Klub Konkret im Stress: Woher kommt der Leistungsdruck?

Diese Folge von Klub Konkret war für mich eine sehr persönliche: Wir sind an meine Uni und zu einem G8-Gymnasium in meiner Heimatstadt gefahren, um herauszufinden, warum Schüler und Studenten heute so gestresst sind. Was macht der Leistungsdruck mit uns?

Während meine Kommilitonen und ich selbst entscheiden dürfen, wie voll unsere Stundenpläne sind, werden Schüler heute vor vollendete Tatsachen gestellt: 60-Stunden-Wochen hätten sie inzwischen, sagten die Abiturienten. Richtig platt war ich aber erst, als sie mir sagten, dass sie trotzdem nach dem Abi keine Pause machen wollen. Die Konkurrenz warte schließlich nicht.

Ich selbst kam da gerade erst aus einer Pause und dachte eigentlich, mich von Konkurrenz und Leistungsdruck ganz gut gelöst zu haben. Aber unser Gast, der Arbeitssoziologe Saša, überführte mich dann doch: „So frei bist du gar nicht!“ Warum? Das seht ihr in der ganzen Sendung.

7 Kommentare

Du willst auch was sagen?
Kommentar schreiben

  1. Christian sagt:

    Hallo Eva!

    Sehr interessant wäre gewesen, die Ansichten der Eltern dieser zwei Gymnasiasten zu erfahren. Denn – so meine Vermutung – dort werden diese strikten Vita-Ansprüche (Auszeit nach der Schule? Paah – was soll der künftige Arbeitgeber denken!?) gefördert. Im Zuge der Globalisierung haben sich natürlich jahrzehntealte Gleichgewichte verschoben und natürlich stehen wir alle heute einer veränderten Arbeits- und Berufswelt gegenüber. Es ist nichts dagegen einzuwenden, straight seinen Schul-, Ausbildungs-, Berufs- und Familienweg zu gehen – im Gegenteil: das ist heute wie damals lobenswert -, aber uns muss parallel auch erlaubt sein (und die Gesellschaft muss dies anerkennen!), über tradierte Muster kritisch zu reflektieren.

    Aus Gesprächen über das ominöse “Früher” mit meinen Eltern und Großeltern konnte und kann ich stets die klassischen Lebensentwürfe destillieren. Da reiste niemand als Au-pair nach Australien oder hütete zwischen Bachelor und Master Schafe in Neuseeland. Da trug sich auch niemand mit dem Gedanken, ob er denn burnoutgefährdet sei. Nein, es lagen Aufgaben an und diese galt es zu erledigen (wohlgemerkt: die Alternativen dessen waren überschaubar und führten über kurz oder lang zum selben Resultat). Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden, der heuer in der nunmehr fünften Generation (jedoch jetzt mit nur noch zwei Katzen anstelle von zwanzig Kühen früher) am Leben gehalten wird. Das entschleunigt ungemein, glaub mir. Und es ist eine schöne Aufgabe.

    Fünf Worte als Schlüssel? Fast. Die Gespräche mit euren Gästen im Klub und in den Einspielern haben eines gezeigt: Arbeit macht glücklich. Sofern ich für mich aus ihr einen Mehrwert generieren kann, der über die monatliche Überweisung hinausgeht. Du, ich, die Leser dieses Kommentars kennen alle das Gefühl, die Zeit um sich herum völlig zu vergessen, wenn wir in unsere liebsten Tätigkeiten vertieft sind. Wir verspüren dann keinerlei Leistungsdruck (mehr) – obwohl wir vielleicht just in diesen so wertvollen Momenten unsere bestmögliche Leistung abrufen.

    In der Tat finde ich die Diskussion zielführender, wenn wir zwischen gefühltem und tatsächlichem Leistungsdruck differenzieren. Gefühlt bekommt man heute an jeder Ecke gesagt, dass ohne Abitur und Prädikatsexamen, zwei Instrumenten, drei Fremdsprachen, vier Ehrenämtern, fünf Praktika und sechs Netzwerken der Karriere-Zug am eigenen Bahnhof nicht einmal das Tempo drosselt. Tatsächlich bekommt heute wie damals jeder mit soliden schulischen Leistungen und sozial angepasstem Verhalten (;-)) eine Ausbildungsstelle sowie einen Studienplatz. Ich meine, die Menschen sollten die Globalisierung als Chance begreifen und nicht als Bedrohung.
    Wettbewerb hält uns auch frisch und sorgt für neue Ideen. Problematisch wird es bloß, wenn Wachstum über allem steht. Wachstum als Mantra unserer Gesellschaft ist ein Irrglaube, der uns früher oder später schweißgebadet aufwachen lässt. Die Frage ist doch: Was will diese Gesellschaft? Will sie junge Menschen, die ihre Jugend nicht geniessen können, weil sie aus Angst vor den Leistungen der anderen das eigene Leben diesem Wettkampf opfern und als Folge dessen später selbst Kinder in die Welt setzen mit genau diesem beschränkten Denken? Oder will sie junge, spielerisch die Welt erkundende Menschen, die sich ernstgenommen fühlen dürfen, obwohl sie noch kein Mandarin sprechen?

