Alle Einträge mit dem Tag München

Lecker! Aroma Kaffeebar

Aroma

Ich mag ja Geschäfte, die richtig gutes Essen verkaufen. Italienische Feinkosthändler, opulente Markthallen, sowas. Durch diese Orte zu schlendern finde ich toll: die Farben, die Gerüche und der Gedanke daran, dass die Menschen, die hier einkaufen, gutes Essen wertschätzen. Dabei geht es mir gar nicht darum, möglichst viel selbst zu probieren – einiges mag ich ja nichtmal. Aber es gefällt mir, die Leute beim Einkaufen zu beobachten, wie sie von schwergewichtigen Metzgern oder uralten Käseverkäuferinnen beraten werden, die dann alles ganz gewissenhaft abwiegen und anschließend den Preis – etwas weniger gewissenhaft – ab- oder aufrunden.

Aroma

Ein bisschen so läuft es auch in der Aroma Kaffeebar in der Münchner Pestalozzistraße. Hier gibt es zwei Theken: eine für Frühstück, “flotte Nudelgerichte” und erlesenen Kaffee, und eine weitere für Brot und Baguettes. An Letzterer kann ich mich in der Regel nicht satt sehen – und erst recht nicht entscheiden. Deshalb sage ich den netten Herren dahinter, was ich gern hätte (zum Beispiel ein schön dunkles Brot mit einer guten, pikanten Salami), und lasse mich dann überraschen. Beim letzten Mal kam dabei ein Mandel-Karotten-Brot mit Fenchelsalami, Tomaten und Salat heraus. Es war köstlich.

Aroma

Wer den Blick doch einmal von dem liebevoll angerichteten Speisen abwenden kann, hat auch sonst viel zu schauen und staunen: In einer Ecke stehen alte Küchengeräte, es gibt jede Menge Magazine zum Schmökern und nicht zuletzt auch zwei Regalwände voller verrücktem Krimskrams, den man genauso kaufen kann wie einzelne Smarties-Döschen oder die tollen selbstgebackenen Cookies.

Aroma

Sauber bleiben

5 Dinge, die unserer „möblierten“ Wohnung fehlten:
Ein Wäscheständer
Ein Bügelbrett
Eine Deckenlampe in meinem Zimmer
Ein Kleiderschrank in meinem Zimmer
Internet und Telefon

5 Dinge, die unserer „möblierten“ Wohnung immer noch fehlen:
Eine vernünftige Lampe in der Küche
Ein Toaster
Eine Heizung im Bad
Ein Eisfach
Eine Waschmaschine

Wegen der fehlenden Küchenbeleuchtung habe ich mir irgendwann abgewöhnt, dort zu frühstücken, und wegen des nicht vorhandenen Toasters – und weil ich einfach keine vernünftigen Alternativen gefunden habe – entwöhnte ich mich auch vom Frühstück selbst. Oh, und das kalte Bad beschleunigt meinen Morgen noch zusätzlich…

Nein, also, eigentlich ist alles halb so schlimm. (Es macht nur solchen Spaß das Ganze aufzubauschen.) Man gewinnt ja auch viele neue Erfahrungen durch so eine möblierte Wohnphase. Zum Beispiel gehe ich nun regelmäßig in den Waschsalon. Anfangs dachte ich, cool, jetzt bin ich auch eins von diesen Waschsalongirls, das dort beim Lesen oder Musikhören zufällig die große Liebe trifft. Wie im Film! Dummerweise habe ich im Waschsalon aber noch NIE überhaupt irgendwen getroffen – außer der Chefin. Und die ist nicht gerade gesprächig.

Dabei dachte ich immer, Waschsalons wären so richtig aufregende Orte – gerade weil sie so langweilig aussehen! Ich dachte, da streiten sich regelmäßig junge Studentinnen mit ihrem Handy und alte Damen mit ihrem Hund. Und dass da regelrechte Schaumbäder passieren, weil irgendwer sich nicht auskennt, oder Sockenschlachten am Fundwäschekorb. Aber nichts dergleichen. Ich sitze bloß ganz allein neben den ruckelnden Maschinen und wähle oder warte darauf, dass Josh Hartnett vorbeikommt. Heute Abend muss ich wieder hin. Vielleicht passiert ja dieses Mal etwas?

Meine wunderbaren Jobaussichten

Prima Aussicht aus dem Büro

Der Herbst ist hier so bunt wie der Central Park und so kalt, dass meine sonst auf so magische Weise immerweichen Hände zum ersten Mal in ihrem Leben nach einer Handcreme verlangten.

Gas ist gruselig

In heller Vorfreude auf die Wohnung, die ich noch finden muss (…), verfolge ich auf einmal Einrichtungsblogs mit so klingenden Namen wie „Desire to Inspire“ und „Decor8“. Ich beneide Christina, die am Wochenende zu Ikea fährt, und die Frau im internationalen Bahnhofskiosk, die all die hübschen Einrichtungsmagazine aus Amerika und Frankreich durchblättern darf, wenn gerade kein Kunde da ist. Ich bin einfach ganz aufgeregt darüber, dass ich bald endlich eine eigene Wohnung gestalten kann. (Sofern ich denn eine habe, wenn es im Januar in Friedrichshafen losgeht.)

Denn im Moment wohne ich ja noch in einer möblierten Übergangswohnung am Münchener Westpark. Das Problem mit den möblierten Wohnungen ist – zumindest in unserem Fall -, dass sie so persönlich aussehen. Man isst, schläft, duscht dort vier Monate lang, aber eigentlich wohnt da jemand anderes. Jemand, der Bücher wie „Die Wolfsfrau“ im Regal stehen lässt und einen versilberten Buddha-Kopf und getrocknete Blumensträuße. Solange man den Auszugstermin im Blick hat, ist das in Ordnung, aber richtig gemütlich, so mit Zuhause-Gefühl, wird es nie.

Meine Sehnsucht nach dem Einrichten ist also wohl eigentlich die Sehnsucht nach Gemütlichkeit. Ich habe Lust, Plätzchen zu backen und Weihnachtskarten zu basteln, doch es gibt nicht mal einen Schreibtisch und nur den fiesen Gasherd, an den ich mich nicht rantraue.

Aber zum Glück bin ich ja in München. Die Münchener kennen sich mit Gemütlichkeit verdammt gut aus. Sie haben plüschige Cafés mit den allerschokoladigsten Muffins und viele kleine Geschäfte, die ausschließlich Lebkuchen oder Holzwaren verkaufen. (Ganz zu schweigen vom Viktualienmarkt.) Ich finde das ja toll, Läden zu entdecken, die es nur einmal gibt und nicht in jeder verdammten Einkaufsstraße in jeder verdammten Stadt.

Meinen Samstag verbringe ich deshalb damit, durch diese Geschäfte zu streifen und am Ende in einem tiefen Cafésessel zu versinken, bei einem Saft und einem guten Buch. (Gute Bücher wie zum Beispiel „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde oder „One Fifth Avenue“ von Candance Bushnell.) Und nein, ich trinke immer noch keinen Kaffee – auch wenn das womöglich noch gemütlicher wäre.

#3: Wiesn