In heller Vorfreude auf die Wohnung, die ich noch finden muss (…), verfolge ich auf einmal Einrichtungsblogs mit so klingenden Namen wie „Desire to Inspire“ und „Decor8“. Ich beneide Christina, die am Wochenende zu Ikea fährt, und die Frau im internationalen Bahnhofskiosk, die all die hübschen Einrichtungsmagazine aus Amerika und Frankreich durchblättern darf, wenn gerade kein Kunde da ist. Ich bin einfach ganz aufgeregt darüber, dass ich bald endlich eine eigene Wohnung gestalten kann. (Sofern ich denn eine habe, wenn es im Januar in Friedrichshafen losgeht.)
Denn im Moment wohne ich ja noch in einer möblierten Übergangswohnung am Münchener Westpark. Das Problem mit den möblierten Wohnungen ist – zumindest in unserem Fall -, dass sie so persönlich aussehen. Man isst, schläft, duscht dort vier Monate lang, aber eigentlich wohnt da jemand anderes. Jemand, der Bücher wie „Die Wolfsfrau“ im Regal stehen lässt und einen versilberten Buddha-Kopf und getrocknete Blumensträuße. Solange man den Auszugstermin im Blick hat, ist das in Ordnung, aber richtig gemütlich, so mit Zuhause-Gefühl, wird es nie.
Meine Sehnsucht nach dem Einrichten ist also wohl eigentlich die Sehnsucht nach Gemütlichkeit. Ich habe Lust, Plätzchen zu backen und Weihnachtskarten zu basteln, doch es gibt nicht mal einen Schreibtisch und nur den fiesen Gasherd, an den ich mich nicht rantraue.
Aber zum Glück bin ich ja in München. Die Münchener kennen sich mit Gemütlichkeit verdammt gut aus. Sie haben plüschige Cafés mit den allerschokoladigsten Muffins und viele kleine Geschäfte, die ausschließlich Lebkuchen oder Holzwaren verkaufen. (Ganz zu schweigen vom Viktualienmarkt.) Ich finde das ja toll, Läden zu entdecken, die es nur einmal gibt und nicht in jeder verdammten Einkaufsstraße in jeder verdammten Stadt.
Meinen Samstag verbringe ich deshalb damit, durch diese Geschäfte zu streifen und am Ende in einem tiefen Cafésessel zu versinken, bei einem Saft und einem guten Buch. (Gute Bücher wie zum Beispiel „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde oder „One Fifth Avenue“ von Candance Bushnell.) Und nein, ich trinke immer noch keinen Kaffee – auch wenn das womöglich noch gemütlicher wäre.







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Bis jetzt 2 Kommentare
Christoph 8. November 2009 um 20:45 Uhr
Wie lustig, einen Buddha-Kopf und getrocknete Blumensträuße hatte ich bei mir in der möblierten Wohnung auch wo ich 2 Monate gewohnt habe. Das ist wohl Pflicht überall ;) Dafür hatte ich nicht “Die Wolfsfrau”, sondern die “Kulinarische Reise durch Baden” und gefühlte 67 Bücher was man aus Käse und Meeresfrüchten alles machen kann!
frollein lena 9. November 2009 um 12:24 Uhr
diese einrichtungsvorfreude ist toll! wenn man alles von anfang an machen darf wie man will. blöd nur, dass man meist nicht alles auf einmal so hinkriegt oder sich nicht entschieden kann…decor8 gefällt mir gut, danke für den tipp! und, wie wäre es mit glühwein oder punsch als heißgetränkalternative jetzt in der vorweihnachtszeit?
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