“No judgement, but you kind of look like a stripper.” – “A high end stripper. For govenors or athletes.”
Olive ist eigentlich eine Musterschülerin. So eine, die Lektüren auch wirklich liest, anstatt sich nur die Verfilmungen anzuschauen. Aber dann gerät durch einen blöden Zufall das Gerücht in Umlauf, Olive hätte Sex gehabt. Und wie das so ist mit Gerüchten, verbreitet sich die Geschichte rasend schnell und wird immer abstruser. Auf einmal gilt Olive als das Flittchen schlechthin. Und weil sich dagegen zu wehren eh nichts bringen würde, spielt sie das Spiel einfach mit und macht eine Art gemeinnützige Sache daraus: Jungs, die in der Gerüchteküche Etiketten wie „schwul“ oder „Loser“ tragen, dürfen gegen Baumarktgutscheine oder Essenseinladungen behaupten, sie hätten mit Olive geschlafen – und so ihr Image aufpolieren.
„Easy A“ ist eine tolle Highschool-Komödie, eine Mischung aus „Juno“ und „Mein Leben und ich“ – nur, dass ich noch viel mehr lachen musste. Es ist einfach zu lustig, wie Olive mit ihrem schwulen Freund Brandon auf einer Party den Mega-Orgasmus simuliert. Wie sie sich mit ihren „zu locker, um wahr zu sein“-Eltern (Patricia Clarkson! Stanley Tucci!!) über ihre Situation unterhalten will, ohne Worte zu benutzen, die ihr kleiner Bruder noch nicht hören darf. Oder wie sie sich immer wieder mit Marianne anlegt, der frommen Anführerin einer Christentruppe, die die vermeintliche Schulschlampe bekehren will.
Es sind die genialen, mit guten Sprüchen gespickten Dialoge, die diesen Film ausmachen – und natürlich seine grandiosen Hauptdarsteller. Emma Stone hat so eine tolle rauchige Stimme und eine unvergleichliche Mimik. Sie spielt herrlich zynisch und gleichzeitig sehr authentisch. Kaum zu glauben, dass sie beim Dreh schon 22 Jahre alt war!
Aber ihre Gegenspielerin Marianne ist auch nicht schlecht. Der Darstellerin Amanda Bynes mit ihrem runden Puppengesicht traut man auf den ersten Blick nicht viel zu, aber sie gibt das gemeine Girlie verdammt gut – ohne sich selbst dabei zu ernst zu nehmen. Und wie viele Schauspielerinnen sind schließlich schon groß geworden, nachdem sie in einem Highschool-Film die Böse spielten? Reese Witherspoon („Election“), Mandy Moore („Plötzlich Prinzessin“), Rachel McAdams („Mean Girls“)…
Allzu lange geht Olives Schlampentour jedenfalls nicht gut. Als selbst ihre beste Freundin sich den Missionaren anschließt, ihre Eltern beginnen, sich Sorgen zu machen, und ihr die Stripperinnen-Outfits ausgehen, merkt Olive, dass sie dem Ganzen ein Ende setzen muss. Dabei hilft ihr „Gossip Girl“-Star Penn Badgley, dem man den Oberstufenschüler leider nicht mehr abnimmt. Aber hey, es ist Penn Badgley, und es ist lustig, also nehmen wir diese Besetzung ausnahmsweise hin.
Nach dem genretypisch furiosen Ende hat man viel gelacht, aber vielleicht zu wenig nachgedacht. Denn die Geschichte mag noch so lustig sein – sie hat einen ernsten Hintergrund. Es geht um Außenseitertum und Mobbing, um die dunkelsten Seiten des Schulalltags. Vor dem Hintergrund der sich häufenden Selbstmorde von homosexuellen Jugendlichen in den USA, die die Gerüchteküche an ihren Schulen nicht mehr ertragen, wirkt „Easy A“ ein bisschen zu oberflächlich. Aber andererseits: Das gehört eben auch zu einer guten Highschool-Komödie. Deswegen würde ich sagen, guckt euch itgetsbetter.org an – aber verpasst auch bloß nicht diesen wirklich coolen Film!



Hätte ich den Film besser nicht nach den ersten 10min ausgemacht…
Wie du schon sagtest, werden die ernsten Themen wirklich nur stellenweise angerissen und leider wie in anderen Teenie-Komödien nicht weiter vertieft… Der Film hätte wirklich in Richtung “World’s Greatest Dad” gehen können, wenn man die Story mit dem schwulen Freund oder der guidance counselor-Frau (Lisa Kudrow) vertieft hätte. Trotzdem ein netter Film für einen Freitag Abend und die Szenen mit den Eltern sind einfach nur Hammer :)
Hab den Film gestern Abend erst gesehen, es aber nicht bis ganz zum Ende durchgehalten…
Die vielen bekannten Gesichter zu sehen war einerseits nett, aber für mich gehört Penn Badgley nach New York, Dan Byrd nach Florida, wo er mit seiner Mum Courtney Cox in Cougar Town wohnt, und Cam Gigandet stellt wahlweise Bella oder Marissa nach… Ich muss außerdem zugeben, dass ich schon zu viele Filme mit Amanda Bynes gesehen habe, ihr denen sie schmachtend auf ihren Traumprinz wartet, als dass ich ihr noch die Rolle der Enthaltsamen glauben mag.
Zum ersten Hintergrund: Das Beste, was ich zum Thema Mobbing und Homosexualität seit langem gesehen habe, ist die Folge 6 der zweiten Staffel von Glee!
Easy A ist leichte Kost – und als solche durchaus genießbar. Und wenn man satt ist, soll man ja eh aufhören. ;)
Klingt nach einer durchaus gelungenen Story :)
Danke für den Tipp. Hat mir den Abend gestern wirklich versüßt
wie putzig!! … ich hab förmlich auf die Aufgabe der Batterie gewartet – ich glaub den Film zieh ich mir heute abend gleich rein – da muss mein Freund dann durch :D
Habe den Film auch gesehen und fand ihn unterhaltend. Zwar leicht überhöht, aber realistisch, nicht zuletzt durch das Videopodcasting :-)
Ich freu mich auf den Film schon seit dem ersten Trailer. Und jetzt hab ich doch glatt nicht mitbekommen, dass er gestartet ist. Danke! :D
Den Film wollte ich unbedingt sehen. Und dann, als ich ins Kino gehen wollte, lief er nicht mehr. :(
Jetzt muss ich warten, bis es ihn im Verleih gibt.
Liebe Grüße (: