Archiv für Januar, 2011

Küchenstolz: Flammkuchen

Flammkuchen

Vier Wochen ist es schon wieder her, seit wir uns mit einem wunderbaren Flammkuchenabend in der WG-Küche in die Weihnachtsferien verabschiedet haben. Flammkuchen ist ein geniales Gericht, weil man es als Vor- oder Hauptspeise, kalt oder warm, mit oder ohne viel Belag genießen kann. Das Rezept habe ich in Nicole Stichs tollem Blog delicious days gefunden und allen Anwesenden gleich weiterleiten müssen – es ist einfach SO gut! Und noch dazu sehr leicht. Wichtig ist bloß, dass man nicht mit dem Schmand-Frischkäse-Mix geizt, weil ein Großteil davon im Ofen wegtrocknet. Ansonsten kann aber wirklich nicht viel schiefgehen. Der nächste Flammkuchenabend kann also kommen! Dann würde ich gerne mal alternative Beläge ausprobieren. Hat jemand einen Vorschlag?

Business Punk

Manchmal stehe ich in einem von diesen riesigen, gut sortierten Bahnhofs- oder Flughafenkiosken und denke, „heute gönnst du dir mal was“. An so einem Tag habe ich auch Business Punk gekauft. Das waren sechs sehr gut investierte Euro.

Business Punk ist eigentlich ein Männermagazin. Das merkt man nicht nur daran, dass es in der Modestrecke um Krawatten geht und weiter hinten gleich mehrmals um schnelle Autos, sondern auch schlicht am Geschlechterverhältnis der Porträtierten. Das fällt mit 13:1 ziemlich männlich aus.

Business Punk

Die Porträts sind das Herz des Heftes, hier wird es seinem Namen absolut gerecht. Denn dem Leser werden fast ausnahmslos Unternehmer vorgestellt, für die das Adjektiv „mutig“ weit untertrieben wäre. Es sind Draufgänger, unerschrocken, obsessiv, chaotisch – und extrem erfolgreich. Standard-Zitate lauten „Mir ist egal, was andere denken“ (Patrick Liotard-Vogt, S. 85) oder „I’m not a business man. I’m the business, man.“ (Mark Ronson, S. 95). Die Mark Ronson-Titelgeschichte ist einer von vielen genialen Texten. Der Musikproduzent wird als Ideal des neuen Topmanagers stilisiert – mit treffenden Argumenten.

Der wohl größte Unterschied zwischen dem anderen tollen Wirtschaftsmagazin, der brand eins, und Business Punk ist wohl, dass die Geschichten hier schon auf den ersten Blick spannend und ungewöhnlich sein müssen, und nicht erst auf den zweiten. (Sowieso sollte man am besten beide Hefte lesen. Andernfalls droht die Gefahr, dass der junge BWL-Student derart vom ehemaligen Skype-Teilhaber Morten Lund beeindruckt ist, dass er sich ebenfalls vier Millionen Euro „Spielschulden“ aufhalst.)

Ein Grund, warum mich Business Punk trotz seiner Männlichkeit und seiner Hohelieder auf die Waghalsigkeit anspricht, ist die ganz eigene Sprache des Magazins, die sehr entspannt ist und in unscheinbaren Nebensätzen immer wieder überrascht. Es gibt tolle Rubriken wie den Schulhof, in der Probleme des Büroalltags (Small Talk auf der Betriebsfeier) von Schulkindern gelöst werden („Weinen hilft immer!“).

Das Ganze ist eingebettet in ein Layout, das sehr verspielt, bunt und abwechslungsreich ist, aber trotzdem nie aus dem Rahmen fällt. Allein deshalb macht das Lesen Spaß.

Business Punk

Und noch etwas beherrscht Business Punk so gut wie kein anderes deutsches Magazin: Social Media ist überall, aber ohne aufdringlich zu werden. Da werden ganz selbstverständlich Tweets in einen Text eingebunden und Themen aus User-Kommentaren bei Facebook generiert. Ach, wäre das toll, wenn auch andere Medien das so unaufgeregt hinbekämen!

Dass das bei Business Punk klappt, liegt aber sicher auch daran, dass die Redaktion genügend Zeit hat. Bisher erschien das Heft nur zwei, nun drei Mal im Jahr. Da kann man deutlich länger den individuellen Dreh jeder Geschichte suchen, an Texten und Layout feilen und eine Story zugunsten einer spannenderen wieder rausschmeißen. Fazit: Für diese Printperle dürfen gerne Bäume gefällt werden!