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Was ich nach 5 Wochen über München gelernt habe

  1. Bayerisch Münchnerisch reden heißt auch: langsam reden.
  2. Berliner heißen jetzt Krapfen.
  3. Das Oktoberfest ist nicht nur für Touristen.
  4. Es gibt hier viel gute Kunst und viel gutes Essen.
  5. Tief in sich drin sind alle Münchner Italiener (brand eins 10/09).
  6. Es sieht zwar ruhig aus, aber eigentlich ist immer was los (man muss nur wissen, wo).
  7. Die Eisbachsurfer gibt es wirklich.
  8. Eisbachsurfer

  9. München ist nicht Bayern. (Oder umgekehrt?!)
  10. Hier steht das am längsten durchgängig bespielte Kino der Welt. Angeblich.
  11. Schokocroissants sind hier TEUER.
  12. Alles andere auch!
  13. Nur Zeitungen gibt es an jeder Ecke umsonst – vorausgesetzt, man hat keine Skrupel.
  14. München ist sicher. Ein Umstand, auf den man sich erstmal einstellen muss, wenn man gerade aus Costa Rica kommt und sich daran gewöhnt hat, keinen Schmuck anzulegen und seine Tasche immer mit dem Verschluss nach innen zu tragen.
  15. Apropos Tasche: Louis Vuitton.

20 neue todischere Wege sich vorm Lernen zu drücken

  1. Die Abizeitung planen
  2. Den Chaostag planen
  3. Den Abiball planen
  4. Im Supermarkt eine kleine Ewigkeit lang nach den optimalen Lernkeksen suchen (Voraussetzungen: lecker, wenig Kalorien, trotzdem Energiebooster, billig, keine Schmierfinger wegen der Schulbücher)
  5. Statt zum Aldi gegenüber den langen Weg bis zum Lokalsupermarkt fahren, weil es da die BESSEREN Kekse gibt
  6. Neue Rezepte ausprobieren
  7. Im Internet nach Lerntipps suchen
  8. Losfahren Loslaufen, um alle ausgeliehenen DVDs und Bücher persönlich zurückzugeben
  9. Germany’s Next Topmodel
  10. Die Reisen nach dem Abi organisieren
  11. Mal wieder zum Arzt gehen (weil die Besuche beim ersten Mal zu einer neuen Terminkette geführt haben: Da müssen wir noch einen Zahn versiegeln, da noch eine Allergie antesten…)
  12. Unis und Studiengänge googlen und gleich alle Zulassungsvorschriften und Bewerbungsabläufe recherchieren
  13. Shoppen
  14. Den allerersten Kalender kaufen, der von Januar bis Dezember geht und nicht von Juli bis August, und alle Geburtstage eintragen
  15. Chatten
  16. Blumen gießen
  17. Zur Schule fahren und nachgucken, ob die Termine für die mündlichen Prüfungen schon feststehen
  18. Ins Fitnessstudio gehen (wegen der Kekse)
  19. Alle Rezensionen bei Amazon lesen um rauszufinden, welche Lektüreschlüssel die besten sind
  20. Theater, zum Beispiel – für ein ruhiges Gewissen – in „Don Karlos“, 17./18./19.4. im ehemaligen Stadtarchiv Bochum

