Ich habe die Frischfleischparty verpasst. Ausgerechnet! Die traditionelle Sause, bei der Erstis ausgecheckt und alte Affären ein für alle Mal beendet werden. Bei der ich endlich Vera wiedergesehen hätte, die aus Manchester zurück ist, und Tim, womöglich noch mit schwarzen Ringen unter den Augen von seinem Praktikum als Unternehmensberater.
Das Problem ist, dass wir mit dem Feiern viel zu spät beginnen. Vor Mitternacht braucht man gar nicht da zu se in – die anderen sie es ja auch nicht.
Ich hatte einen guten Plan: Samstagskrimi schauen, Mails abarbeiten, essen, hübsch machen und los. Die Abende, die ich allein im letzten Semester so verbracht habe, sind locker einen Credit Point wert! Doch diesmal war der Samstagskrimi langweiliger und das Sofa gemütlicher als gedacht.
Am nächsten Morgen wachte ich ohne Kater auf, aber mit Rückenschmerzen. Und ich fragte mich: Warum fangen Partys nicht früher an? Es ist Friedrichshafen, wir haben nichts Besseres zu tun, und in den Clubs ist es auch um neun schon dunkel. Besser noch: Wer früher anfängt, ist früher fertig – und morgens um acht fit für den Spanischkurs. Deshalb plädiere ich für spießigere Partyzeiten. Bei den Briten hat sich das längst durchgesetzt, sagt Vera.
ZEIT Campus, März/April 2011



Das kommt daher, dass Briten durchgehend trinken und wenn sie das nicht tun, dann aber von der Arbeit direkt ins Pub gehen um es ab sechs Uhr abends zu tun… : )
Ich kleiner Spießer bin da ganz bei Dir!
Da bin ich ganz deiner Meinung, vorallendingen weil die Zeit zwischen Feierabend und Party meistens nur sehr sinnfrei genutzt werden kann.
Volle Zustimmung auch von meiner Seite!
Das habe ich mir auch schon so oft gedacht! Warum nicht einfach um sieben zum Abendessen treffen, ein Weinchen dabei trinken und los? Tanzen ab neun, halbzehn und spätestens um eins liegt man im Bett? Was ist daran so verdammt uncool?
Eine Freundin von mir hat die Begründung darin gesucht, dass man die jahrelangen elterlichen Vorschriften, wann man zu Hause zu sein/ins Bett zu gehen hat, dadurch kompensieren will. Ich weiß nicht.
Zuerst mal: Glückwunsch, ich freue mich, vom ZEIT Campus-Newsletter zu erfahren, wie erfolgreich eine ehemalige Mariengardenerin ist! :)
Und außerdem gebe ich Dir völlig recht, was Deinen Artikel angeht.
Volle Zustimmung!
Für deinen Artikel schrieb ich vor ein paar Wochen seit langem wieder einen Leserbrief. Denn gute Artikel in der Zeit verdienen ein bisschen mehr Platz als die kleine Spalte. ;)
Bin gespannt auf die folgenden Beiträge :)
Nein. Jeder, der mal um halb 5 mit 1 promille aus dem Club in die aufgehende Morgensonne getaumelt ist, weiß, warum gute Parties erst spät beginnen.
Dann aber nur mit altersbeschränkung! Ich hab keine Lust zwischen 1000 18 jährigen party zu machen!
Also an den ersten Julian: Ich sage ja gar nicht, dass man nicht bis früh morgens feiern soll, nur eben früher anfangen! Längere Parties – das müsste doch in deinem Sinne sein? ;)
Und an den zweiten Julian: jetzt, wo dus sagst…
Als ich noch durch die “Clubs” in Friedrichshafen gezogen bin, waren wir immer um 22 Uhr dort, da man sonst nicht mehr rein gekommen ist. Irgendwann hat sich das dann nach hinten verschoben. Früher waren es auch nicht so viele Locations, wo man hätte hingehen können.
Allerdings geht es mir ähnlich. Wenn ich nicht bis 22 Uhr aus dem Haus bin, bekommen mich keine 10 Pferde mehr vom Sofa runter.
Liegt wohl am Alter *frechgrins*
schöne Grüße
Bätschman
ganz deiner Meinung, Eva!
Ganz besonders in Berlin fängt man ja nichtmal mehr um Mitternacht an – da trifft man sich erst zum Vorglühen. In Clubs ist meistens erst ab 2 was los, manchmal 3, und von um5nachHausegehen ist dann auch keine Rede mehr. Um 10 uhr morgens nochmal in eine andere Location? Normal!
Das find ich schlimm. Wenn man früher zu feiern anfängt, nimmt man am nächsten Tag viel mehr vom wertvollen Tageslicht mit!
Na, wenn das so ist: Auf nach Berlin! ;-)
Gehört es nicht einfach dazu, dass man den nächsten Tag zur Revitalisierung benötigt? Die besten Partys sind doch immer die, nach denen man am nächsten Tag erst einmal eine Pause benötigt. Und zwar von so gut wie allem. Außerdem gibt es dann mal wieder einen Grund, den ganzen Tag gemütlich im Bett zu verbringen.
Vielleicht ist es auch ein Symptom der Leistungsgesellschaft, dass man den nächsten Tag wieder voll Einsatzbereit zu sein hat. Party ja, aber nur wenn das nicht auf Kosten der Pflichten geht. Schließlich leben wir, um zu arbeiten.
Aber geht es nicht genau darum? Ausbrechen aus dem Alltag? Die Seele baumeln lassen? Mal einmal keine Gedanken daran zu verschwenden, was noch alles zu erledigen ist, wie zum Beispiel die Anwesenheit im Spanischkurs?
Ganz deiner Meinung!
Ich habe dieses Jahr das erste Mal in meinem 27 Jahren Rosenmontag gefeiert. Und das ging einfach mal Mittags los und um 21 Uhr lag ich im Bett. Da konnte man am nächsten Tag sogar halbwegs fit arbeiten.
So extrem muss es ja nicht sein, aber warum nicht wirklich um 20 Uhr treffen, was trinken und um spätestens zehn dann ab in einen Club?
Ich glaube, die eine Fraktion hier hat ein trauriges Leben. Sorry