Archiv für August, 2011

Mein großer sommerlicher Früchtemüslitest

Angesichts der vielen Beeren in Münchens Innenstadt und der zahlreichen schlanken Vogue-Redakteurinnen im Verlagsgebäude habe ich diesen Sommer meine morgendliche Ernährung umgestellt: Statt Nutella-Toast frühstücke ich jetzt Müsli mit Joghurt und frischen Früchten. Es war allerdings gar nicht so leicht, das richtige Müsli zu finden!

Vitalis Früchtemüsli

Vitalis FrüchtemüsliPreis (100g): 0,48 Euro
Rosinen: ja

Dieses Müsli riecht komisch. Und es enthält viel weniger von den knackigen gerösteten Bananenscheiben, als ich mir anhand der Verpackung erhofft hatte. Ich finde, ein gutes Müsli braucht eine knackige oder zumindest knusprige Komponente. Das macht das Ganze abwechslungsreicher. Im Vitalis-Müsli gibt es aber – neben den drei Bananenstückchen – nur diese merkwürdigen hellen Cornflakes, die sich beim Draufbeißen stumpf biegen anstatt laut zu krachen. Kurz: Ich habe die Packung leer gemacht, aber eine zweite werde ich nicht kaufen, weil mir allein bei dem Anblick schon dieser starke, düstere Geruch in die Nase kommt.

Rewe Feine Welt Tropischer Morgen

Rewe Feine Welt Tropischer MorgenPreis (100g): 0,75 Euro
Rosinen: nein

Während meiner Testphase habe ich getrocknete Feigen für mich entdeckt. Sooo lecker! Das ist ja auch das Schöne an Müsli: darin zu stöbern, bis man seine Lieblingszutat findet, und sie dann ganz genüsslich einzeln zu essen. Leider sind die Feigen (und alles andere) in der Rewe-Mischung so groß, dass man gar nicht mehr stöbern muss. Das ist schade um den Spaß, aber auch gut, weil man dann die ekligen Pekannüsse schneller aussortieren kann. Jedenfalls scheint es Rewe mit diesem Müsli besonders gut zu meinen – alles ist ganz groß und gaaanz kernig. Zu kernig.

Rapunzel Früchtemüsli

Rapunzel FrüchtemüsliPreis (100g): 0,53 Euro
Rosinen: ja

Zwischendurch war ich für ein paar Tage zu Gast bei einer befreundeten Familie und konnte dort dieses Müsli mit Biosiegel probieren. Es gibt also scheinbar Aprikosen aus Freilandhaltung und Kerne von glücklichen Sonnenblumen… Besonders biologisch hat es aber nicht geschmeckt, im Gegenteil: Es war irgendwie gar nicht besonders, sondern ein bisschen eintönig. Mit den richtigen Extras (zum Beispiel leckere Johannisbeeren) fällt das aber nicht weiter auf. Deshalb bekommt das Biomüsli Platz 2 in meinem Frühstücksranking.

Kölln Vollkornfrüchtemüsli

Kölln VollkornfrüchtemüsliPreis (100g): 0,48 Euro
Rosinen: ja

Platz 1 geht an diese Mischung. Sie enthält solche knusprigen… ja, wie heißen die Dinger eigentlich? “Pops” vielleicht. Jedenfalls knacken sie ganz wunderbar und vervollständigen dadurch die sowieso schon sehr ausgewogene Zusammenstellung. Getrocknete Feigen sind auch drin, neben allerhand anderen Knallerfrüchten, und bei dem Preis bin ich zu einer dauerhaften Frühstücksbeziehung gerne bereit.

Nun ist der Sommer bald wieder vorbei und ich frage mich: Was mache ich bloß, wenn es keine frischen Beeren mehr zu kaufen gibt? Bloß das immer gleiche Müsli mit Joghurt zu essen, wird schnell langweilig – das geht höchstens mit Schokomüsli. Vielleicht wird also bald schon ein neuer Test fällig. Oder kennt ihr eine gute Alternative?

Kolumnenkolumne (3)

Darum gings: In meiner Uni gibts jetzt einen Kondomautomaten – ich verstehe das als offizielle Erlaubnis, Sex auf dem Campus zu haben.

Die Befürchtung: Keine. Das Veröffentlichtungsdatum fiel genau in die Semesterferien, sodass mir eigentlich niemand mit einem dummen Spruch oder schelmischen Blick kommen konnte.

Das kam: Nichts! Viele Grüße nach Singapur, Peking, New York oder wo auch immer ihr alle eure super-fancy Praktika absolviert!

Lieblingsleserbrief (von Christoph): “Um ehrlich zu sein, hätte ich das nicht aus deiner Feder erwartet, aber ich muss schmunzeln. :)”

Und wie sieht nun dieser Raum für Zärtlichkeit aus?
Raum für Zärtlichkeit

Der Künstler Mark Formanek hat unter anderem auch noch diese grandiose Uhr gemacht, die bei uns in der Mensa hängt (und hoffentlich auch irgendwann mal in meiner Wohnung).

