Küchenstolz: Pulled Pork mit der Kitchen Guerilla (mit Verlosung!)

Es gab auch Gemüse! Im mobilen Biergarten der Kitchen Guerilla

Als ich neulich die Geschichte der beiden „Vegetoonists“ Laurie und Ty aufschrieb, ahnte ich noch nicht, wie bald ich wieder Pulled Pork essen würde. Keine Woche später fand ich mich an einer langen Tafel in der Berliner Rummelsburg wieder, mit Spreegeplätscher im Hintergrund und Grillduft in der Nase. Die Kitchen Guerilla hatte hier für einen Abend ihren Mobilen Biergarten errichtet.

Olaf, Onur, Koral und ihre Kumpels bauen Küchen auf und bringen Menschen zusammen – an den ungewöhnlichsten Orten, mit den nettesten Leuten. Sie stehen nicht auf Schäumchen und Schi Schi, sondern machen lieber was Handfestes: Fleisch. Ich bewundere das, denn für mich ist die Zubereitung von Fleisch eine kulinarische Königsdisziplin. Man braucht dafür eine gute Ausrüstung, Zeit, Geduld und vor allem: Gefühl. Wer das alles hat, wagt sich vielleicht an das Rezept für Pulled Pork heran, das ich Onur nach dem zweiten oder dritten Fass Bier abschwatzen konnte.

So muss das aussehen: Nach mehreren Stunden im Smoker lässt sich das Fleisch ganz leicht zerrupfen   Pulled Pork Burger

Pulled Pork

Zutaten (für 10 Personen):

Schweinebraten mit Knochen (ca. 2 kg und mit max. 1 cm Fettschicht)

Für den Rub
80 g brauner Zucker
150 g grobes Meersalz
80 g frisch gemahlener Pfeffer
80 g Edelsüß Paprikapulver, geräuchert
50 g Cumin
30 g Knoblauchpulver
30 g gemahlene Koriandersamen

Außerdem
Smoker Grill
Eichenholz Chips
BBQ-Soße
10 frische Sauerteigbrötchen

Die Fettschicht vom Braten größtenteils entfernen, das Fleisch mit dem Rub einreiben und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Am nächsten Tag das Fleisch eine halbe Stunde vor dem Smoken aus dem Kühlschrank nehmen und währenddessen den Smoker für indirekte und auf schwache Hitze (ca. 120°C) vorbereiten. Danach zwei Holzchips auf die Glut legen, den Braten in einem Ofenblech auf den Rost legen und den Deckel zumachen. Dabei die Temperatur im Auge behalten und alle zwei Stunden neue Holzchips auf die Glut legen. Nach etwa fünf Stunden die Kerntemperatur überprüfen – wenn sie bereits 70°C beträgt, den Braten mit Alufolie abwickeln und bei 80°C weitere drei Stunden niedergaren, bis die Kerntemperatur bei 85°C liegt. Danach den Braten aus dem Smoker nehmen und etwa eine Stunden ruhen lassen.

Anschließend kann der Braten einfach mit der Hand gezupft und mit der BBQ-Sauce und vielleicht etwas Salat (Cole Slaw!) in einem saftigen Sauerteigbrötchen serviert werden.

Ein herrlich geselliger Sommerabend im mobilen Biergarten der Kitchen Guerilla

Verlosung

Falls euch jetzt das Wasser im Mund zusammenläuft: Die Kitchen Guerilla baut ihren Mobilen Biergarten diesen Sommer noch zwei weitere Male auf. Ihre Grills und Bierfässer rollen am 7. August in Leipzig und am 27. August in Hamburg an. Ich verlose 1 x 2 Eintrittskarten für die Stadt eurer Wahl – ihr müsst lediglich bis zum 4. August diesen Eintrag kommentieren und eine gültige E-Mailadresse hinterlassen. Viel Glück!

Save the Date: Urban Journalism Salon #1 am 1. August

Urban Journalism Salon #1

Am 1. August starten wir ein Experiment: Wir holen Journalismus auf die Bühne. Die Idee dazu hatten Mark Heywinkel, Rabea Edel und Jens Twiehaus. Die drei sind Kollegen von mir und gelangweilt von der Auffassung, dass Journalismus nur auf dem Papier oder Bildschirm stattfinden kann. In dem (ziemlich h**en) Berliner Projektraum Lehrter Siebzehn geben sie deshalb jungen und innovativen Kollegen die Chance, ihre Texte, Recherchen und Projekte einmal ganz anders darzustellen. Ein „lebendiges Magazin“ nennen sie das und ich freue mich riesig, dass ich den Abend moderieren darf.

Vor allem, weil unter den Gästen einige sehr gute Freunde sind: Thilo Kasper wird eine interaktive Infografik bauen, die Crowdspondents Lisa und Steffi legen extra für uns einen Zwischenstopp in der Hauptstadt ein, um von ihrer Deutschlandreise zu erzählen, Hanno Hauenstein ist gerade aus Israel zurückgekehrt und bringt uns von dort eine Reportage mit. Teresa Bücker wird live für ihr Online-Magazin Edition F produzieren und die Redaktion vom Missy Magazin anschließend für Abkühlung sorgen. Wie? Das seht ihr erst, wenn ihr kommt.

