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	<title>hurra! &#187; Druckfrisch</title>
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	<description>Das Weblog von Eva Schulz</description>
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		<title>Der Hund in der Vorlesung</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 15:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
				<category><![CDATA[Druckfrisch]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2010/05/28/der-hund-in-der-vorlesung/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2010/05/zeitstudienfuehrer-496x1254-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Die Studienanf&#228;ngerin Eva Schulz hat ihre Eindr&#252;cke vom Start an der Uni f&#252;r uns getwittert]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2010/05/zeitstudienfuehrer-496x1254.jpg" alt="" title="Erstsemestergetwitter im ZEIT Studienf&#252;hrer" width="496" height="1254" class="aligncenter size-medium wp-image-3482" /></p>
<p class="code">ZEIT Studienf&#252;hrer 2010/11</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sturmfrei f&#252;r immer</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 16:29:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
				<category><![CDATA[Druckfrisch]]></category>
		<category><![CDATA[Ausziehen]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einem halben Jahr zog Eva Schulz, 19, in eine eigene Wohnung, 500 Kilometer entfernt von ihrer Familie. Beim ersten Heimatbesuch wird klar: Im Elternhaus hat sich von Fernsehprogramm bis W&#228;sche-Service so ziemlich alles ver&#228;ndert. Eva fragt sich: Ist das noch ihr Zuhause?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einem halben Jahr zog Eva Schulz, 19, in eine eigene Wohnung, 500 Kilometer entfernt von ihrer Familie. Beim ersten Heimatbesuch wird klar: Im Elternhaus hat sich von Fernsehprogramm bis W&#228;sche-Service so ziemlich alles ver&#228;ndert. Eva fragt sich: Ist das noch ihr Zuhause?</strong></p>
<p>Es sind meine ersten Semesterferien, und ich wei&#223; nicht, wo mein Zuhause ist. Ich habe jetzt zwei Wohnsitze: die Adresse, unter der auch meine Eltern wohnen und an die die Bank noch immer meine Post schickt. Und die neue, in der neuen Stadt, deren Postleitzahl ich nicht auswendig kann.</p>
<p>Mein Begriff von Zuhause ist auf einmal verschwommen und doppeldeutig. Er steht gleichzeitig f&#252;r zusammen und allein wohnen, f&#252;r eine gro&#223;e und eine kleine, eine ordentliche und eine weniger ordentliche Wohnung. Dass ich damit nicht allein bin, merke ich an meinen Kommilitonen. Wenn einer von ihnen erw&#228;hnt, dass er gleich nach Hause f&#228;hrt, lautet die erste Frage immer: &#8220;Nach Hause zu deinen Eltern oder in deine Wohnung?&#8221;</p>
<p>Bei meinen Eltern war ich das letzte Mal kurz nach dem Umzug in die neue Stadt. Da hatte meine Mutter im Vorfeld schon leise angedeutet, dass ich dreckige W&#228;sche in Zukunft bitte selbst waschen k&#246;nne, schlie&#223;lich h&#228;tte ich ja nun eine eigene Maschine. Pl&#246;tzlich f&#252;hlte ich mich in meinem Elternhaus eher wie ein Gast, nicht mehr wie ein Bewohner.</p>
<p>Nat&#252;rlich war das auch sch&#246;n: Mein Vater holte mich bei meiner Ankunft vom Bahnhof ab, obwohl ich auch den Bus h&#228;tte nehmen k&#246;nnen, meine Mutter kochte mein Lieblingsessen. Wir redeten wieder viel mehr miteinander als fr&#252;her. Meine kleine Schwester &#252;berlie&#223; mir sogar freiwillig die Fernbedienung und verzichtete auf &#8220;Hannah Montana&#8221;. Aber dennoch: So richtig kam ich in diesen Haushalt nicht mehr rein.</p>
<p><strong>Der kratzige Ringelpulli erinnert an den Chemietest</strong></p>
<p>Das fing schon damit an, dass ich mein Zimmer nicht wiedererkannte. Alles, was diesen Raum fr&#252;her zu meinem gemacht hatte, war verschwunden &#8211; das Bett, die B&#252;cher, die Bilder an den W&#228;nden. Schlie&#223;lich war der ganze Kram mit mir umgezogen. Stattdessen stand da nun ein neuer Schreibtisch mit den Aktenordnern meiner Mutter und daneben das schmale G&#228;stebett. Das sollte mein Zuhause sein?<br />
<span id="more-3408"></span><br />
Erst am Abend, als ich die Augen schloss und die Bettw&#228;sche so herrlich vertraut roch, war ich mir wieder sicher. Doch als dann morgens alle zur Arbeit und in die Schule gegangen waren, sa&#223; ich da und wusste nicht so recht etwas anzufangen mit der freien Zeit. In meinem anderen Zuhause h&#228;tte ich wenigstens die W&#228;sche waschen k&#246;nnen.</p>
<p>So war ich fast ganz ohne Anziehsachen angereist und musste auf die ausweichen, die es nicht in einen der Umzugskartons geschafft hatten. In dem kratzigen Ringelpulli und der gr&#252;nen Cordhose f&#252;hlte ich mich in die Mittelstufe zur&#252;ckversetzt. Ich wei&#223; noch, wie ich in genau diesem Pullover einen schrecklichen Chemietest schrieb und dabei furchtbar schwitzte.</p>
<p>Meine Freundin Lisa darf ihre W&#228;sche noch mit nach Hause bringen. Sie hat in ihrer WG keine Waschmaschine und wohnt nur zwei Stunden Fahrtzeit von ihren Eltern entfernt. Alle zwei Wochen f&#228;hrt sie sie besuchen, au&#223;er in Pr&#252;fungsphasen. &#8220;Arbeiten kann ich da &#252;berhaupt nicht&#8221;, sagt sie. &#8220;Die lenken mich viel zu sehr ab.&#8221;</p>
<p><strong>Jetzt blockiert die Schwester das Bad</strong></p>
<p>Sie findet, dass alle sich ver&#228;ndert haben &#8211; sie selbst, ebenso ihre Eltern: &#8220;Wir bewegen uns in gegens&#228;tzliche Richtungen. Ich habe mir in der neuen Wohnung angew&#246;hnt, hier und da mal was liegen zu lassen. Darauf reagieren meine Eltern jetzt viel empfindlicher als fr&#252;her.&#8221; Bei mir hat es solche Ver&#228;nderungen auch gegeben. Meine Schwester blockiert das Bad zu genau der Zeit, in der ich es fr&#252;her immer benutzt habe, und im K&#252;hlschrank suchte ich vergeblich nach der gewohnten Margarine. Mein Vater mag jetzt eine andere.</p>
<p>Ich wohne 500 Kilometer von Zuhause entfernt. Das ist fast so viel wie bei meinem Freund Christoph. Er ist letztes Jahr von Bayern nach Berlin gezogen und hat das Zwei-Zuhause-Dilemma f&#252;r sich so definiert: &#8220;Zuhause ist in Berlin. Bayern ist meine Heimat&#8221;, sagt er. Heimat, das stehe f&#252;r die Kindheit, alte Traditionen und irgendwie auch f&#252;r gutes Essen.</p>
<p>F&#252;r Christoph bedeutet der Heimatbesuch aber vor allem Stress: &#8220;Wenn ich da bin, will ich auch alle meine Freunde treffen.&#8221; Sowieso sei das Leben in Berlin entspannter. &#8220;Ich hatte nie wirklich &#196;rger mit meinen Eltern, aber in einer WG hat man einfach dauerhaft sturmfrei&#8221;, sagt er. &#8220;Da k&#252;mmert es niemanden, ob ich eine ganze Woche lang kein Gem&#252;se esse oder wann ich abends nach Hause komme.&#8221; Wenn er jedoch in Bayern ist und dort mit seinen Freunden ausgeht, gibt er den Eltern noch immer Bescheid.</p>
<p>Ein Besuch im alten Zuhause ist einerseits wie Urlaub. Andererseits ist es Alltag. Man wei&#223; genau, wo die Tischsets liegen und welche Reihenfolge die Sender im Fernseher haben. Und man muss immer noch beim Abwasch helfen oder staubsaugen. In solchen Momenten lernt man das Alleinwohnen zu sch&#228;tzen. Im neuen Leben ist es n&#228;mlich nicht schlimm, wenn die dreckigen Teller mal eine Nacht lang dreckig bleiben. Da darf man auch selbst entscheiden, wann gegessen und wann aufgestanden wird und was im Fernsehen l&#228;uft.</p>
<p>Vor ein paar Tagen habe ich mich allerdings dabei ertappt, wie ich ganze 20 Minuten ausgerechnet bei &#8220;Hannah Montana&#8221; h&#228;ngen blieb. Es wird wohl doch mal wieder Zeit f&#252;r einen Besuch zu Hause. Also, in der Heimat.</p>
<p class="code"><a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,684365,00.html">Spiegel Online</a>, 30. M&#228;rz 2010</p>


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		<title>&#8220;Alle wollten da hin&#8221; &#8211; Andreas Bernard &#252;ber seinen Roman &#8220;Vorn&#8221;</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2010/03/17/alle-wollten-da-hin-andreas-bernard-ueber-seinen-roman-vorn/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 18:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2010/03/17/alle-wollten-da-hin-andreas-bernard-ueber-seinen-roman-vorn/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2010/03/vorn-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Andreas Bernard wurde in den 1990er Jahren Redakteur beim Jetzt-Magazin. Nun hat er einen Roman &#252;ber diese Zeit geschrieben. Im Interview erz&#228;hlt er, wie viel "Jetzt" in "Vorn" steckt und ob er dieser Zeit nachtrauert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2010/03/vorn.jpg" alt="" title="Vorn" width="88" height="150" class="alignright size-full wp-image-3370" /><strong>Andreas Bernard wurde in den 1990er Jahren Redakteur beim Jetzt-Magazin. Nun hat er einen Roman &#252;ber diese Zeit geschrieben. Im Interview erz&#228;hlt er, wie viel &#8220;Jetzt&#8221; in &#8220;Vorn&#8221; steckt und ob er dieser Zeit nachtrauert.</strong></p>
<p><strong>Dein Roman handelt von Tobias, der neu in die Redaktion von &#8220;Vorn&#8221; kommt – einem sehr beliebten M&#252;nchner Jugendmagazin, Mitte der Neunziger Jahre. Das erinnert doch stark ans &#8220;Jetzt&#8221;-Magazin, das es damals noch in gedruckter Form gab&#8230;</strong><br />
Nat&#252;rlich hat mein Buch grob etwas mit dem &#8220;Jetzt&#8221;-Magazin zu tun. Gerade in M&#252;nchen hatte das ja viele begeisterte Leser, die &#8220;Vorn&#8221; nun vielleicht als die Geschichte dieses Hefts lesen. Aber es ist eben kein dokumentarischer Bericht, sondern ein Roman, der auch f&#252;r diejenigen interessant sein soll, die &#8220;Jetzt&#8221; nicht kennen. Das &#8220;Vorn&#8221;-Magazin aus dem Buch entspricht nicht eins zu eins dem alten &#8220;Jetzt&#8221;.</p>
<p><strong>Du beschreibst sehr genau, wie man sich am Anfang f&#252;hlt, wenn man als Praktikant in eine Redaktion oder ein B&#252;ro kommt und versucht, zu den Leuten, die dort arbeiten, dazuzugeh&#246;ren.</strong><br />
Das ist ja auch eine ganz neue Welt. Als ich vor 15 Jahren zum &#8220;Jetzt&#8221;-Magazin kam, haftete dieser Redaktion schon etwas Glamour&#246;ses an, viele wollten da hin. Ich glaube, es gibt im Journalismus nur alle zehn bis 15 Jahre einen Ort, der so magnetisch auf junge Schreiber wirkt. Das war in den Sechzigern die Zeitschrift &#8220;Twen&#8221;, in den Achtzigern &#8220;Tempo&#8221; und Mitte der Neunziger das &#8220;Jetzt&#8221;-Magazin. Man konnte sich damit identifizieren.</p>
<p><strong>Um das &#8220;Jetzt&#8221;-Magazin gab es damals einen richtigen Kult: Die Leser tapezierten damit ihre Zimmer, und als das Heft 2002 eingestellt wurde, demonstrierten sie zu Tausenden auf M&#252;nchens Stra&#223;en. Die Redakteure wurden fast schon wie Stars verehrt. Heute gibt es so etwas gar nicht mehr. Ist das besser so?</strong><br />
Es war auf jeden Fall eine spannende Zeit. Nat&#252;rlich war auch viel von diesem Gef&#252;hl, das wir hatten, hausgemacht. Von au&#223;en betrachtet war die Redaktion wohl gar nicht so besonders, aber es gab damals definitiv eine gewisse Illusionsbereitschaft unsererseits. Wir haben zeitweise wirklich gedacht, wir erfinden den Journalismus neu. Dieser Gedanke ist zwar anma&#223;end, aber er hat das Ganze auch sehr produktiv gemacht! Dabei sind viele gute Texte herausgekommen.<br />
<strong><br />
Bei der &#8220;Vorn&#8221;-Redaktion ist es genauso. Die Redakteure setzen Trends, indem sie alle die gleiche Musik h&#246;ren, den gleichen Designer tragen, sogar auf den gleichen Typ Frau stehen und den im Heft zum idealen M&#228;dchen stilisieren. Ist so viel Homogenit&#228;t &#252;berhaupt noch gut?</strong><br />
Bis zu einem gewissen Punkt bestimmt, aber dann kann sie auch etwas Erstickendes bekommen. Das war beim &#8220;Jetzt&#8221; genauso. Wir hatten interne Witze und Redewendungen, die wir sogar in Artikeln verwendeten. Wenn man sich heute eine Ausgabe von 1997 anschaut, sind manche Texte und Interviews wirklich nur f&#252;r die sieben Leute zu verstehen, die diese Witze kannten – und sich heute noch dran erinnern.</p>
<p><strong>Im Buch geht es auch um Tobias&#8217; Freundin Emily. Im Gegensatz zu ihm arbeitet sie an einem denkbar unglamour&#246;sen Ort. Letztendlich zerbricht die Beziehung daran. Wie &#228;hnlich oder un&#228;hnlich m&#252;ssen sich die zwei Welten sein, aus denen man kommt, damit das nicht passiert?</strong><br />
Ich hoffe, dass es genau solche Fragen sind, die den Roman f&#252;r die Leser spannend machen – obwohl ich leider auch keine Antwort darauf geben kann. In der Zeit nach dem Studium, mit Mitte 20, passiert das, glaube ich, sehr vielen Menschen. Man kommt in eine neue Umgebung und hat aus der alten noch jemanden mitgenommen, bei dem man sich geborgen f&#252;hlt. Aber pl&#246;tzlich passt das nicht mehr. Bei Tobias kollidiert diese Vertrautheit mit einer bestimmten Vorstellung davon, wie eine Frau sein und aussehen muss. Das ist wahrscheinlich das Drama der Liebe.</p>
<p><strong>Ich finde, manchmal h&#228;tte es in Tobias&#8217; Leben ruhig noch dramatischer zugehen k&#246;nnen.</strong><br />
Ja? Wie denn? H&#228;tte ich am Ende eine Atombombe auf M&#252;nchen fallen lassen sollen? Ich wollte ja kein Hollywood-Drehbuch schreiben, mit vielen aufregenden Plots, sondern m&#246;glichst nah an der Wirklichkeit entlang erz&#228;hlen. Da geht es dann gar nicht so sehr darum, dass ganz viel Ungew&#246;hnliches passiert.</p>
<p><strong>W&#252;rde ein Magazin wie &#8220;Vorn&#8221; heute funktionieren?</strong><br />
Da bin ich mir nicht sicher. Ich glaube vor allem, die j&#252;ngeren Journalisten von heute haben sich ver&#228;ndert. Sie sind professioneller und abgebr&#252;hter und vielleicht auch weniger begeisterungsf&#228;hig. Die w&#252;rden sich nicht mehr so schnell f&#252;r den Nabel der Welt halten, sondern eher sagen: &#8220;Wir sind ein Magazin, aber da drau&#223;en gibt es 30 000 Blogs und alles ist sowieso vollkommen dezentralisiert.&#8221; Aber ich hoffe nat&#252;rlich, dass es wieder einmal einen solchen Ort geben wird. Und wenn meine Theorie mit dem 15-Jahres-Zyklus stimmt, dann w&#228;re es ja bald mal wieder Zeit f&#252;r etwas Neues.</p>
<p><em>&#8220;Vorn&#8221; von Andreas Bernard ist im Aufbau Verlag erschienen und kostet 16,95 Euro.</em></p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/500004">jetzt.de</a>, 17. M&#228;rz 2009</p>


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		<title>&#8220;Die Marmortafeln der R&#246;mer haben eine h&#246;here Halbwertszeit als ein USB-Stick&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 08:48:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tobias Moorstedt und Jakob Schrenk haben das "Jetztikon" geschrieben - ein Buch, das die 50 wichtigsten Gegenst&#228;nde des ablaufenden Jahrzehnts versammelt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tobias Moorstedt und Jakob Schrenk haben das &#8220;Jetztikon&#8221; geschrieben &#8211; ein Buch, das die 50 wichtigsten Gegenst&#228;nde des ablaufenden Jahrzehnts versammelt.</strong></p>
<p><strong>Tobias, wie seid ihr auf die Idee zum &#8220;Jetzikon&#8221; gekommen?</strong><br />
Am Ende einer Zeitspanne blickt man immer zur&#252;ck. Wir haben uns gefragt, was wohl von diesem Jahrzehnt, von uns, &#252;brig bleiben wird. Im Altertumsmuseum findet man zu jeder Epoche entsprechende Gegenst&#228;nde, in die ganz viel Sinn reingelesen wird. Mit so einem arch&#228;ologischen Blick haben wir uns durch die Waren- und Konsumwelt der letzten zehn Jahre gew&#252;hlt und &#252;berlegt, was die Arch&#228;ologen sp&#228;ter einmal in unsere Gegenst&#228;nde hineinlesen werden. Warum haben wir 2002 pl&#246;tzlich alle angefangen, durchschnittlich vier Becher Kaffee am Tag auf der Stra&#223;e zu trinken? Warum haben wir uns kollektiv in ein Ger&#228;t wie den iPod verliebt?</p>
<p><strong>In eurem Buch listet ihr genau 50 Gegenst&#228;nde auf. Wie habt ihr die ausgesucht?</strong><br />
Wir haben viel recherchiert, waren in Archiven, haben in alten Katalogen gebl&#228;ttert und geschaut, was sich viel verkauft hat, was viel diskutiert wurde. Die Frage war immer, ob der kleine Gegenstand auch f&#252;r einen gr&#246;&#223;eren Prozess steht. Der Klimawandel, die Globalisierung oder die Wirtschaftskrise werden manchmal erst in einem Artefakt anschaulich.</p>
<p><strong>Was w&#228;re denn so ein Artefakt?</strong><br />
Am ISO-Seecontainer zum Beispiel, in dem alle m&#246;glichen Waren um die Welt verschifft werden, kann man sehr gut sehen, wie Globalisierung in den Nullerjahren funktioniert. Wenn man sich mal anschaut, was da alles reinpasst: zwei Autos, 238 K&#252;hlschr&#228;nke, 267 000 CDs – der Container ist quasi die Vorbedingung f&#252;r die Globalisierung. Nur, weil man wirklich alles darin verschiffen kann, k&#246;nnen wir uns den Wein aus Neuseeland und das billige Plastikspielzeug aus China &#252;berhaupt leisten. Trotzdem haben wir bestimmt noch ein paar Dinge vergessen. Und nat&#252;rlich ist unsere Auswahl extrem subjektiv.<br />
<strong><br />
Hast du denn auch – ganz subjektiv – einen Lieblingsgegenstand?</strong><br />
Es ist schwer, da einen herauszupicken. Viele sind ja einfach Teil meines Alltags: Ich habe heute schon einen Coffee to go getrunken und eine Bionade, und ein Leben ohne mein Smartphone kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Andere Gegenst&#228;nde hingegen sind inzwischen schon wieder verblasst.<br />
<strong><br />
Der Segway zum Beispiel. Das neuartige Gef&#228;hrt hat die Welt nicht gerade ver&#228;ndert, trotzdem steht es in eurer Liste. Warum?</strong><br />