    In einer Welt mit uneingeschränktem Wachstumsmantra ist zwangsläufig morgen die heute gezeigte Leistung weniger wert, weil alle eine größere Leistung erwarten. Es ist eine gefährliche Entwicklung, die aufgrund ihrer Brisanz und Reichweite von namhaften Wissenschaftlern seit Jahren (leider mit mäßigem Erfolg) thematisiert wird. Siehe Meinhard Miegel: http://www.bpb.de/apuz/139182/welches-wachstum-und-welchen-wohlstand-wollen-wir-essay?p=all

    Der enorme Erfolg von Hape Kerkelings Pilgerschmöker, deine Arbeit im Château d’Orion, die vielen Beispiele für alternatives Leben im Dorf (hier eine aufschlussreiche Geschichte aus dem SZ-Magazin dazu: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/38953), Urban Gardening … die neuerdings steuerliche Absetzbarkeit von privat genutzten Dienstfahrrädern … zeigen mir, dass es ein weitverbreitetes Bedürfnis nach Innehalten gibt. Ökologisch korrekt leben, dem Leben einen wie auch immer gearteten (aber gefühlt: guten!) Sinn geben, sich selbst verwirklichen, glücklich sein – die Zutaten für ein wohlschmeckendes Lebensgericht sind schnell beisammen.

    Wir alle (unsere Konkurrenz eingeschlossen) sollten jeden Tag einen Termin in den Kalender eintragen auf dem steht: 10 Minuten hinsetzen und darüber nachdenken, für wen ich das jetzt gerade mache. Einer Freundin gab ich vor sechs Jahren zum Geburtstag den Ratschlag, jeden Tag in den Spiegel zu schauen und sich zu fragen, ob sie mit ihrem Leben zufrieden sei. Sie brach ein halbes Jahr später ihr Lehramtsstudium (Deutsch/Geschichte) ab, begann eine Ausbildung bei der Bahn in Berlin und leitet heute ein Team von 10 Leuten. Der Leistungsdruck dort ist größer als in einer Schule, aber sie bereut den Schritt nicht und ist mir noch heute dankbar für dieses “Geschenk”.

    PS: Mein Vater träumte zeitlebens von einer Blockhütte in Kanada. Er träumte bis zu seinem 55. Lebensjahr, denn da ereilte ihn ein Herzinfarkt und alle Träume waren jäh geplatzt. Sein Tod hat mich in gewisser Weise traumatisiert, das schon, doch seitdem mein Zug wieder auf den Gleisen steht, ist der Blick aus der Scheibe nicht mehr nur auf den sich in weiter Ferne zu einem Punkt verdichtenden Schienenstrang gerichtet. Er ist jetzt soweit geschult, die Steine im Schotterbett zu betrachten. Es sind Millionen.

    PPS: Die zwei Jungs auf dem Startframe des Videos zeigen, dass trotz des Leistungsdrucks noch Freundschaften heranwachsen. Ich bin zuversichtlich. :-)

    • Eva sagt:

      Hallo Christian!

      Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die vielen schlauen Gedanken. Dem meisten habe ich schlicht nichts hinzuzufügen.

      Über den Punkt mit den Eltern habe ich während der Vorbereitung auch sehr viel nachgedacht. Ich glaube nicht, dass sie der alleinige Ausgangspunkt sind – obwohl sicher stimmt, was du sagst, und viele von ihnen es einfach nicht anders kennen als dass man seinen Abschluss macht und dann gefälligst einen möglichst gut bezahlten und sicheren Job annimmt. Inzwischen habe ich aber das Gefühl, dass viele Eltern auch einfach eine Angst weitergeben, die von Wirtschaft und Medien geschürt wird. In der Presse liest man doch so oft von den angeblich “knappen Arbeitsplätzen für Geisteswissenschaftler”, und wie viele Jahre in Folge fürchten sich jetzt schon alle vor den ach so bösen Doppeljahrgängen, die den Arbeitsmarkt dann gleich doppelt überschwemmen?

