Heath Ledger ist tot, und obwohl ich vielleicht vier oder fünf Filme mit ihm gesehen habe, beschäftigt es mich. In der Schule habe ich festgestellt, dass ich damit nicht allein bin: Fast alle sind wir heute Morgen aus der Dusche gekommen und haben einen kalten Schauer gespürt, oder uns ist beim Frühstück der Toast im Hals stecken geblieben, als wir im Radio die Nachrichten von seinem überraschenden Tod hörten.
Warum? Weil er ein viel versprechender Schauspieler war, der in “Brokeback Mountain” beeindruckt, in “Dogtown Boys” begeistert hat, den wir in “Ritter aus Leidenschaft” angeschmachtet oder in “10 Dinge, die ich an dir hasse” ausgelacht haben. Ja, vielleicht. Aber ich glaube, viel mehr noch, weil er einer von unseren Stars war, den Stars unserer Generation. Die haben eigentlich noch nicht zu sterben. Die Stars meiner Eltern sterben allmählich, und die Stars von Heath Ledger, der ein bisschen dazwischen hängt. Aber doch nicht unsere! Heath Ledger starb einen von diesen Hollywood-Toden (wenn auch in New York). Aber nichtmal eine Amy Winehouse, ein Pete Doherty stirbt! Sie taumeln nahe am Abgrund, aber noch stehen sie eben oben und liegen nicht unten.
Das schockiert, und natürlich die Tatsache, dass wir jetzt keine Filme mehr kriegen mit diesem doch auch nett anzusehenden Schauspieler, der sich sonst sicher noch seinen Oscar hätte abholen dürfen, irgendwann. Heath Ledger wäre einer von denen geworden, die wir später sofort wiedererkennen würden – im Gegensatz zu unseren Kindern, die mit seinem Namen nichts anfangen könnten. Und dann würden wir anfangen, vor ihnen in Erinnerungen zu schwelgen, an “Casanova”, “Brokeback Mountain” oder, bald erst, an “I’m Not There”. So müssen wir uns schon jetzt erinnern, und das ist doch ziemlich traurig.


Bei uns war’s genauso. Wir waren alle schockiert, und trotz deiner doch sehr naheliegenden Argumentation kann ich noch nicht richtig verstehen, warum. Für mich jedenfalls war er “nur” ein anderer Schauspieler Hollywoods, aber ich bin sehr traurig.
Ja, für mich ist er auch nur “einer von vielen”, auch wenn es so merkwürdig klingt, das zu sagen. Aber dieses Gefühl, demnächst im Kino zu sitzen und ihn dann nochmal auf der Leinwand zu sitzen.. Es ist blöd, wenn Schauspieler sterben, bevor ihre Filme veröffentlicht werden.
Pete und Amy spielen das alles vielleicht nur. Weil sie so sein wollen, so nah am Abgrund. Die wirklich verletzten sind still. So wie Ledger. Und dann gehen sie. Was sollten sie auch anderes tun? Mit der Welt reden? Oder in jedem Moment Schauspieler sein?
Nun, die Autopsie hat keine nenneswerten Erkenntnisse hervorgebracht. Kann also durchaus auch ein tragischer Unfall gewesen sein oder – so die neuesten Vermutungen – ein bislang unbekannter Herzfehler. So wie bei Joe Strummer.
Es ist eigenartig, jeder hat das Gefühl, sich in einem Paralleluniversum aufzuhalten.
Vielleicht leben wir ja alle nur in zueinander parallelen Universen, und sehen uns durch die Fensterscheiben…
Die Guten sterben fast immer jung, oder?
Ich hab auch schon daran gedacht, dass es erschreckend ist, dass Stars unserer Generation sterben. Was werde ich sagen, wenn Götz Alsmann stirbt, oder Farin Urlaub oder Björk?
Ein sehr schöner Nachruf, Eva. Jetzt weiß ich endlich, warum auch ich schockiert war!
Ach, und Kathi: Es wäre tatsächlich traurig, wenn Götz Alsmann sterben würde, aber einer unserer Stars ist er nicht, oder?
Doch, ich finde schon. Nicht nur unserer, aber auch unserer. Aber es wäre etwas anderes als bei Heath Ledgers Tod.
gänsehautalarm ;) oh ja, unser guter heath ledger, den ich in “10 dinge die ich an dir hasse” kennen und lieben gelernt habe, hachja! ein wirklicher verlust für uns fans und für die filmwelt. aber das leben muss wohl weiter gehen!
übrigens finde ich es auch wunderlich, dass britney spears noch nicht das gleiche schicksal getragen hat, bei ihrer labilität…