Wehmut

16. Juli 2006 · 8 Kommentare

Henrieke ist eines der sonnigsten Mädchen, das ich kenne. Sie hat dickes, welliges blondes Haar in einem geflochtenen Zopf, sie trägt bunt-verspielte Ohrringe und einen filzenen gelben Mantel. Ihre Augen sind klein, leuchtend und fröhlich. Sie mag Röcke und das VHS-Kino, und sehr wahrscheinlich auch Schweden. Sie mag jeden Menschen, wie man sich erzählt.

Konstantin ist sehr nett. Groß und dunkle Haare, er war einer der ersten, der sie ein wenig länger wachsen ließ und einen Seitenscheitel trug. Sambas! Und quer gestreifte Pullover. Er ist nicht laut, er scheint einer von denen zu sein, die ihre Freunde genau aussuchen. Er lacht sehr charmant, aber ihn näher kennen zu lernen ist nicht einfach.

Eines Tages standen Henrieke und Konstantin auf dem Schulhof und hielten sich an den Händen. Und in diesem Moment schien nichts perfekter zueinander zu passen als diese beiden.

Wehmut ist ein passives Gefühl, man fühlt es, während man außen steht. Während man jemanden beobachtet, oft mehrere Menschen oder Wesen, die bestimmte Dinge tun. Es ist wie hinter einer Glasscheibe stehen und nicht anfassen dürfen. Oder, vielleicht darf man manchmal anfassen, hat aber Angst, eine Schönheit zu zerstören. Wehmut ist nicht Neid, sondern eine Form von Glück, vermischt mit Trauer und ein bisschen Heimweh. Wehmut ist etwa so, wie nach innen lächeln. Und Wehmut offenbart sich dem Wehmütigen nicht immer sofort.


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    Bis jetzt 8 Kommentare

    • Chikatze 17. Juli 2006 um 0:13 Uhr

      Oh, wie schön Du das geschrieben hast! Wunderbar!!

    • Kathi 17. Juli 2006 um 9:17 Uhr

      Die gückliche Sehnsucht. Das Herz singt dann unglaublich leise Kings of Convenience.

    • Olaf 17. Juli 2006 um 18:01 Uhr

      Ich trage auch Sambas. Wenn ich in den Garten gehe oder auf Festivals. Aber besonders bei letzterem fressen die Schuhe mir fleißig den Hacken auf.

    • epicore » Wehmut 17. Juli 2006 um 19:18 Uhr

      [...] Weiterlesen… 17.07.2006, 19:33 | Von Don Dahlmann in Anfang | [...]

    • Kathi 18. Juli 2006 um 13:29 Uhr

      Hej Eva,
      wahrscheinlich stecken wir beide zu tief im Ferienchaos. Ich wäre dafür, dass wir mal einen richtig festgesetzen Termin ausmachen. Mit Keksen und so, ich esse nämlich gerne beim telefonieren :)

    • Céline 20. Juli 2006 um 22:42 Uhr

      Liebste Eva,

      die Bilder sind alt, irgendwo rechts steht sogar das Datum an dem sie aufgenommen wurden. Mein Blog ist weg. Mir war das alles zu öffentlich, zu oberflächlich. Weißt du, ich bin weder du noch Kathi, ihr zwei schreibt über die schönen Kleinigkeiten des Lebens und ein paar Gedanken, das kann ich nicht. Wenn ich schreibe, dann über andere Gedanken. Und sobald die ein Passwort haben bekommst du es.

      A bientôt,
      Céline

    • Eva 20. Juli 2006 um 22:59 Uhr

      Ja, da steht Juni 2003, aber ich dachte, das wäre vielleicht eine falsche Einstellung, zumal du ja neulich etwas vonwegen verreisen geschrieben hattest – was ich jetzt leider nicht nachschauen konnte.. Aber ich hoffe, bald wieder von dir zu lesen, und würde mich sehr freuen über das Privileg dieses Passworts. Also danke, viele Grüße und alles Gute. Bis bald!

    • roman 21. Juli 2006 um 18:11 Uhr

      Was wären wir ohne andere Gedanken, Céline?

      Ich würde dich auch sehr gerne weiterlesen.

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