenstrahlen aus dem Himmel und Krokusse aus dem Boden, alle Welt beginnt wieder, zu flirten und zu turteln – da kommt eine so unaufgeregt aufregende Geschichte wie „Nobody Walks“ gerade recht.

Der Film beschreibt das komplexe Beziehungsgeflecht rund um eine junge Familie in Los Angeles, das binnen eines Sommers komplett auf den Kopf gestellt wird. Schuld daran ist Martine. Die Kunststudentin ist für ein paar Wochen zu Besuch, um gemeinsam mit Peter, dem Familienvater und Sound Designer, an der Vertonung ihres Experimentalfilms zu arbeiten. Peter tut damit seiner Frau einen Gefallen – und am Ende genau das Gegenteil.

Ich habe mal versucht, mir das aufzuzeichnen, und am besten fängt man beim Italienischlehrer von Peters pubertierender Tochter Kolt an. Der steht nämlich auf seine Schülerin, die wiederum auf den Assistenten ihres Vaters steht, der aber doch in Martine verliebt ist, die sich an Peter ranmacht, der sie dann auch toll findet, aber ja auch noch seine Frau hat, die den Hausgast ebenfalls attraktiv findet, aber nebenbei noch in eine merkwürdige Geschichte mit einem ihrer Patienten verwickelt ist. Alles klar?!

Das Tolle ist: Im Film wird das gar nicht zu viel. Da wirkt das nicht mal plump, im Gegenteil. Es ist eine latente Sinnlichkeit, die über dem Film liegt, ein bisschen wie in „Last Night“ vielleicht oder „A Single Man“, dessen Bilder ebenso geprägt sind von großen Fensterfronten und der faszinierenden Westküstenvegetation. Der starke Fokus auf den Ton, die Geräusche, an denen Martine und Peter arbeiten, unterstreicht die subtile Erotik zusätzlich. Und das, obwohl es eigentlich eine ziemlich leise Geschichte ist.

Denn die Protagonisten reden kein Wort zu viel miteinander und doch genug, um überraschend komplexe Charaktere abzubilden. Es sind so gute Dialoge, so eine schöne Dramaturgie, dass man am Ende kein bisschen überrascht ist, als Lena Dunhams Name im Abspann auftaucht. Die junge New Yorker Autorin, die inzwischen mit „Girls“ ihren Durchbruch feiert, hat das Drehbuch zusammen mit Regisseurin Ry Russo-Young verfasst.

Bestimmt war sie auch nicht unbeteiligt an der Auswahl der Schauspieler, die ein toller Querschnitt des amerikanischen Arthouse-Kinos sind. Olivia Thirlby ist wirklich ziemlich heiß und Rosemarie Dewitt kann ich gar nicht genug sehen (zum Weitergucken empfehle ich deshalb dringend das Drama „Your Sister’s Sister“). John Krasinski war schon in „Away We Go“ ein guter, nicht zu leichtfüßiger Vater. Und was aus seiner poetischen Tochter India Ennenga wird, wenn sie erst groß ist… ach, genug davon. Schaut euch diesen Film an! Er lief schon 2012 in den USA und wird wohl nicht so schnell auf deutsche Leinwände kommen, aber es gibt ja Mittel und Wege. Ich verspreche: Sie lohnen sich.

Warum machen Chips süchtig? Ich spiele Mäuschen im Lebensmittellabor

Es ist von allem zu viel drin: Salz, Zucker, Fett und noch dazu lauter Zeugs, von dem man gar nicht so genau weiß, was es überhaupt ist. Trotzdem kann man Junkfood manchmal einfach nicht widerstehen. Warum machen Chips süchtig? Das habe ich mir von Prof. Grune erklären lassen – beim “Western Diet”-Picknick im Labor der Uni Jena.

Die komplette Sendung gibt es hier.

Küchenstolz: Selbstgemachte Kartoffelchips

Endlich gab es mal Catering im Klub Konkret! Bei der Ernährungssendung hat unser Gast Hendrik Haase in der engen Klubküche selbst Chips gemacht – und damit alle vom Hocker gehauen. Deswegen kommt jetzt hier seine ausführliche Anleitung. Aber Vorsicht: Diese Chips machen mindestens genauso süchtig wie die der Industrie!

Küchenstolz: Selbstgemachte Kartoffelchips  Küchenstolz: Selbstgemachte Kartoffelchips

Selbstgemachte Kartoffelchips

Zutaten:
Festkochende Kartoffeln
Pflanzenfett zum Frittieren
Grobes Salz und weitere Gewürze

Ich mag es, wenn meine hausgemachten Chips schön bunt sind, das heißt, wenn es unterschiedliche Kartoffelsorten und –farben sind, die sich in der Schüssel mischen. Von gelb über rosa bis violett; ob nun Linda, Ditta, Bamberger Hörnla, blaue Schweden (alles Kartoffelsorten!) bleibt jedem selbst überlassen. Die beste Sorten und Farbenvielfalt findet sich auf dem Wochenmarkt. Ins heiße Fett darf alles, was festkochend ist.

Die Kartoffeln brauchen, wenn sie aus biologischem Anbau kommen, nicht geschält zu werden, sondern können einfach, gut gewaschen, mit Schale verwendet werden. Bei Kartoffeln aus konventionellem Anbau empfehle ich das Schälen.

Nun kommt ein einfacher Gemüsehobel – diese viereckigen Dinger, mit denen man auch Möhrensalat raspeln kann – zum Einsatz. Alternativ kann man auch mit dem Sparschäler die Kartoffeln in kleine Scheibchen verwandeln. Im Handel gibt es auch sogenannte Gurkenhobel oder Trüffelhobel, mit denen sich besonders gut dünne Scheibchen aus den Erdäpfeln machen lassen.

Jetzt heißt es Stärke abwaschen. Das ist wichtig, da die Chips sonst nicht knusprig, sondern labbrig werden. Die rohen Kartoffelscheiben kommen dafür in eine Schüssel mit Leitungswasser oder direkt in die wassergefüllte Spüle. Ein, zwei Mal umgerührt wäscht sich die Stärke von der Oberfläche der Kartoffeln ab. Wenn das Wasser sehr trüb ist, sollte diese „Wäsche“ wiederholt werden, bis das Wasser klar ist.
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Zeig mir deinen Kühlschrank und ich sage dir, wer du bist

Meinen Kühlschrank darf man eigentlich niemandem zeigen: Bachelorbedingt ist da gerade nichts drin außer einem Becher Joghurt, dem obligatorischen Backup-Pesto und einer Wildsalami von Opa. Umso mehr habe ich mich gefreut, als gleich mehrere Münchner WGs bereit waren, mich einen Blick in ihre Küchen werfen zu lassen. Von abgelaufenen Tiefkühlburgern bis zur Biokiste war so ziemlich alles dabei. Und einen neuen Redaktionscrush haben wir jetzt auch…

Die komplette Sendung gibt es bei YouTube zu sehen.