Heute und morgen kommen die letzten beiden Folgen von „Frau Kuttner und Herr Kavka“, dem neuesten Versuch von 3sat, mehr junge Zuschauer für sich zu gewinnen. Bei mir ist der allerdings völlig fehlgeschlagen.
Das Format wirkt wie ein öffentlich-rechtlicher Schnellschuss (in den Ofen): Man nehme zwei Moderatoren, die bei der Zielgruppe bekannt und beliebt sind, und ein Thema, das irgendwie jeden interessiert. Soweit gar nicht übel, aber – Geschlechterklischees? Im Ernst? Nicht nur, dass dieses Feld durch Mario Barth in den letzten Jahren einfach komplett abgegrast worden ist, es zeugt auch von der eindimensionalen Sicht, die die Produzenten auf unsere Generation haben. Da wird nicht um die Ecke gedacht, und schon gar nicht provoziert.
Männer können nicht tanzen und Frauen nicht den Mund halten? Ahso. Das Problem ist: Klischees überraschen nicht. Es macht überhaupt nichts mit mir, wenn ich zusehe, wie Sarah Kuttner mädchenhaft auf einen Boxsack einprügelt oder Markus Kavka sich als Cowboy versucht. Und mit den Moderatoren scheint es auch nichts zu machen. Dann geht der Kavka halt mal für eine Nacht in den Knast und die Kuttner ins Kloster – aber am nächsten Tag sind sie wieder raus, ohne große Emotionen, ohne irgendeine Erkenntnis.
Verbunden werden die Mini-Reportagen durch kurze Moderationssequenzen. Frau Kuttner und Herr Kavka sitzen jeweils auf ihrem Teil des Sofas und „unterhalten“ sich – das heißt, sie spulen einen Dialog ab, den Mario Barth glatt selbst geschrieben haben könnte. „Frauen können nicht Pilot sein, weil der Himmel dann rosa wäre“ – hat das wirklich gerade Sarah Kuttner gesagt?! Ich hatte gedacht, in dieser Sendung ginge es darum, Klischees zu widerlegen. Tatsächlich scheint aber genau das Gegenteil der Fall zu sein.
Deswegen tut es mir auch ausnahmsweise gar nicht Leid, dass die Sendung ein weiteres Beispiel für den öffentlich-rechtlichen Trend zur Kurzstaffel ist: Insgesamt wurden nur vier Folgen produziert. So erging es in letzter Zeit schon einigen Formaten, zum Beispiel „Weilers Welt“ (vier Folgen, 3sat, Oktober), „Uwe Wöllner wills wissen“ (sechs Folgen, RBB, Oktober – Dezember) oder auch „Entweder Broder“ (fünf Folgen, ARD, November – Dezember). Schon klar, solche neuen Konzepte wollen erst mal ausprobiert werden. Gleichzeitig wirkt das aber, als stünden die Sender nicht hinter ihren Produkten. Die werden zu merkwürdigen Zeiten versendet und sind so schnell wieder weg, dass eine feste Etablierung gar nicht möglich ist. Gut für die Senderchefs – so haben sie schon eine Ausrede dafür, dass sie keine zweite Staffel finanzieren.
Von „Frau Kuttner und Herrn Kavka“ werden wir so schnell sowieso nichts mehr sehen. Das weiß Frau Kuttner sogar selbst: „Inhaltlich ist eine Fortsetzung möglich, wenn auch schwierig. So viele Klischees, die fernsehtauglich umgesetzt werden können, gibt es gar nicht“, hat sie in einem Interview mit dem Tagesspiegel gesagt. Ich frage mich, warum ein so wenig zukunftsträchtiges Format es dann überhaupt auf den Bildschirm schafft.
Und euch frage ich: Wie findet ihr die Sendung? Und wie müsste ein TV-Format aussehen, für das ihr euch den Abend freihalten würdet?



Die Kameraführung, wenn man davon sprechen kann, hat sicher auch einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich nach fünf Minuten lieber weiter mein Geschirr gespült habe, als dort hinzugucken. Ist es denn wirklich noch immer so angesagt unmotiviert zu zoomen? Schade. Denn wie man beim Tukur-Tatort gesehen hat, helfen sehr gute Bilder manchmal auch ein bisschen über den Inhalt hinwegzusehen. Manchmal.
Generell schafft es Sarah Kuttner immer noch, mich zu begeistern. Ganz im Gegenteil zu Herrn Kafka, der in dieser Sendung langweiliger nicht hätte sein können. Ich war auch sehr enttäuscht und verwundert, dass die beiden da überhaupt mitmachen. Miese Aufnahmen, miese Inhalte, mieses Thema allgemein. Schade!
Und ein TV-Format, für das ich mir den Abend frei halte? Hurra-Vlog in 20-Minuten-Länge natürlich. ;)
Ich habe die Sendung nicht gesehen und das offenbar auch mit Recht. Mich begeistert der Sonntagabend auf WDR: Zimmer frei, Dittsche, Zeiglers Welt. Und ich ärgere mich, dass Entweder Broder zeitgleich bei der ARD ausgestrahlt wird. Auch wieder so ein Eigentor…
das waren doch mal für kurze zeit vorbilder und helden, oder?
ich hätte mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass sidekick sven, kuttner oder kavka auf einmal doch noch aufwachen und sagen… ähm leute hört zu, klischees schön und gut aber jeden scheiß muss man auch nicht mit machen… schade marmelade!
Dschooh, das stimmt, die Sonntagnacht im WDR bleibt ungeschlagen. Bis zu Zeigler habe ich aber leider noch nie durchgehalten (montags ist schließlich Uni..) – dabei sind allein schon die Teaser so genial!
Ich glaube für Zeigler muss man sich auch ein bisschen für Fußball interessieren. Die Sendung gibts aber auch bei WDR im Internet, allein die heiligen Szenen aus den Spielen werden nicht mitgesendet…
Also ich hatte mich so richtig auf die Sendung gefreut, weil vor allem die Kuttner mal meine Heldin war. Aber das, was da geboten wurde, war einfach nur total langweilig gemacht. Jetzt weiß ich, dass Kavka sich offenbar die Zeit mit Büchern vertreiben kann und das war eigentlich auch schon die große Erkenntnis…total schade, vor allem um Sarah Kuttner, aber das Format muss meiner Ansicht nach wirklich nicht fortgesetzt werden.
die show war nicht der kracher – ich find kuttners bücher um längen besser… kafka wird langsam alt und das merkt man ihm auch an…