Der Segway ist ein wunderbares Beispiel f&#252;r Gegenst&#228;nde, die nur in den Nullerjahren &#252;berhaupt erfunden werden konnten. Er hat uns in seiner Nutzlosigkeit interessiert: Warum hat jemand sich die M&#252;he gemacht etwas zu entwickeln, das es eigentlich l&#228;ngst gibt, n&#228;mlich das Fahrrad? Die Nullerjahre waren so kreativ und erfinderisch, sie haben alles derma&#223;en umgekrempelt, dass sogar das Rad neu erfunden wurde. Man hat einfach alles ausprobiert, selbst, wenn es nicht gebraucht wurde. Das ist ein echtes Nullerjahre-Ph&#228;nomen.</p>
<p><strong>Bei anderen Gegenst&#228;nden kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass es die vor zehn Jahren noch nicht gab. Mir ging es mit dem Rollkoffer so.</strong><br />
Der Rollkoffer ist wahnsinnig interessant. In den Neunzigern hatte niemand einen. Er war den Piloten vorbehalten wie den &#196;rzten der wei&#223;e Kittel. Dann hat sich unsere Gesellschaft diesen Gegenstand pl&#246;tzlich angeeignet, wie auf Knopfdruck. Er ist ein wunderbares Symbol f&#252;r den Mobilit&#228;tsschub, den wir erfahren haben, durch Billigflieger und den europ&#228;ischen Arbeitsmarkt.<br />
<strong><br />
Auf welchen Gegenstand h&#228;tte dieses Jahrzehnt besser verzichten sollen?</strong><br />
Die Autobombe und der Improvised Explosive Device, der Selbstbausprengsatz, haben eine gro&#223;e Bedeutung erlangt in den bewaffneten Konflikten unserer Zeit. Und auch auf Collateralized Debt Obligation, die Wertpapierderivate, h&#228;tten wir sicher gut verzichten k&#246;nnen, nat&#252;rlich verbunden mit der Mentalit&#228;t, die dahintersteht.<br />
<strong><br />
Im &#8220;Jetzikon&#8221; finden sich auch ein paar Gegenst&#228;nde, die eigentlich gar keine sind, beispielsweise die Flatrate oder Websites wie Facebook.</strong><br />
Stimmt, damit hatten wir die ganze Zeit zu k&#228;mpfen. Man muss den Begriff &#8220;Objekt&#8221; heute sehr weit fassen. Die Werkzeuge, die wir verwenden, existieren oft nur noch als Zahlen oder Software. Diese digitalen Informationen sind in gewisser Weise sehr fl&#252;chtig. Vom r&#246;mischen Imperium bleibt deshalb vermutlich mehr &#252;brig als von uns – Marmortafeln haben einfach eine h&#246;here Halbwertszeit als ein USB-Stick. Und wenn in 100 Jahren jemand ein iPhone findet, wird er gar nicht mehr wissen, was das ist, weil dem Ger&#228;t seine Funktion nicht anzusehen ist. Dann ist der Akku leer und der Speicher auch, und man kann gar nicht erkennen, wie wichtig das einmal f&#252;r die Menschen war.</p>
<p><em>Das &#8220;Jetztikon&#8221; ist im Rowohlt-Verlag erschienen.</em></p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/494352">jetzt.de</a>, 30.12.2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Redet mit uns &#8211; nicht &#252;ber uns!</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2009/12/25/redet-mit-uns-nicht-ueber-uns/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Dec 2009 11:27:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
				<category><![CDATA[Druckfrisch]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medium Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeitungen buhlen um junge Leser. Aber was sagt die Zielgruppe?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zeitungen buhlen um junge Leser. Aber was sagt die Zielgruppe?</strong></p>
<p>In Amerika w&#228;re es ganz leicht, die Jugend wieder zur Zeitung zu bringen. Man m&#252;sste nur ein bisschen zahlen und den Darstellern in Teenie-Serien wie „90210“ oder „Gossip Girl“ regelm&#228;&#223;ig die „New York Times“ oder den „San Francisco Chronicle“ in die Hand dr&#252;cken. Was die Gossip Girls cool finden, finden auch tausende amerikanische Jugendliche cool – die Zukunft der Zeitung w&#228;re gerettet. </p>
<p>Leider ist das in Deutschland nicht so einfach. Mal abgesehen vom Schleichwerbeproblem – das man ja noch durch eine gesetzliche Sonderregelung oder gar staatliche Subventionierung à la Frankreich umgehen k&#246;nnte –, werden hier einfach keine guten, reichweitenstarken Jugendserien produziert. </p>
<p>Dabei geben sich die Zeitungen doch M&#252;he: Die „S&#252;ddeutsche“ unterh&#228;lt mit „jetzt.de“ ein Online-Portal und eine extra Jugendseite, die „FAZ“ druckt im Rahmen von „Jugend schreibt“ Artikel von Sch&#252;lern und dem „Rheinischen Merkur“ liegt regelm&#228;&#223;ig das „junge Magazin“ „mercury“ bei. Trotzdem sind Leser zwischen 14 und 29 rar. </p>
<p><strong>Keine Zeit f&#252;r die Zeitung</strong></p>
<p>In diese Altersgruppe geh&#246;ren meine Freunde und ich. Ich habe im vergangenen Sommer mein Abitur gemacht, meine ehemaligen Mitsch&#252;ler ziehen gerade um und fangen an zu studieren. Drei von ihnen haben eine WG in Berlin gegr&#252;ndet, wo sie Medizin, Design, audiovisuelle Medien studieren. Dass sie eine Zeitung abonnieren wollen, war f&#252;r sie von Anfang an klar. Nach kurzer Diskussion entschieden sie sich f&#252;r die „S&#252;ddeutsche“ – weil man zum Studentenabo ein vierteiliges Topfset dazubekommt und der Designstudent das „SZ Magazin“ nicht missen will, das er schon Zuhause immer gelesen hat, wo das Abo auf Papa lief. </p>
<p>In vielen WGs geht es allerdings so zu wie bei meinen Freunden in Aachen. Sie studieren Chemie, Wirtschaftsingenieurwesen und Kommunikationsdesign. Bei ihnen stand gleich fest: Die Tageszeitung wird eingespart. Julian, der Wirtschaftsingenieur, hat nicht mal einen Fernseher, auf dem er abends die Nachrichten schauen k&#246;nnte. Er informiert sich ausschlie&#223;lich per iPhone. „Da habe ich die Apps von SpOn, stern.de und Sport Bild installiert“, sagt er, das reiche v&#246;llig. </p>
<p>Julian ist nicht der Einzige, dem das Internet lieber ist. Kilian bekommt &#252;ber seine Uni das E-Paper der „Zeit“ umsonst. Er k&#246;nnte sich auch vorstellen, sp&#228;ter mal einen E-Reader zu benutzen. Und Johanna hat neben dem Studium einfach nicht genug Zeit f&#252;r die Zeitung. „Im Internet gibt es Tags, Kommentare, eine Suchfunktion, da kann ich viel schneller querlesen“, sagt sie. „Das geht auch w&#228;hrend einer langweiligen Vorlesung.“ </p>
<p>Es ist nicht so, dass diese Generation nicht mehr liest – im Gegenteil: Seit wir bloggen, twittern, chatten und st&#228;ndig neue Statusmeldungen schreiben, gibt es sogar viel mehr zu lesen. Und w&#246;chentlich oder monatlich erscheinende Magazine sind lange nicht so unbeliebt wie Zeitungen. Daf&#252;r geben wir gern Geld aus, auch, wenn es nicht um Unterhaltung, sondern um Information geht. Ich erinnere mich an viele Freistunden im Oberstufencafé, in denen der k&#252;nftige BWLer in der „Wirtschaftswoche“ bl&#228;tterte und unter den Naturwissenschaftlern das „Bild der Wissenschaft“ herumgereicht wurde. Wir kaufen diese Magazine, weil dort Themen, die uns wirklich besch&#228;ftigen, gut aufbereitet werden &#8211; und wir uns als Leser ernst genommen f&#252;hlen.<br />
<span id="more-3039"></span><br />
<strong>So nicht!</strong></p>
<p>Das ist etwas, das Deutschlands Tageszeitungen noch nicht beherrschen. Themen, die Jugendliche betreffen, werden zu oft in einem Erkl&#228;rstil verfasst, der sich nur an Eltern und Gro&#223;eltern richtet. Es gibt st&#228;ndig Generationenbeschreibungen, zum Beispiel j&#252;ngst w&#228;hrend der Revolution im Iran. Diese Betrachtungen sind aber immer von au&#223;en verfasst und viel zu selten von innen heraus. Dabei k&#246;nnten junge Journalisten ihre Generation doch so viel besser erkl&#228;ren als jemand, der gar nicht da reingeh&#246;rt – und zwar, ohne ihre Eltern von den Lesern auszuschlie&#223;en. </p>
<p>Stattdessen scheinen die Redaktionen zu glauben, es reiche, wenn man hin und wieder an fester Stelle &#252;ber Hip Hop oder YouTube berichte. Doch das ist genau der falsche Weg, denn auf diese Weise werden junge Leser gesondert behandelt. Das ist, als w&#252;rde man bei einem gro&#223;en Fest an den Kindertisch gesetzt – man f&#252;hlt sich einfach nicht ernst genommen. Au&#223;erdem wird „die junge Zielgruppe“ als eine homogene Masse gesehen, in der die Interessen der 14j&#228;hrigen Pferden&#228;rrin sich ganz selbstverst&#228;ndlich mit denen des 19j&#228;hrigen Hobbyfotografen decken. </p>
<p><strong>Wunschliste!</strong></p>
<p>Damit diese Leser nicht ein, sondern sechs Mal die Woche zum Kiosk gehen, sollte junge Themen t&#228;glich vorkommen und &#252;ber die ganze Zeitung verteilt sein. So k&#246;nnen sie mal etwas Spannendes im Wirtschaftsteil entdecken, dann wieder im Feuilleton. </p>
<p>Und anstatt alle vermeintlich „jugendgerechten“ Inhalte mit „hippen“ Logos zu brandmarken, sollte das &#196;u&#223;ere der Zeitung lieber im Ganzen verj&#252;ngt werden. Damit meine ich nicht bunte Farben, lauter Illustrationen oder ungew&#246;hnliche Schrifttypen, die irgendwie modern und jugendlich wirken sollen. Das mag f&#252;r den „Spiesser“ funktionieren, bei Tageszeitungen, die vor allem der Information dienen, ist uns aber immer noch schlichte Eleganz lieber, weil es seri&#246;ser und Vertrauen erweckender wirkt. </p>
<p>Zus&#228;tzlich kann man aber Links oder Handycodes in Artikel einbauen und ein bisschen Platz f&#252;r Hinweise auf die hauseigenen Twitter- und Facebook-Profile hergeben. Das ist ein guter Weg, um mit jungen Lesern in Kontakt zu treten. Im Gegensatz zu unseren Eltern sind wir es n&#228;mlich gewohnt, nicht nur Empf&#228;nger zu sein, sondern auch Sender. Wir benutzen interaktive Angebote, wollen mitmachen, selber machen. Wir wollen mit denen sprechen, die unsere Zeitung schreiben. Ihre Artikel zu kommentieren, ihnen zu followen, einen „Gef&#228;llt mir“-Button dr&#252;cken zu k&#246;nnen sind da wahrscheinlich nur die Anf&#228;nge. </p>
<p><strong>Bitte handlich und fehlerfrei!</strong></p>
<p>Dann ist da noch die Sache mit dem Format. Ein Leser, der am Fr&#252;hst&#252;ckstisch als erstes seinen Laptop einschaltet, anstatt den Politikteil aufzuschlagen, will seine Zeitung mitnehmen k&#246;nnen, um sie in der S-Bahn oder der Mensa zu lesen. Doch das ist mit diesen Riesenbl&#228;ttern, die immerzu auseinanderfleddern, einfach viel zu unpraktisch. Das ist keine neue Erkenntnis. Trotzdem haben lediglich das „Handelsblatt“, die „Frankfurter Rundschau“ und „Welt Kompakt“ schon auf das viel handlichere Tabloid-Format umgestellt. </p>
<p>Doch selbst das reicht noch nicht aus. Entgegen manchem Vorurteil spielt auch die Qualit&#228;t der Texte eine wichtige Rolle. Ein kleiner Rechtschreibfehler gen&#252;gt, um jugendliche Leser gegen sich aufzubringen. Was uns in einem Blog kaum juckt, wird bei der Zeitung zur Lachnummer. So trug ein sportbegeisterter Mitsch&#252;ler jahrelang eine ausgeschnittene Zeitungsmeldung in seinem M&#228;ppchen, in der der Name seines Lieblingsst&#252;rmers gleich drei Mal unterschiedlich geschrieben<br />
wurde – und kein einziges Mal richtig. </p>
<p>Was immer sie sich auch ausdenken, die Redaktionen sollten sich heute jedenfalls nicht mehr darauf verlassen, dass sich die jungen Zeitungsverweigerer in ein paar Jahren nach Papas morgendlichem Bl&#228;tterrascheln zur&#252;cksehnen. Nur deshalb werden sie auch nach Studium oder Ausbildung nicht mehr anfangen, Zeitung zu lesen. Dann nutzt Julian n&#228;mlich ein neues iPhone, und Kilian l&#228;ngst einen Kindle.</p>
<p class="code">Medium Magazin, Dezember 2009</p>


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		<title>Kathi packt ein: Buch im Beutel</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 17:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
				<category><![CDATA[Druckfrisch]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
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		<category><![CDATA[Kathi packt ein]]></category>
		<category><![CDATA[vimeo]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Miniserie zeigt jetzt.de-Verpackungsk&#252;nstlerin Kathi, wie man Geschenke sch&#246;n einpackt. Von den Keksen bis zur Kette!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Miniserie zeigt jetzt.de-Verpackungsk&#252;nstlerin Kathi, wie man Geschenke sch&#246;n einpackt. Von den Keksen bis zur Kette!</strong></p>
<p><object width="500" height="281"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8236471&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8236471&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="500" height="281"></embed></object></p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/493485">jetzt.de</a>, 18. Dezember 2009</p>


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		<title>Der wilde Hype um die Kerle</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2009/12/15/der-wilde-kerlehype/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 17:34:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
				<category><![CDATA[Druckfrisch]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[jetzt.de]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/12/15/der-wilde-kerlehype/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/12/where_the_wild_things_are03-420x235-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Von „500 Days of Summer“ bis „Fantastic Mr. Fox“: Der Internet-Hype um (vermeintliche) Indie-Filme ist so gro&#223;, dass sie gar nicht mehr anders k&#246;nnen als zu entt&#228;uschen. Leider ist das auch bei „Where the Wild Things Are“ so.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von „500 Days of Summer“ bis „Fantastic Mr. Fox“: Der Internet-Hype um (vermeintliche) Indie-Filme ist so gro&#223;, dass sie gar nicht mehr anders k&#246;nnen als zu entt&#228;uschen. Leider ist das auch bei „Where the Wild Things Are“ so.</strong></p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/12/where_the_wild_things_are03-420x235.jpg" alt="Where the Wild Things Are" title="Where the Wild Things Are" width="420" height="235" class="aligncenter size-medium wp-image-3133" /></p>
<p>“I&#8217;m still anxiously awaiting the opportunity to see &#8216;Where the Wild Things Are&#8217; &#8211; because I believe Spike has created something endearing, and potentially edgy, and I want to see what he has been able to do with such a beloved children&#8217;s story.” Das schrieb Alex Billington im November 2008 in dem amerikanischen Kinoblog <a href="http://www.firstshowing.net/2008/11/18/spike-jonze-unveils-new-where-the-wild-things-are-photos">firstshowing.net</a>. Wann der Film, von dem er da sprach, erscheinen sollte, stand damals noch nicht mal fest. Tats&#228;chlich dauerte es noch fast ein Jahr.</p>
<p>Trotzdem war der Hype um „Where the Wild Things Are“ schon damals riesig. Immerhin ging es um eines der beliebtesten Kinderb&#252;cher der Welt, das seit jeher gro&#223;en Tumult verursacht hat. Die Geschichte von Maurice Sendak handelt vom kleinen Max, der von seiner Mutter ausgeschimpft wird und sich daraufhin in eine Fantasiewelt fl&#252;chtet. Dort wohnen die wilden Kerle, sieben gro&#223;e, f&#252;rchterliche Monster. Max schafft es, die Kerle zu z&#228;hmen und ihr K&#246;nig zu werden.</p>
<p>Als das Buch 1963 erschien, wurde es stark kritisiert: Die Bilder seien zu gruselig, die Geschichte zu schwach und &#252;berhaupt viel zu wirr. Dennoch bekam der Autor viele Preise, und die au&#223;erordentlich guten Verkaufszahlen sprachen f&#252;r sich.</p>
<p>Die Aufregung war gro&#223;, als 2006 ausgerechnet der Indie-Regiesseur Spike Jonze („Being John Malkovich“, „Adaption“) mit den Dreharbeiten begann. Wie sollte es ein Buch, das gerade mal zehn S&#228;tze und 40 Seiten lang war, auf Spielfilml&#228;nge bringen? Wie wollte Jonze die fremde Welt der wilden Kerle gestalten, wie sollten sie &#252;berhaupt zum Leben erweckt werden, die Monster mit den „f&#252;rchterlichen Krallen“, die so „f&#252;rchterlich br&#252;llen“?</p>
<p>In Blogs und Foren kursierten fortan die wildesten Ger&#252;chte, die noch zus&#228;tzlich befeuert wurden von schlechten Nachrichten der Produktionsfirma: Das Testpublikum reagierte schlecht, es musste nachgedreht werden, zwischenzeitlich soll Jonze sogar mal gefeuert worden sein.</p>
<p>Dann erschien im vergangenen M&#228;rz – mehr als ein halbes Jahr vor Kinostart &#8211; ein erster Teaser zum Film. Jetzt war klar, dass es einer dieser Indie-Kultstreifen werden w&#252;rde: Er hatte gute Musik, ein selbstgemacht anmutendes Kritzel-Artwork und den Kultstatus der Buchvorlage im R&#252;cken. Der Teaser schwappte durchs Web wie eine gro&#223;e Welle, die immer noch mehr Fahrt aufnimmt. Im August – noch drei Monate bis zur Premiere – kam der richtige Trailer, ein erstes Soundtrack-Schmankerl von Yeah Yeah Yeahs-Frontfrau Karen O erschien bei MySpace, Posterentw&#252;rfe kursierten in der Blogosph&#228;re. Auch der Regisseur selbst fing an zu <a href="http://www.weloveyouso.com">bloggen</a>. Er zeigte Videos von der Produktion und veranstaltete einen „Fan Art Contest“, bei dem es eine „Where the Wild Things Are“-Skateboard-Edition zu gewinnen gab. Die Erwartungen an Jonze und sein neuestes Werk stiegen ins Unermessliche.</p>
<p><strong>Der Trailer zu „Where the Wild Things Are“:</strong><br />
<object width="480" height="295"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/SsZXKLtDb-k&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/SsZXKLtDb-k&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="295"></embed></object></p>
<p>Als der Film am 16. Oktober endlich in den USA anlief, war es daher schon keine &#220;berraschung mehr, dass er gleich am ersten Wochenende 32,7 Millionen Dollar einspielte. Aber war der Hype gerechtfertigt?<br />
<span id="more-3128"></span><br />
Tats&#228;chlich ist „Where the Wild Things Are“ sehr liebevoll gemacht: Die &#252;bergro&#223;en Puppen m&#246;chte man unbedingt einmal anfassen, einfach um zu wissen, wie sie sich anf&#252;hlen. Und wenn ihre Gesichter sich bewegen, wei&#223; man gar nicht, wo die Puppe aufh&#246;rt und der Computer anf&#228;ngt, so gut sind sie animiert. Auch der erst zw&#246;lf Jahre alte Hauptdarsteller Max Records, dessen Gesicht man schon aus Musikvideos von Death Cab for Cutie und Cake kennt, ist ein wahrer Casting-Coup: Die Geschichte verlangt ihm die komplette Bandbreite an Emotionen ab, und er meistert sie scheinbar ohne Probleme.</p>
