
Gar nicht weit weg von Mon Pistoulet liegt der kleine Ort Hauterives. Die Geschichte, die diesen Ort berühmt machen sollte, beginnt im Jahr 1879. Damals arbeitete Ferdinand Cheval als einfacher Landbriefträger in Hauterives. Seine tägliche Route war 32 Kilometer lang. „Was kann man anderes tun beim ewigen Gehen in der gleichen Umgebung, als zu träumen?‟ Cheval träumte – von fernen Ländern, exotischen Tieren, fremden Kulturen. Lange blieb diese Welt nur in seinem Kopf, und in den teuren Reisemagazinen, die er alle erst selbst las, bevor er sie ihren eigentlichen Besitzern zustellte.
Eines Tages stolperte Cheval über einen Stein. Der war so schön, dass er ihn mit nach Hause nahm. Fortan sammelte er all die schönen Dinge, die ihm auf seinem Weg vor die Füße fielen: Steine, Muscheln, kleine Fossilien… Die Fundstücke verbaute er in seinem Garten. Was als ein Brunnen begann, endete 33 Jahre später als Schloss. Der „Palais Idéal‟ ist zehn Meter hoch und 26 Meter lang und vereint die ganze Welt in sich. Es gibt eine ägyptische Grabstätte, einen Hindutempel, eine mittelalterliche Burg. Mehrere Höhlen beherbergen echte und fabelhafte Tiere. Von außen imponieren vor allem die drei Riesen, die sich über die gesamte Höhe dieses fantastischen Gebäudes erstrecken.
In unzähligen Arbeitsstunden hat sich der Bauernsohn Cheval die Welt in seinen Garten geholt. Besucher dürfen sie jetzt nach Herzenslust erkunden. Man kann im Schloss herumklettern, alles anfassen – oder es einfach nur von außen bestaunen. Tausende Touristen kommen jedes Jahr, aber wir hatten Glück, denn eine Stunde vor Schließung des Gartens an einem Sonntagabend war gar nichts mehr los. Wir hatten das ganze Schloss für uns allein. Wann kann man so etwas schon von sich behaupten?







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