Alle Einträge mit dem Tag Gedicht

König.

lichtteilchen
an dich in die nacht
ich habe niemand umgebracht
nur an dich gedacht

dreh die zeit
schneller richtung du
so läuft die halbe ewigkeit
auf dich zu zu zu

reglos liegen
weiche knie und ohne worte
in gedanken fliegen
nur mit dir an alle orte

zwischen mond und sternen
leise flüstern munkeln
sich von allem entfernen
nur du bist spürbar im dunkeln.

ein buch

ein buch
das ist etwas wundervolles, zauberhaftes
du kannst darin versinken
du kannst es überfliegen
du kannst
lachen
weinen
den atem anhalten
mitfühlen
die seiten zerknicken
den einband anmalen
die rechtschreibung berichtigen
dich über den text ärgern
oder freuen
du kannst dein buch
nicht mehr loslassen, ehe du es fertig gelesen hast
verfluchen, wenn es ein schulbuch ist
zur seite legen und darüber nachdenken
wegwerfen, aber nur wenn es ganz furchtbar schlimm ist.
und anschließend schreibst du einen brief an den autor.

die klingel

und da ist es, das erlösende zeichen
die klingel
stühle rücken, taschen zumachen
man müsste die stühle auf die tische stellen
die stühle stehen auf dem boden
jacken anziehen, andere weg schubsen
man müsste ihnen wieder hoch helfen
sie bleiben liegen, ziehen sich am tischbein hoch
der lehrer verkündet die hausaufgaben
keiner hört ihn
man müsste die tafel wischen
macht keiner
man müsste den müll wegräumen, der auf dem boden liegt
kein eimer da
schüler sind weg, lehrer geht raus
macht das licht aus,
die Tür zu.
auf dem boden liegt eine glühende zigarette.

Aus alten Zeiten

Der Füller
    Für Vera

Eines Tages lief der Füller
Völlig aus
Welch ein Knüller
Alles raus

Und es rinnt
Wird immer reger
Die ganze Tint’
Hinab die Feder

Doch plötzlich hebt der Stift sich an
Setzt ans Blatt die Spitze ran
Schreibt ein kurzes Wort hernieder
Na, was spiegelt sich dort wieder?

Schluss