<p>Im Gegensatz zu Max sind die Monster nicht gerade Sympathietr&#228;ger. W&#228;hrend das Buch lediglich Mutma&#223;ungen &#252;ber das Wesen der wilden Kerle zul&#228;sst, hat Jonze hier sehr umfangreich dazugedichtet. So sind Carol und Co. einerseits gro&#223; und ungest&#252;m – sie zerst&#246;ren sich gegenseitig ihre H&#228;user, boxen L&#246;cher in Baumst&#228;mme und rei&#223;en einander sogar Gliedma&#223;en aus -, gleichzeitig haben sie aber die gleichen &#196;ngste und Streits, Vorlieben und Abneigungen wie Menschen.</p>
<p>Neben den Charakteren musste nat&#252;rlich auch die Handlung selbst erweitert werden, und das ist wahrscheinlich der Knackpunkt. Jonze und sein Drehbuchautor Dave Eggers haben sich gemeinsam mit Sendak verschiedene „Aktionen“ ausgedacht, zu denen Max seine Kerle anstiftet. Die passieren alle irgendwie hintereinander, ohne aufeinander aufzubauen oder eine richtige Spannung zu erzeugen.</p>
<p>Dazu kommt noch die sehr karge Welt der wilden Kerle, die blo&#223; aus Wald und W&#252;ste besteht. Der einzige Farbtupfer sind hier ein paar bl&#252;hende Kirschb&#228;ume. Das ist keine Welt, in die man sich selbst einmal hineintr&#228;umen will.</p>
<p>Auf Dauer ist das alles zu eint&#246;nig. Man wei&#223; nicht recht, wen man einladen soll, mit ins Kino zu kommen – bei den Freunden liefe man Gefahr, dass sie sich langweilen, und die kleine Cousine bek&#228;me wom&#246;glich Alptr&#228;ume. Als Zuschauer hat man n&#228;mlich st&#228;ndig Angst, dass Max von den Monstern zertrampelt, zerquetscht, zerrissen oder gar aufgefressen werden k&#246;nnte.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann man auch etwas mitnehmen aus diesem Film. F&#252;r die einen werden das ausf&#252;hrliche Charakteranalysen der wilden Kerle sein, f&#252;r die anderen die Erkenntnis, dass Kinder oft unbedingt erwachsen sein wollen, w&#228;hrend man sich als Erwachsener manchmal die Kindheit zur&#252;ckw&#252;nscht.</p>
<p>Alles in allem ist „Where the Wild Things Are“ ein ungew&#246;hnlicher, gut gemachter Film, der – dank der ber&#252;hmten Buchvorlage – ein erweitertes Indie-Publikum erreichen wird. Der gro&#223;e Hype, die &#252;bersteigerten Erwartungen im Vorfeld waren aber zu viel.</p>
<p><strong>Der Trailer zu „500 Days of Summer“:</strong><br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/PsD0NpFSADM&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de_DE&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/PsD0NpFSADM&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de_DE&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Das Prinzip Hype ist trotzdem l&#228;ngst zur Masche der Filmstudios geworden. Ganz &#228;hnlich lief es beispielsweise mit „500 Days of Summer“, der im vergangenen Oktober in Deutschland startete. Auch hier kursierte schon ein halbes Jahr vor der Premiere ein toller Trailer im Netz. „500 Days of Summer“ schien der perfekte Indie-Film zu sein, mit Indie-Schauspielern, Indie-Musik, Indie-Klamotten. Die Erwartungen schwappten vom Indie-Publikum auf den Mainstream &#252;ber und die Besucherzahlen waren dementsprechend nicht schlecht – doch der Film war auch <a href="http://www.hurra-blog.de/2009/11/02/500-days-of-summer/">nicht wirklich gut</a>.</p>
<p>Der n&#228;chste Kandidat steht &#252;brigens schon in den Startl&#246;chern: Mit „Fantastic Mr. Fox“ kommt im Mai 2010 ein weiterer vermeintlicher Indie-Kn&#252;ller ins Kino. Wieder ist es eine Kinderbuch-Verfilmung (Roald Dahl), wieder gibt es einen Indie-Regisseur (Wes Anderson), Indie-Schauspieler (Bill Murray, Jason Schwartzman) und Indie-Musik (Jarvis Cocker, The Wellingtons). Wieder ist der Internet-Hype riesig. Aber wer wei&#223;? Vielleicht wird das ja auch einfach mal ein richtig guter Film.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/493219">jetzt.de</a>, 15. Dezember 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kathi packt ein: Schmuck mit Schleife</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2009/12/11/kathi-packt-ein-schmuck-mit-schleife/</link>
		<comments>http://www.hurra-blog.de/2009/12/11/kathi-packt-ein-schmuck-mit-schleife/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 18:25:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Miniserie zeigt jetzt.de-Verpackungsk&#252;nstlerin Kathi, wie man Geschenke sch&#246;n einpackt. Von den Keksen bis zur Kette! jetzt.de, 11. Dezember 2009 sueddeutsche.de, 15. Dezember 2009 &#196;hnliche Beitr&#228;ge:Kathi packt ein: Kekse zum Gucken Kathi packt ein: Buch im Beutel Zwitschern f&#252;r den guten Zweck]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Miniserie zeigt jetzt.de-Verpackungsk&#252;nstlerin Kathi, wie man Geschenke sch&#246;n einpackt. Von den Keksen bis zur Kette!</strong></p>
<p><object width="500" height="281"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8094742&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8094742&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="500" height="281"></embed></object></p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/493014">jetzt.de</a>, 11. Dezember 2009<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/,ra6l1/leben/286/497589/text/">sueddeutsche.de</a>, 15. Dezember 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kathi packt ein: Kekse zum Gucken</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 17:32:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der neuen Miniserie zeigt jetzt.de-Verpackungsk&#252;nstlerin Kathi, wie man Geschenke sch&#246;n einpackt. Von den Keksen bis zur Kette! ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der neuen Miniserie zeigt jetzt.de-Verpackungsk&#252;nstlerin Kathi, wie man Geschenke sch&#246;n einpackt. Von den Keksen bis zur Kette!</strong></p>
<p><object width="500" height="281"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7968395&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7968395&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="500" height="281"></embed></object></p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/492407">jetzt.de</a>, 4. Dezember 2009<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/778/497087/text/">sueddeutsche.de</a>, 10. Dezember 2009</p>


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<li><a href='http://www.hurra-blog.de/2009/09/11/zwitschern-fuer-den-guten-zweck/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Zwitschern f&#252;r den guten Zweck'>Zwitschern f&#252;r den guten Zweck</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Die Mutter-Kind-Motive gehen besonders gut&#8221;</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2009/12/02/die-mutter-kind-motive-gehen-besonders-gut/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 16:15:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manche Gesichter aus Zeitschriften und Anzeigen scheinen einen geradezu zu verfolgen. Eva-Marie Becker, 21, hat so ein Gesicht - sie ist Model f&#252;r Stockfotos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manche Gesichter aus Zeitschriften und Anzeigen scheinen einen geradezu zu verfolgen. Eva-Marie Becker, 21, hat so ein Gesicht &#8211; sie ist Model f&#252;r Stockfotos.</strong></p>
<p><strong>Ebay, Schlecker, Volksbank und StudiVZ – alle werben mit deinem Gesicht. Ganz sch&#246;n unheimlich, oder?</strong><br />
Stimmt, vor allem, weil ich ja oft gar nichts davon wei&#223;! Meistens erz&#228;hlen Bekannte oder Freunde mir, dass sie mich wieder mal in einer Brosch&#252;re oder auf einer Website gesehen haben.</p>
<p><strong>Wie ist es &#252;berhaupt dazu gekommen, dass Bilder von dir &#252;berall auftauchen?</strong><br />
Ich arbeite nebenberuflich als Model und brauchte noch ein paar frische, fr&#246;hliche Bilder f&#252;r mein Buch. Genau solche Bilder fand ich zuf&#228;llig im Internet, sie stammten von dem Fotografen Yuri Arcurs. Er macht Bilder von „Allerweltsmotiven“ und verkauft die &#252;ber Bildagenturen im Internet. Dort kaufen zum Beispiel Werbeagenturen und Redaktionen seine Fotos und d&#252;rfen sie dann f&#252;r ihre Zwecke verwenden – Stockfotografie nennt man das. Ich habe ihm geschrieben und gefragt, ob er Lust auf eine Zusammenarbeit h&#228;tte. Ein paar Monate sp&#228;ter bin ich zu ihm nach Aarhus in D&#228;nemark geflogen.</p>
<p><strong>Eine Woche lang habt ihr dort Aufnahmen gemacht. F&#252;r welche „Allerweltsmotive“ wurdest du abgelichtet?</strong><br />
Arcurs hat ein gro&#223;es Studio in einem ehemaligen Gew&#228;chshaus. Da haben wir die Basics gemacht, Studentenszenen, Business- und Beautyfotos. Aber auch solche Lifestylesachen, zum Beispiel auf dem Sofa im Wohnzimmer, oder Mutter-Kind-Motive. F&#252;r die habe ich mit der Tochter der Stylistin posiert – sie h&#228;tte meine Schwester sein k&#246;nnen! Trotzdem sind gerade diese Mutter-Tochter-Szenen und die Lifestylefotos besonders erfolgreich.<br />
<strong><br />
Woher wei&#223;t du, wie gut sich die Fotos von dir verkaufen? Wirst du am Gewinn beteiligt?</strong><br />
Nein, ich habe nur einmal Geld bekommen, und das war noch nicht mal besonders viel. Ich glaube, das ist die Masche von Yuri Arcurs: Beim ersten Mal sagt er, dass er ja noch gar nicht wei&#223;, wie gut man als Model so ist, und bezahlt nur wenig – ein zweites Mal gibt es dann aber nur selten. Wie gut sich die Bilder verkaufen, sehe ich an den Zahlen, die auf den Websites der Fotoagenturen stehen.</p>
<p><strong>Hat sich das Ganze trotzdem f&#252;r dich gelohnt?</strong><br />
Klar, schlie&#223;lich habe ich jetzt ein paar von den Bildern in meinem Buch! Allerdings sind die ganz hinten, hinter den Editorials, denn viele Modelagenturen bewerten Stockfotos eher negativ. Die denken dann, man w&#228;re ein billiges Model. Ich bin aber mit 1,68 m sowieso zu klein, um hauptberuflich als Model zu arbeiten, und mache eher Werbefotos – f&#252;r diese Kunden sind die Bilder super! Au&#223;erdem habe ich jetzt gro&#223;e Firmen wie T-Mobile oder web.de in meiner Referenzliste. Da w&#228;re ich sonst sicher nicht so schnell dran gekommen.</p>
<p><strong>Musstest du f&#252;r die Stockfotos anders modeln als f&#252;r die Schmuck-, Mode- oder Make Up-Strecken, die du vorher schon gemacht hattest?</strong><br />
Bei Stockfotos geht es darum, m&#246;glichst reale Momente einzufangen, w&#228;hrend die Motive von Editorialfotos ja oft nicht wirklich aus dem Leben gegriffen sind. Deshalb musste ich viel weniger posen und mich nicht verstellen. Ich konnte einfach ich selbst sein – das war anfangs allerdings gar nicht so leicht. Man setzt sich vor der Kamera schnell unter Druck und denkt, jetzt muss ich auch etwas leisten. Bei den Stockfotos kam es mir eher so vor, als m&#252;sste ich gar nichts tun. Deshalb war es auch l&#228;ngst nicht so anstrengend wie sonst.<br />
<strong><br />
Du hast alle Rechte an den Bildern auf den Fotografen &#252;bertragen. St&#246;rt es dich nicht, dass jetzt jeder mit deinem Gesicht machen darf, was er will?</strong><br />
Die Regeln sind da ziemlich streng. F&#252;r ganz krasse Zwecke sind die Bilder schon seitens der Fotob&#246;rsen gesperrt, man darf sie also nicht f&#252;r Pornowerbung oder so etwas verwenden. Die Fotografen k&#246;nnen das dann noch weiter einschr&#228;nken.</p>
<p><strong>Und was ist, wenn eine Werbeagentur die Bilder bearbeitet und du auf einmal viel dicker bist oder eine ganz andere Haarfarbe hast?</strong><br />
Auch das ist nicht erlaubt. Man darf das Bild beschneiden, mit Text versehen und auch leicht aufhellen oder abdunkeln – aber richtig bearbeiten darf man es nicht. Ehrlich gesagt habe ich dar&#252;ber im Vorfeld aber gar nicht nachgedacht. Wenn es daf&#252;r nicht so strikte Vorgaben g&#228;be, h&#228;tte ich es im Nachhinein auf keinen Fall gemacht.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/492084">jetzt.de</a>, 1. Dezember 2009</p>


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<li><a href='http://www.hurra-blog.de/2009/11/02/injektive-abbildung-ist-wenn-kein-kind-zwei-geschenke-bekommt/' rel='bookmark' title='Permanent Link: &#8220;Injektive Abbildung ist, wenn kein Kind zwei Geschenke bekommt&#8221;'>&#8220;Injektive Abbildung ist, wenn kein Kind zwei Geschenke bekommt&#8221;</a></li>
<li><a href='http://www.hurra-blog.de/2010/03/30/sturmfrei-fuer-immer/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Sturmfrei f&#252;r immer'>Sturmfrei f&#252;r immer</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wo du mal Zuhause warst</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2009/11/30/wo-du-mal-zuhause-warst/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 10:13:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/11/30/wo-du-mal-zuhause-warst/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/ELTERN_EVA-496x357-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Wenn man nach dem Abi in eine fremde Stadt zieht, denkt man an vieles, nur nicht daran, wie es den eigenen Eltern damit geht]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn man nach dem Abi in eine fremde Stadt zieht, denkt man an vieles, nur nicht daran, wie es den eigenen Eltern damit geht</strong></p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/ELTERN_EVA-496x357.jpg" alt="Wo du mal Zuhause warst" title="Wo du mal Zuhause warst" width="496" height="357" class="aligncenter size-medium wp-image-3026" /></p>
<p>„Eigentlich will ich immer nur nach Hause“, sagt Julian. Seit zwei Monaten wohnt der 19-J&#228;hrige in Aachen, 200 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen, sein Wunschfach. Das Studium ist gut, es fordert ihn, aber es ist gut, und die WG mit den ehemaligen Mitsch&#252;lern funktioniert auch. Trotzdem setzt er sich jeden Freitag Nachmittag in den Zug und f&#228;hrt drei Stunden lang nach S&#252;dlohn im M&#252;nsterland, nach Hause. Zur&#252;ck nach Aachen geht es fr&#252;hestens Sonntag Abend, manchmal auch erst montags in der Fr&#252;h. „Viele Leute freuen sich, wenn sie ausziehen“, sagt er. „Bei mir ist es genau anders rum.“</p>
<p>Seinen Eltern hat das den Abschied nicht erleichtert. „Die ersten Tage waren schrecklich“, erinnern sich Ingrid und Alfons Schmeing. Julian ist ihr einziger Sohn. In der Wohnung, wo sich die drei sonst gern mal gegenseitig auf die Schippe nahmen, wenn einem von ihnen langweilig war, ist es jetzt ruhig und irgendwie nicht mehr so lustig wie noch vor ein paar Wochen. „Ich arbeite im Au&#223;endienst f&#252;r einen Gartenbaubetrieb“, erkl&#228;rt Alfons Schmeing, „dadurch bin ich viel unterwegs und merke das nicht so stark.“ Doch seine Frau ist Hausfrau und hat auf einmal sehr viel Zeit. „Ich lese jetzt viel mehr als fr&#252;her, ich besuche meine Schwester h&#228;ufiger. Und ich h&#228;tte gern wieder einen Job“, sagt sie.</p>
<p>Elke Selaskowski arbeitet werktags von acht bis eins bei einem Steuerberater. Seit ihre Tochter Lisa, 20, vor einigen Wochen als letztes von zwei Kindern ausgezogen ist, k&#246;nnte sie auch locker noch nachmittags ins B&#252;ro gehen. „Pl&#246;tzlich ist da so viel Zeit, die man f&#252;llen muss“, sagt sie. Ihr Mann arbeitet als Elektrotechniker und ist oft tagelang unterwegs. Dann ist ihr einziger Gef&#228;hrte der Hund. „Der bekommt jetzt extra lange Spazierg&#228;nge“, sagt Elke Selaskowski. „Aber neuerdings bellt er fremde Hunde an. Wahrscheinlich vermisst er Lisa genauso wie ich.“</p>
<p>Mit dem Vermissen ist das so eine Sache. Wie Julian studiert auch Lisa in Aachen, sie kommt aber l&#228;ngst nicht mehr jedes Wochenende nach Hause. Sie anzurufen, das macht ihre Mutter nicht. „Ich warte lieber, bis sie sich meldet – dann wei&#223; ich, sie hat jetzt Zeit und Lust zu reden.“ Noch greift Lisa fast jeden Tag zum H&#246;rer. „Ich k&#246;nnte zwar auch nur alle drei oder vier Tage anrufen“, sagt sie, „aber Mama freut sich doch immer so.“</p>
<p>F&#252;r Lisa selbst war der Auszug nicht so schmerzvoll. Das Studium, die Stadt, die Leute, alles war neu und aufregend. Jetzt freut sie sich, wenn ihre Mutter sie in Aachen besucht. „Dann gehen wir zusammen Kaffee trinken in der Stadt, das haben wir fr&#252;her nie gemacht“, erz&#228;hlt sie. Stattdessen gab es gemeinsame Mittagessen. Sie waren so etwas wie der Fixpunkt der Familie, zu dem man sich traf, den Tag besprach. Jetzt isst Elke Selaskowski mittags manchmal gar nichts. „Es macht einfach keinen Spa&#223;, nur f&#252;r mich allein zu kochen.“ F&#252;r Julians Familie war das Abendbrot das feste Ritual, das jeden Tag um Punkt sechs Uhr stattfand. Seit der Sohn ausgezogen ist, nehmen seine Eltern es damit nicht mehr so genau. „Wir m&#252;ssen wieder Br&#246;tchen kaufen“, sagt Alfons Schmeing. „Sonst machen wir blo&#223; auf die Schnelle was und essen vor dem Fernseher&#8230;“</p>
<p>Er h&#228;tte nie gedacht, dass es ihm so schwer fallen w&#252;rde, Julian sonntags zum Bahnhof zu bringen. „Ich muss dann immer noch jedes Mal schlucken“, gesteht er. „Dabei sehen wir uns doch schon in einer Woche wieder!“ Trotzdem w&#252;rde er seinem Sohn nie sagen, er solle zur&#252;ck nach Hause kommen – auch, wenn der das im Moment vielleicht gern h&#246;ren w&#252;rde. „Julian hat schon immer lange gebraucht, um sich an ein neues Umfeld zu gew&#246;hnen“, sagt seine Mutter. „Das wird schon.“ Und man wei&#223; nicht genau, wem sie damit nun Mut zuspricht – ihrem Sohn oder sich selbst.<br />
<span id="more-3025"></span><br />
