Das, was da Ende März in meiner Wohnung passiert ist, kann man getrost als Jahrhundertfrühlingsputz bezeichnen. Seitdem sieht meine Küche so aus:

Der Toaster ist entstaubt und entkrümelt, die klebrigen Flecken von der Spüle sind endlich weg und der Herd ist so sauber wie zuletzt bei meinem Einzug. Deshalb habe ich beschlossen, das Kochen vorerst bleiben zu lassen. Denn eine einzige Curry-Reispfanne, und die ganze Mühe war umsonst!
Außerdem ist diese Küche, wie ihr seht, keine Kochküche: Sie ist so klein, dass man den Backofen nur von der Seite öffnen kann – und sobald die Klappe offen steht, kommt man nicht mehr an die Spüle. Wenn man eine Pfanne vom Herd nimmt, stößt man jedes Mal mit den Ellenbogen an die Rückwand. Und überhaupt miefe ich mit jedem neuen Rezept meine ganze Wohnung zu, weil meine Küche Kochnische ja KEINE TÜR hat.
Ich glaube nicht, dass ich superverwöhnt bin, was Küchen angeht. Aber in der Küche meiner nächsten Wohnung werde ich auf ein, zwei grundlegende Dinge doch nicht mehr verzichten:
1. Eine Tür
Offensichtlich!
2. Ein Eisfach
Ich rede mir immer ein, es sei gut, dass ich keins habe, weil ich sonst ständig fettige Kroketten und Schokoeis mit extravielen Stückchen futtern würde. Außerdem ist meine Küche ja auch keine Kochküche. Aber wenn man in einer Küche kochen will, überwiegen die Vorteile eines Eisfachs eindeutig: Man kann Brot und überschüssige Muffins einfrieren, ganz zu schweigen von all den anderen Resten, man kann im Winter Tiefkühlgemüse kaufen und im Sommer Eis SELBER MACHEN. Man kann Eiswürfel vorrätig haben. Und sich direkt eine Packung kühler Erbsen auf den Ellenbogen drücken, wenn man sich mal wieder an der Wand gestoßen hat.
3. Höhere Arbeitsflächen
Was das anbelangt, habe ich in Malin eine Seelenverwandte gefunden. Sie hat mir erzählt, dass in Deutschland die Arbeitshöhe nach der durchschnittlichen Frauengröße berechnet wird, während in Schweden die durchschnittliche Größe von Frauen und Männern zugrunde gelegt wird – und die Arbeitsflächen dadurch natürlich höher sind. Zu den Zeiten, als mein Haus gebaut wurde, müssen die Frauen Zwerge gewesen sein. Meinem Rücken tut das gar nicht gut, vor allem nicht, wenn ich mal wieder einen Berg von Spülgeschirr angesammelt habe. Apropos!
4. Eine Spülmaschine
Ich weiß, damit gehen wir allmählich zu den Luxusproblemen über, aber Spülmaschinen sind doch einfach so! toll! In der Liste der menschlichen Errungenschaften gehören sie ganz sicher zu den Top Ten, und überhaupt fange ich jedes Mal an zu wimmern, wenn ich auf der Verpackung eines neuen Küchengeräts das fast–schon-Gütesiegel „Spülmaschinenfest“ entdecke. Wie gerne würde ich meinen Multizerkleinerer, den Schaumlöffel und die Salatschleuder endlich mal alle zusammen in die Spülmaschine stecken! Ganz zu schweigen von der fiesen Knoblauchpresse…
5. Einen Induktionsherd
Den dann zur Hochzeit.


Nicht mehr Kochen ist natürlich nicht gleich nicht mehr Backen – Teig anrühren kann ich schließlich auch an meinem Schreibtisch…
Für die erste ? eigene Wohnung ist die Küche super. Ich bin mit meiner gar nicht zufrieden, super hässlich, alt und hellblau. Da hab ich keine Motivation mir tolle Dinge zu kochen.
Nächste Küche dann bitte auch mit Eisfach, Spülmaschine und Tür.
Eisfach: Wird völlig überschätzt. Ich habe eines, und, ja, ich nutze es für Schokoeis mit extravielen Stückchen. Und außerdem dafür, harte Alkoholika eiszukühlen, wobei ich die Flaschen am Ende vielleicht ein-, zweimal im Jahr raushole. Dafür nehmen die Flaschen den Platz weg, den ich für tiefgekühlte Kroketten benötigen würde. Der Pfälzer würde sagen: Eisfach, geh mir fudd!
Hingegen braucht man wirklich mehr Arbeitsflächen. Allerdings: Hat man mehr, dann braucht man immer noch mehr, es ist nie genug. Hilft also auch nichts.
Wichtig wäre hingegen wirklich eine Tür. Mal vorausgesetzt, man würde tatsächlich kochen, in der Küche. Die Küche ist aber keine Kochküche, also braucht man auch keine Tür. Klar. Türen werden ohnehin überschätzt.
(Induktionskochfeld und Spälmaschine sind wirkliche Wunder.)
Also ich bin der Meinunug, dass die Küche für jemanden der alleine wohnt, voll ausreicht. Die Spüle ist vielleicht ein wenig klein, aber ich könnte mir damit helfen.
Natürlich, wenn der Rest der Wohnung dann auch noch etwas eng ist, okay, da würde es für Probleme geben …
üps … für mich Probleme …
aus der Perspektive sieht sie wirklich aus wie eine Puppenküche…
Dass du ohne Gefrierfach auskommst… ich hab sogar nen ganzen Gefrierschrank. Mit Brot, Eis, ungesundem, aber praktischem Tiefkühlkram, Eintopfresten, Eiswürfeln… total toll. Und deine Küche mag klein seinv – dafür ist sie aber hübsch einheitlich. Und hat eine Dunstabzughaube! :)
Ich könnte in meiner Wohnung, insb. Küche, auch einen Putzteufel gebrauchen. Lust? :)
Du hast mein volles Verständnis, meine Zustimmung und ein bisschen Neid (Meine Küche hat keinen Backofen.) Aber: Überschüssige Muffins? Das ist doch absurd.
Es fehlt das Vorher-Foto zum Vergleich ;-)
Ich halte die Spülmaschine nebenbei nicht für ein Küchengerät, sondern als beziehungserhaltendes Hilfsmittel. Nie wieder ohne.
…und auf die Ai-Weiwei-Soli-Postkarte kann in der nächsten Küche hoffentlich verzichtet werden, weil er bald wieder frei ist, bitte.
Liebe Eva,
das Problem mit zu kleinen und zu schlecht ausgestatteten Küchen kenne ich. Das Problem habe ich in meiner bzw. unseren aktuellen Wohnung erfreulicherweise gelöst.
Vielleicht hast du ja Lust Veronika und mich zu einer gemeinsamen Küchenstolz Session in Hamburg zu Besuchen? Dein Kameramann ist natürlich auch eingeladen. Einkaufen könnten wir dann auf dem Isemark. Und über dreckiges Geschirr müsste man sich auch keine Sorgen machen. Spülmaschinen sind gar kein Wunder ;)
Viele Grüße aus de schönsten Stadt Deutschlands.