Alle Einträge mit dem Tag Schule

Rock am Kloster (2009)

Wie alles anfing

Heute sint wier total Schnel Gefaren heist die Überschrift heute wolte Mich Linas Mama apholen im Auto ist ir eingefalen das sie die Deke fergesen hat dan wolte sie noch mal nach Hause faren und die Deke holen Da sint wier bestimt Hundert Fünfzik gefaren dan waren wier bei Lina Linas Mama ist gans Schnel aus dem Auto und hat die Deke geholt und das Kisen natürlich dan ist sie wider ins Auto geflizt und dan ist sie weiter gefaren da sint wier wider Hundert fünfzik gefaren wui und Lina hat auf der rükfart bei der Ampel gesackt Grün Grün Grün und Ich dan auch und dan sint wier gans schnel durch die Kurve gerast bei der Schule ist Linas Mama aus dem Auto Gestigen hat Lina und mir die Tür Auf Gemacht und hat uns die Ransen Raus geworfen Ich habe meinen gesucht und gesucht erst Habe Ich in nicht gefunden dan lach er unter dem Auto Ich zok in raus und gink mit Lina in die Schule

Elisabeth

Elisabeth

Was die Zukunft bringt (außer noch mehr Schokomüsli)

In diesen Tagen verschicken Deutschlands Unis die Zu- und Absagen und ich finde das sehr spannend. Binnen eineinhalb Wochen entscheidet sich, wo meine ehemaligen Mitschüler ihre nächsten drei, vier, fünf Jahre verbringen werden, wer sich noch oft sehen und wer sich bald aus den Augen verlieren wird. Bei manchen entscheidet sich sogar erst mit der Zusage, welches Fach sie überhaupt studieren. Was für eine aufregende Zeit das sein muss!

Ich habe meine Zusage bekommen, bevor ich mein Abitur hatte, was irgendwie nicht richtig rum ist. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt überhaupt noch für die mündliche Prüfung lernen sollte, und entschied mich dann dafür, es könnte schließlich immer noch etwas dazwischen kommen.

Obwohl also die Reihenfolge verkehrt war, war es doch sehr schön und fast wie in Amerika oder zumindest wie in all den amerikanischen Serien. Meine Eltern hatten mich zum Auswahltag begleitet und dabei auch zum ersten Mal den Campus gesehen. Das Tolle war, dass sie gleich genauso überzeugt waren wie ich, dass diese eine Uni am allerbesten zu mir passt.

Deshalb warteten wir alle in den Wochen danach jeden Tag gespannt auf Post, und ich hoffte hoffte hoffte, es würde ein großer Umschlag sein, wie in Amerika. Es waren auch tolle Tage, weil ich das Lernen für die Mündliche vor mir herschob (ich hatte gerade einen anstrengenden Auswahltag hinter mich gebracht!) und stattdessen lieber viel Schokomüsli aß und morgens lange schlief.

An einem Morgen weckten mich meine Eltern, die gerade frühstückten, als die Post kam. Es war ein Brief von meiner Uni dabei, und es war ein großer Umschlag. Obwohl man dann schon weiß, dass es eine Zusage sein muss – warum sollte eine Absage, ein einzelnes, sehr hässliches Blatt Papier, schließlich in einem DIN A4-Umschlag kommen? -, ist man beim Öffnen noch unheimlich aufgeregt. Es war wirklich wie bei den “Gilmore Girls” und ich hoffe, dass alle meine Mitschüler ihre Zusagen auch in so einem schönen Moment öffnen, morgens um neun, im Schlafanzug, am Frühstückstisch.

Wunderbarerweise sind an meiner Uni nicht nur die Zusagen amerikanisch, sondern auch die Semesterzeiten. So konnte ich, als auf einmal die Redaktion von jetzt.de anrief und fragte, ob ich in München studieren (nein!?) und für sie arbeiten wolle (ja!), meinen Studienbeginn einfach auf Januar verschieben.

Nun hatte ich also eine Unizusage und einen Job. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt überhaupt noch für die mündliche Prüfung lernen sollte, und entschied mich dann dafür, es könnte schließlich immer noch etwas dazwischen kommen.

