Aus der Narkose aufwachen

8. April 2008 · 10 Kommentare

Zuerst mal ist da natürlich gar nichts. Nachher werden sie erzählen, man habe mit den Armen um sich geschlagen und dabei die Watte aus dem Mund gerissen. Nicht mitbekommen.

Dann macht es plötzlich leise Klack und von hinten branden die Geräusche auf. Augen auf, zu. Jetzt ist man voll da – im Kopf. Hallo, ruft der Kopf, wo bin ich, ach ja. Hier.

Umdrehen? Nee, jetzt noch nicht, nicht so groß bewegen, vielleicht mal was sagen. Aber das geht gar nicht. Ah! Reden geht nicht. Bewegen geht nicht. Was soll das denn? Diese Augenblicke sind wie Gefangensein im eigenen Körper. Lähmung. Schmetterling und Taucherglocke. Da macht man lieber nochmal die Augen zu.

Ein paar Minuten später, ein neuer Versuch. Jetzt geht summen und murren, aber ohne Gefühl. Unterhalb der Nase kein Gefühl, nur die Zunge fühlt sich so dick an, als wäre sonst kein Platz mehr im Mund. Schrecklich dick.

Aus der Narkose aufwachen ist schrecklich anstrengend. Es ist wie gegen den Strom schwimmen oder unbewegt stehen bleiben im Sturm oder den Mund nicht aufmachen im Solebad. Ohne jedes Zeitgefühl habe ich nicht mitbekommen, wie lange es gedauert hat. Ich weiß nur, als wir gingen, machten sie Feierabend.


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    Bis jetzt 10 Kommentare

    • elin 8. April 2008 um 18:17 Uhr

      zahnarzt?

    • Eva 9. April 2008 um 19:04 Uhr

      Oh ja: Weisheitszähne, alle vier auf einmal. Schauderlich!

    • MisterBrightside 9. April 2008 um 21:10 Uhr

      Welcher Sadist zieht alle vier Zähne auf einmal? So kannst du doch erst recht nicht mehr vernünftig essen.

      (Überhaupt… Narkose?)

    • Lena 10. April 2008 um 14:40 Uhr

      Ich besaß nur einen einzigen Weisheitszahn, und der wurde mir vor drei Jahren auch mit Vollnarkose gezogen. Ärzte mögen das, glaub ich. (Ärzte sind Sadisten, die sich daran ergötzen, andere Menschen leiden und schreien zu sehen, nicht?)

    • Eva 10. April 2008 um 16:02 Uhr

      Ich wollte alle vier auf einmal! Das mit dem Nichtessenkönnen kann ich nach all den Zahnspangen ganz gut, und sowieso hatte ich nach dieser OP erstmal auch gar keine Lust mehr zu essen. Vollnarkose war auch gut, das beruhigt. Ich hatte jedenfalls zu keinem Zeitpunkt Angst.

    • MisterBrightside 10. April 2008 um 20:58 Uhr

      @Lena: Bis auf meine Schwester, die Zahnärztin ist, scheint das offenbar der Fall zu sein… ;) Sie würde auf jeden Fall genau das empfehlen, was ich dazu geschrieben hatte…

      @Eva: Hm. Ich trage momentan eine feste Spange und esse und esse und esse… gut, als ich in der Schule in der Anfangsphase meine Babybrei-Gläser ausgepackt hatte, hatte ich meinen Ruf weg.

      Scheint aber alles wohl eine Sache des Gustos zu sein.

    • Eva 11. April 2008 um 12:12 Uhr

      Ich meinte die Anfangszeit, kurz nachdem die Spange installiert worden ist – hattest du da gar keine Probleme, Druck und so? Jedenfalls war mir die Vorstellung, die Schmerzen doppelt durchstehen zu müssen, gruselig..

    • jensjetzt 11. April 2008 um 14:38 Uhr

      @misterbrightside: hattest du dann den namen “breiside” weg? ;-)

      @eva: mutig! ich habe ewig gebraucht, bis ich mir ein sehr schmerzenden weißheitszahn hab ziehen lassen. ohne voll- aber mit narkose, wie bei jedem zahnarztbesuch. hatte auch mal überlegt, alle drei ziehen zu lassen. ich hatte aber angst vor der vollnarkose, hab da wenig gutes gehört.

      gutes besserung, falls noch aktuell

    • MisterBrightside 11. April 2008 um 14:43 Uhr

      @jensjetzt: Fast. Allgemein wurde der Name in “Breitscheid” eingedeutscht. Zu diesem Zeitpunkt wurde eben das “Brei” in “Breitscheid” besonders betont…

      @Eva: Doch, da war schon dieser Druck (der besonders heftig war, da ich vorher Zähne “wie ein Engländer” hatte). Aber mit Babybrei, Haferschleim, Apfelmus und Kartoffelpüree in jeglichen Variationen war das auszuhalten. Kurz darauf, als ich genug davon hatte, habe ich einfach feste Sachen gegessen und den Schmerz ignoriert.

    • elin 15. April 2008 um 19:00 Uhr

      das wird doch gar nicht mehr von der krankenkasse bezahlt, vollnarkose. eigentlicht.
      das schlimmste ist ja immer noch das nichts-essen-können und lauter gute sachen vor einem stehen zu haben. da hätte ich heulen können. sonst wars okay.

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