Archiv für Dezember, 2009

Lecker! Aroma Kaffeebar

Aroma

Ich mag ja Geschäfte, die richtig gutes Essen verkaufen. Italienische Feinkosthändler, opulente Markthallen, sowas. Durch diese Orte zu schlendern finde ich toll: die Farben, die Gerüche und der Gedanke daran, dass die Menschen, die hier einkaufen, gutes Essen wertschätzen. Dabei geht es mir gar nicht darum, möglichst viel selbst zu probieren – einiges mag ich ja nichtmal. Aber es gefällt mir, die Leute beim Einkaufen zu beobachten, wie sie von schwergewichtigen Metzgern oder uralten Käseverkäuferinnen beraten werden, die dann alles ganz gewissenhaft abwiegen und anschließend den Preis – etwas weniger gewissenhaft – ab- oder aufrunden.

Aroma

Ein bisschen so läuft es auch in der Aroma Kaffeebar in der Münchner Pestalozzistraße. Hier gibt es zwei Theken: eine für Frühstück, “flotte Nudelgerichte” und erlesenen Kaffee, und eine weitere für Brot und Baguettes. An Letzterer kann ich mich in der Regel nicht satt sehen – und erst recht nicht entscheiden. Deshalb sage ich den netten Herren dahinter, was ich gern hätte (zum Beispiel ein schön dunkles Brot mit einer guten, pikanten Salami), und lasse mich dann überraschen. Beim letzten Mal kam dabei ein Mandel-Karotten-Brot mit Fenchelsalami, Tomaten und Salat heraus. Es war köstlich.

Aroma

Wer den Blick doch einmal von dem liebevoll angerichteten Speisen abwenden kann, hat auch sonst viel zu schauen und staunen: In einer Ecke stehen alte Küchengeräte, es gibt jede Menge Magazine zum Schmökern und nicht zuletzt auch zwei Regalwände voller verrücktem Krimskrams, den man genauso kaufen kann wie einzelne Smarties-Döschen oder die tollen selbstgebackenen Cookies.

Aroma

Sauber bleiben

5 Dinge, die unserer „möblierten“ Wohnung fehlten:
Ein Wäscheständer
Ein Bügelbrett
Eine Deckenlampe in meinem Zimmer
Ein Kleiderschrank in meinem Zimmer
Internet und Telefon

5 Dinge, die unserer „möblierten“ Wohnung immer noch fehlen:
Eine vernünftige Lampe in der Küche
Ein Toaster
Eine Heizung im Bad
Ein Eisfach
Eine Waschmaschine

Wegen der fehlenden Küchenbeleuchtung habe ich mir irgendwann abgewöhnt, dort zu frühstücken, und wegen des nicht vorhandenen Toasters – und weil ich einfach keine vernünftigen Alternativen gefunden habe – entwöhnte ich mich auch vom Frühstück selbst. Oh, und das kalte Bad beschleunigt meinen Morgen noch zusätzlich…

Nein, also, eigentlich ist alles halb so schlimm. (Es macht nur solchen Spaß das Ganze aufzubauschen.) Man gewinnt ja auch viele neue Erfahrungen durch so eine möblierte Wohnphase. Zum Beispiel gehe ich nun regelmäßig in den Waschsalon. Anfangs dachte ich, cool, jetzt bin ich auch eins von diesen Waschsalongirls, das dort beim Lesen oder Musikhören zufällig die große Liebe trifft. Wie im Film! Dummerweise habe ich im Waschsalon aber noch NIE überhaupt irgendwen getroffen – außer der Chefin. Und die ist nicht gerade gesprächig.

Dabei dachte ich immer, Waschsalons wären so richtig aufregende Orte – gerade weil sie so langweilig aussehen! Ich dachte, da streiten sich regelmäßig junge Studentinnen mit ihrem Handy und alte Damen mit ihrem Hund. Und dass da regelrechte Schaumbäder passieren, weil irgendwer sich nicht auskennt, oder Sockenschlachten am Fundwäschekorb. Aber nichts dergleichen. Ich sitze bloß ganz allein neben den ruckelnden Maschinen und wähle oder warte darauf, dass Josh Hartnett vorbeikommt. Heute Abend muss ich wieder hin. Vielleicht passiert ja dieses Mal etwas?

Kathi packt ein: Kekse zum Gucken

In der neuen Miniserie zeigt jetzt.de-Verpackungskünstlerin Kathi, wie man Geschenke schön einpackt. Von den Keksen bis zur Kette!

jetzt.de, 4. Dezember 2009
sueddeutsche.de, 10. Dezember 2009

“Die Mutter-Kind-Motive gehen besonders gut”

Manche Gesichter aus Zeitschriften und Anzeigen scheinen einen geradezu zu verfolgen. Eva-Marie Becker, 21, hat so ein Gesicht – sie ist Model für Stockfotos.

