Heute ist der Montag, mit dem mein 2011 so richtig beginnt – und damit der passende Zeitpunkt, um nochmal zu überlegen, ob ich das mit den Neujahrsvorsätzen nun mache oder nicht.
Vor einer Woche erschien im SZ Magazin Meike Winnemuths Text „Wohlsein!“ über ein Selbstexperiment, das ich auch schon in Erwägung gezogen habe (wer hat das nicht): Winnemuth hat sieben Wochen lang ihre Lebensweise von „ganz okay“ auf „perfekt“ umgestellt und so gelebt, wie man laut Ärzten und Ratgebern leben soll. Gesunde Ernährung, Jane Austen-Hörbücher beim Joggen, Zahnzwischenraumbürsten, lauter solche Dinge.
Nun gut, ganz so extrem wollte ich es natürlich nicht treiben, aber es gibt diese Liste in meiner Nachttischschublade, mit den wenigen Vorsätzen, die mein Leben sicher besser machen würden. Wirklich eingehalten habe ich leider noch keinen von ihnen. Vielleicht lag das aber gerade daran, dass ich die Liste geheim gehalten habe. So gab es immer ein Schlupfloch. Außer meines schlechten Gewissens war da niemand, der mich hätte tadeln können, als ich doch wieder einen Pickel ausdrückte oder das heute journal verpasste.
Deshalb habe ich beschlossen, diese Liste heute öffentlich zu machen, in der Hoffnung, dass ihr, liebe Leserschaft, mein Gewissen und damit meine Disziplin stärkt.
1. Fit werden
Sport ist wirklich zu kurz gekommen in den letzten Monaten, wenn man mal von dem Hausfrauen-Pilateskurs absieht, den ich zuletzt jeden Donnerstag Abend in einer Grundschulturnhalle besucht habe. Ich bin immer noch nicht sicher, ob mit „Beckenboden anspannen!“ wirklich das gemeint war, was ich da gemacht habe (um das zu wissen, muss man wahrscheinlich die ein oder andere Geburt hinter sich haben). Ich bin mir aber auch noch nicht sicher, welche die passende Alternative wäre. Wieder regelmäßig zu tanzen fände ich gut, oder Tennis spielen.
Das ist der Plan: Einen Meinen Sport finden und ab sofort immer die Treppe nehmen. Also WIRKLICH immer.
2. Weniger prokrastinieren
Es gab mal eine Zeit, da war ich richtig gut im nichts Aufschieben. Dann kam die Uni mit ihren vielen Referaten und Thesenpapieren und Prüfungen und sowieso noch der ganze Haushaltskram drumrum. Uff! Dabei geht es einem viel besser, wenn man einfach alles sofort macht. Außerdem könnte ich dann im Facebook Chat endlich wieder „Ich langweile mich“ statt „Ich drücke mich“ schreiben, wenn Leute fragen, was ich eigentlich von ihnen will.
Das ist der Plan: Mehr am Schreibtisch arbeiten und weniger auf dem Sofa.
3. Pickel nicht mehr ausdrücken
Es bewirkt einfach genau das Gegenteil von dem, was man will! BÖSE!
Das ist der Plan: Abends im Dunkeln abschminken.
4. Mehr lesen
Ich lese unheimlich gern, aber ich habe mir abgewöhnt, ein Buch nach dem anderen zu lesen. Ständig kommen irgendwelche Magazine, RSS-Überschwemmungen oder Abstracts dazwischen, die gerade wichtiger sind und schneller gehen. Und wenn sich doch mal eine freie Stunde ergibt, lande ich statt mit einem Roman mit der Fernbedienung auf dem Sofa.
Das ist der Plan: Je ein Kapitel aus Joey Goebels „Heartland“ vor dem Schlafengehen und nächste Woche direkt mit Stuckrad-Barre weitermachen.
5. Täglich Nachrichten schauen
Es ist nicht so, als ob das Weltgeschehen völlig an mir vorbeizöge, im Gegenteil. Aber wenn ich es schaffe, pünktlich einzuschalten, empfinde ich das heute journal jedes Mal als Bereicherung. Weil da die Top-Neuigkeiten mal aus anderen Blickwinkeln betrachtet werden und Auslandsreporter auch berichten dürfen, wenn in ihren Ländern gerade nichts explodiert oder überflutet wird. Und weil der letzte Beitrag immer ein Wundertütenbeitrag ist.
Das ist der Plan: Öfter mal die ZDF-Mediathek benutzen.
So weit, so gut. Meike Winnemuth kam übrigens zu dem Schluss, “dass es geht. Ich weiß nur nicht, wie es für immer geht.” Schauen wir mal, ob ich das herausfinde.
Kommentiert
Konstantin: Manchmal bringen einem die Facebook-Freunde dann etwas aus der weiten Welt mit (mir gerade ein Fahrrad aus Atlanta). Wenn man nicht wüsste, das...
Amelie: So wahr, das brachte mich gerade zum lachen :)
Claudia: Wie bedeutungslos wären manche Menschen ohne Facebook… (:-/
Roman: Den Nagel auf den Kopf getroffen. Danke dafür, liebe Eva.