
Am Sonntag bin ich rausgefahren nach Oberschleißheim, wo das angeblich zweitschönste Schloss von München steht. Dieses Schloss hatte sich verwandelt in die Welt von Marie Antoinette: Barock kostümierte Adlige spazierten durch die weitläufigen Parkanlagen, am Wasser entlang, wo meterhohe Fontänen in der Sonne glänzten. Altmodische Kutschen fuhren über die Schotterwege, und durch die Alleen sauste eine fürstliche Jagdgesellschaft. In den Ohren hatte ich nur das Bellen der Hundemeute und die französischen Jagdhörner, die absichtlich so kaputt klingen. Und obwohl viele Besucher zu dem Spektakel gekommen waren, störte nicht einmal ein modernes Handyklingeln diese 18. Jahrhundert-Idylle.
Es war ganz toll, und ich habe wieder lauter Dinge gelernt, die man in der Schule nicht erklärt bekommt. Übers Jagen (zum Beispiel, dass man bei einer “Schleppjagd” einer Duftspur hinterherjagt, nicht aber einem lebenden Tier, weil das bei uns verboten ist), über Kutschen (zum Beispiel, dass die Farben eine wichtige Rolle spielen – der Kutsche und der Pferde!), über Mode (zum Beispiel, dass der breite braune Rand an vielen Stiefeln und lauter andere modische Dinge ihren Ursprung in der Jagdkultur haben) und über lauter andere Dinge. Das meiste davon fällt mir jetzt schon gar nicht mehr ein, es wird übertüncht von dem allgemeinen Sommerhochgefühl, das diesen Tag prägte. Aber ich bin sicher: Bei der passenden Gelegenheit kommt alles zurück.
Ein Video vom Jagdtreiben gibts auch!







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Bis jetzt 3 Kommentare
Kathi 9. September 2009 um 2:00 Uhr
Oh toll!
Und das würde ich unglaublich gerne mal machen! Also, so eine Jagd mitreiten.
Andy 9. September 2009 um 15:56 Uhr
Das soll aber ganz schön hart sein hab ich mal gehört. Meine Reitkünste werden da schon an die Grenze kommen
Tina 9. September 2009 um 19:22 Uhr
Ach schade, da haben wir uns glatt verpasst…hab fürn Merkur über das Ganze geschrieben. War wirklich ne tolle Sache!
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