Alle Einträge mit dem Tag Roman

Der Doktor ist DA

Roman hat mir dieses wunderbare antiquierte Peanuts-Ausgabe geschenkt, in der Charlie Brown noch Braun heißt und Lucy Luzie. In der Widmung schreibt er, Nummer 21 erinnere ihn an mich. Er hat recht, und ich glaube, das ist das Erfolgsgeheimnis von Charles M. Schulz: Dass er einen immer an sich selbst erinnert oder an die Menschen, die man liebt. (Ich liebe die Peanuts.)

Das Allerbeste an den Ferien

Früher war das Allerbeste an den Ferien, dass man lange aufbleiben durfte. Irgendwann durfte man sogar selbst bestimmen, wie lange. Und dann durfte man das auf einmal auch während der Schulzeit. Seit lange Aufbleiben daher nichts Besonderes mehr ist, ist das Allerbeste an den Ferien – zumindest für mich – morgens Aufstehen.

In diesen Ferien, meinen letzten, bin ich jeden Morgen um neun Uhr aufgewacht. Dann döse ich noch ein bisschen vor mich hin, kuschele mich in meine Decke und höre den Vögeln zu, den Autos und Rädern, die vorbeifahren, und den Lawinen, die das Dach runterrauschen. Ich höre, wie meine Eltern ausnahmsweise vor mir aufstehen und wie die Post durch den Briefschlitz fällt. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt raffe ich mich ein kleines bisschen auf, dann lese ich in einem Buch oder – Schande! – schalte meinen Rechner an, um eine verwegene amerikanische Serie anzuschauen – aber nur eine winzig kleine Folge.

Anschließend raffe ich mich noch mehr auf und gehe duschen. Und dann: frühstücken. Im letzten Jahr habe ich erkannt, wie wahr dieser Spruch von der wichtigsten Mahlzeit des Tages ist. Seitdem zelebriere ich das Frühstück an jedem freien Tag.

2008 habe ich auch angefangen, Peperoni zu essen (und Oliven zumindest probiert). Ich habe gelernt zu tanzen, Walzer, Quickstep, Tango. Ich fieberte bei den US-Wahlen mit und bekam alle vier Weisheitszähne auf einmal gezogen. Ich habe alle Folgen von Gossip Girl innerhalb weniger Wochen gesehen. Ich war im Fernsehen und bin ganz viel gereist, meistens mit Roman, mit dem ich am allerliebsten reise. Ich habe mir in diesem Jahr – sehr zum Leidwesen von Moritz – angewöhnt, überall Eselsohren reinzuknicken und den Pony noch immer nicht rauswachsen lassen.

So viele große und kleine Dinge sind passiert im letzten Jahr, und die Vorstellung, dass 2009 womöglich noch voller und aufregender wird, ist etwas einschüchternd. Aber ach was. Ich bin 18, ich bin voller Ehrfurcht und voller Verlangen. 2009 ist das Jahr mit dem Abitur, und morgen stehe ich auf, zelebriere mein Frühstück und tue so, als wäre es nicht der letzte richtig freie Tag für eine lange Zeit.

Weihnachtliches Gezwitscher

Zusammen mit Oskar und Roman und noch ein paar anderen twittere ich über Weihnachten. Beim zuender!

Poetry Slam in der Schule

Beim schuleigenen Balladenabend, zu dem sämtliche Eltern, Großeltern, -tanten und -onkels geladen werden, um sich ihre Kinder, Enkel, Neffen, Nichten auf der Bühne der Aula anzuschauen, muss der Deutsch LK der 13er natürlich auch etwas darbieten. Und etwas, woran man erkennt, dass es ein LK ist, bittesehr! Aus der 13!

Okay, haben wir uns gedacht, werden wir modern. Mit Sex, Arsch, Satan. Wuhu! Anfangs hatten wir – wie man unserem Deutschlehrer vielleicht noch anmerkt – doch Angst, dass das mit einem Klosterschulenpublikum vielleicht nicht sooo gut funktionieren könnte. Diese Angst legte sich aber schnell. Es war ein Knüller. Nur schade, dass wir Texte covern mussten. Sie selbst zu schreiben hätten wir in der kurzen Zeit wirklich nicht mehr geschafft. Aber vielleicht bekommt das ja der nächste LK hin.

Roman hat sich eine Nacht und einen Tag lang hingesetzt und aus dem aulatypisch schlechten Material diesen herrlichen Pop-Zusammenschnitt gefertigt. Du bist ein Schatz.

(Und wer mehr will: Der WDR ist inzwischen eine wahre Fundgrube. Es gibt es eben doch noch, das vernünftige Fernsehen. Am Freitag. Um Mitternacht.)

Wie siehts aus in Hamburg

Und dann waren wir ja auch noch in Hamburg. Wie lang ist das jetzt schon wieder her? Zwei Wochen? Drei?

Ursprünglich war es als eine Pilgerreise geplant, zum dort gerade neueröffneten Urban Outfitters – der lang erwarteten ersten deutschen Filiale! Ich hatte die Kette in New York für mich entdeckt, und die Sachen, die ich damals gekauft habe, trage ich nocht immer. Andere Erfahrungen habe ich, zumindest teilweise, mit den UO-Klamotten aus Stockholm und Antwerpen gemacht. Die deutsche Filiale war dann auch eher enttäuschend. Oskar, den wir am nächsten Morgen trafen, hat schon recht, wenn er sagt, dass sie irgendwann alle gleich aussehen. Außerdem muss man bei den Euro-Preisen dann doch manchmal schlucken.

Das ganze Shopping wollten wir abends mit ein bisschen Kultur ausgleichen. Als Nicht-Hamburger war für uns sofort klar, dass man da ins Thalia Theater muss. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das halbe Stück verpasst habe – ich war einfach viel zu müde. Und das, obwohl sich die Schauspieler alle Mühe gaben, mich wach zu halten: Sie machten Lärm, zogen sich komplett aus und beschmierten sich noch dazu mit Blut! Hat alles nichts geholfen.

Dafür war ich dann aber am nächsten Morgen hellwach. Da hat Insider Oskar uns ein herrliches Luxus-Frühstück beschert, in einem Cafe, dessen Namen ich vergessen habe. Es gab Schokoküsse, Fisch, Salat und fettiges amerikanisches Zeug (warm!) in gemütlicher Atmosphäre und für 6 Euro 90, und deshalb empfehle ich euch das Ganze auch trotz der wirklich miesen Kellnerinnen. Also, sobald mir der Name wieder einfällt.

Zu guter letzt haben wir eine wunderbar touristische Barkassenfahrt unternommen, mit einem jungen Kapitän, der zwar noch nicht richtig einparken, dafür aber sehr gut jede Menge Hafen-Gossip erzählen konnte. Und dann kamen wir raus, und das Wetter wurde intensiv, es war wirklich schön.