Endlich gab es mal Catering im Klub Konkret! Bei der Ernährungssendung hat unser Gast Hendrik Haase in der engen Klubküche selbst Chips gemacht – und damit alle vom Hocker gehauen. Deswegen kommt jetzt hier seine ausführliche Anleitung. Aber Vorsicht: Diese Chips machen mindestens genauso süchtig wie die der Industrie!

Küchenstolz: Selbstgemachte Kartoffelchips
Küchenstolz: Selbstgemachte Kartoffelchips

Selbstgemachte Kartoffelchips

Zutaten:
Festkochende Kartoffeln
Pflanzenfett zum Frittieren
Grobes Salz und weitere Gewürze

Ich mag es, wenn meine hausgemachten Chips schön bunt sind, das heißt, wenn es unterschiedliche Kartoffelsorten und –farben sind, die sich in der Schüssel mischen. Von gelb über rosa bis violett; ob nun Linda, Ditta, Bamberger Hörnla, blaue Schweden (alles Kartoffelsorten!) bleibt jedem selbst überlassen. Die beste Sorten und Farbenvielfalt findet sich auf dem Wochenmarkt. Ins heiße Fett darf alles, was festkochend ist.

Die Kartoffeln brauchen, wenn sie aus biologischem Anbau kommen, nicht geschält zu werden, sondern können einfach, gut gewaschen, mit Schale verwendet werden. Bei Kartoffeln aus konventionellem Anbau empfehle ich das Schälen.

Nun kommt ein einfacher Gemüsehobel – diese viereckigen Dinger, mit denen man auch Möhrensalat raspeln kann – zum Einsatz. Alternativ kann man auch mit dem Sparschäler die Kartoffeln in kleine Scheibchen verwandeln. Im Handel gibt es auch sogenannte Gurkenhobel oder Trüffelhobel, mit denen sich besonders gut dünne Scheibchen aus den Erdäpfeln machen lassen.

Jetzt heißt es Stärke abwaschen. Das ist wichtig, da die Chips sonst nicht knusprig, sondern labbrig werden. Die rohen Kartoffelscheiben kommen dafür in eine Schüssel mit Leitungswasser oder direkt in die wassergefüllte Spüle. Ein, zwei Mal umgerührt wäscht sich die Stärke von der Oberfläche der Kartoffeln ab. Wenn das Wasser sehr trüb ist, sollte diese „Wäsche“ wiederholt werden, bis das Wasser klar ist.

Küchenstolz: Selbstgemachte Kartoffelchips
Küchenstolz: Selbstgemachte Kartoffelchips

Danach müssen die Kartoffelscheiben abgetrocknet werden. Dazu eigenen sich zwei Geschirrhandtücher. Dabei darf man die Kartoffeln ruhig drücken und rubbeln. Sie sollten nach dem Trocknen nicht mehr nassfeucht sein, sondern schön trocken.

Jetzt kann die Fritteuse auf 180 Grad erhitzt werden. Alternativ kann man auch in einem Topf frittieren – hierbei nur aufpassen, dass das Fett nicht zu hoch eingefüllt wird (ein Drittel des Topfes, sonst kocht es über) und es beim Erhitzen nicht zu heiß wird. Wer im Topf frittiert, sollte sich vorher ein Back- und Bratthermometer besorgen.

Sobald das Fett heiß ist, können die Kartoffelscheiben ins Fett getan werden. Am besten nicht alle auf einmal, sondern schnell hintereinander reingeschnippst, damit sie später nicht aneinanderkleben.

Fertig sind die Kartoffelchips, wenn sie aufgeplustert und leicht gebräunt sind. Dann heißt es raus aus dem Fett (mit einem Sieb oder der Schaumkelle herausgefischt) und leicht abgetropft. Überschüssiges Fett nimmt am besten ein Küchentuch auf, dass man in die Schüssel unter die Chips legt.

Würzen kann man jetzt nach Belieben. Salz sollte direkt auf die noch glänzenden Chips gestreut werden, so haftet es besonders gut. Ich nehme dafür gerne Saline- oder Meersalz, das etwas gröber ist. Danach steht jedem die Gewürzpalette offen: Etwas frisch gemahlener Pfeffer (schwarzer Pfeffer) reicht manchen schon. Toll machen sich auch Curry oder Paprikapulver. Und Englisch wird es, wenn man die Chips zusätzlich mit etwas Essig aus einer Sprühflasche bestäubt.

Jetzt nur noch die Schüssel etwas durchschütteln, kurz abschmecken, ob genug Salz drauf ist, und frisch serviert – denn selbst gemachte Chips schmecken am besten frisch gemacht und noch warm geknuspert.