      Zudem ist die Berufswahlfrage heute in der Schule so präsent, dass die Schüler – zumindest die, die ich kenne – heute sehr unruhig werden, wenn sie ein halbes Jahr vor dem Abi noch nicht wissen, was sie werden wollen. Aber anstatt erstmal ein paar Dinge auszuprobieren, zu reisen oder irgendwie anders zu suchen, können sich viele von ihnen nur beruhigen, indem sie eben doch schon eine Entscheidung treffen und so die sie überfordernde Anzahl der Möglichkeiten einschränken. Ich kann das gut verstehen, und doch frage ich mich manchmal, ob man sie nicht auch irgendwie anders beruhigen könnte.

  2. Christian sagt:

    Ich möchte keinesfalls in Anbetracht der Diskussion um die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa hier unkritisch die unbegrenzten Möglichkeiten loben. Denn – du hast es zu recht angesprochen – daraus entstehen neue Probleme.

    Für was entscheiden wir uns? Und welche Konsequenzen haben diese Entscheidungen? Muss ich mich als Geisteswissenschaftler etwa zwangsläufig damit abfinden, den Bruchteil eines Ingenieurgehalts in der Lohntüte vorzufinden? Muss ich mich als Hebamme etwa zwangsläufig damit abfinden, Unsummen für meine Versicherung zahlen zu müssen? Muss ich als Berufseinsteiger befristete Verträge schon als Geschenk akzeptieren?

    Die Zahlen der ILO-Studie (http://www.ilo.org/global/about-the-ilo/newsroom/news/WCMS_188797/lang–en/index.htm) sind erschreckend und verheißen für die nächsten 5 Jahre leider keinen großen Optimismus hinsichtlich höherer Beschäftigungsraten in den gezeigten Regionen. Insofern stimme ich deinen im ersten Kommentar eingangs erwähnten Gymnasiasten zu, wenn sie schnell eine Stelle ergattern möchten. Klar, Zuwanderung sorgt gewissermaßen für eine erhöhte Konkurrenz. Aber über welche Zahlen reden wir hier eigentlich? Und beschränkt sich die Zuwanderung allein auf junge Menschen, die etwa jetzt aus Spanien gen Deutschland migrieren? Keinesfalls sind diese jungen Menschen eine – wie von manchen Medien beschrien – Gefahr. Ganz im Gegenteil: Sie sind eine Chance.

    Und seien wir ehrlich: Der Wunsch, auszuwandern, ist nicht selten die Konsequenz eines jahrelangen Ringens um die berufliche Zukunft im Heimatland. Auch die jungen Menschen – obwohl das am Stammtisch nicht so wahrgenommen wird – möchten mehrheitlich ihrer Heimat treu bleiben. Dort sprechen sie die Sprache, dort haben sie ihre Familien, dort leben ihre Freunde. Wir hatten vor einigen Jahren die leidige Diskussion um – in meinen Augen ein Unwort des Jahres – sog. “Computer-Inder”. Damals wurden indische IT-Fachkräfte angeworben, um der deutschen Wirtschaft unter die Arme zu greifen (in Indien werden jedes Jahr über 150.000 Absolventen technischer Studiengänge auf den Arbeitsmarkt entlassen). Gerhard Schröder führte im Jahr 2000 die “Green-Card” ein und ermöglichte damit max. 20.000 ausländischen Spezialisten, für bis zu 5 Jahre hier zu arbeiten. Bis Ende 2003 hatten 15.700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Arbeitserlaubnis erhalten.

    Die Konkurrenz besteht folglich auch zwischen Staaten, sind Staaten doch gleichfalls globale Player im Ringen um Ideen, Marktanteile, Rohstoffe, Wachstum. Mit dem Anwerben von ausländischen Spitzenkräften können Medien prima ganze Sendungen bestreiten, der Polarisierungseffekt ist nämlich sehr groß. Dabei ist an diesem Prozedere nichts Ungewöhnliches – im Gegenteil: Es war schon bei unseren Altvorderen aktuell. Bloß die Dimensionen haben sich verändert. Und die Berichterstattung darüber.