Elke und Bernward G&#252;nther w&#228;ren schon froh, ihre Kinder &#252;berhaupt mal wieder zu sehen. Ihr Sohn Jonas, 22, verlie&#223; schon vor Jahren das Elternhaus im westf&#228;lischen Borken, um im 600 Kilometer entfernten Ingolstadt zu studieren, und die beiden T&#246;chter zogen dieses Jahr fast gleichzeitig aus: Johanna, 16, verbringt ein Schuljahr in Argentinien und Theresia, 19, studiert in W&#252;rzburg. Anfangs haben die G&#252;nthers gar nicht so recht gemerkt, dass jetzt alle Kinder aus dem Haus sind. „Wir waren ja st&#228;ndig mit organisatorischen Dingen besch&#228;ftigt“, sagt Elke G&#252;nther. „Wohnung suchen, streichen, einrichten.“ Daf&#252;r haben sich beide extra frei genommen, sind mit Theresia nach Bayern gefahren. „Es tat gut, ihr neues Leben mitgestalten zu k&#246;nnen“, sagt Bernward G&#252;nther. „Bei unserer J&#252;ngsten war das so ein harter Schnitt, sie ging durch die Sperre am Flughafen und war weg. Wir wussten nicht, wo sie landen w&#252;rde, ob sie sich wohl f&#252;hlen w&#252;rde.“ Theresia dagegen habe man das w&#228;hrend der Zeit in W&#252;rzburg gleich angesehen.</p>
<p>Trotzdem fiel es vor allem ihrem Vater ganz sch&#246;n schwer, sie gehen zu lassen. „Das ist wie eine Trauer, &#252;ber die ich inzwischen zwar hinweg bin, die aber immer noch irgendwie da ist“, sagt er. Doch dann ist da ja auch noch die neue Tochter: F&#252;r Johanna, die nach Argentinien flog, kam Flora, eine Austauschsch&#252;lerin aus Brasilien. Sie sorgt daf&#252;r, dass der Alltag im Hause G&#252;nther nicht so sehr aus den Fugen ger&#228;t, wie er es sonst vielleicht t&#228;te. Die Eltern stehen noch zur gleichen Zeit auf wie fr&#252;her, Elke G&#252;nther kocht weiterhin Mittagessen und bespricht die &#252;blichen Schulprobleme von Klausur bis Klassenfahrt – eben mit Flora. „F&#252;r mich d&#228;mpft Flora das Ganze noch ab“, sagt sie. „Trotzdem ist es nicht das Gleiche. Ich w&#252;rde sie nie beim Joggen begleiten oder abends mit ihr im Bett liegen und &#252;ber Gott und die Welt reden, wie ich es mit Theresia gemacht habe.“ Das vermisse sie am meisten.</p>
<p>Theresia geht es ganz &#228;hnlich. Sie ist jetzt in W&#252;rzburg und sagt: „Ich habe hier niemanden, mit dem ich &#252;ber wirklich alles reden kann. Als es mir fr&#252;her schlecht ging, wusste ich, wenn ich mit meinen Eltern dar&#252;ber spreche, geht es mir nachher bestimmt besser.“ Aber das funktioniert nicht so gut &#252;bers Telefon. „Manchmal lege ich mich dann lieber ins Bett und hoffe, dass es am n&#228;chsten Morgen vorbei ist.“</p>
<p>Theresia will nicht, dass ihre sich Eltern Sorgen machen. Nachdem sie bei ihrem Auszug noch mal deren geballte F&#252;rsorglichkeit mitbekommen hat, scheint es, als f&#252;hle sie sich nun auch umgekehrt verantwortlich f&#252;r ihre Mutter und ihren Vater. Ganz so wie Lisa, die fast t&#228;glich anruft, um ihrer Mutter eine Freude zu machen.</p>
<p>„Das ist am Anfang ganz normal“, sagt der Familienberater Jan-Uwe Rogge, der zahlreiche Erziehungsratgeber verfasst hat. „Wichtig ist blo&#223;, dass daraus kein Druck auf die Kinder entsteht, Kinder zu bleiben.“ Um das zu verhindern, m&#252;ssten die Eltern ihre Beziehung ganz neu strukturieren. „Dann werden aus Eltern wieder Partner, aus Mutter und Vater werden Mann und Frau.“</p>
<p>Theresias Eltern haben zwar nicht das Problem, dass sie auf einmal zu viel Zeit h&#228;tten. „Wir k&#246;nnten eher noch mehr gebrauchen“, lacht Elke G&#252;nther. Trotzdem merke man, dass es da „etwas Neues gibt, das zu f&#252;llen ist.“ Im Moment versucht sie, ihren Mann zu einem Tanzkurs zu &#252;berreden. Die beiden wollen auch bald einen Kurzurlaub machen, einfach mal so, zu zweit und ohne auf irgendwelche Ferien- oder Pr&#252;fungstermine achten zu m&#252;ssen. „Ich merke auch, dass es den Kindern wichtig ist, dass wir so etwas machen“, sagt Elke G&#252;nther. „Wenn die h&#246;ren, dass ich im Kino war, sind sie immer ganz begeistert.“</p>
<p>Oft passiere die Umstrukturierung einer Partnerschaft aber auch ganz unbewusst, wei&#223; Jan-Uwe Rogge. So ordnen manche Eltern statt ihrer Beziehung erst einmal ihre Wohnungen neu: Bei Julians Eltern haben zwei wei&#223;e Sessel einen neuen Platz bekommen, und das Ehepaar Selaskowski hat gleich im ganzen Haus die M&#246;bel verschoben.</p>
<p>Nur die Kinderzimmer bleiben stets unangetastet. Oft haben die fr&#252;heren Bewohner nicht einmal ihre Betten mitgenommen. „Ich glaube, wenn Papa ganz &#252;bel schnarcht, ist Mama froh, dass sie in meinem Zimmer schlafen kann“, sagt Julian. „Vielleicht b&#252;gelt sie jetzt auch manchmal da.“ Doch das w&#252;rde Ingrid Schmeing nie einfallen. „Um Gottes Willen“, sagt sie. „Das ist Julians Zimmer und wird es auch immer bleiben. Er soll wissen, dass er jederzeit dorthin zur&#252;ckkehren kann.“</p>
<p>Jan-Uwe Rogge pl&#228;diert daf&#252;r, aus dem alten Kinderzimmer ein G&#228;stezimmer zu machen. „Dann &#228;ndert sich auch das Verhalten gegen&#252;ber dem Kind. Es wird ein gern gesehener und gehegter Gast“, sagt er. Bei Julian und Lisa ist das auch jetzt oft schon so: Wenn Julian nach Hause kommt, kriegt er sein Leibgericht zu essen, und Lisa und ihre Mutter streiten viel weniger als fr&#252;her. Die gemeinsame Zeit ist wichtiger geworden – zu wertvoll, um sie an eine belanglose Auseinandersetzung zu verschwenden.</p>
<p>Das hat auch Theresia gemerkt, als ihre Eltern sie vor ein paar Wochen besuchten. „Ich habe diese gemeinsamen Stunden viel mehr genossen als fr&#252;her“, sagt sie. Umso mehr freut sie sich darauf, zu Weihnachten endlich wieder nach Hause zu kommen. Die T&#252;r ihres alten Zimmers steht jedenfalls offen. „Sperrangelweit“, betonen ihre Eltern.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/491859">S&#252;ddeutsche Zeitung</a>, 30. November 2009</p>


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		<title>&#8220;Kinder, wir gehen mal schnell ein Haus kaufen&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 09:12:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ausziehen]]></category>
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		<description><![CDATA[Zuhause ist da, wo die Eltern wohnen. Was aber passiert, wenn die Eltern genau in dem Moment, in dem man ausziehen m&#246;chte, selber umziehen? Bei Stefanie Rudde, 20, war es genauso. Im Interview erz&#228;hlt sie von neuen und alten H&#228;usern und von einem Bruder, der sich auf ihren Auszug freut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zuhause ist da, wo die Eltern wohnen. Was aber passiert, wenn die Eltern genau in dem Moment, in dem man ausziehen m&#246;chte, selber umziehen? Bei Stefanie Rudde, 20, war es genauso. Im Interview erz&#228;hlt sie von neuen und alten H&#228;usern und von einem Bruder, der sich auf ihren Auszug freut.</strong></p>
<p><strong>Stefanie, normalerweise zieht man nach der Schule doch allein um und nimmt nicht gleich die ganze Familie mit.</strong><br />
Stimmt! Aber bei uns ging es dieses Jahr einfach drunter und dr&#252;ber. Alles fing im Fr&#252;hjahr an, als uns der Vermieter sagte, dass wir aus der Doppelhaush&#228;lfte rausm&#252;ssen, in der wir seit 14 Jahren wohnten. Er wollte sie auf einmal f&#252;r sich selbst haben. V&#246;llig &#252;berraschend mussten wir uns ein neues Haus suchen!</p>
<p><strong>Konntest du da &#252;berhaupt noch in Ruhe f&#252;rs Abi lernen?</strong><br />
Das schon, aber man geht mit einem ganz anderen Blick durchs Haus. Manchmal lief ich an Gegenst&#228;nden vorbei, die ich vorher nie wirklich wahrgenommen hatte, und dachte: Oh, daf&#252;r brauchen wir dann aber einen gro&#223;en Karton! Ich konnte pl&#246;tzlich auch viel leichter Dinge wegschmei&#223;en. Und auf einmal fallen einem lauter Sachen am Haus auf, die eigentlich bl&#246;d sind. Die Heizung leckte und der Elektroherd ging genau p&#252;nktlich kaputt, aber den brauchen wir jetzt sowieso nicht mehr, im neuen Haus haben wir ein Ceranfeld.</p>
<p><strong>Warum bist du eigentlich nicht gleich nach M&#252;nster gezogen, wo du jetzt studierst?</strong><br />
Kurz nach meinem Abi kamen meine Eltern schlie&#223;lich in die K&#252;che und sagten zu mir und meinem kleinen Bruder: &#8220;Kinder, wir gehen mal kurz ein Haus kaufen, braucht ihr sonst noch was?&#8221; Dann ging alles so schnell, dass ich gar keine Zeit mehr gehabt h&#228;tte, mir eine Wohnung in M&#252;nster zu suchen. Jetzt pendle ich erstmal zwischen Uni und Zuhause und ziehe vielleicht zum n&#228;chsten Semester aus.</p>
<p><strong>Aber wenn du sowieso bald ausziehen wirst, h&#228;tten deine Eltern doch auch ein kleineres Haus kaufen k&#246;nnen – w&#228;re das nicht praktischer gewesen?</strong><br />
Zum Gl&#252;ck haben meine Eltern von Anfang an gewollt, dass ich auch im neuen Haus ein eigenes Zimmer bekomme. Mein kleiner Bruder ist allerdings scharf auf meine frisch renovierte Dachkammer. Er sagt immer: „Oben wohnt meine Schwester – noch.“</p>
<p><strong>Bist du traurig, dass du jetzt nie mehr in dein Elternhaus zur&#252;ckkehren kannst?</strong><br />
Es stimmt schon: Wenn ich an Zuhause denke, habe ich immer noch das alte Haus im Kopf. Aber ich glaube, das w&#228;re noch schlimmer, wenn ich direkt nach M&#252;nster gezogen w&#228;re. Ich habe beim Umzug viel geholfen. Wenn man da selber Laminat verlegt, W&#228;nde streicht und mit einem gro&#223;en Hammer den alten Kamin raushaut, lernt man so ein Haus doch ziemlich gut kennen. Wenn ich jetzt ausziehe, habe ich wieder ein Elternhaus.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/491860">S&#252;ddeutsche Zeitung</a>, 30. November 2009</p>


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		<title>Ein Land aus Schnipseln</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 17:18:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer heute Anfang 20 ist, lag noch im Kinderwagen, als die DDR verschwand - vier Erinnerungsversuche aus dem Westen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer heute Anfang 20 ist, lag noch im Kinderwagen, als die DDR verschwand &#8211; vier Erinnerungsversuche aus dem Westen</strong></p>
<p>Das Coolste, was ich mit der DDR verbinde, ist der Tanz aus dem Film &#8220;Sonnenallee&#8221;: Bei einer merkw&#252;rdigen Diskoveranstaltung in Ost-Berlin stehen Micha und seine Freunde pl&#246;tzlich alle in einer Reihe, gehen in die Knie und wippen betont l&#228;ssig von einem Fu&#223; auf den anderen. Dazu l&#228;uft &#8220;Get It On&#8221; von T-Rex. Das Ganze sieht so bescheuert aus, dass es schon wieder cool ist.</p>
<p>Sonnenallee ist 1999 erschienen, zehn Jahre nach dem Mauerfall, neun Jahre nach meiner Geburt. Auf einem Kindergeburtstag versuchte ich damals, allen diesen Tanz beizubringen. Ich hatte keinen Schimmer davon, was die DDR war. Bis heute verbinde ich mit diesem Land vor allem das, was Filme mir erz&#228;hlt haben: dass man in der Schule Russisch statt Englisch lernte und Klamotten in komischen Farben trug; dass man Spreewaldgurken a&#223;, aber nur selten Bananen; dass man die gute Musik nur heimlich h&#246;ren durfte und alle Jugendlichen Pfadfinder waren. Oder sowas in der Art.</p>
<p>Ich habe &#8220;Goodbye, Lenin!&#8221; gesehen, &#8220;Der Rote Kakadu&#8221; und lauter Fernsehkrimis, in denen jemand von seiner Stasi-Vergangenheit eingeholt wird. Emp&#246;rt bemerkte ich irgendwann, dass deutsche Filme vor allem dann Chancen auf einen Oscar und andere Preise haben, wenn es um Nazis oder die DDR geht. Bald hatte ich genug von diesen Geschichten, sie waren einfach so wenig greifbar, so unwirklich.</p>
<p>Die DDR ist f&#252;r mich etwa so weit weg wie das R&#246;mische Reich: &#220;ber beide habe ich ein bisschen etwas in der Schule gelernt. An beiden Orten war ich inzwischen schon mal, aber es sah dort nicht besonders aus. Ich kenne auch niemanden, der dort gelebt hat, au&#223;er meinem fr&#252;heren Mathelehrer, der immer lustige Geschichten aus seiner Armeezeit erz&#228;hlt hat.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich hatte ich also ein sehr lustiges Bild von der DDR. Bis ich neulich endlich mal &#8220;Das Leben der Anderen&#8221; gesehen habe. Ich hatte das vor mir hergeschoben, schon wieder so ein preisgekr&#246;nter DDR-Film, das musste nicht sein.</p>
<p>Inzwischen wei&#223; ich, dass nicht alles so lustig war. Dass viele Menschen in st&#228;ndiger Unsicherheit lebten, ihren Nachbarn nicht vertrauen konnten und unter vielen Einschr&#228;nkungen und Verboten litten. Trotzdem glaube ich, dass zwischen dieser dunklen und jener hellen, lustigen Facette der DDR ein riesengro&#223;er, verschwommen-grauer Bereich liegt. Die eigentliche DDR sozusagen. Und vielleicht war die einfach nicht spannend, nicht anders genug, um sie zu verfilmen. </p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/490271/3">S&#252;ddeutsche Zeitung</a>, 9. November 2009</p>


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		<title>Mitten im Schwarm</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 17:30:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Flashmob]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/11/04/mitten-im-schwarm/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/text_flashmob2-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Am Mittwoch brachte der "Improv Everywhere"-Meister Charlie Todd den M&#252;nchnern bei, wie ein Flashmob funktioniert. Und die Zivilpolizei war auch dabei.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Mittwoch brachte der &#8220;Improv Everywhere&#8221;-Meister Charlie Todd den M&#252;nchnern bei, wie ein Flashmob funktioniert. Und die Zivilpolizei war auch dabei.</strong></p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/text_flashmob2.jpg" alt="BUBBLEMOB!" title="BUBBLEMOB!" width="420" height="332" class="aligncenter size-full wp-image-2925" /></p>
<p>Die erste von 34 Kurzmitteilungen kommt um 17 Uhr 22: „Liebe Mitspieler, T minus 80 Minuten. Um 17.41 Uhr wird der geheime Treffpunkt des Schwarms im &#246;ffentlichen Raum kommuniziert.“ Da bin ich dann doch ein bisschen aufgeregt.</p>
<p>Eine Stunde sp&#228;ter wei&#223; ich: Der geheime Treffpunkt ist das Neue Haus der M&#252;nchner Kammerspiele. Mindestens 300 Leute haben sich hier im abgedunkelten Foyer versammelt und beobachten einen Vogelschwarm, der an die Wand projiziert wird. Der Schwarm saust durch die Luft, auf die Erde zu, geht kurz auseinander, um sich dann wieder zu einem gro&#223;en Pulk zusammenzuschlie&#223;en. Genau das sollen wir gleich auch machen, einen Schwarm bilden, der durch die M&#252;nchner Innenstadt zieht und die Passanten mit kleinen Aktionen &#252;berrascht</p>
<p>Organisiert haben diesen Menschenschwarm Benjamin David, 33, und seine Kollegen von den <a href="http://www.die-urbanauten.de">„Urbanauten“</a>. Sie setzen sich in verschiedenen Projekten mit dem &#246;ffentlichen Raum in M&#252;nchen auseinander. Dabei ist jetzt „Moments of Starlings“ herausgekommen, eine Reihe von vier SMS-Flashmobs, die alle nach dem Schwarmprinzip funktionieren sollen: „Per SMS und Twitter teilen wir den Leuten mit, wohin sie als n&#228;chstes schw&#228;rmen und was sie dort tun sollen“, erkl&#228;rt David. Sein Team ist fasziniert von der &#196;sthetik der Vogelschw&#228;rme, vor allem von Staren. „Die schw&#228;rmen am sch&#246;nsten“, sagt er. Um mitzumachen, muss man einem Twitterfeed folgen oder eine 4,99 Euro teure Anmelde-SMS verschicken. Eigentlich ist es nicht &#252;blich, f&#252;r die Teilnahme an einem Flashmob zu bezahlen. „Aber wir m&#252;ssen irgendwie die vielen SMS finanzieren“, sagt David. „Noch hat leider nicht jeder ein internetf&#228;higes Handy. In ein, zwei Jahren l&#228;sst sich so etwas vielleicht komplett &#252;ber Twitter organisieren.“</p>
<p>Gestern Abend fand nun der erste Schwarm statt, und das war gleich ein ganz besonderer, denn Charlie Todd war da. Todd ist der Gr&#252;nder von <a href="http://www.improveverywhere.com">„Improv Everywhere“</a>, einer New Yorker Bewegung, die verschiedene Flashmobs veranstaltet und anschlie&#223;end Videos und Bilder davon im Internet verbreitet. Zu seinen bekanntesten Aktionen z&#228;hlen das „MP3-Experiment“, bei dem hunderte Menschen im Central Park die gleichen Gymnastik&#252;bungen machten, oder „Frozen Grand Central“, wo eine ebenso gro&#223;e Menschenmenge in dem New Yorker Bahnhof minutenlang erstarrte.</p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/text_flashmob3.jpg" alt="FREEZEMOB!" title="FREEZEMOB!" width="420" height="313" class="aligncenter size-full wp-image-2926" /></p>
<p>Todd hat inzwischen Fans und Nachahmer in aller Welt. Viele, die gerade dem Vogelschwarm an der Wand zuschauen, sind auch wegen ihm hier. Und dann kommt er und gibt uns durch ein Megafon letzte Instruktionen. „Bitte versucht, nicht so viele Fotos zu machen“, sagt er. „Sonst geht die Magie verloren.“</p>
<p>Da klingelt auf einmal mein Handy. Und das meiner Nachbarin. Und das von dem alten Mann neben ihr. Hunderte verschiedene Klingelt&#246;ne gleichzeitig, und &#252;berall dieselbe Nachricht: „Raus auf die Stra&#223;e! Die Maximilianstra&#223;e entlang SCHW&#196;RMEN und bis in die Fu&#223;g&#228;ngerzone/Theatinerstra&#223;e folgen!“</p>
<p>Die Masse dr&#228;ngt durch die T&#252;ren. „Schaut in die Zeitungsk&#228;sten!“, ruft uns Todd noch hinterher, dann geht es los. Manche schlendern gem&#252;tlich, andere laufen in Schlangenlinien oder auch mal in die falsche Richtung. Einige breiten sogar die Arme aus, wie richtige V&#246;gel. Tats&#228;chlich entsteht so etwas wie ein Schwarm.</p>
<p>An einem der Zeitungsk&#228;sten treffe ich Andreas, 25. Er dr&#252;ckt mir eine Flasche Seifenblasen in die Hand, die in dem Kasten versteckt war. Was das soll, wei&#223; er nicht. „Ich bin mit einer Freundin hier, die habe ich schon verloren“, sagt er, „aber das geh&#246;rt wohl dazu.“ Wie die meisten hier hat er vorher noch nie bei einem Flashmob mitgemacht. „Mich fasziniert die Idee dahinter, das Ungew&#246;hnliche im Gew&#246;hnlichen.“ Er hofft auf ein paar magische Momente und lustige Situationen.</p>
<p>Die erste gibt es an der Haltestelle Theatinerstra&#223;e, wo sich ein Auto im Schwarm festf&#228;hrt. Als es laut hupt, lacht die Menge blo&#223; und schw&#228;rmt noch wilder. Das Auto stellt den Motor ab. Dann kommt eine Trambahn, und ihre schrille Glocke mischt sich mit dem Handyklingeln, das wieder aufbrandet: „Einzeln und unauff&#228;llig die F&#252;nf H&#246;fe betreten! Unauff&#228;llig unter den H&#228;ngepflanzen in der Mitte umher flanieren!“</p>