Frage, die bleibt: Hatte Eva schon Sex in der Uni? Ha!

Vielleicht werde ich Marktfrau

Um meiner Zeit in München einen sowohl touristischen als auch kulinarischen Schlusspunkt zu setzen, habe ich an einer Probiertour über den Viktualienmarkt teilgenommen. Ich liebe Märkte für ihre vielen verschiedenen, sorgsam ausgewählten Speisen, die oft von Familienunternehmen in der dritten Generation verkauft werden, für diese ganz besondere Stimmung und die vielen (Koch-)Ideen, die einem kommen, wenn man einfach nur an den Ständen vorbei schlendert.

Bayerische Antipasti - lecker!

Jetzt hatte mein Schlendern zum ersten Mal System: Eine Führerin nahm uns mit, kreuz und quer über das 22.000 Quadratmeter (!) große Areal, erzählte von Geschichte, Regeln und Mythen des Marktes und sammelte zwischendurch an den verschiedenen Standeln Essen ein. So haben wir Brot von der Bäckerliesel probiert, der ältesten Marktfrau Münchens, und „bayerische Antipasti“ vom berühmten Sauren Eck. Es gab frisch gepressten Saft, Wurst und Käse.

Oft gaben uns die Standelbesitzer selbst eine kleine Einführung. Sie arbeiten mitunter 80 Stunden die Woche – das ist vor allem im Winter hart. Eine Bodenheizung hat nämlich keiner der 140 festen Standel. Je nach Saison sind es noch mehr, für Spargel, Beeren, Pilze. Aber das ist nicht leicht: Wer auf dem Viktualienmarkt verkaufen will, muss ein strenges Bewerbungsverfahren durchlaufen und bisweilen mehrere Jahre warten. Denn die bunte Mischung ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer sehr genauen Marktaufsicht. „Am besten bietet man etwas an, dass es vorher noch nicht gegeben hat“, weiß unsere Führerin. Der x-te Bäcker hat dagegen keine Chance.

Apropos: Ein Marktbäcker ist es auch, bei dem es den günstigsten Kaffee der Stadt gibt. Aber ich kann ja hier jetzt nicht alles verraten. Wer mehr wissen will, muss eine Führung buchen – am besten schnell! Denn die Zukunft des Marktes ist ungewiss. Weil die Standel nicht mehr den heutigen Hygienebestimmungen entsprechen, wird diskutiert, alles abzureißen und neu zu bauen. Das fände ich sehr schade. Klar, Sauberkeit ist wichtig, aber was ist schon ein bisschen Schmutz gegen Jahrhunderte alte Tradition?

Stille Wasser sind… grau

Woran man sich im Condé Nast Verlag gewöhnen muss: Die sind hier alle auf Diät, oder tun zumindest so. Die Speisekarte der Kantine besteht zu großen Teilen aus Salat, und das Stück Kuchen, das man zum Nachtisch bekommen kann, ist – ungelogen – gerade mal so groß wie eine Praline. In den Büros gibt es außerdem Evianwasser in 1,5-Liter-Flaschen umsonst, und davon habe ich gefühlt in den letzten Wochen so viele geleert, wie man für mein gesamtes Gehalt kaufen könnte. Jetzt fühle ich mich total „rein, ausgewogen und mineralisiert“, aber auch etwas grau.

Stilles Wasser zu trinken habe ich mir schon vor einiger Zeit angewöhnt. Ich trinke gerne, und von Wasser ohne Kohlensäure kann man einfach noch viel mehr trinken. Vor allem macht es nicht diese komischen Blubber im Bauch. Ich bin also ganz zufrieden mit meiner Entscheidung – solange sie keiner mitkriegt.

Denn wenn man im Restaurant oder auf einer Party „ein stilles Wasser, bitte!“ sagt, erntet man mitleidige Blicke. Als wäre das das minderwertigste Getränk von allen. „Still?“, fragt der Kellner noch mal nach, als müsste er jetzt erstmal in den Keller gehen um zu gucken, ob er so was überhaupt hat. Die Bezeichnung „Wasser ohne Kohlensäure“ ist leider nicht viel besser, im Gegenteil. Das klingt wie „den Salat, aber bitte OHNE Karotten“ – als wäre man allergisch oder gar krank.

Anscheinend ist das stille Wasser ein graue Maus-Getränk. Unscheinbar, langweilig, still eben. Dabei könnte man das auch ganz anders sehen: minimalistisch! Zeitlos! Immer verfügbar! Dafür bräuchte es nur mal eine etwas schickere Bezeichnung. Habt ihr Ideen? Zur Belohnung für die besten Vorschläge schmuggele ich gerne ein paar Flaschen Wasser (oder wahlweise ein Stück Kuchen) aus dem Verlag.