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Schweden, ach Schweden

Alles, was man über Schweden sagt, stimmt: Die Jugend ist stylisch, das Land ist schön, das Essen supergut. Damit du dich auch verliebst, sind hier ein paar Dinge, die du bei deinem Besuch auf keinen Fall verpassen solltest.

Die beste Jahreszeit, um das erste Mal nach Schweden zu reisen, ist der Frühling. Wenn im Mai das ganze Land aufblüht und noch um elf Uhr abends die Sonne am Horizont glüht, kann man gar nicht anders als diesem Land und seiner Hauptstadt zu verfallen.

Bei Tageslicht wird sich dieser Eindruck noch verstärken. In Stockholm, das aus mehreren Inseln und viel, viel Wasser besteht, ist einfach alles so gemütlich: die Sprache, die vielen Kinder, die statt Schaukelpferden auf Schaukelelchen reiten, die zahlreichen kleinen Restaurants. Dort kann man auch bei einstelligen Temperaturen in kuscheligen Decken draußen sitzen – und die Schweden nehmen diese Möglichkeit gerne wahr!

Unbedingt ausprobieren sollte man deshalb – ganz egal, wie kalt es ist – das Nationalgericht Köttbullar. Eine gute und für Stockholmer Verhältnisse preiswerte Variante gibt es zum Beispiel in Djurgårdsbrons Sjöcafe in der Galärvarsvägen 12. Dort sitzt man auf einem Steg im Wasser und hat einen schönen Blick auf Schwedens berühmtestes Museum, das Vasamuseet, in dem es ein altes Kriegsschiff zu bestaunen gibt.

Wer noch mehr schwedisches Essen probieren will, kommt in der Saluhall in Östermalm voll auf seine Kosten. Da gibt es frische Delikatessen aus aller Welt – die haben allerdings auch ihren Preis. Nur mal angucken ist aber auch schon schön.

Wer sein Geld lieber für hippe Mode ausgeben möchte, sollte sich nach Södermalm begeben. In der Götgatan sind vor allem samstags jede Menge modische junge Schweden anzutreffen. Dort kann man so manchen Trend entdecken, noch lange, bevor er bei uns ankommt. Wer danach noch nicht genug hat, macht in Norrmalm weiter: Der Stadtteil beherbergt einige internationale Ketten, die es bei uns noch kaum oder gar nicht gibt (zum Beispiel Topshop oder eine Urban Outfitters-Filiale in einem ehemaligen Kino), und Kaufhäuser wie PUB, die verschiedene schwedische Marken verkaufen.

Und Schweden hat noch mehr Dinge, die Deutschland nicht hat – ein Königshaus zum Beispiel. Um royale Luft zu schnuppern lohnt sich ein Ausflug nach Drottningholm. Das königliche Schloss selbst ist nicht so spektakulär, aber in dem großen Park drumrum finden sich unter anderem ein chinesischer Garten und ein lustiges hölzernes Wachzelt.

HINKOMMEN Mit dem dem nächsten Billigflieger nach Stockholm Arlanda. Von da aus gehts am billigsten – dafür aber auch am längsten – mit dem öffentlichen Nahverkehr direkt in die Stadt.

RUMKOMMEN Für Kurztrips empfiehlt sich eine Travelcard, die gilt in Bussen und Bahnen auch noch weit außerhalb Stockholms. Drei Tage für 20 Euro, sieben Tage für 25.

UNTERKOMMEN Wer direkt in der Stadt wohnen will, schläft kultig und für wenig Geld auf dem Red Boat. Vor allem die Frühstücks- und Aufenthaltsräume sind herrlich gemütlich, die Zimmer jedoch ziemlich eng. www.theredboat.com, DZ ab 65 Euro.
Noch besser: Stadt- und Landleben kombinieren! Die Jugendherberge Lilla Tyresö liegt eine halbe Stunde Busfahrt von Stockholm entfernt. Hat man den hässlichen Hochhausgürtel, der sich um die Stadt windet, überwunden, steckt man sogleich mitten in einer Astrid-Lindgren-Welt. Die Jugendherberge besteht aus mehreren kleinen Häusern und sieht tatsächlich aus wie in den Michel-Filmen! Zu empfehlen ist Zimmer 1 in Prinsvillan – mit Blick aufs Schloss. www.lillatyreso.se, DZ ab 45 Euro.

MITBRINGEN Das typische Souvenir sind die roten Darlarna-Pferde – aber bitte handgeschnitzt! Für sich selbst nimmt man am besten noch ein paar Kanelbullar mit. Die süßen Zimtschnecken sind für die Schweden das, was für uns Berliner sind.

BLOSS NICHT Gerüchte sagen, in Schweden sei H&M noch viel schwedischer als bei uns. Stimmt nicht! Ein Besuch dort ist also reine Zeitverschwendung.