    So gab es bereits im 19. Jahrhundert im Zuge der westeuropäischen Industrialisierung wellenartige Wanderungsbewegungen, die dazu führten, dass etwa um 1850 in Frankreich 500.000 “Fremde” lebten. Im Deutschen Reich lag die Zahl der ausländischen Beschäftigten in Landwirtschaft, Bergbau, Industrie und Bauwesen um 1910 bei knapp 1.000.000.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zunächst nur wenige ausländische Erwerbstätige in die BRD (1960 waren etwa 300.000 ausländische Erwerbstätige registriert). Erst nach dem Wegfall der Zuwanderung aus der DDR durch den Bau der Berliner Mauer stieg die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen rasch an und erreichte zu Beginn der Rezession 1966/67 mit über 1.000.000 einen ersten Höhepunkt. Diese Rezession zeigte zum einen, dass ausländische Erwerbstätige auf besonders konjunkturanfälligen Arbeitsplätzen beschäftigt waren (siehe später die “Computer-Inder”), und machte zum anderen deutlich, dass ausländische Erwerbstätige über die Pufferfunktion hinaus notwendig waren für Arbeiten, für die deutsche Arbeitnehmer trotz zunehmender Arbeitslosigkeit nicht mehr zu gewinnen waren (Stichwort: Bau- und Erntehelfer). Nach der schnellen Überwindung der Rezession stieg die Zahl ausländischer Erwerbstätiger wieder stark an und erreichte 1973 (im Jahr des Anwerbestopps) mit fast 2,6 Millionen einen weiteren Höhepunkt.

    1969 waren noch 38 % der im Bundesgebiet lebenden Ausländer neu zugewandert; 1992 waren es nur noch 12 % und 2000 nur noch 5 %; mehr als 20 % aller Ausländer sind bereits in Deutschland geboren. Durch Familiennachzug und Heranwachsen der zweiten und dritten Generation haben sich die Gruppenstrukturen ausländischer und deutscher Erwerbstätiger in wesentlichen Merkmalen angenähert, z.B. hinsichtlich Altersstruktur und Erwerbsverhalten.

    [PS: Das wär doch auch mal ein spannendes "Klub-Thema": Junge Deutsche, die auswandern. Warum tun sie das?]

    Übrigens: Die EU-”Blue Card” brachte von August bis November 2012 laut der Statistik des Bundesamtes 1.600 Menschen nach Deutschland – viel weniger als erwartet. Hochschulabsolventen aus Staaten außerhalb der EU können sie erwerben, wenn sie hier einen Arbeitsvertrag mit einem Gehalt von mindestens 44.800 Euro im Jahr erhalten (in bestimmten Branchen – Ärzte zum Beispiel – liegt diese Schwelle niedriger.)

    Kurzum: Vor flächendeckender Konkurrenz aus dem Ausland braucht niemand sich zu fürchten. Die von manchen geforderte Jobgarantie (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-will-beschaeftigungsgarantie-fuer-jugendliche-a-870559.html) wird es indes ebensowenig geben. Was soll man also als junger Mensch tun? Wie verhält man sich richtig? Nun, wenn ich hierfür das Rezept hätte … würde ich die Regierung beraten. Bei aller teilweise berechtigten Unsicherheit – die Zukunft ist per se unsicher; das liegt in der Natur der Sache.

    Ich finde es deshalb wichtig, dass Eltern, Freunde, Verwandte, Lehrer, Dozenten und Ausbilder sich auf die Stärken – auf das Aufspüren der Stärken! – der jungen Menschen konzentrieren und sie in diesem (Selbst)Findungsprozess aktiv unterstützen. Aktiv bedeutet bspw. die Förderung eines Auslandssemesters; eines Auslandsschuljahres; einer selbst gesuchten Freizeitbeschäftigung; eines Praktikums in einer Branche, die man persönlich möglicherweise nicht gewählt hätte, die dem Kind aber anscheinend Spaß macht und ihm neue Einsichten vermittelt. Aktiv bedeutet auch, selbst nicht stehenzubleiben. Kinder orientieren sich nach wie vor an ihren Eltern (auch nach dem 20. Lebensjahr – obwohl das viele K. nicht bewusst sehen wollen :-)), deshalb sind auch die Eltern in die Pflicht genommen, Ängste zu mildern, oder, wo berechtigt, Ängste zu teilen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

    Die Gesellschaft ist gefordert, Menschen mit abgebrochener Ausbildung oder einem zweiten Studienanlauf nicht auszugrenzen und als Versager abzustempeln. Will die Gesellschaft Roboter oder will sie Menschen, die suchen, Fehler machen, Fehler korrigieren, glücklich sind?!

