Alle Einträge mit dem Tag G10

Wie am Set von Sofia Coppola (nur die Musik klingt kaputter)

Wie bei Marie Antoinette!

Am Sonntag bin ich rausgefahren nach Oberschleißheim, wo das angeblich zweitschönste Schloss von München steht. Dieses Schloss hatte sich verwandelt in die Welt von Marie Antoinette: Barock kostümierte Adlige spazierten durch die weitläufigen Parkanlagen, am Wasser entlang, wo meterhohe Fontänen in der Sonne glänzten. Altmodische Kutschen fuhren über die Schotterwege, und durch die Alleen sauste eine fürstliche Jagdgesellschaft. In den Ohren hatte ich nur das Bellen der Hundemeute und die französischen Jagdhörner, die absichtlich so kaputt klingen. Und obwohl viele Besucher zu dem Spektakel gekommen waren, störte nicht einmal ein modernes Handyklingeln diese 18. Jahrhundert-Idylle.

Es war ganz toll, und ich habe wieder lauter Dinge gelernt, die man in der Schule nicht erklärt bekommt. Übers Jagen (zum Beispiel, dass man bei einer “Schleppjagd” einer Duftspur hinterherjagt, nicht aber einem lebenden Tier, weil das bei uns verboten ist), über Kutschen (zum Beispiel, dass die Farben eine wichtige Rolle spielen – der Kutsche und der Pferde!), über Mode (zum Beispiel, dass der breite braune Rand an vielen Stiefeln und lauter andere modische Dinge ihren Ursprung in der Jagdkultur haben) und über lauter andere Dinge. Das meiste davon fällt mir jetzt schon gar nicht mehr ein, es wird übertüncht von dem allgemeinen Sommerhochgefühl, das diesen Tag prägte. Aber ich bin sicher: Bei der passenden Gelegenheit kommt alles zurück.

Ein Video vom Jagdtreiben gibts auch!

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Elisabeth

Elisabeth

San José

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Am Strand von Tamarindo

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Ja, das bin wirklich ich, die da in 40 Metern Höhe kopfüber im Regenwald hängt.

Ein Wochenende habe ich bei einer ehemaligen Mitschülerin in Tamarindo verbracht, die dort, am linken unteren Ende Costa Ricas, genau das gleiche tut wie ich, nur mit Klassenräumen im Freien und direktem Zugang zu einem wunderschönen Pazifikstrand. Und der Möglichkeit, an einem “Adventure Trip” teilzunehmen, für den sie uns einfach mal angemeldet hatte.

Am stählernen Faden

An diesem Wochenende habe ich so viele erste Male erlebt: Ich war zum ersten Mal klettern. Ich bin zum ersten Mal nur an einem Stahlseil in 40 Metern Höhe hängend durch den Regenwald gesaust. Ich bin zum ersten Mal nur an einem Stahlseil in 40 Metern Höhe hängend kopfüber (!) durch den Regenwald gesaust. Ich bin zum ersten Mal in einem unkontrollierbaren Schlauchboot-Donut über einen wilden Bach gebraust. Ich war zum ersten Mal von oben bis unten mit Vulkanschlamm eingeschmiert und habe das Ganze anschließend in meiner ersten heißen Quelle abgewaschen. Ich war auch zum ersten Mal an einem richtigen Postkartenstrand und habe da zum ersten Mal einen surfenden Hund gesehen. Und das alles hat riesig Spaß gemacht.

Ein paar Freunde Zuhause scherzen immer, ich solle lieber nicht zurückkommen, weil ich nach vier Wochen Costa Rica bestimmt total verändert sei. Aber ich glaube nicht, dass das stimmt. Ob ich meinen Tamarindo-Mut mit nach Deutschland nehme und dort auf einmal anfange, Achterbahn zu fahren? Oder ob ich zurück in der Heimat immer noch so offen für jegliches neue Essen mit den unbekanntesten Früchten bin? Ich hoffe es, aber ich weiß es nicht. Doch selbst dann wäre das doch keine wirkliche Veränderung.

Das hat mich schon früher immer verwundert, bei Freunden, die ein Auslandsjahr gemacht hatten. Ich dachte stets, so etwas müsste einen sehr stark prägen, aber vielen merkt man ihre intensiven Auslandserfahrungen gar nicht an. Sie tragen mal einen Pulli aus argentinischer Lamawolle oder haben eine Vorliebe für Ahornsirup, aber ansonsten scheint das Ganze eher eine große zusätzliche Schublade in ihrem Kopf zu sein.

Ich habe jetzt also diese kleine Costa Rica-Schublade, aber inzwischen freue ich mich schon richtig drauf, die Deutschland-Fächer wieder zu öffnen.