<p>Zugegeben, ganz so unauff&#228;llig sind wir nicht, als wir uns alle unter den h&#228;ngenden G&#228;rten in dem M&#252;nchner Einkaufszentrum versammelt haben. Neben mir macht ein Mann erste Seifenblasen. „Noch nicht pusten!“, ruft eine junge Frau emp&#246;rt. „Dann ist doch die &#220;berraschung weg!“ Das ist Jana, 27. Sie erf&#252;llt sich heute einen lang gehegten Traum. „Ich wollte immer schon bei einem Flashmob mitmachen“, sagt sie. „Aber in M&#252;nchen findet sowas ja sonst nie statt!“ Da piepst ihr Handy: „BUBBLEMOB!“<br />
<span id="more-2920"></span><br />
<img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/text_flashmob1.jpg" alt="LANGESCHLANGEMOB!" title="LANGESCHLANGEMOB!" width="420" height="264" class="aligncenter size-full wp-image-2924" /></p>
<p>Jetzt holen alle ihre Fl&#228;schchen heraus, nach wenigen Sekunden h&#228;ngen unz&#228;hlige Seifenblasen in der Luft. Hinter den Fensterscheiben eines Cafés schauen die Besucher verdutzt. &#220;berall blubbert, bl&#228;st und platzt es nun, die F&#252;nf H&#246;fe gl&#228;nzen in Regenbogenfarben. Nach wenigen Minuten ist alles wieder vorbei, „BUBBLE OVER!“ steht in der SMS. Blitzschnell verzieht der Schwarm sich nach drau&#223;en.</p>
<p>Dann geht es in den Untergrund. In der U-Bahnhaltestelle Marienplatz werden wir den ber&#252;hmten „Frozen Grand Central“ nachstellen. Dar&#252;ber freuen sich manche Teilnehmer ganz besonders. W&#228;hrend wir Richtung Rathaus schw&#228;rmen, werfen sie sich verschw&#246;rerische Blicke zu. Andere nehmen den &#220;berraschungseffekt sehr ernst, sie wollen auf keinen Fall so aussehen, als geh&#246;rten sie dazu. Glaube ich zumindest.</p>
<p>Denn auf einmal sieht man in jedem Fu&#223;g&#228;nger einen Flashmobber und kann sich &#252;berhaupt nicht mehr sicher sein, wer nun dazugeh&#246;rt und wer nicht. Daf&#252;r ist dieser Schwarm zu bunt gemischt: Viele junge Menschen sind dabei, aber auch Senioren und Eltern mit ihren Kindern. Sogar die Mutter von Benjamin David macht mit. „Dabei hab ich nicht mal ein Handy!“, sagt sie. Sie h&#228;lt sich einfach an die drei Prinzipien des Schwarmverhaltens, die uns Charlie Todd vorhin erkl&#228;rt hat: Koh&#228;sion, Alignment, Separation. Wir sollen uns stets zum Mittelpunkt der Menge hin bewegen und immer in etwa die gleiche Richtung wie alle anderen &#8211; uns dabei aber niemals ber&#252;hren.</p>
<p>In der U-Bahnstation vermischen sich die Teilnehmer vollends mit den Reisenden. Wir alle warten jetzt unauff&#228;llig auf die n&#228;chste SMS, das n&#228;chste Klingeln, denn das bedeutet: Einfrieren! Ich kaufe mir ein K&#228;sebr&#246;tchen und schlendere kauend zwischen den Rolltreppen entlang, als das Signal ert&#246;nt. Mit einem Mal steht der Bahnhof still. Ich erstarre in einer denkbar ung&#252;nstigen Position: Mein ganzes Gewicht habe ich gerade aufs linke Bein verlagert, meine Hand h&#228;ngt, ein St&#252;ck Br&#246;tchen abrei&#223;end, in der Luft, mein Mund steht halboffen. Neben mir frieren die Leute beim Telefonieren, K&#252;ssen, Zigarette Anz&#252;nden ein.</p>
<p>Die Passanten um uns herum versuchen, sich einen Weg durch das Labyrinth von Statuen zu bahnen, oder bleiben verbl&#252;fft stehen. Ein paar Jungs tauchen vor mir auf und schneidern wilde Grimassen, wie man es als Tourist in London macht, um einen der Guards zu provozieren. Als ich grinsen muss, ziehen sie wieder ab. Ein Mann streift mich im Vorbeigehen. Normalerweise w&#228;re ich ihm ausgewichen, aber jetzt verharre ich ganz still in meiner Position. Weiter hinten sehe ich Andreas, der beim Fahrkartenstempeln eingefroren ist. Eine Frau macht ein Foto von ihm. In meiner linken Wade kitzelt ein Krampf. Ich bei&#223;e die Z&#228;hne zusammen.</p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/text_flashmob5.jpg" alt="BUBBLEMOB!" title="BUBBLEMOB!" width="420" height="231" class="aligncenter size-full wp-image-2928" /></p>
<p>Da klingelt es wieder, in meiner Jackentasche und &#252;berall um mich herum. Das ist das Zeichen. Prompt fallen alle aus ihrer Starre und zerstreuen sich in s&#228;mtliche Richtungen. Die Zuschauer applaudieren, einige stehen noch einen Moment lang wie benommen da. Auf den Gesichtern der eben noch so starren Flashmobber liegt ein leises L&#228;cheln.</p>
<p>Dass noch immer keine Polizei aufgetaucht ist, liegt daran, dass sie mitmacht: Vereinzelt haben sich Beamten in zivil in den Schwarm gemischt. Die „Urbanauten“ hatten die Aktion im Vorfeld vom Stadtrat absegnen lassen. Das ist eigentlich gegen die Flashmob-Regeln. „Diesen Kompromiss mussten wir eingehen“, sagt Benjamin David. Schlie&#223;lich werde das Projekt vom st&#228;dtischen Kulturreferat gef&#246;rdert. Trotzdem ist er &#252;berrascht, dass sich nicht einmal jemand beschwert: „Wir haben die Versammlungen nicht angemeldet, weil wir immer nur h&#246;chstens f&#252;nf Minuten lang an einem Ort sind.“</p>
<p>Wir schw&#228;rmen wieder, dieses Mal ins Kulturreferat. Die Stimmung ist heiter. Obwohl die Aktionen so ruhig und gelassen verlaufen, herrscht in den K&#246;pfen Partystimmung. Charlie Todd gibt uns Anweisungen f&#252;r die letzte Aktion. Wir sollen in einer naheliegenden Bank hinter einem einzigen Geldautomaten eine extrem lange Schlange bilden. „Wenn euch jemand fragt, warum ihr da wartet, sagt, dass dieser Automat der billigste ist oder das beste Geld hat und ihr den anderen nicht vertraut“, sagt Todd. „Und wenn ihr fertig seid, stellt euch einfach wieder hinten an.“</p>
<p>Fertig werden aber nur ein paar wenige. Die Schlange, die wir bilden, reicht die ganze Sparkassenstra&#223;e herunter. Ich stehe irgendwo in der Mitte, als eine Frau vorbeikommt. „Ich war vor f&#252;nf Minuten noch da, da war hier kein Mensch!“, sagt sie. Ein &#228;lterer Herr fragt unsicher, ob er jetzt auch sein Geld abholen m&#252;sse. Aber da piepst und klingelt es schon wieder &#252;berall, und die ultralange Warteschlange verschwindet genauso schnell, wie sie gekommen ist.</p>
<p><i>Die n&#228;chsten SMSmobs finden am 10. und 25. November und am 3. Dezember in M&#252;nchen statt. Um mitzumachen schicke eine SMS mit schwarm 01, schwarm 02 oder schwarm 03 an 11832 oder folge dem <a href="http://www.twitter.com/twtflash">Twitterfeed</a>. Weitere Informationen gibt es <a href="http://blog.urbanaut.org">hier</a>.</i></p>
<p class="code">Fotos von Andreas Sturm<br />
<a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/489892">jetzt.de</a>, 4. November 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Injektive Abbildung ist, wenn kein Kind zwei Geschenke bekommt&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 17:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
				<category><![CDATA[Druckfrisch]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/11/02/injektive-abbildung-ist-wenn-kein-kind-zwei-geschenke-bekommt/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/733068-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Der Mathestudent Florian Modler, 22, hat gemeinsam mit seinem Kommilitonen Martin Kreh, 23, ein neues Lehrbuch geschrieben. Damit sollen wir Analysis und Lineare Algebra endlich verstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Mathestudent Florian Modler, 22, hat gemeinsam mit seinem Kommilitonen Martin Kreh, 23, ein neues Lehrbuch geschrieben. Damit sollen wir Analysis und Lineare Algebra endlich verstehen.</strong></p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/11/733068.jpg" alt="Florian und Martin" title="Florian und Martin" width="420" height="235" class="aligncenter size-full wp-image-2888" /></p>
<p><strong>Florian, k&#246;nnte man nicht mal ein Mathebuch ohne die ganzen nervigen Zahlen schreiben?</strong><br />
Na, so viele Zahlen kommen bei uns ja gar nicht vor. Schlie&#223;lich geht es in der Mathematik nicht so sehr ums Rechnen, sondern darum, Probleme mit logischem, abstraktem Denken zu l&#246;sen. Trotzdem werden wir die vielen Formeln wohl auf Dauer nicht los.<br />
<strong><br />
Gibt es nicht schon genug Matheb&#252;cher? Vor allem zu den Themen, die ihr behandelt – Lineare Algebra und Analysis -, kann man doch eigentlich nichts Neues mehr schreiben.</strong><br />
Nat&#252;rlich ist der Stoff nicht neu, aber unser Buch ist anders als die &#252;brigen Fachb&#252;cher. Ein Buch, das von Studenten f&#252;r Studenten geschrieben ist, gibt es auf dem Markt &#252;berhaupt noch nicht. Au&#223;erdem ist unser Buch ist zweigeteilt: Im ersten Abschnitt findet man all die Definitionen, die man zum Beispiel f&#252;r eine m&#252;ndliche Pr&#252;fung auswendig lernen muss. Im zweiten Teil wird alles ausf&#252;hrlich erkl&#228;rt, mit vielen Beispielen und in Umgangssprache – und Schritt f&#252;r Schritt! In anderen B&#252;chern werden manche Beweisschritte n&#228;mlich einfach ausgelassen und der Leser ist dann auf sich gestellt.</p>
<p><strong>Wie lange habt ihr f&#252;rs Schreiben gebraucht?</strong><br />
Das Schreiben selbst hat gar nicht so lang gedauert – obwohl ich anfangs &#252;berrascht war, dass etwas, das man so leicht m&#252;ndlich erkl&#228;ren kann, doch sehr schwer aufzuschreiben ist! Allerdings war auch das Drumrum viel aufwendiger, als wir gedacht h&#228;tten. Wir hatten uns das so vorgestellt, dass wir alles aufschreiben, abgeben und der Verlag druckt es dann. Aber da sind noch so viele Dinge, um die man sich k&#252;mmern muss! Zum Beispiel Cover, Vorwort, Literaturverzeichnis… Auch das Korrekturlesen hat &#252;berraschend viel Zeit in Anspruch genommen. Insgesamt haben wir etwa ein Jahr gebraucht.</p>
<p><strong>Wird das fertige Werk jetzt euer einziges bleiben, oder plant ihr eine Fortsetzung?</strong><br />
Der Verkauf l&#228;uft sehr gut – so gut, dass das Buch bei Amazon zeitweise nicht lieferbar war. Wenn das so weitergeht, werden wir auf jeden Fall einen zweiten Teil schreiben. Der Verlag hat auch schon angedeutet, dass er wieder mitmacht.</p>
<p><strong>Was sagen denn &#252;berhaupt eure Professoren zu dem Projekt? Schlie&#223;lich schreiben die auch selbst B&#252;cher.</strong><br />
Am Anfang waren sie schon skeptisch, aber nachher haben sogar zwei von ihnen Korrektur gelesen. Wir haben das Buch auch einigen Erstsemestern zum Probelesen gegeben, f&#252;r die ist es schlie&#223;lich gedacht. Die Reaktionen waren durchweg positiv.<br />
<strong><br />
Diesen Mittwoch veranstaltet ihr sogar eine Lesung in Hannover. Lest ihr da dann Formeln vor?</strong><br />
Ehrlich gesagt wissen wir selbst noch nicht so genau, wie das aussehen wird. Erstmal wollen wir ein bisschen erz&#228;hlen, wie es dazu kam und wie das Konzept des Buchs aussieht. Und dann gibt es ja schon die ein oder andere Stelle, die man gut vorlesen kann. Zum Beispiel unser Beispiel f&#252;r injektive Abbildungen. Da muss man sich nur den Weihnachtsmann und die Kinder vorstellen. Der Weihnachtsmann ist die Funktion, die die Geschenke auf die Kinder verteilt. Und wenn kein Kind zwei Geschenke bekommt – dann ist das injektiv.</p>
<p><em>&#8220;Tutorium Analysis 1 und Lineare Algebra 1&#8243; von Florian Modler und Martin Kreh, erschienen im Spektrum-Verlag, 363 Seiten, 19,95 Euro, <a href="http://www.mathestudium-tutor.de">mathestudium-tutor.de</a></em></p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/489619">jetzt.de</a>, 2. November 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Voll von der Rolle</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2009/10/30/voll-von-der-rolle/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 14:15:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/10/30/voll-von-der-rolle/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/IMG_2633-496x330-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Gemeinsam mit Studenten der Uni Karlsruhe entwickelte Hochschulassistent Matthias Michel eine Rolle, in der man wohnen kann. Im Interview erkl&#228;rt er, wie das funktioniert - und warum darin manchmal alles Kopf steht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gemeinsam mit Studenten der Uni Karlsruhe entwickelte Hochschulassistent Matthias Michel eine Rolle, in der man wohnen kann. Im Interview erkl&#228;rt er, wie das funktioniert &#8211; und warum darin manchmal alles Kopf steht.</strong></p>
<p><strong>Matthias, wie kommt man darauf, eine „Wohnrolle“ zu bauen?</strong><br />
Die Idee entstand im Rahmen eines Workshops der Fakult&#228;t f&#252;r Architektur. Das Architekturstudium ist meistens sehr virtuell, da wird viel geplant, aber wenig realisiert. Au&#223;erdem sind mit diesen Pl&#228;nen immer unheimlich viele Vorschriften und Regeln verbunden. Wir wollten uns davon mal freimachen. Unter dem Motto „Guerilla Housing“ haben wir die Studenten deshalb vor die Aufgabe gestellt, ein Wohnobjekt zu konzipieren, das ohne Grundst&#252;ck auskommt. Man sollte damit binnen einer Nacht auf einer Gr&#252;nfl&#228;che oder auch nur einem Parkplatz auftauchen und genauso schnell wieder verschwinden k&#246;nnen. Das Besondere an „Rollit“ ist, dass diese liegende Tonne schon durch ihre Form anzeigt, dass sie nicht zum jeweiligen Ort geh&#246;rt und jederzeit entfernbar ist.</p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/IMG_2633-496x330.jpg" alt="So rum" title="So rum" width="496" height="330" class="aligncenter size-medium wp-image-2862" /></p>
<p><strong>„In mir kannst du wohnen!“ zeigt sie allerdings weniger an. Die Rolle hat einen Durchmesser von nur 2,5 Metern und ist gerade mal 3 Meter lang.</strong><br />
Stimmt! Das funktioniert nur mit dem richtigen Innenleben. In der &#228;u&#223;eren Rolle sind noch einmal drei R&#228;der drin, die gleichzeitig die M&#246;bel sind. Es gibt ein Bett- und Schreibtischm&#246;bel und eins mit K&#252;che und WC, die man sich immer so zurecht drehen kann, wie man sie gerade braucht. Wenn ich die K&#252;che benutzen will, drehe ich das Rad so, dass das Klo &#252;ber mir h&#228;ngt. Das dritte M&#246;bel, in der Mitte, ist ganz frei, damit man sich auch mal bewegen kann. Sozusagen ein Laufrad.</p>
<p><strong>Es gibt auch Schr&#228;nke, zum Beispiel f&#252;r Geschirr. Aber gehen die Teller nicht alle kaputt, sobald ich an der K&#252;che drehe?</strong><br />
Das haben wir mit Containern gel&#246;st, die auch rund sind und an denen ein Gewicht angebracht ist. So schauen sie immer nach oben, egal, wohin man das Rad dreht. Die eingebaute Toilette funktioniert genauso.</p>
<p><strong>Und was ist, wenn ich mir abends mein Bett zurechtdrehe, einschlafe – und wegrolle?</strong><br />
Es gibt Holzbl&#246;cke, mit denen man die Rolle von au&#223;en befestigen kann. Wenn die nat&#252;rlich ein gemeiner Jemand wegnimmt, k&#246;nnte man schon wegrollen… Aber dadurch, dass das Bettm&#246;bel ja auch drehbar ist, w&#252;rde man es wom&#246;glich gar nicht merken! Im Idealfall zumindest.<br />
<strong><br />
Habt ihr denn schon in „Rollit“ geschlafen?</strong><br />
Nein, wir haben sie ja erst letzte Woche vorgestellt. Noch steht sie zur Besichtigung auf dem Campus. Aber demn&#228;chst werden Christian Zwick und Konstantin Jerabek, die das Ganze entworfen haben, dort auf jeden Fall mal probewohnen. Danach w&#252;rden die Studenten gern ein paar N&#228;chte darin versteigern. Wir m&#246;chten n&#228;mlich auch erforschen, wie man generell in dieser Enge leben kann. Zuerst m&#252;ssen allerdings noch ein paar Details ausgebessert werden.</p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/IMG_2637-496x330.jpg" alt="Anders rum" title="Anders rum" width="496" height="330" class="aligncenter size-medium wp-image-2861" /></p>
<p><strong>Wie lange hat es &#252;berhaupt gedauert, den Prototyp zu bauen?</strong><br />
Die zehn beteiligten Studenten haben im August angefangen. Insgesamt waren es wohl um die 1500 Arbeitsstunden.</p>
<p><strong>War euch dabei nicht furchtbar schwindelig?</strong><br />
Oh ja, bei den Bauarbeiten hatten wir schon hin und wieder so eine Weltraum&#252;belkeit, weil alles sich gleich drehte, sobald man sich bewegte. Inzwischen lassen sich aber alle M&#246;bel fest verriegeln.</p>
<p><strong>Aber jetzt mal ehrlich: Hat „Rollit“ eine ernstzunehmende Zukunft, oder wird der Prototyp ein Einzelst&#252;ck bleiben?</strong><br />
„Rollit“ richtet sich vor allem an Studenten oder Praktikanten, Leute, die von hier auf gleich den Wohnort wechseln und dort eine Bleibe suchen m&#252;ssen – aber sie oft nicht sofort finden. Nat&#252;rlich k&#246;nnen die es sich nicht leisten, eine „Rollit“ zu kaufen. Man k&#246;nnte sie aber zum Beispiel vermieten. Das einzige Problem ist momentan noch, dass sie so schwer ist – die Tonne wiegt auch eine Tonne. Wir brauchen allein sechs Leute, um sie vom Anh&#228;nger zu wuchten. Da m&#252;sste man noch mal &#252;ber andere Materialien nachdenken.</p>
<p><strong>Wenn man „Rollit“ mal ausrollen w&#252;rde, h&#228;tte man eine Fl&#228;che von 24 Quadratmetern, auf der alles untergebracht ist: Schlaf- und Arbeitsplatz, Kochstelle, Bad. Warum m&#252;ssen Studentenbuden immer so klein und praktisch sein?</strong><br />
Die Faszination, mit Raum extrem &#246;konomisch umzugehen, ist etwas, das Bauen und Architektur seit Urzeiten begleitet. Was die Studenten betrifft, wird es gesellschaftlich einfach erwartet, dass sie eine gewisse Verzichtsbereitschaft w&#228;hrend ihrer Ausbildung haben – daf&#252;r sind sie ja dann nachher mal besser gestellt. Darauf basiert auch das Bild des grunds&#228;tzlich armen Studenten. Trotzdem kann man sich in Deutschland eigentlich nicht beklagen. In osteurop&#228;ischen Studentenwohnheimen sieht es noch viel schlimmer aus.</p>