Denn unser größter Wunsch für diesen Abend ist, dass es nicht noch eine von diesen selbstreflexiven Medien-Filter-Bubble-Veranstaltungen wird. Ihr seid keine Journalisten? Ihr macht nichts mit Medien? Sehr gut! Kommt am Freitag um 20 Uhr ins Lehrter Siebzehn und freut euch auf gute Geschichten, gute Unterhaltung und im Anschluss hoffentlich eine richtig gute Party.

Hier gehts zum Facebook Event: Urban Journalism Salon #1. Ich freu mich auf euch! (Und natürlich auch auf jeden Kollegen, der Lust hat…)

Hillsborough, North Carolina: Poo Kitty Farm

Seit fünf Jahren experimentieren Laurie und Ty auf ihrer Farm mit Biolandwirtschaft – von Obst- und Gemüseanbau über Hühnerhaltung bis hin zu kandierten Blüten probieren sie alles aus. Mitte April schauen gerade einmal die ersten Knospen aus dem Boden, und Ozzy, die Gans, ist krank. Während Laurie sie in den Stall bringt und die letzten Eier einsammelt (sie kann anhand der Farbe erkennen, von welchem Huhn sie stammen), führt uns Ty herunter zum ehemaligen Mühlstein. Er hat recherchiert, dass die Mauerreste hier noch aus Sklavenzeiten stammen müssen.

Auf ihrer Terrasse servieren die beiden ein typisches Südstaatenessen: Es gibt Hushpuppies, Pickles, Bohnen und Cole Slaw – und Pulled Pork, Schweinebraten, der so lang gegart wird, dass er ganz zart ist und zerfällt. Dabei ernähren Laurie und Ty sich eigentlich vegetarisch. „Wir sind Vegetoonists“, schmunzelt Ty. „Du weißt schon, wie im Cartoon: Da passiert den Figuren irgendwas richtig Schlimmes, sie fallen von einer Klippe oder laufen gegen einen Baum, aber im nächsten Moment sind sie wieder okay. Ein bisschen Pulled Pork ab und zu ist okay.“

Charleston, South Carolina: Über Blumenkästen als Gedanken-Souvenirs

In Charleston mutierte ich zur Spießerin. Auf einmal wollte ich bloß noch Mann, Kinder und einen Hund, den ich morgens durch den Waterfront Park spazieren führen könnte. Natürlich würden wir in einem dieser wunderschönen Häuser wohnen, dessen Blumenkästen ich mit jeder Saison neu bepflanzte – und im Hintergrund liefe Norah Jones in der Dauerschleife…

Woher kam bloß plötzlich diese Sehnsucht nach Sesshaftigkeit?

Charleston war die erste Stadt in Amerika, die preservation laws eingeführt und so die Architektur der Kolonialzeit erhalten hat. Vielleicht habe ich mich dort deshalb gleich so wohl gefühlt, weil es zum ersten Mal seit meinen Kulturschock-Momenten wieder ein bisschen europäisch zuging. Jedenfalls konnte ich mich gar nicht satt sehen an den schmalen Häusern mit Gasflammen neben den Fensterläden und schmiedeeisernen Toren zu englisch anmutenden Vorgärten.

Irgendwann will ich auch mal so einen Garten haben. Aber doch nicht genau dann, wenn ich mich eigentlich gerade zu einem vierwöchigen Roadtrip-Abenteuer aufmache!

Unterwegs in South Carolina ist mir wieder einmal klar geworden, dass Reisen sich ganz wunderbar eignet, um Inspiration dafür zu sammeln, wie man selbst leben will. Ich weiß zum Beispiel, dass ich irgendwann wieder meinen Joghurt selber machen möchte, wie damals im Château, dass ich gern am Wasser leben würde, wie in Helsinki, und dass ich, wenns richtig gut läuft, irgendwann einen Balkon oder gar eine Veranda mit einem Südstaatenschaukelstuhl haben werde.

Diese Gedanken sind meine Souvenirs geworden. Materielles habe ich kaum mitgebracht von meiner Reise – das würde ja eh nur in den Umzugskisten landen, die bei meinen Eltern im Keller stehen. Und wer weiß, wann ich die endlich wieder auspacke? Wahrscheinlich gehen bis dahin noch viel Zeit, Flugmeilen und Kulturschock-Momente ins Land.

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Was tun in Charleston? Spazieren gehen. Spazieren gehen. Spazieren gehen. Im Peanut Shop in der Market Street durch die Probierdosen futtern und nebenan den singenden Eisverkäufern zuhören. Eine der alten Plantagen besuchen. Einen Vormittag mit einem guten Buch im Black Tap Coffee Shop verbringen. Dem „Farm to Table“-Trend im Two Boroughs Larder frönen.

Duke University Campus, North Carolina: Die Blase

Kosten für ein Jahr Jahr Studium an der Duke University: $61.404
US-Durchschnittseinkommen : $48.872
Anteil der Duke-Studenten, die kein financial aid erhalten: 53 Prozent