Inzwischen habe ich eine Unizusage, einen Job und mein Abitur. Ich bin immer noch nicht ganz einverstanden mit der Reihenfolge, und ich weiß noch nicht, wo ich wohnen werde – weder in München, noch in Friedrichshafen.

Aber ich habe beschlossen, die letzten zwei Wochen, die ich Zuhause bin, mit viel Schokomüsli und lange Ausschlafen zu verbringen. Achja, und ich versuche, Kochen, Waschen, Bügeln, Schminken, Spanisch und weitere Dinge, die ich mal gebrauchen könnte, zu lernen. Es kann schließlich immer noch etwas dazwischen kommen.

Kopf zwischen Sterne

An so sternklaren Abenden wie dem heutigen denke ich oft an die Nacht, die wir vor ein paar Wochen in der Sternwarte verbracht haben. Ich wollte da schon seit einer Ewigkeit mal hin, und bezeichnenderweise hat es erst nach dem Ende meiner Schulzeit geklappt.

Die Sterne und ihre gesamte Wissenschaft waren für mich immer eines von diesen Feldern, die man in der Schule so gut wie gar nicht kennenlernt. Darum muss man sich selbst kümmern, und es gibt hunderte und aberhunderte Themen, bei denen das ebenso ist. Deswegen mag ich es nicht, wenn Leute behaupten, zum Zeitpunkt des Abiturs sei das Allgemeinwissen, über das man verfügt, am größten. (Ja, diese Leute gibt es tatsächlich!) Für mich ist das Abitur bloß Allgemeinwissen, das andere in einen reingestopfen. Es ist sozusagen das Fundament, der Boden von einem riesengroßen Loch, in den noch viel mehr Allgemeinwissen reinpasst. Nur muss man den Rest selbst in sich reinstopfen, und ich habe mir vorgenommen, das zu machen.

Das tolle an diesem Rest-Allgemeinwissen ist, dass man es auf so viele verschiedene Wege erlangen kann. Man muss nicht immer nur Bücher wälzen oder Fernsehdokumentationen anschauen (obwohl das auch super ist, weil es so schnell geht und man IMMER was lernt, wenn man nur gerade empfänglich dafür ist (Kennt ihr diesen hyperempfänglichen Modus, diesen Moment, in dem man unbedingt was Neues lernen und einfach IRGENDEINE Doku angucken will, egal, worum es geht?)), man kann auch in eine Galerie gehen oder einen Imker besuchen oder eben eine Sternwarte.

In meiner kleinen Stadt gibt es eine ganz kleine Sternwarte. Sie hat nur einmal die Woche geöffnet, immer donnerstags. Und dann auch erst nachts, und allein das ist ja schonmal riesig aufregend. Was sonst hat schon tagsüber die ganze Zeit geschlossen, um dann mitten in der Nacht ein paar Stunden der ganzen Welt offenzustehen?

Die Nacht, in der wir rausfuhren zur Sternwarte, war ganz überraschend eine klare. Eigentlich waren Wolken und Regen gemeldet worden. Entsprechend überrascht waren auch die beiden Männer, die in der düsteren Kuppel herumwerkelten, als wir die schmale, eiserne Treppe heraufgestapft kamen.

In dem kleinen, runden Raum mit dem drehbaren Loch in der Decke stand ein einziges, sehr wuchtiges elektronisches Teleskop. In die Wand war ein Fach eingelassen, in dessen schummriger Beleuchtung man aufgeschlagene Astronomiebücher, eine Kamera und fremde Gerätschaften erkennen konnte.

“Da kommt ja doch noch jemand!”, begrüßten uns die zwei Männer fröhlich. Ich weiß bis heute nicht, wie die beiden aussahen, weil es die ganze Zeit so dunkel war. Der Eine trug eine Lampe auf der Stirn, die seine wild abstehenden Haare anleuchtete. Die beiden waren richtige Sternenfreaks, wie man sich das so vorstellt.
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