Best of Weitsicht 2011

Natürlich gibt es auch in mehr als 200 Metern Entfernung beeindruckende Weitsichtmöglichkeiten. Bei der Durchsicht meiner Handyfotos ist mir aufgefallen, dass sich daraus fast ein kleiner Jahresrückblick konstruiert. Schon verrückt, wie nahezu alle Menschen den Reflex teilen, an solchen Orten erstmal still zu gucken – und dann die Kamera zu zücken… Warum wollen wir etwas festhalten, das auf dem Foto nie so eindrucksvoll wirken wird wie just in diesem Moment?

Silvester über den Dächern von HamburgSilvester über den Dächern von Hamburg

Zwischen den Gipfeln von ÖsterreichZwischen den Gipfeln von Österreich

Frühling im BéarnFrühling im Béarn (Foto von Lorna)

Zu Besuch bei OpaZu Besuch bei Opa

Unterwegs mit JungsUnterwegs mit Jungs

Die guten Momente muss man teilenDie guten Momente muss man teilen

Am Rand von AachenAm Rand von Aachen

Jardin du LuxembourgJardin du Luxembourg

TunisIrgendwo in Tunis

7 Kommentare

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  1. Anna sagt:

    Ha! In Kulturphilosophie doch was gelernt:
    Interpassivität nach Robert Pfaller – Menschen deligieren ihre Gefühle an ein Objekt, zum Beispiel den Fotoapparat um vor dem “Genuß” zu fliehen. Man erfährt die Empfindung nicht selbst, sondern verschiebt sie und überlasst es – zum Beispiel – dem Fotoapparat.

    • Eva sagt:

      Ahhh, interessant – und schön, so schlaue Leser zu haben ;) Aber sagt Pfaller auch, warum wir dem Genuss überhaupt entfliehen wollen?

      • Anna sagt:

        hm ja, ich habe mal eben in meiner Mitschrift gelesen:
        Man flieht weil es zu anstrengend ist, man will sich nicht mit dem Kunstwerk oder Gefühl auseinander setzten müssen. Man weiß nicht wie man damit umgehen soll, vielleicht auch. Der Betrachter will sich passiv verhalten und passiver als passiv ist es ja den Ausblick nicht mal mehr betrachten zu müssen sondern die Kamera davor zu halten.
        Ein Beispiel dafür ist auch zwanghafte Interpassivität, wie beispielsweise Bibliomanie. Ich kaufe tausend Bücher aber lese sie nie, ich stelle sie in meinen Schrank oder verschenke sie. Damit habe ich einen perfekten Kompromiss gefunden aus kulturellem Interesse und einer latenten Abneigung gegen die Kultur (will die Bücher ja doch nicht lesen, aber ich kann so tun als ob ich wahnsinnig belesen bin). Man kann dann vielleicht auch nochmal mit Über-Ich und Ich beschreiben: Das Über-Ich verpflichtet mich zu kulturellen Erfahrungen und damit zur Pflicht von Lektüre. Ich selbst habe aber eigentlich gar keine Lust.
        Die Theorie geht auch noch weiter zu solchen religiösen Ritualen wie Gebetsmühlen oder auch Neurosen und Perversionen. Aber auf eine weitere Ausführung davon, habe ich jetzt keine Lust :-)

        Robert Pfaller (2002), “Die Illusion der anderen – Über das Lustprinzip in der Kultur”.

      • Nico sagt:

        Fühlte mich beim Sehen dieses Videos daran erinnert: https://vimeo.com/36086669

        “I’m not writing it down to remember it later, I am writing it down to remember it now.”

  2. Julian sagt:

    Sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bielefeld.

  3. marvin sagt:

    sehr schöne aufnahmen =). leide rist das bild “silvester über den dächern von hamburg” leicht unscharf, oder?

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