    Die Politiker sind gefordert, ihr kurzfristiges und am Legislaturzyklus ausgerichtetes Denken auf längerfristige Entwicklungen hin auszurichten. Wie leben die jungen Menschen von heute in 50 Jahren? Welche Veränderungen der Arbeitswelt stehen uns bevor, welche Qualifikationen werden zukünftig von Interesse sein, welche werden obsolet? Zu welchen Gunsten verschiebt sich das Verhältnis Generalist vs. Spezialist?

    Zuletzt und zuerst gleichermaßen sind selbstverständlich wir selbst gefordert. Wir haben unsere Zukunft in den Händen – Wirtschaftskrise hin oder her. Wir sind – auch wenn das nirgendwo als Gesetz fixiert ist – verpflichtet, uns in der Gesellschaft, in der wir leben, zu engagieren. Als Leuchttürme dürfen uns dabei nicht primär die Chefs von Siemens, Porsche oder VW blenden. Nein, als Leuchtturm sollten wir uns vielmehr an der Zufriedenheit unseres Bäckers an der Ecke orientieren. Ich habe schon oft mit diesem gesprochen und trotz Arbeitsbeginn um 3 Uhr ist es für ihn immer noch die größte Belohnung, seine Kunden täglich mit einem Lächeln in den Tag zu begleiten.

    So, das war jetzt der letzte lange Kommentar zu diesem Thema. Danke dir lieb für den eingeräumten Platz. ;-)

  3. Ann-Kathrin sagt:

    Eine tolle Sendung – ein Hinweis auf die Dokumentation ‘Work Hard Play Hard’ als Fußnote: https://www.youtube.com/watch?v=TE0JKY5w9rM

  4. German sagt:

    Hallo Eva, ätsch, ich habe schon ein paar Jährchen mehr Lebenserfahrung in meiner Denkbeule als wohl die meisten hier. ;-)

    Stress entsteht …

    … durch unser Bedürfnis nach Mehr. Für das gibt es eine einfache Erklärung: Wir haben so viel Hirn entwickelt, daß wir uns besser erinnern können als andere Kreaturen mit weniger Hirn. Damit schwindet der Reiz des Neuen, ein machtvoller Wohlgefühl-Lieferant.

    … Dann sind wir einfach zu viele auf einem Haufen. Eigentlich müßten wir Köpfe wie Häuser haben, um all das wahrnehmen, werten und erinnern zu können, was wichtig ist, um mit den jeweiligen Partnern unseres privaten, beruflichen, geschäftlichen und verwalteten Lebens gut zurecht zu kommen. Ein Phänomen, das sich z. B. darin bemerkbar macht, daß sich alle Gerechtigkeit wünschen, aber niemand so recht erklären kann, was damit gemeint ist. Folglich geschieht zu oft, was den jeweils Unabhängigeren gemeinsamer Aktivitäten gefällt. Und wer das akzeptieren muß, versucht bei nächster Gelegenheit zu kompensieren. Gerne aufkosten anderer … (Na ja, vielleicht tut sich ja noch was mithilfe von Computern, solange wir so kleine Köpfe haben …)

    … Das alles macht viele Mißverständnisse, jede Menge Ärger, Reibungsverluste, Frustrationen, Aggressionen und produziert Denkfehler ohne Ende. Sogar intelligente, lebenserfahrene Menschen denken mit sehr vielen Selbstäuschungen. All das zusammen stresst uns dann in großen Gemeinschaften, deren Individuen Politkern mehr Macht zuschreiben, als sie haben. Politiker können nur Gesetze und Direktiven entwickeln, die dann vor allem von rechtschaffenen Menschen beachtet werden. Was Unternehmen pleite gehen läßt, das Schuldenloch immer größer macht und immer gieriger auf den vor ihm in die Zuständigkeit der Astrophysik wachsenden Vermögensberg schielen läßt, ist das Werk sehr vieler Abgreifer, Beschei§er und Machtsauger, die unsere Justiz im Rücken haben. Weil die vielen kleinen Volksherrscher unserer Demokratie keine Ahnung haben, wie sie das Zepter richtig halten müssen …

    Hätten sie das wichtigste Bürgerrecht im Kopf, könnten sie sich sogar einen Hermelin umhängen, die Krone zurechtrücken und vom Thron aus den Untertanen in der Legislative, Exekutive und Judikative sagen, was sie zu tun und zu lassen haben … ;-) Meine Güte, wäre das herrlich! Dann wäre einiges los, was die Politik machtvoll von unten unterstützen würde. Und das würde für sehr viel weniger Stress sorgen …

2 Trackbacks

Trackback-URL

Kommentar schreiben

Schenk mir deine Worte.