„Ich hoffe nicht, dass es nötig ist zu sagen, dass mir an Salzburg sehr wenig und am Erzbischof gar nichts gelegen ist und ich auf beides scheiße.“
Wolfgang Amadeus Mozart
Da ich Wien noch nicht gesehen habe, halte ich Salzburg für die schönste Stadt Österreichs. Es mag an den bevorstehenden Festspielen gelegen haben, den weltberühmten, die heute beginnen: Dieses Mal kam mir die Stadt besonders feierlich vor. Wahrscheinlich macht das die Vorfreude auf so viel Musik, so viele Gäste, so viel Aufmerksamkeit, die die Stadt in dieser Zeit umgibt.
Salzburg hat eine Uni mit vielen jungen Menschen und eine wunderbare Altstadt. Es erfüllt also die Hauptbedingungen. Aber noch dazu hat es einen breiten Fluss, eine riesig große Burg und, nunja, dieses gewisse Etwas. Die Stadt vermittelt den Eindruck, etwas besonderes sein zu wollen. Hier passiert das nicht von selbst, sondern man hilft etwas nach. Unbewusst, vielleicht. Während in anderen Städten die Straßenmusiker mit Gitarre oder Ziehharmonika bezaubern, erklingen hier ganze Streichquartette und sogar eine Harfenistin. Es gibt Läden, die ausschließlich Christbaumschmuck verkaufen! Oder bloß Osterdekoration! Es gibt Geschäfte, die sich auf originalen Schmuck aus den 50er Jahren spezialisiert haben und Dirty Dancing-Sonnenbrillen tageweise verleihen. Das alles klingt entrückt, und vielleicht so gar nicht gemütlich. Ist es aber!
2006 ist Mozartjahr. Die ganze Stadt ist im Mozarttaumel, als wäre an Silvester eine kostenlose Amadeusdroge unter der ganzen Bevölkerung verteilt worden. Wo immer man hinschaut: Nicht bloß Mozartkugeln, nein, auch Mozarteis und Mozartjoghurt, Mozartparfüm, Mozartführungen, Mozartmuseen, als Mozart verkleidete Menschen und mozartfanatische Japaner, die noch viel mehr Mozart finden und fotografieren. Das alles klingt entrückt, und vielleicht so richtig übertrieben. Ist es aber nicht!
In der Getreidegasse steht, gegenüber einem kleinen Platz, ein wunderschönes goldgelbes Haus mit der Nummer 9. Das ist Mozarts Geburtshaus und eines der zahlreichen Mozartmuseen. Allerdings ein ganz besonderes: Es wurde von einem amerikanischen Künstler gestaltet und ist so nicht bloß reine Exponateschau, sondern auch Bildersprache und Inszenierung und, ja, Komposition. Es ist genau die richtige Portion Mozart für den, der sich versehentlich dieses Jahr in die Stadt verirrt hat, ohne an das österreichische Wunderkind zu denken. Einfach den Vormittag abwarten, wenn die Schulklassen und griechischen Pfadfindergruppen da sind, und nachmittags jetzt entspannteren Angestellten erzählen lassen.
Und anschließend den Mozarthebel wieder umlegen und Salzburgs andere Seiten kennen lernen. Die verrückte, die altbackene, die moderne, die österreichische, die künstlerische, die wirtschaftliche, die gemütliche… Sich treiben lassen ist einfach, in dieser Stadt.












Mir persönlich war es in Salzburg immer etwas zu voll und zu eng…da ist Wien schöner mit all den weiten Wegen. Ich nehme dich nächstes Mal mit.
Mhh, ich war in beiden Städten, Salzburg ist allerdings eher mein Fall als Wien. Ich mag die Aussicht vom Café Winkler, die Stadt liegt ja wirklich malerisch da.