Mir ist das erst in Frankreich klar geworden: Früher dachte ich, Bilder auf Postkarten könnten gar nicht wahr sein. Ich ging immer automatisch von Fälschungen aus, geschönten Wirklichkeiten, die die Daheimgebliebenen besonders neidisch oder zumindest sehnsüchtig machen sollten. (Deswegen verschicke ich gern Postkarten mit Trachtenmotiven. Da kann sich der Empfänger einfach über die Post freuen, ohne den neidischen Beigeschmack.)

Bei unserem Roadtrip habe ich gemerkt, dass ich völlig falsch lag! Denn es gibt sie tatsächlich, die idyllischen, üppig beblumten Dörfer, die Lavendelfelder, die Weinberge mit den beeindruckenden Châteaus. Im Grunde war unsere Route eine einzige große Postkarte. Natürlich haben wir die aller postkartigsten Dinge nicht fotografiert. Denn das stimmt eben auch: Postkartenmotive sind in echt noch viel schöner. Wenn man einem begegnet, muss man es pur genießen und nicht durch die Linse einer Kamera. Deswegen habe ich auf den Lavendelfeldern, im riesigen Garten des Château Margüi und an dem wunderbaren Abend auf dem Marktplatz von Brignoles einfach nur ganz tief eingeatmet und versucht, die ganze Idylle in mich aufzusaugen.
Davon zehre ich jetzt immer noch, und wenn mir das schwerfällt, brauche ich nur den Soundtrack zu „Ein gutes Jahr‟ einzulegen und sehe uns schon wieder zwischen den Hügeln des Languedoc-Roussilon picknicken. Für den Härtefall habe ich noch etwas ganz besonderes, versteckt im hinteren Küchenschrank: eine Backmischung für original französische Mouelleux au Chocolat. Instant-Frankreich ist besser als gar kein Frankreich.



Ich habe früher als ich auf Schulausflüge Nach Italien war immer die Bilder von den Postkarten abfotografiert und behauptet, ich hätte das Foto gemacht, weil ich nie wirklich so schöne Motive vor die Linse bekam. Jetzt hast du die Chance und tust es nicht :D
Es heißt aber auch, ein Foto ist besser als kein Foto ;)
Ich hab so eine Postkarte bekommen und ich bin auf jeden Fall neidisch geworden :)
na, genau… wo sind die fotos :)?!!1elf
;)