Paris pêle-mêle (1)

Das Grab von Oscar Wilde auf dem meistbesuchten Friedhof der Welt
 
Montmartre
Das ist wahrscheinlich der schönste Stadtteil, den wir zu sehen bekamen. Mit dem Amelie-Guide, der von der Touristeninformation herausgegeben wird, fanden wir alle Drehorte des Films wieder, darunter natürlich das Café Deux Moulins, wo inzwischen viele Bilder von Audrey Tautou hängen und ein kleiner Gartenzwerg auf der Theke steht. Am Abend des Nationalfeiertages erlebten wir das fröhliche Freiluftkonzert eines jungen Orchesters, im Schatten der wunderbaren Sacre Coeur.

SMS nach Zuhause
Bonjour, Mama et Papa, habe mir heute den Eiffelturm auf den Oberarm tätowieren lassen. Der Mann war sehr nett, auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Der Arm tut auch kaum noch weh, ist nur ein bisschen rot. Aber Roman findets sexy!

Shakespeare & Company
Die Jagd nach Drehorten und natürlich Kathis dringende Empfehlung führten uns in diese berühmte Buchhandlung, wo jeder Klavier spielen und die hübsche schwarze Katze auf Taschenbuchstapeln dösen darf. Ich bewunderte ein Regal mit schiefen Brettern, das gerade ausgeräumt wurde, bis Roman mir erklärte, dass das einfach zusammengebrochen war unter der Last der Bücher (und des Staubs). Gedreht wurden hier die ersten Szenen von „Before Sunset“.

Eiffelturm
Am Eiffelturm waren wir keine fünf Minuten. Er sieht schön aus, aber es gibt zig schönere Dinge in Paris.

Sprache
Es stimmt nicht, dass die Franzosen zu arrogant oder stolz sind, um englisch zu sprechen. (Wie auch Anke Gröner, fast zeitgleich, festgestellt hat.) Aber tatsächlich gibt es kaum Werbung mit englischen Slogans, im Grund begegnet einem die Sprache so gut wie nirgendwo. Ich finde es schön, dass man sich so auf die Schönheiten der eigenen Sprache besinnt – aber in diesem Fall war es blöd für mich, weil ich nun wirklich gar nichts verstehe. Tatsächlich verwechselte ich sogar die kleinsten Brocken, die die jeder kann, wenn ich sie denn brauchte. In der Metro sagte ich merci statt pardon, und beim Betreten eines Geschäfts wurde es eine gemurmelte Mischung auf au revoir und bonjour. Au weia.

Brot
Am allermeisten vermisse ich die vielen Patisserien. Man findet überall eine, irgendwo zwischen all den Cafés, Bistros und Brasserien. (Es wundert mich immer noch, dass DERART viele kleine Gastronomien, alle nebeneinander, überleben können. Das liegt zum Teil wohl an der französischen Eigenart, niemals im Gehen zu essen oder zu trinken.) Brot haben die Franzosen einfach drauf (im Gegensatz zu Pizza). Und das Tollste ist, dass die Patisserien bis abends um halb neun geöffnet sind und den ganzen Tag über gebacken wird, sodass es ständig frisches Brot gibt. Und ich liebe Brot, frisches, einfaches Brot. Davon kann ich Unmengen essen, ohne irgend etwas drauf oder dazwischen. Wir aßen jeden Tag Baguette, und schnell entdeckte ich die Spezies des Schokoladenbaguettes für mich. Warum nur gibt es das nicht in Deutschland. Warum nur.

6 Kommentare

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  1. Christoph sagt:

    Beim Eiffelturm kann ich dir zustimmen. Blinkt er eigentlich, oder leuchtet er nur? Blinken wäre ganz schrecklich. (Es gibt eine Brücke über die Seine, auf der Abends lauter Menschen sitzen und picknicken, von da aus sieht man ihn schön.)

    Oh, und dann gibt es da noch diese Straße mit der Moulin Rouge. Wart ihr da? Ich war so baff, und das nicht etwa, weil sie so toll oder prunkvoll war, eher im Gegenteil …

  2. Eva sagt:

    Also, am Nationalfeiertag hat er (nach dem großen Feuerwerk) meistens geleuchtet, aber kurzzeitig gab es zusätzlich viele blaue Blinkpunkte. Das war ziemlich kitschig!
    Und ja, Pigalle, da waren wir auch, wir sind sogar an dem Sexshop vorbeigekommen, in dem Amelies Freund arbeitet! Außerdem kommt man von Pigalle ja direkt nach Montmartre.

  3. Lena. sagt:

    So ein Amelie-Rundgang wäre perfekt für mich… Das nächste Mal muss ich das machen, falls ich irgendwann wieder nach Paris reisen sollte. Ich liebe diese Stadt!

  4. Kathi sagt:

    Normalerweise pflegt der Eiffelturm bei Dunkelheit zur vollen Stunde zu blinken. Disco for life.

  5. Sarah sagt:

    Ich fand den Eiffelturm zwar beeindruckend aber schrecklich hässlich. ich hatte immer das Bild von einem silbernen Riesen im kopf. nicht von einem verrosteten.
    Und das mit der sprache ging mir genauso. es gibt zwei wörter, die sich nur durch einen buchstaben unterscheiden. das eine heißt lächerlich machen und das andere vermissen…

  6. jensjetzt sagt:

    ich finde ja deine sms an die eltern am besten! schönes ding!

    gruß aus berlin – jens

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