(500) Days of Summer

2. November 2009 · 3 Kommentare

(500) Days of Summer
„Du bist immer noch mein bester Freund!“

Alle sind gerade im „(500) Days of Summer“-Fieber. Ich war das auch – bis ich den Film gesehen habe. Er handelt von Tom, der sich in Summer verliebt. Eine Zeit lang läuft alles ganz toll. Doch Summer glaubt nicht an die Liebe und hat deshalb auch kein Problem damit, Tom nach ein paar hundert Tagen eiskalt abzuservieren.

Warum ich euch das hier genauso eiskalt auftische, ohne Vorwarnung, obwohl ihr den Film noch gar nicht gesehen habt? Weil man es sowieso schon nach zehn Minuten erfährt. Und ich glaube, das ist das Problem. Die ungewöhnliche Struktur des Films besteht aus 500 Tagen, 500 kurzen Kapiteln, die völlig durcheinander erzählt werden. Gerade noch liegt das Paar glücklich im Bett, und einen Schnitt später wird Tom, der als Grußkartentexter arbeitet, in die Trauerfall-Abteilung versetzt, weil er seit Monaten schlecht drauf ist.

Dabei hätte es eigentlich ein richtig guter Film werden können, haben die Macher doch alle Indieregeln befolgt: Es gibt einen gut gemischten Soundtrack, Klamotten, wie man sie sonst nur im Second-Hand-Laden findet, und diese ganz typische Bildsprache. Mit Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel wurden außerdem genau die richtigen Schauspieler besetzt. Solche, die eben nur Insider kennen und diejenigen, die die entsprechenden Blogs und Magazine lesen. Sie ist so, wie Amerikaner sich Nora Tschirner auf Französisch vorstellen, und er ja sowieso der neue Heath Ledger.

Die ganze Handlung ist ebenfalls indieindie, bis ins Detail: Summers Lieblings-Beatle ist ausgerechnet Ringo (!?), und es gibt diese romantischen Szenen, von denen man sich auch vorstellen kann, nein, will, dass sie einem selbst passieren, im echten Leben. Man will auch mal bei Ikea mit dem Liebsten heile Welt spielen oder eine ganze Skyline von ihm auf den Arm gemalt bekommen.

Und obwohl das alles so toll klingt und ist, will der Funke nicht recht überspringen. Durch das vorweggenommene Ende und das ständige Springen zwischen den Gefühlen stellen sich einfach keine richtigen Emotionen beim Zuschauer ein. Anders als bei Mainstream-Romanzen wie „Message in a Bottle“ oder „Wie ein einziger Tag“ – wo man ja auch von Anfang an weiß, dass sie einfach nicht gut ausgehen können – bleibt einem hier nicht mal dieser kleine Hoffnungsstängel, an den man sich die 95 Minuten lang klammern könnte.

Vielleicht bin ich auch einfach zu romantisch veranlagt, wer weiß? Mir blieb jedenfalls der Geschmack eines streng nach Rezept gekochten Indiegerichts auf der Zunge, dem das gewisse Etwas fehlte. Gleichzeitig werde ich wohl auch weiterhin vom frischverliebten Joseph Gordon-Levitt träumen und davon, wie für ihn das Leben zum Musical wird. Er ist halt der neue Heath Ledger. Oder vielleicht sogar noch schnuckeliger.


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    Bis jetzt 3 Kommentare

    • Sylvia 2. November 2009 um 21:14 Uhr

      Gut, dass Du mich vorwarnst:-). Da hab ich doch gleich wieder das Geld für den Eintritt gespart, und kann das Gesparte beim nächsten Shopping-Ausflug ausgeben.

    • protagonistin 2. November 2009 um 22:09 Uhr

      Ich weiss nicht.. ich fand den Film eigentlich ganz gut. Die Geschichte war etwas flach, klar, aber der Plot ist ja auch von Anfang an gegeben, wie du schon geschrieben hast. All diese kurzen Alltagsszenen – ich wollte, dass es einfach noch so lange wie möglich weiterging, mit allen aufs und abs, wie es halt auch im echten Leben ist. Obwohl klar war wie es enden würde. Sie nervte mich oft, aber er machte wieder alles wett. Gordon-Levitt ist einfach wirklich obersuperduperschnucklig.

    • steffy 2. November 2009 um 22:55 Uhr

      ich fand den Film gut. Und ich fand auch, dass man nicht genau weiss, wies ausgeht. Also ja. Wahrscheinlich schon, aber so genau? Vielleicht kommen sie ja am Ende doch noch zusammen… Ich hab echt mit Spannung auf das Ende des Films gewartet. Joa.

      Liebe Grüsse aus Zürich
      °°steffy

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