20 todsichere Wege sich vorm Lernen zu drücken

  1. Einen Lernplan erstellen
  2. Im Internet rumsurfen und sinnlose Dinge ewig recherchieren
  3. Einer Serie verfallen, zum Beispiel: “Gossip Girl” (wegen der Klamotten), “Sternenfänger” (wegen der Sommergefühle), “Brothers and Sisters” (weil sonst nichts mehr da ist)
  4. Ganz viel arbeiten
  5. Sehr aufwendig kochen
  6. Mal wieder all den Leuten eine E-Mail schreiben, bei denen man ewig nichts von sich hat hören lassen – wegen des ganzen Stresses, versteht sich
  7. Arzttermine einschieben: halbjährliche Kontrolle beim Zahnarzt, Muttermalcheck und so
  8. Aufräumen
  9. Sich beim Essen mit den Eltern verquatschen (dabei darüber jammern, wie viel man noch lernen muss)
  10. Die allervergammeltsten To-Do-Listen herauskramen und abarbeiten
  11. Anfangen Sport zu treiben
  12. Sich endlich erbarmen und der Schwester erklären, wie Gedichtanalyse / Photoshop / Hackfleischbällchen Braten geht
  13. Die Uni-Bewerbung ausfüllen (das Feld “erwartete Abiturnote” zur Sicherheit freilassen)
  14. Ein neues Ordnungssystem auf der externen Festplatte einführen
  15. Früh schlafen gehen, damit man am nächsten Tag dann endlich genug Energie zum Lernen hat
  16. Den Spiegel mal von vorne bis hinten durchlesen
  17. Knutschen macht den Kopf frei
  18. Sich neuerdings für diese abgefilmten Zugfahrten im Fernsehen interessieren
  19. Zusätzliche Lehrbücher bestellen, ohne die man gar nicht erst anfangen kann (Lieferzeit: 3 Werktage)
  20. Über weitere Punkte für diese Liste sinnieren

Achja

Die Theorieprüfung habe ich übrigens geschafft! Null Punkte!

Für wen es mir alles Leid getan hat:

  1. Für mich, weil es so bitterkalt war und ich zwanzig Minuten draußen warten musste.
  2. Für die beiden Jungs, die die Prüfung auf Russisch abgelegt haben, dafür 20 Euro mehr bezahlten – und trotzdem nicht alles verstanden, weil die Übersetzungen so grottig sind.
  3. Für meinen Fahrschullehrer, weil ich einfach gefahren bin, nachdem ich mein Ergebnis hatte, obwohl er wollte, dass wir auf ihn warten. Aber ich hatte doch Schule!
  4. Für alle, die es nicht geschafft haben. (Außer für den Einen, dem sie am Abend vorher noch gesagt haben, er muss was tun, wenn er das schaffen will. Wenn der nicht bestanden hat, ist er doch selbst Schuld.)

Haare auf den Zähnen

Dies mit einem herzlichen Gruß an Kathrin, der ich meine Haare inzwischen seit einer halben Ewigkeit anvertrauen kann: Warum ich so gern zum Friseur gehe.

  1. Man wird schön gemacht.
  2. Mit Pony darf man ganz oft umsonst zum Friseur.
  3. Instyle lesen! Das ist die optimale Friseurzeitschrift: wenig Text, viele Bilder. Das bedeutet, dass man sie schon nach einer Runde Spitzenschneiden durchgelesen hat und ohne Unterbrechung des Leseflusses das Heft und/oder den Kopf höher und tiefer halten kann, wenn die Friseurin das will. Gemeinsam mit ihr kann man dann aufwendige Roter-Teppich-Frisuren analysieren und auf jeder Seite das schönste Kleid aussuchen.
  4. Kathrin bestätigt mir, dass meine Haarfarbe nicht “orange” heißt und auch nicht “rot”, sondern “rotgold”.
  5. Wir planen meine Frisur für den Abiball.
  6. Man kriegt Haarspangen geschenkt.
  7. Und Proben von Volumenspray, das nach Weintrauben duftet.
  8. Die Dauerwellenomis erzählen immer so lustige Sachen, wenn sie unter der Trockenhaube sitzen.
  9. Wenn ich nur zum Ponyschneiden da bin, darf ich nachher noch dableiben, bis ich InStyle durchgelesen habe.
  10. Ponyschneiden ist auch die einzige Möglichkeit, bei der man sich über Haare auf den Zähnen beschweren kann, ohne schief angeschaut zu werden.
  11. Anschließend fühlt man sich meistens toll – außer man hat eine ganz neue Frisur bekommen, dann setzt dieses Gefühl hoffentlich nach ein paar Stunden ein.