Vulkanwetter

27. Juli 2009 · Kein Kommentar

Krater? Welcher Krater?

Am Samstag bin ich ganz früh aufgestanden, um zum Irazu Volcano zu fahren, dem größten Vulkan Costa Ricas. Das Land hat ganze 70 Vulkane, und sechs davon – darunter der Irazu – sind noch aktiv. Es war mein erster Vulkan und ich war seeehr gespannt.

Die Fahrt nach oben war ganz toll: Ich kam zum ersten Mal aus dem vollen San José heraus, wir fuhren durch Kaffeefelder und an Bananenplantagen vorbei. Auf den Feldern standen Kühe mit großen Ohren, und alles sah so herrlich grün und saftig aus.

Dann kam auf einmal der Nebel, als eine dicke weiße Wand, die uns nicht mehr als fünf Meter weit sehen ließ. Mit der schönen Aussicht war es vorbei, mit der Wärme auch. Oben angekommen war es so kalt, dass ich erstmal Pullover und Jacke anziehen musste – eine Kombination, die ich für diese Reise eigentlich nicht eingeplant hatte. Zum Glück hatte Felicia mich vorgewarnt!

Das Wetter ist verrückt in Costa Rica. Im Moment ist Winter, Regenzeit. In San José heißt das: Ganztägig leicht bewölkt bei 25 Grad, mit kurzen Schauern in der Mittagszeit. Es ist wunderbar, weil man sich keinen Sonnenbrand holt und es nirgendwo eine Mücke gibt. An den Küsten dagegen soll es schrecklich heiß sein, und trotzdem regnen, ich hab das noch nicht ganz verstanden. Und in 3432 Metern Höhe, auf dem Irazu, ist es eisig kalt.

Wir stiegen dort aus und sahen – nichts. Stattdessen fröstelten wir vom nassen Wind, irgendwann trieften meine Haare und ich stellte mich unter eine Pflanze mit riesigen dicken Blättern – den “Regenschirm des alten Mannes”, wie man hier sagt. Mein erster Vulkan war also nicht so der Brüller. Aber es gibt ja noch genug andere!


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