<p>Der Entstehungsprozess von &#8220;Rollit&#8221; haben die Studenten unter <a href="http://www.rollit-09.de">rollit-09.de</a> dokumentiert.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/489363">jetzt.de</a>, 29. Oktober 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Monooooopoly</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2009/10/28/monooooopoly/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 20:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<category><![CDATA[jetzt.de]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Bjørn Halvard Knappskog, 19, ist der beste Monopoly-Spieler der Welt. Bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas am vergangenen Donnerstag gewann er 20 580 Dollar – genau so viel, wie die Monopoly-Spielbank hergibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bjørn Halvard Knappskog, 19, ist der beste Monopoly-Spieler der Welt. Bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas am vergangenen Donnerstag gewann er 20 580 Dollar – genau so viel, wie die Monopoly-Spielbank hergibt.</strong></p>
<p><strong>Bjørn, das WM-Finale, in dem du dich gegen Monopolymeister aus Russland, Neuseeland und den USA durchgesetzt hast, war nur 41 Minuten lang. Dauert Monopoly sonst nicht viel l&#228;nger?</strong><br />
Das liegt daran, dass wir im Turnier die „Speed Die“-Variante gespielt haben. In dieser neuen Monopoly-Ausgabe kommt zu den beiden regul&#228;ren W&#252;rfeln ein dritter hinzu, der verschiedene Funktionen hat. Alles in allem bekommt das Spiel dadurch mehr Action und Geschwindigkeit – ich spiele es nur noch so!</p>
<p><strong>Wie bist du zur Weltmeisterschaft gekommen? Man plant doch nicht, Monopoly-Profi zu werden, oder?</strong><br />
Na, ich zumindest nicht! Schon als kleiner Junge habe ich das oft gespielt. Als mir ein Freund von der norwegischen Meisterschaft erz&#228;hlte, dachte ich: warum nicht? Ich hatte dann eine richtige Gl&#252;cksstr&#228;hne und wurde Landesmeister. Allerdings h&#228;tte ich zu diesem Zeitpunkt nie gedacht, dass ich auch die Weltmeisterschaft gewinnen k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Was gef&#228;llt dir so gut an dem Spiel?</strong><br />
Es ist einfach das gro&#223;artigste Spiel, das es gibt – mit der perfekten Kombination aus Gl&#252;ck und K&#246;nnen. Andere Spiele, „Risiko“ zum Beispiel, sind aber auch nicht schlecht.<br />
<strong>Aber sind Gesellschaftsspiele inzwischen nicht total out, wo es all die Konsolen und Computerspiele gibt?</strong><br />
Das finden viele Leute, vor allem die j&#252;ngeren. Aber f&#252;r mich gibt es nichts Sch&#246;neres als mit Freunden oder der Familie ein Gesellschaftsspiel zu spielen, am liebsten im Winter, gem&#252;tlich vor dem Kamin… Es ist viel kommunikativer, und wenn man es mit gutem Essen kombiniert, kann man wirklich einen super Abend haben.</p>
<p><strong>Du hast 20 580 Dollar gewonnen, genau so viel, wie in der &#252;blichen Monopolybank drin ist. Kannst du mit echtem Geld ebenso gut umgehen wie mit Spielgeld?</strong><br />
Ich w&#252;nschte, ich k&#246;nnte es! Man kann bei Monopoly viel &#252;bers Verhandeln und den Umgang mit Geld lernen, das ich sicher irgendwann mal gebrauchen kann. Tats&#228;chlich habe ich mir schon das ein oder andere von dem Preisgeld gekauft, aber das meiste werde ich f&#252;r sp&#228;ter sparen.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/489271">jetzt.de</a>, 28. Oktober 2009<br />
<a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,658042,00.html">Spiegel Online</a>, 30. Oktober 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Netbooks in Paderborn</title>
		<link>http://www.hurra-blog.de/2009/10/28/netbooks-in-paderborn/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 19:58:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
				<category><![CDATA[Druckfrisch]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/10/28/netbooks-in-paderborn/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/lina-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>In Paderborn haben die Erstsemester ein ganz besonderes Willkommensgeschenk bekommen: ein Netbook. Der AStA vermutet allerdings, dass die mit Studiengeb&#252;hren finanziert wurden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Paderborn haben die Erstsemester ein ganz besonderes Willkommensgeschenk bekommen: ein Netbook. Der AStA vermutet allerdings, dass die mit Studiengeb&#252;hren finanziert wurden.</strong></p>
<p>Lina Bartusch freut sich. Die 19j&#228;hrige studiert seit ein paar Wochen Medienwissenschaft an der Uni Paderborn und hat zur Begr&#252;&#223;ung neben den &#252;blichen Goodies noch ein ganz besonderes Geschenk von ihrer neuen Alma Mater bekommen: ein Netbook.</p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/lina.jpg" alt="Lina und ihr Netbook" title="Lina und ihr Netbook" width="420" height="315" class="aligncenter size-full wp-image-2850" /></p>
<p>Diese Aktion solle das Leitbild der Uni, die „Universit&#228;t der Informationsgesellschaft“ zu sein, unterstreichen, sagt Pr&#228;sident Nikolaus Risch. Er wirbt nicht nur mit dem au&#223;ergew&#246;hnlichen Willkommensgeschenk, sondern auch mit einem neuen Content-Management-System, das auf dem Campus eingef&#252;hrt wurde. „Das organisiert das gesamte Pr&#252;fungs- und Veranstaltungswesen f&#252;r die Studierenden“, sagt er. „So gibt es kein Schlangestehen mehr vor den Pr&#252;fungs&#228;mtern.“</p>
<p>Daf&#252;r gibt es jetzt allerdings Schlangen in der einzigen Mensa der Uni. Um 41 Prozent ist die Zahl der Studienanf&#228;nger im Vergleich zum vorigen Wintersemester gestiegen. Es k&#246;nne schon sein, dass der ein oder andere auch wegen der Netbooks da sei, sagt Risch.</p>
<p>Auch Lina kann sich das gut vorstellen. Sie selbst erfuhr von dem au&#223;ergew&#246;hnlichen Geschenk allerdings erst, als sie schon ihre Zulassung hatte – und einen nigelnagelneuen Laptop. Der steht jetzt Zuhause rum. „Das Netbook ist einfach viel praktischer“, sagt sie. „Weil es so klein ist, kann man es &#252;berall mit hinnehmen und hat immer gleich Zugriff aufs Intranet.“ Au&#223;erdem hat die Universit&#228;t extra ein Netbook-Cafè eingerichtet, wo Hilfe bekommt, wer mal ein technisches Problem hat.</p>
<p>Trotzdem war Lina anfangs eher skeptisch. „Als ich es abholte, wurde mir gesagt, ich soll den Karton lieber verstecken, weil mich sonst alle b&#246;se angucken“, sagt sie. Die h&#246;heren Semester f&#228;nden es n&#228;mlich gar nicht so toll, dass die Erstis beschenkt werden und sie selbst leer ausgehen.</p>
<p>„Inzwischen nennen wir sie schon liebevoll unsere Dellis“, sagt Sonja Kiekens vom AStA in Anspielung auf den Hersteller der Ger&#228;te. Dass die h&#246;heren Semester sich &#228;rgern, kann sie gut verstehen. „Nat&#252;rlich ist das unfair, wenn die Neuen alle Netbooks kriegen und wir nicht“, sagt sie. Die meisten schiefen Blicke und stichelnden Spr&#252;che seien aber eher scherzhaft gemeint.</p>
<p>Viel schlimmer findet sie, dass die Uni nun v&#246;llig &#252;berf&#252;llt sei. „Die Netbooks sollten nicht nur das Image der Uni verbessern, sondern auch mehr Studenten anlocken“, da ist sie sich sicher. Tats&#228;chlich sind jetzt 13 400 Studenten an der Uni eingeschrieben, fast so viele wie vor Einf&#252;hrung der Studiengeb&#252;hren in Nordrhein-Westfalen. „Die Uni bekommt 1500 Euro pro Student“, sagt Kiekens. „Und um noch mehr zu kriegen, wurden nicht nur die Netbooks verschenkt, sondern auch NCs gesenkt oder ganz gestrichen.“</p>
<p>Was f&#252;r die Studenten &#220;berf&#252;llung ist, nennt Unipr&#228;sident Risch „strategisch an die Grenzen gehen“. Er legt auch Wert darauf zu betonen, dass die eine Million Euro teure Aktion nicht von Studiengeb&#252;hren, sondern von Sponsorengeldern bezahlt worden sei. „Eine Finanzierung durch Studiengeb&#252;hren schlie&#223;e ich so lange aus, wie unsere Studenten und AStA-Vetreter das nicht wollen“, sagt er.</p>
<p>Sonja Kiekens nimmt ihm das nicht ab. „An der Uni halten sich Ger&#252;chte, dass da eben doch Geb&#252;hren im Spiel waren“, sagt sie. „Selbst Dozenten haben das schon angedeutet.“ Anfangs h&#228;tte es sogar gehei&#223;en, es g&#228;be einen gro&#223;z&#252;gigen Sponsor, der ungenannt bleiben wolle. „Aber wie kann das sein, wo er doch so eine gute Publicity kriegt?“ Inzwischen werden auf der Uni-Website neben &#246;rtlichen Banken auch die Firma, die das neue Intranet entwickelte, und „Professoren und das Pr&#228;sidium der Universit&#228;t Paderborn, die aus privater Tasche ebenfalls einen Zuschuss leisten“ als Sponsoren genannt. Die Studenten bleiben trotzdem misstrauisch, vor allem, seit bekannt wurde, dass 24 Prozent der Studiengeb&#252;hren in Paderborn einfach „verschwunden“ sind. Den schriftlichen Pr&#252;fungsbericht sowie die Stellungnahme des zust&#228;ndigen Gremiums erkl&#228;rte das Pr&#228;sidium kurzerhand zur Verschlusssache, wie eine Lokalzeitung schreibt.</p>
<p>Lina Bartusch hat sich unterdessen damit abgefunden, dass sie mit ihrem blau leuchtenden Netbook immer gleich als Ersti zu identifizieren ist. „Das Gute ist ja, dass ich so auch immer gleich alle erkennen kann, denen es genauso geht wie mir.“</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/489268">jetzt.de</a>, 28. Oktober 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Das Internet ist f&#252;r euch wie die Luft zum Atmen&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 07:16:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/10/26/das-internet-ist-fuer-euch-wie-die-luft-zum-atmen/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/text_tabscott-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Wer zu den „Digital Natives“ geh&#246;rt, kann sich ein Leben ohne Web-Zugang nicht mehr vorstellen. Unseren Eltern macht das Angst – dem kanadischen Professor Don Tapscott macht es gute Laune]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer zu den „Digital Natives“ geh&#246;rt, kann sich ein Leben ohne Web-Zugang nicht mehr vorstellen. Unseren Eltern macht das Angst – dem kanadischen Professor Don Tapscott macht es gute Laune</strong></p>
<p>Der Kanadier Don Tapscott, Jahrgang 1947, ist wahrscheinlich einer dieser M&#228;nner, die man Internetguru nennen darf. Der Professor aus Montreal schrieb ein vielbeachtetes Buch dar&#252;ber, wie das Wissen der Massen die Wirtschaft &#228;ndern kann. Dann erschien (bisher nur auf Englisch) &#8220;Grown Up Digital – How the Net Generation is Changing Your World&#8221;. F&#252;r das Buch hat er mehr als 11.000 Jugendliche und ihren Umgang mit neuen Medien beobachtet. Seine Schl&#252;sse kommen all den Pessimisten in die Quere, die glauben, dass Jugendliche vor lauter SMS und Twitter und Sozialen Netzwerken nichts auf die Beine bringen. &#8220;Quatsch&#8221;, schreibt Tapscott in seinem Buch und sagt im jetzt.de-Gespr&#228;ch, dass sich die „Digital Natives“ zur besten Generation aller Zeiten formen k&#246;nnten.</p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/text_tabscott.jpg" alt="Don Tapscott" title="Don Tapscott" width="420" height="272" class="aligncenter size-full wp-image-2820" /></p>
<p><strong>Mister Tapscott, wenn ich, seit ich sieben Jahre alt bin, im Internet surfe, ein Weblog habe, twittere und in mehreren sozialen Netzwerken angemeldet bin – macht mich das zu einem Digital Native, also einem Eingeborenen des Web?</strong><br />
Ein Digital Native sind Sie, weil Sie mit dem Internet aufgewachsen sind. Dann ist das Internet f&#252;r Sie wie die Luft zum Atmen. Digital Natives sitzen vor dem Computer und haben drei Programme ge&#246;ffnet. Sie lesen drei verschiedene Blogs, telefonieren, h&#246;ren gleichzeitig Musik und machen ihre Hausaufgaben.</p>
<p><strong>Viele Eltern sind im Multitasking nicht so super und glauben, dass einen dieses Hin- und Herspringen kirre machen muss.</strong><br />
Ich kann es ja auch nicht! Aber die Gehirne der jungen Generation sind ganz anders entwickelt als unsere. Ich bin Teil der Baby Boomer-Generation. Als ich ein Kind war, lief 24 Stunden am Tag der Fernseher. Heute sind die Jugendlichen stattdessen online. Sie sitzen nicht passiv vor dem Bildschirm, sondern lesen, recherchieren, verarbeiten Informationen, erz&#228;hlen ihre Geschichten. Digital Natives sind auch keine Multitasker, sie k&#246;nnen aber schneller zwischen T&#228;tigkeiten hin und her schalten.</p>
<p><strong>Macht uns diese F&#228;higkeit schon zu Menschen, in die man ganz viel Hoffnung stecken kann?</strong><br />
Junge Leute k&#246;nnen heute Informationen besser hinterfragen, sie sind gut darin, sie zu &#252;berpr&#252;fen und die verschiedenen Quellen zu verwalten. Sie sehen viel schneller, wo etwas nicht stimmt – zum Beispiel, wenn ein Foto bearbeitet wurde. Sie gehen ganz anders an Informationen heran. Ein Beispiel: Ich habe einen jungen Studenten kennengelernt, &#252;ber den ich auch in meinem Buch schreibe. Er ist sehr engagiert und studiert inzwischen in Oxford. Er sagt, dass er niemals B&#252;cher liest. Trotzdem wei&#223; er, was drin steht – durch das Internet. Dar&#252;ber regen sich viele &#228;ltere Leute auf&#8230;</p>
<p><strong>Ist doch auch schade, wenn jemand gar keine B&#252;cher mehr liest, oder?</strong><br />
In 50 Jahren wird niemand mehr B&#252;cher lesen. B&#252;cher sind l&#228;cherlich.</p>
<p><strong>Sie schreiben selbst B&#252;cher&#8230;</strong><br />
&#8230; und es ist l&#228;cherlich! Dieses Konzept ist v&#246;llig veraltet. Es w&#228;re viel besser, wenn sie lauter Links und Multimedia-Inhalte h&#228;tten, die st&#228;ndig aktualisiert w&#252;rden. Aber: Was ich sage, gilt nur f&#252;r Sachb&#252;cher. Mit Romanen ist das etwas anderes.</p>
<p><strong>Ist unsere Generation Internet-s&#252;chtig?</strong><br />
Sie haben sich an die vielen Vorteile, die das Internet bietet, gew&#246;hnt und nutzen sie entsprechend h&#228;ufig. Ohne das Netz k&#246;nnen Sie nicht mit Freunden kommunizieren, nicht produktiv sein, nicht auf Informationen zugreifen. Deshalb ist es auch so gef&#228;hrlich, wenn man es aus der Schule und vom Arbeitsplatz verbannt. Sie haben die besten Werkzeuge, die jemals existierten. Sie kennen eine ganz neue Kultur der Innovation, der Vernetzung und der Geschwindigkeit. Und wir? Wir haben diesen Abwehrreflex. Wir versuchen, Sie zu kontrollieren und nehmen Ihnen ihre Werkzeuge weg! Es ist heute ganz normal, soziale Netzwerke auf Firmencomputern oder in Schulen zu sperren.</p>
<p><strong>Das ist wohl der „digitale Graben“ zwischen jenen, die das Web nat&#252;rlich nutzen und denen, die es noch kennenlernen m&#252;ssen.</strong><br />
Ich nenne das die „Firewall zwischen den Generationen“.</p>
<p><strong>Warum haben zum Beispiel unsere Eltern solche Vorbehalte gegen&#252;ber dem Internet?</strong><br />
Wir f&#252;rchten uns nun mal vor dem, was wir nicht kennen. Deshalb stellen wir den Computer eines 14j&#228;hrigen ins Wohnzimmer, wo wir am besten auf ihn aufpassen k&#246;nnen. Dabei hat er doch auch noch einen Computer in der Hosentasche! Und in der Schule! In Portugal bekommt jedes 12j&#228;hrige Kind einen Laptop mit High-Speed-Internetzugang im Klassenraum.</p>
<p><strong>Wir wissen, dass Sie f&#252;r eine Bildungsreform sind. Aber mal ehrlich: Nur, weil man die Schulen mit modernster Technik ausstattet, lernen die Sch&#252;ler doch nicht besser?</strong><br />
Es geht dabei nicht blo&#223; um die Technologie. Es geht darum, interaktiv und in Gruppen zu arbeiten, wie es Jugendliche von klein auf gewohnt sind. Frontalunterricht soll angeblich zu jedem Sch&#252;ler gleicherma&#223;en passen, der Lehrer soll im Fokus stehen. Das mag in meiner Jugend funktioniert haben. Ich war immer nur der Empf&#228;nger – als Fernsehzuschauer, in der Schule, Zuhause, in der Kirche. Heute brauchen wir ein Modell, in dem beide Seiten voneinander lernen.</p>
<p><strong>Was m&#252;ssen wir machen, um die „Firewall“ zu &#252;berwinden?</strong><br />
In der kleinsten Institution, der Familie, m&#252;ssen die Eltern anfangen, sich mit der digitalen Welt zu besch&#228;ftigen. Sie sollten sich in sozialen Netzwerken anmelden, Twitter und iPhones nutzen, um die Familie zusammenzubringen. In der Arbeitswelt war es bisher &#252;blich, dass die Jungen von den &#196;lteren lernten. Heute sollte das gleichberechtigt sein, denn die &#196;lteren k&#246;nnen auch viel von den Jungen lernen.</p>
<p><strong>Sie wollen das Mentoren-Prinzip umkehren?</strong><br />
Hab’ ich schon. Ich habe drei Mitarbeiter, die alle Mitte 20 sind und mich auf dem neuesten Stand halten. Sie haben mich dazu gedr&#228;ngt, einen Twitter-Account anzulegen. Ich wollte das erst nicht, weil ich es l&#228;cherlich fand . . .</p>
<p><strong>Sie haben sich wahrscheinlich erstmal gefragt, was Ihnen das Twittern bringt, oder?</strong><br />
Genau! Meine Generation will erstmal eine Kosten-Nutzen-Analyse sehen. Die Jungen dagegen sind Digital Natives. Sie benutzen es einfach. Es ist wie Luft f&#252;r sie.</p>
<p><strong>Sie haben einmal gesagt, mit Barack Obama h&#228;tten die Digital Natives ihren ersten Pr&#228;sidenten gew&#228;hlt. Haben demnach die Digital Natives nun auch den Friedensnobelpreis bekommen? Seine „Graswurzelkampagne“ w&#228;re ohne diese Generation ja nicht denkbar gewesen.</strong><br />
Barack Obama ist das erste Staatsoberhaupt weltweit, das verstanden hat, wie m&#228;chtig diese junge Generation ist. Also gab er ihnen das, was sie wollten: eine Plattform, auf der sie sich vernetzen konnten. Noch immer bekomme ich regelm&#228;&#223;ig E-Mails von ihm, in denen er mich auffordert: „Spende! Beteilige dich! Veranstalte ein Treffen!“ Er ver&#228;ndert die Beziehung zwischen Volk und Regierung. </p>
<p class="code">mit Peter Wagner<br />
<a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488882">S&#252;ddeutsche Zeitung</a>, 26. Oktober 2009</p>


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		<title>Wie es ist, als Eva Schulz im Netz unterwegs zu sein</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 17:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Internet ergeben sich f&#252;r Leute mit Nachnamen wie M&#252;ller, Schneider oder Schulz ganz neue Probleme. F&#252;r die, die einzigartig hei&#223;en, aber auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Internet ergeben sich f&#252;r Leute mit Nachnamen wie M&#252;ller, Schneider oder Schulz ganz neue Probleme. F&#252;r die, die einzigartig hei&#223;en, aber auch.</strong></p>
