Beim Leben meiner Schwester

Beim Leben meiner Schwester

“Es macht mir nichts, dass meine Krankheit mich zerstört, aber sie zerstört auch meine Familie.”

Manchmal ist das ja so, da braucht man eine bestimmte Sorte Film. Ich habe zum Beispiel hin und wieder ganz plötzlich Lust auf einen typischen Hollywood-Liebesfilm. Dann schaue ich mir “E-Mail für dich” an oder “Während du schliefst” oder “Was das Herz begehrt”. Andere Leute haben das mit traurigen Filmen. Solche, bei denen man die ganzen anderthalb (oder bei dem Genre auch gerne mal zwei oder sogar zweieinhalb) Stunden lang weiß, dass es nicht gut ausgehen kann, und die schon auf dem Weg zu ihrem schrecklichen Ende mit lauter Heulszenen gespickt sind.

Ich sehe sowas ja nicht so gern – aber der Trailer zu “Beim Leben meiner Schwester” war einfach zu gut. Außerdem mag ich Abigail Breslin, die junge Hauptdarstellerin, und wollte wissen, wie Cameron Diaz sich in ihrer ersten Mutterrolle macht.

Wie sich herausstellte, ist “Beim Leben meiner Schwester” ein ziemlich guter trauriger Film, wenn man bedenkt, dass er fürs Mainstreamkino gemacht wurde. Es geht um Familie Fitzgerald, deren ältere Tochter Kate (sehr toll: Sofia Vassilieva) schon als kleines Mädchen an Leukämie erkrankte. Daraufhin entschieden ihre Eltern, künstlich ein drittes Kind zu zeugen, um Kate mit Knochenmark, Blut und Zellen versorgen zu können. Inzwischen ist Anna (genauso toll: Abigail Breslin) ein Teenager, und als sie Kate auch noch eine Niere spenden soll, beschließt sie, ihre Eltern auf das Recht an ihrem Körper zu verklagen.

Hier kommen Alec Baldwin als Staranwalt und Joan Cusack als Richterin ins Spiel, die jedoch Nebenfiguren bleiben sollen. Der Film hält sich nämlich gar nicht lange mit dieser hochkomplizierten moralischen Frage auf (Darf Anna sich einfach weigern, ihrer Schwester zu helfen, und sie so zum Tode verurteilen?), sondern geht dazu über, ein sehr amerikanisches Porträt dieser Familie zu zeichnen.

Was mir so gut gefallen hat, ist, dass dabei nicht das übliche 08/15-Muster verwendet wurde, sondern Regisseur Nick Cassavetes (der den Heulfilmfans seit “Wie ein einziger Tag” ein Begriff sein dürfte) ein paar schöne Ideen eingebracht hat. So wird im Laufe der zahlreichen Rückblenden, die Kates Krankheitsverlauf schildern, jedes Familienmitglied mal zum Erzähler und darf die eigene Sicht der Dinge beschreiben. Zudem beschränkt sich die Story nicht darauf, bloß das Leben der Familie mit dem Krebs zu zeigen. Obwohl das natürlich einen großen Teil ausmacht und an rührseligen Luftblasen-/Strand-/Glatzenszenen nicht gespart wird, werden auch andere Dinge wie die schulischen Schwierigkeiten des Bruders und die Beziehungsprobleme der Eltern beleuchtet.

Das macht “Beim Leben meiner Schwester” zu einem guten Mainstream-Heulfilm, der sich von all den anderen durch seine Vielschichtigkeit, sein überraschendes Ende und vor allem seine wunderbaren Jungschauspieler abhebt, die ihre “Mama” Cameron Diaz locker in den Schatten stellen.

11 Kommentare

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  1. Christoph sagt:

    Den Trailer fand ich auch großartig! Habe den Film noch nicht gesehen, mir wurde aber das Buch sehr ans Herz gelegt, weil da ebenfalls aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird (schön, dass das im Film übernommen wurde!).

  2. Eva sagt:

    Ich habe gehört, dass Buch und Film völlig verschiedene Enden haben, du musst mir also nach dem Lesen unbedingt berichten! Das Ende vom Film fand ich jedenfalls gut, es war nicht zu kitschig.