Ebay, Schlecker, Volksbank und StudiVZ – alle werben mit deinem Gesicht. Ganz schön unheimlich, oder?
Stimmt, vor allem, weil ich ja oft gar nichts davon weiß! Meistens erzählen Bekannte oder Freunde mir, dass sie mich wieder mal in einer Broschüre oder auf einer Website gesehen haben.

Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass Bilder von dir überall auftauchen?
Ich arbeite nebenberuflich als Model und brauchte noch ein paar frische, fröhliche Bilder für mein Buch. Genau solche Bilder fand ich zufällig im Internet, sie stammten von dem Fotografen Yuri Arcurs. Er macht Bilder von „Allerweltsmotiven“ und verkauft die über Bildagenturen im Internet. Dort kaufen zum Beispiel Werbeagenturen und Redaktionen seine Fotos und dürfen sie dann für ihre Zwecke verwenden – Stockfotografie nennt man das. Ich habe ihm geschrieben und gefragt, ob er Lust auf eine Zusammenarbeit hätte. Ein paar Monate später bin ich zu ihm nach Aarhus in Dänemark geflogen.

Eine Woche lang habt ihr dort Aufnahmen gemacht. Für welche „Allerweltsmotive“ wurdest du abgelichtet?
Arcurs hat ein großes Studio in einem ehemaligen Gewächshaus. Da haben wir die Basics gemacht, Studentenszenen, Business- und Beautyfotos. Aber auch solche Lifestylesachen, zum Beispiel auf dem Sofa im Wohnzimmer, oder Mutter-Kind-Motive. Für die habe ich mit der Tochter der Stylistin posiert – sie hätte meine Schwester sein können! Trotzdem sind gerade diese Mutter-Tochter-Szenen und die Lifestylefotos besonders erfolgreich.

Woher weißt du, wie gut sich die Fotos von dir verkaufen? Wirst du am Gewinn beteiligt?

Nein, ich habe nur einmal Geld bekommen, und das war noch nicht mal besonders viel. Ich glaube, das ist die Masche von Yuri Arcurs: Beim ersten Mal sagt er, dass er ja noch gar nicht weiß, wie gut man als Model so ist, und bezahlt nur wenig – ein zweites Mal gibt es dann aber nur selten. Wie gut sich die Bilder verkaufen, sehe ich an den Zahlen, die auf den Websites der Fotoagenturen stehen.

Hat sich das Ganze trotzdem für dich gelohnt?
Klar, schließlich habe ich jetzt ein paar von den Bildern in meinem Buch! Allerdings sind die ganz hinten, hinter den Editorials, denn viele Modelagenturen bewerten Stockfotos eher negativ. Die denken dann, man wäre ein billiges Model. Ich bin aber mit 1,68 m sowieso zu klein, um hauptberuflich als Model zu arbeiten, und mache eher Werbefotos – für diese Kunden sind die Bilder super! Außerdem habe ich jetzt große Firmen wie T-Mobile oder web.de in meiner Referenzliste. Da wäre ich sonst sicher nicht so schnell dran gekommen.

Musstest du für die Stockfotos anders modeln als für die Schmuck-, Mode- oder Make Up-Strecken, die du vorher schon gemacht hattest?
Bei Stockfotos geht es darum, möglichst reale Momente einzufangen, während die Motive von Editorialfotos ja oft nicht wirklich aus dem Leben gegriffen sind. Deshalb musste ich viel weniger posen und mich nicht verstellen. Ich konnte einfach ich selbst sein – das war anfangs allerdings gar nicht so leicht. Man setzt sich vor der Kamera schnell unter Druck und denkt, jetzt muss ich auch etwas leisten. Bei den Stockfotos kam es mir eher so vor, als müsste ich gar nichts tun. Deshalb war es auch längst nicht so anstrengend wie sonst.

Du hast alle Rechte an den Bildern auf den Fotografen übertragen. Stört es dich nicht, dass jetzt jeder mit deinem Gesicht machen darf, was er will?

Die Regeln sind da ziemlich streng. Für ganz krasse Zwecke sind die Bilder schon seitens der Fotobörsen gesperrt, man darf sie also nicht für Pornowerbung oder so etwas verwenden. Die Fotografen können das dann noch weiter einschränken.

Und was ist, wenn eine Werbeagentur die Bilder bearbeitet und du auf einmal viel dicker bist oder eine ganz andere Haarfarbe hast?
Auch das ist nicht erlaubt. Man darf das Bild beschneiden, mit Text versehen und auch leicht aufhellen oder abdunkeln – aber richtig bearbeiten darf man es nicht. Ehrlich gesagt habe ich darüber im Vorfeld aber gar nicht nachgedacht. Wenn es dafür nicht so strikte Vorgaben gäbe, hätte ich es im Nachhinein auf keinen Fall gemacht.

jetzt.de, 1. Dezember 2009