<p>Fr&#252;her war das noch nicht so schlimm. Da musste ich zwar manchmal beim Arzt etwas l&#228;nger warten, bis sie mich aus all den Schulzens in ihrer Kartei herausgefischt hatten. Und am Telefon durfte ich der Versandhausfrau regelm&#228;&#223;ig erkl&#228;ren, ob man das nun mit t oder ohne schreibt. (Ohne!) Aber sonst war mein Nachname kein gro&#223;es Hindernis f&#252;r mich.</p>
<p>Im Internet ist das anders. Wenn jemand mich bei Facebook finden will, muss er 42 Eva Schulz durchklicken, bei StudiVZ sogar 64. Und wer mich googlet, findet unter den 28 800 Ergebnissen auch noch eine freiberufliche Hebamme, eine Versicherungsmaklerin und eine NTV-Wetterfee, die inzwischen l&#228;ngst geheiratet und einen weniger Verwechslungstr&#228;chtigen Namen angenommen hat, deren unverheiratete Vergangenheit aber immer noch in Form von kurzen Bild.de-Nachrichten und YouTube-Videos durchs Netz schwirrt.</p>
<p>Das wahre Problem sind jedoch die E-Mailadressen. Eine kostenlose eva.schulz@irgendwas-Adresse zu finden, die noch frei ist, ist praktisch unm&#246;glich. Web.de, GMX, Yahoo? Kann man vergessen. Ganz zu schweigen von Googlemail. Es gibt viel zu viele Eva Schulz, die schon vor mir wussten, dass man heutzutage eine seri&#246;se vorname.nachname-E-Mailadresse braucht. Deshalb bin ich gezwungen, auf unseri&#246;se Nicknames auszuweichen – und mal ehrlich, heute ist doch schon die schlichte Zahl hinter dem richtigen Namen, die einem Skype mitunter vorschl&#228;gt, unseri&#246;s, oder? Ganz zu schweigen von so geistreichen Einf&#228;llen wie „strawberry27“ oder „k.lauer“.</p>
<p>Wenn ich mich jetzt bei Skype, Ebay oder Amazon anmelde, probiere ich immer noch ganz naiv acht verschiedene Versionen meines richtigen Namens aus (Vorname und Nachname zusammen, mit Punkt, mit Unter- oder Bindestrich, und alles noch mal andersrum), um dann irgendwann genervt einen x-beliebigen Nickname einzutragen. Wenn ich mich allerdings Monate sp&#228;ter mal wieder einloggen will, habe ich den l&#228;ngst vergessen und muss deshalb das viel zu umst&#228;ndliche Sicherheitsfragen-Verfahren starten. Das ist bei vergessenen Passw&#246;rtern kein Problem, bei vergessenen Namen und nicht vorhandenen E-Mailadressen wird es aber zur Tortur.</p>
<p>Daf&#252;r kann ich, nachdem diese einmal &#252;berwunden ist, dann aber endlich den Stempel versteigern, den ich neulich geschenkt bekommen habe. „Dieses Buch geh&#246;rt: Eva Schultz“ steht da drauf. Irgendeine Eva Schultz wird’s in der gro&#223;en weiten Webwelt schon geben, die den gern haben will.</p>
<p>(Sebastian Mraczny hat darauf auf jetzt.de <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488763/2/">geantwortet</a>.)</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488763">jetzt.de</a>, 22. Oktober 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der kleine Knastkanal</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 21:55:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/10/17/der-kleine-knastkanal/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/Der-Regisseur-gibt-Anweisungen-am-Drehort-in-der-Justizvollzugsanstalt-Siegburg-495x330-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>F&#252;r das Projekt "Podknast" berichten junge H&#228;ftlinge per mp3 und Video aus ihrem Alltag. Sie wollen "denen da drau&#223;en" zeigen, wie sie leben - und potentielle Mitbewohner abschrecken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>F&#252;r das Projekt &#8220;Podknast&#8221; berichten junge H&#228;ftlinge per mp3 und Video aus ihrem Alltag. Sie wollen &#8220;denen da drau&#223;en&#8221; zeigen, wie sie leben &#8211; und potentielle Mitbewohner abschrecken.</strong></p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/Der-Regisseur-gibt-Anweisungen-am-Drehort-in-der-Justizvollzugsanstalt-Siegburg-495x330.jpg" alt="Dreh mit Aachener Studenten, Foto: JVA Siegburg" title="Dreh mit Aachener Studenten, Foto: JVA Siegburg" width="495" height="330" class="aligncenter size-medium wp-image-2797" /></p>
<p>Gem&#252;tlich siehts nun wirklich nicht aus im Knast: Bett, Tisch, Regal und eine kleine Waschecke. An den W&#228;nden vielleicht noch ein Poster mit einem Rapper oder einer halbnackten Frau drauf, und &#252;berall die gleichen grauen Gitterst&#228;be. Gleichzeitig scheint es nicht so schlimm zu sein, wie mancher Fernsehkrimi suggeriert: Die W&#228;chter sind gar nicht so streng, und man liegt auch nicht den ganzen Tag tatenlos auf der Pritsche. Das ist n&#228;mlich verboten.</p>
<p>„Wie es wirklich ist“ im Gef&#228;ngnis will ein Projekt des nordrhein-westf&#228;lischen Justizministeriums in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt f&#252;r Medien zeigen. Auf der Website <a href="http://www.podknast.de">podknast.de</a> gibt es zahlreiche Podcasts und Videos, in denen jugendliche Str&#228;flinge vom Leben in der Haft erz&#228;hlen – und wie sie da gelandet sind.</p>
<p>So berichtet der 20-j&#228;hrige Rasu von seiner Drogensucht und Timo, 18, der wegen K&#246;rperverletzung und mehreren Einbr&#252;chen sitzt, fragt sich, was seine Freundin gerade macht. Ben, ebenfalls 20, hat sogar ein Gedicht &#252;ber seine Vergangenheit geschrieben.</p>
<p>Alle Berichte seien „ungeschminkt und ungek&#252;rzt“, sagt Edwin P&#252;tz, Jugendrichter und Leiter der Jugendarrestanstalt D&#252;sseldorf. Er hatte vor zwei Jahren die Idee zu „Podknast“. „Unsere Zielgruppe sind solche Jugendliche, die selbst Gefahr laufen, einmal im Gef&#228;ngnis zu landen“, sagt er. „Und die erreicht man doch am besten &#252;bers Internet, per mp3 oder Video.“ Sie w&#252;rden anhand der Podcasts merken, dass der Knast „ziemlich bl&#246;d“ sei und so hoffentlich vor weiteren kriminellen Taten zur&#252;ckschrecken.</p>
<p>„Gleichzeitig bekommen unsere Jungs die Chance, sich intensiv mit sich selbst und ihrer Geschichte auseinanderzusetzen. Sie haben zwar auch so schon viel Zeit zum Nachdenken, aber wenn sie es jemandem erz&#228;hlen k&#246;nnen und der auch noch richtig zuh&#246;rt, besch&#228;ftigen sie sich noch einmal intensiver damit“, sagt P&#252;tz. Er erf&#228;hrt von den Sozialarbeitern in seiner Anstalt, welche Jungs Interesse an einer „Podknast“-Folge h&#228;tten. Dann setzt er sich mit ihnen zusammen, schaltet das Mikro ein und l&#228;sst sie einfach erz&#228;hlen. Den Schnitt &#252;bernehmen P&#252;tz und ein Mitarbeiter. „Um das zu lernen, sind die Jungs zu kurz hier“, sagt er. In einer Jugendarrestanstalt betr&#228;gt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer zwei bis vier Wochen.</p>
<p>Anders sieht es in den Jugendvollzugsanstalten in Herford, Iserlohn und Siegburg aus, die inzwischen auch bei „Podknast“ mitmachen. In Siegburg sitzt zum Beispiel Khaled, 20. Warum er da ist, will er nicht sagen. „Sagen wir mal so: Ich habe viel Mist gemacht.“ 16 Monate muss er noch absitzen.<br />
<span id="more-2795"></span><br />
So lange will er auch noch in der „Podknast“-Gruppe mitarbeiten, die in der JVA eingerichtet wurde. Sechs Gefangene treffen sich hier einmal pro Woche mit der P&#228;dagogin Inge Roy, um ihr n&#228;chstes Video zu planen. Zwei Filme haben sie in Siegburg schon produziert. In einem geht es um Gewalt im Knast, im anderen um den Alltag der Inhaftierten. „Die Themen suchen die Jungs sich selber aus“, sagt Inge Roy. „Da gibt es oft richtige Diskussionen.“</p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/Redaktionssitzung-der-Podknast-Gruppe-496x372.jpg" alt="Gruppentreffen der &quot;Podknast&quot;-Gruppe, Foto: Matthias Hochscheid" title="Gruppentreffen der &quot;Podknast&quot;-Gruppe, Foto: Matthias Hochscheid" width="496" height="372" class="aligncenter size-medium wp-image-2796" /></p>
<p>Anschlie&#223;end werden ein Storyboard geschrieben und Aufgaben verteilt. „Wir k&#246;nnen das alles lernen, wie man mit der Kamera umgeht, wie man Licht und Ton macht“, sagt Khaled. Das f&#228;nde er gut. Im neuesten Film, der bald fertig ist, war er der Hauptdarsteller. „Da geht es um die Abteilungsunterschiede“, erkl&#228;rt er. „Wir haben in Siegburg zwei verschiedene H&#228;user, und f&#252;r den Dreh war ich zum ersten Mal in dem anderen Haus. Da sind die Zellen und Aufenthaltsr&#228;ume ganz anders, und es ist auch nicht so sauber.“</p>
<p>Anfangs h&#228;tten die Teilnehmer vor allem zeigen wollen, wie schlimm es im Gef&#228;ngnis sei, sagt Inge Roy. „Aber inzwischen m&#246;chten sie alles m&#246;glichst realistisch darstellen und ganz unterschiedliche Themen behandeln.“</p>
<p>Khaled nutzt „Podknast“ auch, um Freunden und Familie zu zeigen, wie er lebt in der JVA. „Dann h&#246;ren sie nicht mehr nur, wie hart das ist, sondern sehen es auch“, sagt er. „Die finden das schon schlimm, wie klein die Zellen sind und wie man da drin leben muss.“</p>
<p>Dass ihn sp&#228;ter mal sein Chef in den Videos sehen k&#246;nnte, findet er nicht schlimm. „Wenn ich mich irgendwo bewerbe, sage ich ja auch, dass ich im Knast war. Dann habe ich meine Strafe abgeb&#252;&#223;t, dazu stehe ich“, sagt er. „Au&#223;erdem mache ich dieses Video doch extra f&#252;r die Leute, damit die nicht auch hier reinkommen.“</p>
<p>Zwischen drei und f&#252;nf Stunden dauert ein Dreh in der Regel. Khaled findet das „echt anstrengend! Wir m&#252;ssen dauernd etwas wiederholen, da muss man sehr geduldig sein.“ Gerade mit Geduld, Konzentration und Ruhe h&#228;tten es die Inhaftierten aber oft nicht so, sagt Inge Roy. Deshalb werden die jungen H&#228;ftlinge bei ihrer Arbeit von Studenten der Fachhochschule Aachen unterst&#252;tzt. Die haben ihnen erkl&#228;rt, wie Kamera und Licht funktionieren. „Inzwischen stehen die Studenten beim Drehen nur noch daneben und geben ein paar Tipps“, sagt Roy. „Den Schnitt machen sie allerdings auch noch.“ Dazu fehle der JVA das Equipment, au&#223;erdem sei es sehr langwierig, die H&#228;ftlinge in die komplizierte Technik einzuf&#252;hren. „Das w&#252;rde sie nur unter Druck setzen, und es soll ihnen ja Spa&#223; machen.“</p>
<p>Spa&#223; macht es Khaled auf jeden Fall. F&#252;r ihn und die f&#252;nf anderen aus der Gruppe wird auch eine Ausnahme gemacht: Sie d&#252;rfen ins Internet und nachlesen, was die Zuschauer auf der „Podknast“-Homepage zu ihren Videos schreiben. „Da werden ja auch viele Fragen gestellt, so kriegen wir vielleicht neue Ideen f&#252;r unseren n&#228;chsten Film“, sagt er.</p>
<p>Tats&#228;chlich ist das Interesse am Knastalltag gro&#223;, wie sich in den Kommentaren zeigt. Au&#223;enstehende, darunter auch Ex-H&#228;ftlinge oder Eltern und Freundinnen von Gefangenen, melden sich da. Und hin und wieder ist auch einer wie „Julian Adams“ dabei, der kommentiert: „als ich eure videos gesehn habe hab ich soford gedacht so will ich nicht enden ich bin auch kriminell und kurz form knast aber das es da so ist wusst ich nicht vielen dank f&#252;r eure aufkl&#228;rung“.</p>
<p>Wie viele Leute „Podknast“ zur Einsicht bringt, kann Edwin P&#252;tz nicht sagen. „Pr&#228;vention l&#228;sst sich nunmal nicht messen. Aber es lohnt sich f&#252;r jeden, den wir zum Nachdenken bringen.“ Daf&#252;r, dass manche Podcasts den Eindruck erwecken, sie seien Werbung f&#252;r seine Einrichtung, k&#246;nne er nichts. „Wenn den Jungs das Essen schmeckt oder sie die Ausbildung loben, ist das nat&#252;rlich gut f&#252;r uns“, sagt er. „Aber manche sagen ja auch, was sie bl&#246;d finden.“ Das sei dann genauso gut, weil es der Abschreckung diene. P&#252;tz lacht: „Eigentlich k&#246;nnen wir alle bei der Sache nur gewinnen.“</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488263">jetzt.de</a>, 16. September 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>20 wichtige Erfahrungen eines Bloggers</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 17:55:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<category><![CDATA[jetzt.de]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/10/14/20-wichtige-erfahrungen-eines-bloggers/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/blog-donts-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Welche S&#228;tze man vermeiden, welche Stimmungen man erwarten und welche Realit&#228;ten man nicht aus den Augen verlieren sollte, wenn man sich entschlie&#223;t, ein eigenes Blog zu beginnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Welche S&#228;tze man vermeiden, welche Stimmungen man erwarten und welche Realit&#228;ten man nicht aus den Augen verlieren sollte, wenn man sich entschlie&#223;t, ein eigenes Blog zu beginnen.</strong></p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/blog-donts.jpg" alt="20 Blogger-Fallen" title="20 Blogger-Fallen" width="420" height="301" class="aligncenter size-full wp-image-2783" style="border: none;" /></p>
<p><strong>1.</strong> „Oh man, bist du h&#228;sslich! Und wie kommst du &#252;berhaupt darauf, so einen Quatsch zu schreiben? Das stimmt doch gar nicht!“ Auf solche Kommentare musst du dich als Blogger gefasst machen. M&#246;gliche Reaktionen gibt es, grob zusammengefasst, drei: 1. Weinen, das Weblog l&#246;schen und nie wieder ins Internet gehen. 2. Sofort eine w&#252;tend-kindische Antwort auf den Kommentar schreiben und dich anschlie&#223;end &#252;ber dich selbst &#228;rgern, weil du dem St&#246;renfried deine Zeit und Zeilen geschenkt hast. 3. Den Kommentar l&#246;schen und dich &#252;ber die zehn anderen freuen, die deinen Text alle ganz wunderbar und dich &#228;u&#223;erst gut aussehend finden.</p>
<p><strong>2.</strong> Ein sch&#246;nes Kunstwerk gepostet oder auch nur den Link zu einem tollen Song – schwupps, schon gibt’s Post vom Anwalt. Inzwischen haben sich ganze Kanzleien darauf spezialisiert, nichtsahnende Blogger abzumahnen. Das kann teuer werden.</p>
<p><strong>3.</strong> Aus Langeweile Blogs lesen: geht klar. Aus Langeweile bloggen: blo&#223; nicht! Wenn du anf&#228;ngst, zu bloggen, weil du nun mal so gern bloggen w&#252;rdest, aber gar nicht wei&#223;t, wor&#252;ber du bloggen sollst, und deshalb &#252;bers Nichtbloggen bloggst – dann &#252;bertr&#228;gst du deine Langeweile auf den Leser und siehst ihn nie wieder.</p>
<p><strong>4.</strong> Ein kurzes Wort zum Auslandsblog: Du darfst gern ein wundersch&#246;nes Weblog einrichten, bevor du ins Austauschjahr, den Freiwilligendienst oder das Auslandssemester abd&#252;st. Aber warte mit dem Verbreiten der Adresse, bis du mindestens einen Monat da bist. Sp&#228;testens dann merken n&#228;mlich 90 Prozent aller Auslandsblogger, dass sie eigentlich gar keine Zeit und Lust haben, dauernd f&#252;r das verregnete, viel zu weit entfernte Zuhause aufzuschreiben, was sie gerade alles Geiles erleben. Zumal du w&#228;hrend des Schreibens bestimmt die durchgeknallte Sophomore-Party oder die Schildkr&#246;ten-Eiablage am Strand verpasst.</p>
<p><strong>5.</strong> Buchh&#228;ndler, Pizzaboten, Prostituierte – alle schreiben sehr unterhaltsame und erfolgreiche Jobblogs. Der Trick ist, weder seinen Namen noch Arbeitgeber oder Wohnort zu nennen. Sonst ist der Job – und damit auch der Inhalt – ganz schnell weg.</p>
<p><strong>6.</strong> Auch Festnahmen oder k&#246;rperliche Angriffe auf Blogger sind nicht selten. Zumindest nicht, wenn man aus Burma, dem Iran, Syrien, Kuba oder Saudi-Arabien bloggt. Das sind laut dem New Yorker „Committee to Protect Journalists“ die Top F&#252;nf der gef&#228;hrlichsten L&#228;nder f&#252;r Blogger.</p>
<p><strong>7.</strong> Selbst, wenn du nie jemandem aus der „realen“ Welt von deinen Bloggerambitionen erz&#228;hlt hast, ist es doch nicht unwahrscheinlich, dass deine Mama, dein Lehrer, dein Chef oder dein Ex mitlesen. Vielleicht sogar alle vier. Siehe hierzu Punkt 5 und 17.</p>
<p><strong>8.</strong> Angeblich sind die Weblogs am erfolgreichsten, die sich ausschlie&#223;lich einem bestimmten Thema widmen. Aber Vorsicht: Kochbloggen macht dick! Reisebloggen macht arm! Arztbloggen macht krank!</p>
<p><strong>9.</strong> Selbst&#252;bersch&#228;tzung ist eine &#252;ble Bloggerfalle. Manche scheinen wirklich davon &#252;berzeugt zu sein, dass „irgendwo da drau&#223;en“ ein Riesenpublikum heimlich mitliest – obwohl eigentlich nur Mama und Papa ab und zu vorbeisurfen. Besonders peinlich: S&#228;tze wie „Und was meint ihr?“ oder „Ich bin gespannt, was ihr dazu zu sagen habt!“.</p>
<p><strong>10.</strong> Wenn man einmal seinen Blogrhytmus gefunden hat, gibt es immer noch eine st&#228;ndige Bedrohung (vorausgesetzt, es geht nicht um Streetstyle-Fotos oder lustige Internetvideos): dass einem die Themen ausgehen. Dann lieber still bleiben (siehe Punkt 3).<br />
<span id="more-2782"></span><br />
<strong>11.</strong> Um eben dieses Themenloch zu umgehen, neigt mancher Blogger dazu, mit dem „Blogblick“ durch die Welt zu laufen: Egal ob beim Kochen, im Kino, in der Kirche oder auf dem Klo, immer hat er die gleiche Frage im Hinterkopf: „K&#246;nnte ich das vielleicht bloggen?“ Das ist genauso schrecklich, wie den ganzen Urlaub blo&#223; durch den Sucher der Fotokamera zu sehen.</p>
<p><strong>12.</strong> Du solltest aufpassen, wenn auf deiner Einkaufsliste pl&#246;tzlich „Collegeblog, kariert“ steht.</p>
<p><strong>13.</strong> Sollte dein Weblog nat&#252;rlich „Collegeblog“ hei&#223;en (oder „Zementblog“, „Abgeblogt“, „New Kid From The Blog“), dann ist das zwar bl&#246;d – &#228;ndern solltest du es trotzdem nicht mehr. Blogger, die, weil sie keine Besucher haben oder ihr Layout nicht mehr m&#246;gen, hinschmei&#223;en und noch mal neu anfangen, machen alles nur noch schlimmer.</p>
<p><strong>14.</strong> &#220;berleg dir gut, ob du dich und dein kleines liebes Weblog wirklich in die gro&#223;e grausame PR-Welt st&#252;rzen willst. Inzwischen gibt es jede Menge Agenturen, die dich bestimmte Angebote testen lassen, dir dolle Sachen umsonst schicken oder Rabatte geben, solange du nur dar&#252;ber bloggst. Der Leser reagiert darauf aber mitunter verstimmt. Die bekannte Cartoon-Bloggerin Ute Hamelmann hat die Kritik an ihrem Auftritt in einer Vodafone-Kampagne so genervt, dass sie ihr Blog nun nicht mehr aktualisiert.</p>
