Albert Einstein hat gesagt, „Zeit ist, was die Uhr anzeigt.“ Seit ein paar Tagen habe ich keine Uhr mehr, keine Zeit. Sie ist abgelegt im Badezimmer und wartet vielleicht darauf, wieder getragen zu werden. Sie muss sich umgewöhnen, war sie doch bis vor kurzem noch mein ständiger Begleiter. Jetzt ist am linken Handgelenk dieser helle, ungebräunte Streifen, ein Sommerüberbleibsel, und in meinem Kopf tickt leise und kaum hörbar eine innere Uhr. Die mich höchstens noch morgens aufwachen und nachts gähnen lässt. Alles andere liegt auf einmal locker in der eigenen Hand, wird viel mehr Bauch. Erst jetzt fällt auf, wie oft der Sitznachbar nach der Zeit fragt oder wie häufig der Blick für gewöhnlich auf die Uhr wanderte, ob genervt, gehetzt oder ungeduldig, gespannt. Die Wanduhr bekommt mehr Aufmerksamkeit, ein kleines Quäntchen, das für sie schon viel wiegt. Welche Stunde ist es überhaupt, und was für ein Zeitraum bleibt. Alles andere wird gefühlt. Aus zehn Minuten Warten werden zwanzig, im Kopf. Aber es fühlt sich trotzdem nicht unangenehm lang, sondern luftig und frei an. Die Uhr liegt derweil oben und ihr gehört die Zeit. Aber mir gehört der Rest.
Archiv für August, 2005
Musikschule
Ein neues Lied liegt vor dir wie ein schwieriges Gedicht im Deutschunterricht, das analysiert werden soll. Oft kommt es dir dann vor, als wären die Noten in einer ganz fremden Sprache geschrieben, oder zumindest in einer, die du keinesfalls fließend sprichst. Hilfreich ist es dann, jemand zu haben, der alles einfach einmal vorliest. Oder spielt. Denn wenn man sich nicht mehr mit den Augen, sondern einfach mal nur mit den Ohren darauf konzentriert, nimmt alles ganz andere Dimensionen an. Aus Widerwillen und Ablehnung wegen der anstehenden Entschlüsselungsarbeit wird ein Könnenwollen. Du hörst es und willst es auch so darbieten können. Du willst dich und andere selbst auch so verzaubern können, wie man es gerade mit dir macht. Das Lied begleitet dich von nun an eine gewisse Zeit lang. Sie kann Tage dauern oder Wochen, Stunden oder Monate. In was für einem Abstand auch immer, du setzt dich wieder hin und spielst es, wieder und wieder. Jedes Mal entdeckst du neue Feinheiten, triffst du einen anderen Ton besser oder weckt die Melodie ein neues Bild in dir. Das Lied wird zu deinem Lied und es entwickelt sich mit dir zusammen. Erst kannst du die Töne fehlerfrei spielen und hältst auch die Pausen genau ein. Dann machst du dich an die Fein- und gleichzeitig Schwerstarbeit: Du hast diese bunte Palette von Klangfarben zur Hand, die ganz individuell ist für jedes Instrument, und bedienst dich ihrer ganz nach Gefühl, nach Gehör, nach deinem Sinn. Am Ende entsteht ein Gemälde aus Tönen und Klängen, das ganz anders aussieht als das, das du vor einiger Zeit gehört hast, und in dem jeder deiner Zuhörer etwas anderes erkennt. Du machst Kunst.
Das war’s dann wohl.

Aber nein, Summer Wasting war es keinesfalls.
Und ich könnte alles listen, alles nochmal in Erinnerung rufen während eines kleinen Kopfausflugs. Aber nein. Es gehört uns und ist schon in den Köpfen, den richtigen. Warum aus dem Rahmen holen?
Vielen Dank.
“Warum geht ihr nicht raus? Es gießt wie aus Eimern, und ihr sitzt hier rum.”
Rübezahl hatte recht. Der Tag schärft den Verstand, aber die Nacht schulte die Phantasie. Wehe, wenn beides frühmorgens um sechs zusammentraf. Ich verstand allmählich, weshalb die meisten Leute während der Nacht schliefen. Es war einfacher. Sehr viel einfacher.
kultkinder02
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- KT Tunstall – Black horse and the cherry tree
- Phantom Planet – California
- Scissor Sisters – Take your Mama
- Kings of Leon – The bucket
- Johnny Depp – Minor Swing
- Turin Brakes – Mind over money
- Nova International – The summer we had
- Nada Surf – If you leave
- Frankie goes to Hollywood – The power of love
- Jem – Maybe I’m amazed
- Interpol – Specialist
- Tegan and Sara – In your room
- Mando Diao – Mr. Moon
- Marlon – Fliegen
- Jack Johnson – Sitting, waiting, wishing
- Beck – Black tambourine
- The Walkmen – Little house of savages
- The Hives – Walk idiot walk
- Crackpot Idea – Dance with me
- Tegan and Sara – Not tonight
- La’s – There she goes


Kommentiert
Yannic: Herzlichen Glückwunsch! Hat sich in meinen Augen schon auf den JMT 2009 abgezeichnet. War – wie hier schon treffend gesagt – nur eine...
Marco: Ich wusste anfangs garnicht, dass der Film auf einem Buch basiert! Ich fand oder finde den Film wunderschön, er hat alles was ein Hollywood-Drama...
lisa: Eva, das ist ja Wahnsinn. So ein – Glück. Vor allem auch für die Macher, dich gefunden zu haben. Ich wünsche viel Erfolg und bin gespannt! (Du...
Anne: Sehr sehr fein! Freu mich schon auf mehr! Liebe Grüße und noch ein feines Wochenende! Anne