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Küchenstolz: Mustikkapullat

Würde man eine Karte von Europa so gestalten wie das für die jeweilige Region typische Gebäck, dann wäre der Süden wohl mit Zucker überzogen. Frankreich hätte eine zarte, zerbrechliche Oberfläche, wie die eines Macaron oder einer Crème brûlée. Deutschland wäre voller Streusel und Großbritannien mit Ingwer gewürzt. Und Finnland? Finnland würde zunächst einmal ganz herrlich duften. Es ist dieser ganz bestimmte Hefeteiggeruch, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt – aber da ist noch irgendetwas anderes, eine geheime Zutat, die skandinavisches Gebäck besonders macht.

Es war meine Gastschwester Ella, die mir das Geheimnis verriet. Als wir vom Beeren Sammeln zurückkamen, verkündete sie, dass wir unsere üppige Ausbeute schließlich auch irgendwie verwerten müssten. Dank ihr kann ich jetzt mein allerliebstes Finnland-Souvenir an euch weitergeben: das Rezept für Mustikkapullat, die sehr skandinavischen, sehr leckeren Heidelbeerteilchen. Inklusive der rätselhaften Zutat: Kardamom! Oder „Kardemumma“, wie der Finne sagt.

Küchenstolz!
Mustikkapullat

Mustikkapullat

Zutaten:
250 ml Milch
1 Tütchen Trockenhefe
½ TL Salz
1 EL gemahlener Kardamom
65 g Zucker
2 Ei
500 g Mehl
75 g Margarine
330 g Beeren
evtl. noch mehr Zucker

Zunächst Mehl und Hefe mischen. Die Milch vorsichtig erwärmen und dann Salz, Kardamom, Zucker und ein Ei zugeben. Die Hälfte der Mehlmischung einrühren und anschließend die Margarine in kleinen Portionen dazugeben. Nun den Rest des Mehls unterrühren und alles ausgiebig verkneten, bis ein glatter Teig entsteht. Eventuell braucht man dazu noch etwas mehr Mehl, das einfach eingeknetet wird. Den Teig abdecken und an einem warmen Ort mindestens 30 Minuten gehen lassen. Anschließend in etwa 20 Kugeln teilen und diese noch einmal 30 Minuten abgedeckt gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Ofen auf 175 Grad vorheizen, die Beeren nach Belieben zuckern und das zweite Ei aufschlagen. Dann in der Mitte der Kugeln jeweils eine große Kuhle formen (Ella hat dazu ein Trinkglas benutzt) und üppig mit Beeren füllen. Aufpassen, dass der Rand dick genug ist, damit sie nicht rauskullern! Abschließend noch den Rand mit Ei bestreichen, bevor die Pullat für zwölf bis 15 Minuten in den Ofen kommen. Der Finne serviert sie am liebsten noch warm und mit einem frischen Glas Milch.