<p><strong>15.</strong> Die guten alten Tageszeitungen werden dich als Blogger wahrscheinlich nicht ernst nehmen. Auch nicht, wenn du sie verlinkst.</p>
<p><strong>16.</strong> Sowieso hilft es, wenn man sich selbst als Blogger nicht allzu ernst nimmt. Sonst besteht die Gefahr, dass man so ein Punkt 7-Blogger wird. Oder haltet ihr das f&#252;r Quatsch?</p>
<p><strong>17.</strong> Werde nicht zu privat. Blogge nichts, was du nicht auch dem Busfahrer oder der netten Arzthelferin erz&#228;hlen w&#252;rdest. Sonst wei&#223; bald jeder potentielle Stalker, wo du wohnst, jeder Dieb, wann du au&#223;er Haus bist, und das Finanzamt, wie viel du wirklich verdienst.</p>
<p><strong>18.</strong> Dieses bl&#246;de Gef&#252;hl, ja, diese Wut, die sich damals im Kunstunterricht einstellte, wenn der Sitznachbar ganz dreist abmalte – die gibt’s beim Bloggen auch noch. Die nette und unproblematische Version sind Verlinkungen und Trackbacks. Solange die auch in dem fremden Eintrag stehen, hast du keinen Grund, w&#252;tend zu sein. Die fiese Version sind Texte, Fotos, Illustrationen von dir, die irgendein bl&#246;der Bloggenosse als die seinen ausgibt. Dann darfst du auf jeden Fall w&#252;tend sein, br&#252;llende E-Mails schreiben und mit einer Klage drohen. Der Bl&#246;dmann!</p>
<p><strong>19.</strong> Nur, weil du nicht wei&#223;t, wof&#252;r die Abk&#252;rzung RSS steht, solltest du das nicht als unn&#246;tig abtun. Ein Blog ohne RSS-Feed, also ohne Abo-M&#246;glichkeit, wird heutzutage niemals eine richtige Stammleserschaft bekommen.</p>
<p><strong>20.</strong> Das Internet vergisst nichts. Was du heute bloggst, liest in einem Jahr dein neuer Schwarm, in f&#252;nf Jahren irgendein Personaler und in f&#252;nfzehn Jahren dein Kind. Und das fragt dich dann, was das Geblogge eigentlich soll. Hoffentlich antwortest du ihm, dass es trotz allem einfach unheimlich Spa&#223; macht.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488054">jetzt.de</a>, 14. Oktober 2009</p>


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		<title>An den Tatort via Facebook</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 19:32:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Michael J&#228;ger, 43, hat zehn Jahre lang den Lehrer Matthias Kruse in der ARD-Vorabendserie Marienhof gespielt. Jetzt hat er ein neues Ziel: Tatort-Kommissar werden. F&#252;r diesen Posten bewirbt er sich ausschlie&#223;lich &#252;bers Internet – in einer „Bewerbung 2.0“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael J&#228;ger, 43, hat zehn Jahre lang den Lehrer Matthias Kruse in der ARD-Vorabendserie Marienhof gespielt. Jetzt hat er ein neues Ziel: Tatort-Kommissar werden. F&#252;r diesen Posten bewirbt er sich ausschlie&#223;lich &#252;bers Internet – in einer „Bewerbung 2.0“</p>
<p><strong>jetzt.muenchen: Michael, kann man sich eigentlich als Tatort-Kommissar bewerben? Ich dachte immer, f&#252;r so eine prominente Rolle wird man eines Tages angerufen.</strong><br />
Michael J&#228;ger: Stimmt! Dieses Mal ist es aber anders. Liane Jessen, die Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, hat in einem Interview die Leser dazu aufgerufen, Schauspieler vorzuschlagen, die in Frankfurt als neue Tatort-Kommissare antreten k&#246;nnten. Meine absolute Traumrolle! Da habe ich mir gedacht: Sicher machen jetzt ganz viele Schauspiel-Kollegen eine Mappe fertig und die DVDs stapeln sich auf Frau Jessens Schreibtisch. Also muss man sich irgendwie abheben – deshalb habe ich meine „Bewerbung 2.0“ gestartet.</p>
<p><strong>Und wie sieht diese Bewerbung 2.0 aus?</strong><br />
Auf meinem Weblog <a href="http://www.michaeljaeger.tv">michaeljaeger.tv</a> habe ich einen Kurzfilm gepostet, in dem ich einen Kommissar spiele, und au&#223;erdem eine Fotoserie ver&#246;ffentlicht, die mich in so einer Rolle darstellt. Dazu habe ich geschrieben, dass ich schon immer Tatort-Kommissar werden wollte, und meine Blog-Leser gebeten, mich zu unterst&#252;tzen, indem sie eine Mail an den Hessischen Rundfunk schicken oder die Bewerbung &#252;ber ihre eigenen Blogs und Twitterfeeds verbreiten.</p>
<p><strong>Machen die Leser das denn auch?</strong><br />
Ohja! Inzwischen gibt es schon einige Unterst&#252;tzer-Blogeintr&#228;ge und auch eine eigene Facebookgruppe zu der Sache mit &#252;ber 230 Mitgliedern. Einige davon sind gro&#223;e Tatortfans und finden, dass ich dort gut hineinpassen w&#252;rde. Andere m&#246;gen einfach die Idee, sich per Web 2.0 um einen Job zu bewerben.</p>
<p><strong>Glaubst du, dass sich das in der Branche etablieren k&#246;nnte?</strong><br />
Einerseits ja. Es ist zum Beispiel so, dass viele Caster inzwischen keine DVDs mehr per Post geschickt bekommen wollen, sondern nur noch YouTube-Links, weil das einfach schneller geht. Andererseits glaube ich, dass so eine umfassende Online-Bewerbung wie meine den meisten zu aufwendig sein wird.</p>
<p><strong>Woher kommt eigentlich der Wunsch, Tatort-Kommissar zu werden?</strong><br />
Das ist ein Ziel, das ich mir gesetzt habe, als ich mit der Schauspielerei anfing: Bis zu meinem 45. Lebensjahr m&#246;chte ich Tatort-Kommissar sein. Das habe ich auch in Interviews immer wieder betont. Inzwischen bin ich 43 – das ist doch der perfekte Zeitpunkt, die Sache mal so richtig voranzutreiben!</p>
<p><strong>Was f&#252;r einen Kommissar willst du denn eigentlich spielen? Soll er so ruppig sein wie der Duisburger Schimanski, oder eher cool wie Batu in Hamburg?</strong><br />
Ich finde, es wird mal wieder Zeit f&#252;r einen richtigen Kerl. So ein Raubein, dem man abnimmt, dass er sich auch in den zwielichtigen Milieus gut auskennt. Der br&#228;uchte dann eine charmante Assistentin als Gegenpart – daf&#252;r w&#228;re Janine Kunze meine Nummer Eins! Die kann n&#228;mlich viel mehr, als sie bei „Hausmeister Krause“ zeigen darf.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/487895">S&#252;ddeutsche Zeitung</a>, 13. Oktober 2009</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>„Die Leute sollen lieber jobben“</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 10:03:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Praktikum]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder mal k&#228;mpfen Praktikanten f&#252;r bessere Bedingungen – von einer „Generation Praktikum“ kann aber keine Rede mehr sein]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wieder mal k&#228;mpfen Praktikanten f&#252;r bessere Bedingungen – von einer „Generation Praktikum“ kann aber keine Rede mehr sein</strong></p>
<p>Kaffeekochen und Kopieren – dieses Praktikantenklischee ist veraltet. Heute machen Praktikanten richtige Arbeit und eigentlich ist das ja gut. Nur hat sich der Lohn f&#252;r diese Arbeit nicht ge&#228;ndert. Noch immer bekommen viele Praktikanten eher „Aufwandsentsch&#228;digungen“ oder &#252;berhaupt kein Geld. Im Rahmen eines Schulpraktikums oder eines Praktikums w&#228;hrend des Studiums sei das noch in Ordnung, findet Robin Thiesmeyer, schlie&#223;lich komme da der Weiterbildungsaspekt zum Tragen. „Aber als Uniabsolvent ist man bereits voll ausgebildet. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase ist da das Lernen meist vorbei und es wird nur noch gearbeitet.“ Deshalb lud der 30j&#228;hrige, der selbst gerade ein halbes Jahr Praktikant war, zusammen mit sieben Gleichgesinnten zum „Praktikantenstreik“. Am vergangenen Freitag war es soweit. Die Streikenden trafen sich auf dem Potsdamer Platz in Berlin, um f&#252;r eine faire Entlohnung und gegen Ausbeutung zu k&#228;mpfen.</p>
<p>Karl-Heinz Minks ist Hochschulforscher bei HIS, der Hochschul-Informations-System GmbH. Er sieht in solchen Streiks keinen rechten Sinn mehr. „Es ist nat&#252;rlich richtig, sich gegen den Missbrauch von Praktikanten als billige Arbeitskr&#228;fte zu wehren“, sagt er. Tats&#228;chlich komme das aber nur noch selten vor.</p>
<p>Er ist der Autor einer Studie, die zeigt, dass es die „Generation Praktikum“ in Deutschland nie wirklich gegeben hat. Der Begriff, der f&#252;r Kettenpraktika und Unterbezahlung steht, ist laut Minks „v&#246;llig &#252;berzogen“.</p>
<p>„Es gibt zwar bestimmte Bereiche, in denen Praktika sich h&#228;ufen“, sagt Karl-Heinz Minks. „Aber es kommt &#228;u&#223;erst selten vor, dass jemand nach dem Studium mehr als eines absolviert. Sp&#228;testens nach einem Jahr haben fast alle einen festen Job.“ Vor allem Studenten aus den Kultur- und Medienwissenschaften sowie aus den Wirtschaftswissenschaften kennen sich mit Praktika aus, sagt Minks. „Das ist aber nur auf den ersten Blick &#252;berraschend. Wirtschaftswissenschaftler sind Pragmatiker. Wenn die vorne nicht reinkommen, gehen sie eben durch die Hintert&#252;r und hoffen, im Anschluss an ein Praktikum eine Stelle zu bekommen.“</p>
<p>Jetzt, da in den Stellenb&#246;rsen weniger Jobs als vor zwei Jahren stehen, umgehen viele Absolventen die drohende Joblosigkeit mit einem Praktikum. Ein Wagnis, sagt Robin Thiesmeyer: „Mit nur 400 Euro im Monat kommt man nicht aus. Wir bezahlen daf&#252;r, arbeiten zu d&#252;rfen – das ist doch eine verkehrte Welt!“ Mindestens 800 Euro m&#252;ssten drin sein, wenn man nicht unter dem Existenzminimum leben wolle. Karl-Heinz Minks macht einen anderen Vorschlag. „Die Leute sollen lieber jobben, als ihre Arbeitskraft f&#252;r lau anzubieten“, empfiehlt der HIS-Forscher. „In der Masse produzieren all die bereitwilligen Praktikanten doch genau den Billiglohnsektor, &#252;ber den sie sich beschweren und der unserem Wirtschaftsstandort nicht gut tut.“ Es spricht sich herum, welche Unternehmen besonders gern billige Praktikanten nehmen. Minks glaubt, dass Schulabg&#228;nger daraus Schl&#252;sse ziehen: Wenn in der Wunschbranche zu wenig bezahlt wird, wird die Zukunft eben anders geplant. Jahre sp&#228;ter mangelt es den Betrieben dann an qualifizierten Leuten.</p>
<p>Robin und seine Kollegen wollen jetzt etwas tun. Sie wollen, dass sich die Politik einmischt, dass Gehalt und Arbeitszeiten geregelt werden. „Au&#223;erdem sollte man die Dauer von Praktika auf h&#246;chstens sechs Monate beschr&#228;nken und sicherstellen, dass damit keine regul&#228;ren Arbeitspl&#228;tze ersetzt werden“, so Robin.</p>
<p>Zum Streik am Freitag kamen &#252;ber 100 Leute. Das ist zwar keine ganze Generation, aber mindestens eine Randgruppe – eine, die ein Problem hat. Manche Demonstranten tragen wei&#223;e Masken, wie man sie von fr&#252;heren Protesten aus Frankreich und Deutschland kennt. „Sie sollen ein Symbol f&#252;r unsere Austauschbarkeit und Anonymit&#228;t sein“, erkl&#228;rt Robin. Dann spielen sie „Reise nach Jerusalem“: Sie benutzen gro&#223;e B&#252;rost&#252;hle und nennen es „Reise in die Festanstellung“. Am Ende bekommt nur einer den Job, es ist ein Ellenbogenspiel. Die anderen St&#252;hle, die, die zur Seite ger&#228;umt wurden, sind wieder frei – f&#252;r die n&#228;chsten Praktikanten.</p>
<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/487693">S&#252;ddeutsche Zeitung</a>, 12. Oktober 2009</p>


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		<title>An Awesome Book</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 08:21:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eva</dc:creator>
				<category><![CDATA[Druckfrisch]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[jetzt.de]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.hurra-blog.de/2009/09/30/an-awesome-book/><img src=http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/09/awesomebook-85x85.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=100  border=0></a>Eigentlich hatte er das Buch nur f&#252;r seinen Sohn geschrieben. Dann verkaufte Dallas Clayton fast 20.000 St&#252;ck davon. Jetzt hat er angefangen, es zu verschenken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eigentlich hatte er das Buch nur f&#252;r seinen Sohn geschrieben. Dann verkaufte Dallas Clayton fast 20.000 St&#252;ck davon. Jetzt hat er angefangen, es zu verschenken.</strong></p>
<p><img src="http://www.hurra-blog.de/wp-content/uploads/2009/09/awesomebook.jpg" alt="Dallas auf Lesetour" title="Dallas auf Lesetour" width="496" height="240" class="aligncenter size-full wp-image-2707" /></p>
<p>&#8220;Es gibt zwei Arten von Tr&#228;umen: Die, die du hast, wenn du schl&#228;fst, und die, die du hast, wenn du wach bist.&#8221; Mit diesen Worten beginnt ein kurzes Video, das Dallas Clayton ins Netz gestellt hat. Darin beschreibt Dallas Clayton die unglaubliche Geschichte von dem Buch, das eigentlich nur f&#252;r seinen Sohn gedacht war &#8211; und von dem er inzwischen fast 20 000 St&#252;ck verkauft hat.</p>
<p>Dallas ist 29 Jahre alt und lebt in Los Angeles. Er verdient sein Geld mit dem Schreiben. Das h&#228;tte schon angefangen, als er 13 war, sagt er. &#8220;Damals schrieb ich kleine Hefte, voll mit kindischen Ideen, und verkaufte sie f&#252;r einen Dollar pro St&#252;ck an Menschen auf der Stra&#223;e.&#8221; Jetzt macht er die Sachen, die ihm Spa&#223; machen, und dann noch die, die Geld bringen.</p>
<p>Er konnte nicht ahnen, dass er mit seinem Buch &#8220;An Awesome Book&#8221; beides vereinen w&#252;rde. Es ist ein d&#252;nnes, kunterbuntes Buch, das ohne viele Worte auskommt. Darin beschreibt Dallas, dass die Leute heute von zueinander passenden Silberl&#246;ffeln oder einem neuen Hut tr&#228;umten, anstatt von magischen Wassermelonenbooten oder von Autos, die man mit Bonbons antreiben kann. Manchmal, steht da zwischen lauter flatternden Dollarscheinen, tr&#228;umten sie sogar Tr&#228;ume, die nicht mal ihre eigenen seien. &#8220;Das Buch soll die Leute daran erinnern, dass die fantastischen Tr&#228;ume, die wir im Schlaf haben, nicht enden m&#252;ssen, nur, weil wir aufwachen.&#8221;</p>
<p>Als &#8220;An Awesome Book&#8221; fertig war, lie&#223; Dallas eine kleine Auflage drucken und bot es f&#252;r 15 Dollar im Internet an. Er nahm ein Video auf, nicht mal eine Minute lang, in dem er erkl&#228;rt, dass dieses Buch wirklich das gro&#223;artigste auf der ganzen Welt sei („nach der Bibel“), und baute es in seine <a href="http://www.dallasclayton.com">Website</a> ein. Sonst tat er eigentlich nicht viel. Trotzdem war die erste Auflage schon nach einer Woche vergriffen. Auf einmal gingen Bestellungen aus aller Welt ein, in Amerika, in Asien, Europa, &#252;berall wollte man sein Buch lesen.<br />
<span id="more-2705"></span><br />
Bis heute kann er sich nicht recht erkl&#228;ren, wie es dazu kam. &#8220;Ich versuche, aus einer universellen Perspektive &#252;ber grundlegende Themen zu schreiben, Dinge, die jeder verstehen kann: Kinder und Erwachsene, Reiche und Arme, egal welcher Herkunft. Etwas, von dem man gleichzeitig seinem besten Freund und seiner Gro&#223;mutter erz&#228;hlen will.&#8221; Und das habe wohl gut geklappt.</p>
<p>So gut, dass Dallas inzwischen sogar auf Lesetour gehen konnte. &#8220;Das zu organisieren war das Einfachste, was ich je gemacht habe&#8221;, sagt er. &#8220;Ich schrieb eine E-Mail an alle, die das Buch gekauft hatten, ging Mittagessen und als ich zur&#252;ck kam, war die Tour gebucht.&#8221; Zwei Wochen lang reiste er durch den S&#252;den der USA, las in Schulen, Krankenh&#228;usern, Gesch&#228;ften und Parks. &#8220;Es war gro&#223;artig!&#8221;</p>
<p>Dallas und sein Sohn bekommen jetzt Post aus der ganzen Welt. Jemand hat das Buch ins T&#252;rkische &#252;bersetzt, um es seiner dreij&#228;hrigen Nichte vorlesen zu k&#246;nnen. Eine junge Frau hat es als Puppentheater inszeniert. Die amerikanische Modekette &#8220;Urban Outfitters&#8221; verkauft &#8220;An Awesome Book&#8221; in ihren Filialen. Und dann meldete sich auch noch der Regisseur Spike Jonze und bat Dallas, ihm bei der Gestaltung eines Weblogs zu seinem neuen Film &#8220;Where The Wild Things Are&#8221; zu helfen.</p>
<p>L&#228;ngst haben auch die Verlage Wind bekommen vom Erfolg des Indie-Kinderbuchs. Aber Dallas hat all ihre Angebote ausgeschlagen. &#8220;Ich habe anfangs zwar dar&#252;ber nachgedacht, einen Verleger zu suchen, aber da gibt es so viele Regeln, und es dauert einfach zu lange&#8221;, sagt er. &#8220;Ich wollte das Buch sofort mit allen teilen, als ich es fertig hatte. Ich konnte es nicht abwarten.&#8221;</p>
<p>Jetzt verdient er so gut, dass er seine B&#252;cher sogar verschenken kann. &#8220;Weil ich so ein kleines Unternehmen bin, habe ich weniger Kosten. So muss ich 1000 B&#252;cher verkaufen, um das Geld zu verdienen, das ich von einem gro&#223;en Verlag f&#252;r 100 000 bekommen h&#228;tte.&#8221;</p>
<p>Im Sommer gr&#252;ndete er eine Stiftung, die &#8220;Awesome World Foundation&#8221;. In ihrem Namen verschenkt er pro verkauftem Buch ein Exemplar an junge Leser. &#8220;Die Idee ist, es ganz direkt zu spenden, jemandem in die H&#228;nde zu geben – in Schulen, Kirchen, Heimen und &#252;berall auf der Welt, wo Kinder sind, und sie so zum Lesen und Tr&#228;umen zu bringen&#8221;, sagt Dallas.</p>
<p>Gleichzeitig schreibt er an zwei neuen B&#252;chern. Wovon die handeln, verr&#228;t er noch nicht. Nur, dass sie Ende des Jahres fertig sein sollen. Dann will er auch noch einmal auf Lesetour gehen, und nach H&#228;ndlern und Hilfsorganisationen in Europa und Asien suchen, mit denen er zusammenarbeiten kann. Ein bisschen scheint das alles wie ein gro&#223;er, unwirklicher Traum – nur, dass er darauf nicht mal im Schlaf gekommen w&#228;re.</p>
<p><strong>Im Video berichtet Dallas von der Lesetour und seiner Stiftung:</strong><br />
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<p class="code"><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/486875">jetzt.de</a>, 28. September 2009</p>


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