Alle Welt diskutiert plötzlich über die Ganzkörper-Scanner, die womöglich bald auf deutschen Flughäfen getestet werden. Die WELT druckte dazu heute Morgen noch recht harmlose Röntgen-Beispielbilder ab, die mich die ganze Unruhe als Unfug abtun ließen.
Wenn eine neue Technologie dafür sorgt, dass Passagieren noch mehr vermeintliche Waffen abgenommen werden können als bisher, finde ich das nämlich erstmal gut. Noch dazu würde der kurze Gang durch den Scanner einem das lästige Ablegen von Gürtel, Schmuck, vielleicht sogar Schuhen abnehmen – und das Abtasten, falls es danach doch noch piept. Gerade wenn man in einer großen Gruppe reist wie mein Englischkurs jüngst nach London, würde einem das sicher eine Menge Zeit ersparen.
Jetzt habe ich das aber nochmal recherchiert und diese Bilder gefunden. Da schluckt man dann schon. Zieht das Argument, dass man sich beim Arzt doch auch auszieht, obwohl es unangenehm ist – eben weil es der eigenen Gesundheit dient? Oder drehen die Sicherheitsabteilungen der Flughäfen jetzt völlig durch?
Die Diskussionen über einen Angriff auf die Menschenwürde kann ich nach dem Betrachten dieser Aufnahmen jedenfalls schon besser verstehen als noch heute Morgen. (Über die Würde des Menschen habe ich ja übrigens auch schonmal was geschrieben.)
Aus gegebenem Anlass hier noch die Top 3 der Gegenstände, die uns am Flughafen abgenommen wurden, als wir nach London reisten:
1. Julians Regenschirm: Auf der Hinfahrt durfte er noch mit, in London musste er ihn dann aber vor den Sicherheitsschranken zurücklassen. Dabei hatte der Schirm nichtmal eine spitze Spitze, sondern war wohl einfach nur zu groß.
2. Mein Joghurt: Okay, das war blöd. Aber was ich nicht trinke, nehme ich auch nicht als Flüssigkeit wahr.
3. Michaels Tipp-Ex: Hoch endzündlich, vor allem in Verbindung mit dem Zippo, das Micha auch noch dabei hatte. Da musste er zum Glück nur die Watte herausnehmen.
Das Schlimmste, was ich mal am Flughafen abaufgeben musste: Meine violette Bastelschere. Die hatte ich noch aus der Grundschule!
Das Schlimmste, was ich beinahe mal am Flughafen abgeben hätte müssen: Meinen USB-Stick. An sich nichts Gefährliches, aber wenn er in einem roten Gehäuse mit weißem Kreuz steckt, dass auch noch mehrere Messer, eine Schere und eine Pinzette enthält, sollte sowas eigentlich nicht ins Handgepäck. Dass ein Schweizer Taschenmesser nicht in ein Flugzeug gehört, begreift schon meine kleine Cousine – doch der Angestellte am Klagenfurter Flughafen war schlichtweg zu blöd.


Ich musste am Flughafen immer demonstrieren, dass sich in meinem Nasenspray (gegen den Druck auf den Ohren) auch wirklich kein tödliches Gift befindet. Gemein war das.
By the way: Neuer Blog. Endlich wieder.