Druckfrisch

Liebe Facebook-Freunde, es reicht! “Sebastian checked in at Paris Airport”, “Unterwegs nach Singapur.”, “Endlich in Cape Town!” Ständig spammt ihr mich mit euren internationalen Aufenthaltsorten voll. Dabei ist es echt unwahrscheinlich, dass einer eurer 400 Freunde zufällig auch gerade in “New York City” eingecheckt hat. Der einzige Zweck, den dieses Status-Update hat, ist, mir als Daheimgebliebener unter die Nase zu reiben, dass eurer Leben viel aufregender ist als meins. Dieses Kosmopolitengeprolle nervt!

Liebe Lena, sieben Jahre waren wir Sitznachbarn im Lateinunterricht, haben Grammatik gepaukt und den Stowasser gewälzt. Wir hingen in der Turnhalle zusammen am Reck und verzweifelten in Mathe an der Vektrorrechnung. Wir haben geflucht – und nichts davon je wieder gebraucht. Und jetzt studierst ausgerechnet du auf Lehramt.

Sorry, Mama, aber nach ein paar Tagen bei euch fängt meine Nase an zu jucken. Da ist ein Kribbeln, das stärker wird, und schließlich vergeht keine Nacht, ohne dass ich von meinem eigenen Niesen aufwache.

Lieber Herr Professor Feldmann, für dieses Semester wünsche ich mir weniger Entscheidungsfreiheit. Referat? Hausarbeit? Fallbearbeitung? Legen Sie doch mal selbst fest, wofür wir am Ende des Seminars unseren Schein kriegen!

Hallo, Frau Kreuschner, wissen Sie eigentlich, was Sie angerichtet haben, als Sie mich neulich im Treppenhaus so streng fragten, ob ich krank sei? Sie hörten mich durch die Wand so oft niesen, sagten Sie. Seitdem traue ich mich gar nichts mehr.