Wie siehts aus in Hamburg

Und dann waren wir ja auch noch in Hamburg. Wie lang ist das jetzt schon wieder her? Zwei Wochen? Drei?

Ursprünglich war es als eine Pilgerreise geplant, zum dort gerade neueröffneten Urban Outfitters – der lang erwarteten ersten deutschen Filiale! Ich hatte die Kette in New York für mich entdeckt, und die Sachen, die ich damals gekauft habe, trage ich nocht immer. Andere Erfahrungen habe ich, zumindest teilweise, mit den UO-Klamotten aus Stockholm und Antwerpen gemacht. Die deutsche Filiale war dann auch eher enttäuschend. Oskar, den wir am nächsten Morgen trafen, hat schon recht, wenn er sagt, dass sie irgendwann alle gleich aussehen. Außerdem muss man bei den Euro-Preisen dann doch manchmal schlucken.

Das ganze Shopping wollten wir abends mit ein bisschen Kultur ausgleichen. Als Nicht-Hamburger war für uns sofort klar, dass man da ins Thalia Theater muss. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das halbe Stück verpasst habe – ich war einfach viel zu müde. Und das, obwohl sich die Schauspieler alle Mühe gaben, mich wach zu halten: Sie machten Lärm, zogen sich komplett aus und beschmierten sich noch dazu mit Blut! Hat alles nichts geholfen.

Dafür war ich dann aber am nächsten Morgen hellwach. Da hat Insider Oskar uns ein herrliches Luxus-Frühstück beschert, in einem Cafe, dessen Namen ich vergessen habe. Es gab Schokoküsse, Fisch, Salat und fettiges amerikanisches Zeug (warm!) in gemütlicher Atmosphäre und für 6 Euro 90, und deshalb empfehle ich euch das Ganze auch trotz der wirklich miesen Kellnerinnen. Also, sobald mir der Name wieder einfällt.

Zu guter letzt haben wir eine wunderbar touristische Barkassenfahrt unternommen, mit einem jungen Kapitän, der zwar noch nicht richtig einparken, dafür aber sehr gut jede Menge Hafen-Gossip erzählen konnte. Und dann kamen wir raus, und das Wetter wurde intensiv, es war wirklich schön.

Jag älskar Sverige!

Endlich haben wir ein erstes vorzeigbares Video von Stockholm! Roman hat die ganze Nacht geschnitten. Neben vielen anderen tollen Sachen sieht man jetzt, dass wir es tatsächlich geschafft haben, wenigstens ein Assignment zu erfüllen – wir haben Kanelbullar probiert.

Was uns an Stockholm aufgefallen ist

    

  1. Statt auf Pferden reiten die Kinder auf Elchen
  2. Es gibt Mülleimer extra für Zeitungen
  3. Da sind ganz viele schwangere Frauen
  4. In Cafes und Restaurants gibt es immer Decken, wenn man draußen sitzt (alle sitzen draußen)
  5. Es ist ziemlich teuer
  6. Es ist ziemlich dreckig (aber trotzdem schön)
  7. Fast alle Stockholmer Radfahrer tragen Helme
  8. Die Top 3 Stockholmer Modetrends
    • hochgekrempelte Hosen
      geflochtene Strähnen im Haar
      besonders voluminöse Schals
  9. Assignments zu erfüllen ist doch ziemlich schwierig

Das Klamottenpaar der Woche: Isabelle und Fredrik in Stockholm

Isabelle, 26, Illustratorin

Isabelle

T-Shirt von Mango: 200 Kronen, Hose von Cheap Monday: 100 Kronen, Schuhe: 140 Kronen, Tasche von Ayayo: 1600 Kronen, Jacke von Burfitt: 1500 Kronen, Kette von H&M: Preis vergessen.

Was hast du zuletzt gekauft?
Gerade eben habe ich ein gestreiftes Leinentop bei H&M gekauft, ein Geschenk für meine Mutter.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Heute? Besonders durcheinander und überhaupt nicht ausgewählt – ich habe nämlich nur drei Stunden geschlafen und bin unheimlich müde.

Ist Mode wichtig für dich?
Ja! Ich lese zwar nicht diese ganzen Magazine, aber ich liebe es, mir die Menschen auf der Straße und in den Läden anzuschauen. Dabei achte ich vor allem auf schöne Kleider. Ich liebe Kleider!

Welche Mode gefällt dir an anderen?
Mir gefällt der klassische Stil der 40er Jahre. Die Kleidung von damals ist sehr streng und feminin, superschick!

Gibt es einen typisch schwedischen Stil?
Nein, nicht wirklich. Mit den Schweden, oder zumindest mit den Stockholmern, ist das nämlich so: Sie wollen durch ihre Kleidung auffallen und sind deshalb sehr schnell, was das Befolgen von Trends angeht. Und so sehen dann doch wieder alle gleich aus.

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