  3. Anika sagt:

    habe den film im original vor ein paar wochen gesehen und finde der film ist im vergleich zum buch ein witz. vielleicht liegt es daran, dass das buch zu einem meiner lieblingsbuecher zaehlt…
    da musste nicht nur das ende hollywoodreif umgeschrieben werden, diverse liebes- und kitschszenen eingebaut werden die im buch nie auftauchen, nein es wurde auch noch voellig falsch besetzt..cameron zb passt wie ich finde ueberhaupt gar nicht in diese mutterrolle..der film ist viel zu “hollywood”.
    schade eigentlich, denn aus dem buch haette man mit sicherheut mehr machen koennen. drehbuchmaessig jedenfalls. vom “filmstil” ist er allerdings sehr schoen – vertraeumt und bedrueckend. wenigstens das passt zum thema…

  4. anonym sagt:

    man kann kein buch mit einem film vergleichen….dies sind einfach zwei verschiedene dinge ….ich fand der film ist gelungen und bringt einen dazu, über die wirklichen probleme im leben nachzudenken..

  5. jessy sagt:

    ist das mädchen zum schluss gestorben? oh kann mir das einer verraten ich bin so neugiergi XD

  6. racky sagt:

    Ich hab leider nur den trailer gesehen. will aba mit meiner cousine den film sehen.

  7. Anna sagt:

    Ich habe auch zuerst das Buch gelesen, und mir dann den Film angeguckt.
    Man wurde von dem Film ein wenig enttäuscht.
    Die Mutterrolle war im Buch ganz anders, und im Film wurde viel zu viel auf Kates erste Jugendliebe eingegangen, wobei andere Aspekte und sogar eine ganze Rolle aus dem Buch total fehlten.
    Das Ende vom Buch, fand ich sehr überraschend und gut.
    Aber im Film dann nochmal ein ganz anderes Ende zu nehmen, kam mir ein wenig komisch vor.
    Nun, ich denke der Film lohnt sich eher für die Faulen, die das Buch nicht lesen wollen, denn ohne das Wissen des Buches, ist der Film gut gemacht.
    Aber wenn dann würde auf jeden Fall das Buch vor dem Film bevorzugen.

  8. Sonja sagt:

    Ich war in dem Film und fande ihn Großartig. Es ist selten das ich bei Filme weine, aber da ich selber jemand kenne mit Leukämie hat es mich sehr mit gerissen und konnte mich gut rein versetzen. Aber ich denke mir das ich mir das Buch auch eventuell holen werde. :)

    Also ich finde das sich es lohnt diesen Film zu gucken, auch wenn viele meinen es wäre zu hollywoodreif.

    Und Hut ab für Sofia Vassilieva sie hat ihre Rolle als Kate sehr gut gespielt.

  9. Linda sagt:

    ich hab den Film gesehen und das Buch gelesen war aber sehr enttäuscht, das beim Film ein anderes Ende genommen wurde wie im Buch aber sonst ist der Film klasse…

  10. Stella sagt:

    Ich finde es auch schade, dass die Beziehung von Campbell und Julia komplett rausgelassen wurde. Überhaupt finde ich er war nur eine kleine Nebenrolle, im Gegensatz zum Buch und außerdem dachte ich Campbell wäre erst so an die Anfang 30? Ich meine, klar das Ende des Buches ist anders. Und ich finde das im Film realistischer, als dass Anna plötzlich hirntot ist und Kate dann ein normales Leben führt! Es war Jodi Picoult’s Entscheidung es so zu schreiben. Finde es blöd, dass die Geschichte so krass geändert wurde.

  11. Marco sagt:

    Ich wusste anfangs garnicht, dass der Film auf einem Buch basiert!
    Ich fand oder finde den Film wunderschön, er hat alles was ein Hollywood-Drama braucht und letztendlich gibt es die 100% Wahrscheinlichkeit das man heult!
    Doch als ich dann erfahren habe, dass der Film auf einem Buch basiert, hab ich mir das Buch sofort geholt und war echt vollkommen überrascht und hab geheult wie noch nie bei einem Buch! Ich finde das Ende im Film besser, da es nicht ganz so schockierend ist, jedoch ist das Buch wesentlich emotionaler und beinhaltet viel mehr Aspekte die im Buch erst garnicht erwähnt werden.
    Beides ist sehr empfehlenswert!

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