Archiv für Juni 2010

Veranstaltungskalender

Manche Leute studieren ja in großen Städten. Sie ziehen nach Köln, weil sie Party machen wollen, oder Berlin, wegen der Kultur, oder Hamburg, weil man da so gut shoppen kann. Und wenn man sie dann nach einem halben Jahr fragt, was sie denn so erlebt haben, ist das meist ziemlich wenig. „Es ist einfach SO viel los, ich kann mich nie entscheiden.‟

Tja, dieses Problem hat man in Friedrichshafen nicht. Wenn hier mal was passiert, sind gleich alle da. Das ist schön, es hat sowas familiäres, ein bisschen wie Zuhause. Und auch ein winzig kleines bisschen wie in Stars Hollow. Denn die Stadt bemüht sich doch redlich, immer neue Anlässe für so ein Zusammenkommen zu schaffen. Da gibt es Zaubererfestivals und Rollschuhnächte, und neulich hatten wir für zehn Tage einen Hamburger Fischmarkt in der Innenstadt, mit Marktschreiern und Piratenschiff.

Dann ist da natürlich auch noch die Messe. Die Messe liegt ein bisschen außerhalb und hat doch einen ganz schönen Einfluss auf den studentischen Alltag. Neulich eröffnete zum Beispiel die „Tuning World Bodensee‟ und wir standen auf dem Rückweg von der Uni ewig im Stau, weil die findigen schwäbischen Ordnungshüter sämtliche tiefer gelegten VWs aus dem Verkehr zogen, um sie spontan zu kontrollieren.

Dieses Wochenende gibt es schon wieder eine Automesse: die „Klassikwelt Bodensee‟. In der Stadt sind jetzt lauter Oldtimer unterwegs, kleine italienische und große englische. Die Touristen sitzen swingend in „Willi’s Oldie-Bus‟ oder legen die Köpfe in die Nacken, weil eine Breitling durch die Luft saust. Ich höre Kitty Daisy & Lewis und wünsche mir ein flatterndes Kopftuch.

Apropos Kopftuch: Gleichzeitig wurde gestern das Minarett der örtlichen Moschee eingeweiht. Das kommt mir und meinem Religions-Nachfragereflex (Lesen!) wie gerufen, denn die Gemeinde feiert das ganze Wochenende über ein tolles Fest, mit Führungen und selbst gemachten Köstlichkeiten. Fast kann man sich gar nicht entscheiden, wo man hingehen soll.

Schweden, ach Schweden

Alles, was man über Schweden sagt, stimmt: Die Jugend ist stylisch, das Land ist schön, das Essen supergut. Damit du dich auch verliebst, sind hier ein paar Dinge, die du bei deinem Besuch auf keinen Fall verpassen solltest.

Die beste Jahreszeit, um das erste Mal nach Schweden zu reisen, ist der Frühling. Wenn im Mai das ganze Land aufblüht und noch um elf Uhr abends die Sonne am Horizont glüht, kann man gar nicht anders als diesem Land und seiner Hauptstadt zu verfallen.

Bei Tageslicht wird sich dieser Eindruck noch verstärken. In Stockholm, das aus mehreren Inseln und viel, viel Wasser besteht, ist einfach alles so gemütlich: die Sprache, die vielen Kinder, die statt Schaukelpferden auf Schaukelelchen reiten, die zahlreichen kleinen Restaurants. Dort kann man auch bei einstelligen Temperaturen in kuscheligen Decken draußen sitzen – und die Schweden nehmen diese Möglichkeit gerne wahr!

Unbedingt ausprobieren sollte man deshalb – ganz egal, wie kalt es ist – das Nationalgericht Köttbullar. Eine gute und für Stockholmer Verhältnisse preiswerte Variante gibt es zum Beispiel in Djurgårdsbrons Sjöcafe in der Galärvarsvägen 12. Dort sitzt man auf einem Steg im Wasser und hat einen schönen Blick auf Schwedens berühmtestes Museum, das Vasamuseet, in dem es ein altes Kriegsschiff zu bestaunen gibt.

Wer noch mehr schwedisches Essen probieren will, kommt in der Saluhall in Östermalm voll auf seine Kosten. Da gibt es frische Delikatessen aus aller Welt – die haben allerdings auch ihren Preis. Nur mal angucken ist aber auch schon schön.

Wer sein Geld lieber für hippe Mode ausgeben möchte, sollte sich nach Södermalm begeben. In der Götgatan sind vor allem samstags jede Menge modische junge Schweden anzutreffen. Dort kann man so manchen Trend entdecken, noch lange, bevor er bei uns ankommt. Wer danach noch nicht genug hat, macht in Norrmalm weiter: Der Stadtteil beherbergt einige internationale Ketten, die es bei uns noch kaum oder gar nicht gibt (zum Beispiel Topshop oder eine Urban Outfitters-Filiale in einem ehemaligen Kino), und Kaufhäuser wie PUB, die verschiedene schwedische Marken verkaufen.

Und Schweden hat noch mehr Dinge, die Deutschland nicht hat – ein Königshaus zum Beispiel. Um royale Luft zu schnuppern lohnt sich ein Ausflug nach Drottningholm. Das königliche Schloss selbst ist nicht so spektakulär, aber in dem großen Park drumrum finden sich unter anderem ein chinesischer Garten und ein lustiges hölzernes Wachzelt.

HINKOMMEN Mit dem dem nächsten Billigflieger nach Stockholm Arlanda. Von da aus gehts am billigsten – dafür aber auch am längsten – mit dem öffentlichen Nahverkehr direkt in die Stadt.

RUMKOMMEN Für Kurztrips empfiehlt sich eine Travelcard, die gilt in Bussen und Bahnen auch noch weit außerhalb Stockholms. Drei Tage für 20 Euro, sieben Tage für 25.

UNTERKOMMEN Wer direkt in der Stadt wohnen will, schläft kultig und für wenig Geld auf dem Red Boat. Vor allem die Frühstücks- und Aufenthaltsräume sind herrlich gemütlich, die Zimmer jedoch ziemlich eng. www.theredboat.com, DZ ab 65 Euro.
Noch besser: Stadt- und Landleben kombinieren! Die Jugendherberge Lilla Tyresö liegt eine halbe Stunde Busfahrt von Stockholm entfernt. Hat man den hässlichen Hochhausgürtel, der sich um die Stadt windet, überwunden, steckt man sogleich mitten in einer Astrid-Lindgren-Welt. Die Jugendherberge besteht aus mehreren kleinen Häusern und sieht tatsächlich aus wie in den Michel-Filmen! Zu empfehlen ist Zimmer 1 in Prinsvillan – mit Blick aufs Schloss. www.lillatyreso.se, DZ ab 45 Euro.

MITBRINGEN Das typische Souvenir sind die roten Darlarna-Pferde – aber bitte handgeschnitzt! Für sich selbst nimmt man am besten noch ein paar Kanelbullar mit. Die süßen Zimtschnecken sind für die Schweden das, was für uns Berliner sind.

BLOSS NICHT Gerüchte sagen, in Schweden sei H&M noch viel schwedischer als bei uns. Stimmt nicht! Ein Besuch dort ist also reine Zeitverschwendung.