Heute Abend wird die „Zimmer frei!“-Folge ausgestrahlt, bei deren Aufzeichnung ich Mitte August im Studiopublikum saß. Es gibt nicht viele Sendungen, bei denen ich heiß drauf bin, mal live dabei zu sein – außer vielleicht „Inas Nacht“, und eben „Zimmer frei!“.
Das Format ist eine der letzten Anarchoinseln im deutschen Fernsehen. Da wird gequatscht, gespielt, gesungen und gesoffen, und das scheinbar ohne jeden Plan. Dass es doch einen gibt, merkt man ziemlich schnell, wenn man im Studio dabei ist. Zig Leute wuseln herum, bauen Kulissen auf und ab, putzen, halten Pappen hoch. Was man übrigens auch erst erfährt, wenn man das Studio dann endlich betreten hat, ist, wer denn eigentlich der Gast des Abends ist. Ziemlich fies, vorher nicht zu wissen, ob man sich nun auf Ingo Mommsen oder Hape Kerkeling freuen soll! Bei uns war es zum Glück Letzterer.
Hape Kerkeling ist der deutsche Entertainer schlechthin. Selbst Moderatorin Christine Westermann konnte sich nicht verkneifen zu sagen, wir hätten „den besten Tag der ganzen Staffel erwischt“. Kein Wunder also, dass die Redaktion so ziemlich alles auffuhr, was typisch „Zimmer frei!“ ist. Es wurde geraucht, sich verkleidet und mit Essen geschmissen. Es gab Besuch von Salsatänzerinnen, einem Kammerorchester und lebenden Tieren (mein persönliches Highlight). Natürlich hat Götz Alsmann sich ins Publikum geworfen, und natürlich hat Christine Westermann grottenschlecht gesungen.
Kurz: Die Stunde war absolut vollgepackt. Zu voll. So toll die Sendung ist – das spannendste an ihr sind doch immer noch die Gespräche. Aber Gast und Moderatoren mussten sich so hektisch von Programmpunkt zu Programmpunkt hangeln, dass es dazu kaum noch kam. Für wahre Anarchie und Spontaneität, für die wirklich lustigen Un- und Zufälle war kein Platz mehr.
Deshalb hat es ein bisschen gedauert, bis ich so richtig warm wurde. Am Ende konnte sich dann aber, glaube ich, niemand mehr dagegen wehren, beim großen Grand-Prix-Medley mitzusingen und zu schunkeln. Jetzt bin ich gespannt, ob auf dem Bildschirm alles ganz anders aussieht. Heute im WDR um 22:15 Uhr, anschließend für ein paar Wochen hier.
Kommentiert
Konstantin: Manchmal bringen einem die Facebook-Freunde dann etwas aus der weiten Welt mit (mir gerade ein Fahrrad aus Atlanta). Wenn man nicht wüsste, das...
Amelie: So wahr, das brachte mich gerade zum lachen :)
Claudia: Wie bedeutungslos wären manche Menschen ohne Facebook… (:-/
Roman: Den Nagel auf den Kopf getroffen. Danke dafür, liebe Eva.