Das Weblog von Eva Schulz

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Fünf Lieblingszitate aus David Gilmours “The Film Club”

“He caught a glimpse of himself in the mirror over the kitchen sink. Turning his head slightly to the side, he sucked in his cheeks, pursed his lips and frowned gravely. This was his “mirror face”. A way he never looked otherwise.”

Das ist einer von diesen Gedanken, die man selbst schon ganz oft hatte, aber so unterbewusst, dass sie einem erst klar werden, wenn man es so liest: dass man vor dem Spiegel so aussieht, wie einen sonst niemand kennt. Mit all den Konsequenzen.

“Some books you only read if you’re forced to. That’s the beauty of a formal education. It makes you read a lot of stuff you’d normally never bother with.”

Dieser Satz hat mich sehr an mein Bewerbungsgespräch an der Uni erinnert. “Sie werden vieles tun, das überhaupt keinen Sinn zu haben scheint. Manchmal hat es auch einfach keinen.”

“The second time you see something is really the first time. You need to know how it ends before you can appreciate how beautifully it’s put together from the beginning.”

Alte Filmweisheit, auf den Punkt gebracht.

“How do they succeed in making you nostalgic for a life you never had?”

Gilmour bezieht sich hier auf die “Waltons”, die ich nie gesehen habe (war immer mehr der “Unsere kleine Farm”-Typ), aber dennoch geht es mir oft ganz genauso. Viele Serien, Filme und Bücher mag ich deshalb so sehr, weil ich unheimlich gern selbst in ihren Welten leben würde. Ich will wie Rory in Luke’s Diner sitzen und Kaffee trinken, obwohl Stars Hollow wahrscheinlich ein schrecklich langweiliges Kaff ist und ich Kaffee gar nicht mag, ich will wie Kathleen Kelly E-Mails an einen Unbekannten schreiben (Tom Hanks!), obwohl 1998 das Internet noch fürchterlich langsam war, und ich will wie Lizzy mit Mr. Darcy streiten, obwohl die Frauen in ihrer Zeit eine so geringe Rolle spielten. Wenn es einen wehmütig macht, ist es gut.

“What did Howard Hawks say constituted a good film?” – “Three good scenes and no bad ones.”

Mit dem Satz hätte das Buch eigentlich aufhören können, geht es doch zur einen Hälfte um Filme. Die andere Hälfte behandelt aber nunmal eine Vater-Sohn-Beziehung, die noch zu Ende erzählt werden muss. Geht das Konzept des Vaters auf, der seinem Sohn erlaubt, die Schule zu schmeißen, einzig unter der Bedingung, drei Mal die Woche mit ihm einen Film anzuschauen?

Das Ganze liest sich leichter, als ich gedacht habe und als die deutschen Kritiken suggerieren. Bei uns heißt das Buch übrigens “Unser allerbestes Jahr”, was etwas merkwürdig ist, wenn man bedenkt, dass die Handlung sich (niemals zäh) über drei Jahre erstreckt. Es ist ein gutes Buch, man muss auch all die Filme nicht gesehen haben (obwohl es dann wahrscheinlich noch mehr Spaß macht), auch wenn der Autor manchmal den Eindruck erweckt, ziemlich von seinem Film-Know-How (zurecht!) und seinen pädagogischen Fähigkeiten (zurecht?) überzeugt zu sein.

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