Was die Zukunft bringt (außer noch mehr Schokomüsli)

In diesen Tagen verschicken Deutschlands Unis die Zu- und Absagen und ich finde das sehr spannend. Binnen eineinhalb Wochen entscheidet sich, wo meine ehemaligen Mitschüler ihre nächsten drei, vier, fünf Jahre verbringen werden, wer sich noch oft sehen und wer sich bald aus den Augen verlieren wird. Bei manchen entscheidet sich sogar erst mit der Zusage, welches Fach sie überhaupt studieren. Was für eine aufregende Zeit das sein muss!

Ich habe meine Zusage bekommen, bevor ich mein Abitur hatte, was irgendwie nicht richtig rum ist. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt überhaupt noch für die mündliche Prüfung lernen sollte, und entschied mich dann dafür, es könnte schließlich immer noch etwas dazwischen kommen.

Obwohl also die Reihenfolge verkehrt war, war es doch sehr schön und fast wie in Amerika oder zumindest wie in all den amerikanischen Serien. Meine Eltern hatten mich zum Auswahltag begleitet und dabei auch zum ersten Mal den Campus gesehen. Das Tolle war, dass sie gleich genauso überzeugt waren wie ich, dass diese eine Uni am allerbesten zu mir passt.

Deshalb warteten wir alle in den Wochen danach jeden Tag gespannt auf Post, und ich hoffte hoffte hoffte, es würde ein großer Umschlag sein, wie in Amerika. Es waren auch tolle Tage, weil ich das Lernen für die Mündliche vor mir herschob (ich hatte gerade einen anstrengenden Auswahltag hinter mich gebracht!) und stattdessen lieber viel Schokomüsli aß und morgens lange schlief.

An einem Morgen weckten mich meine Eltern, die gerade frühstückten, als die Post kam. Es war ein Brief von meiner Uni dabei, und es war ein großer Umschlag. Obwohl man dann schon weiß, dass es eine Zusage sein muss – warum sollte eine Absage, ein einzelnes, sehr hässliches Blatt Papier, schließlich in einem DIN A4-Umschlag kommen? -, ist man beim Öffnen noch unheimlich aufgeregt. Es war wirklich wie bei den “Gilmore Girls” und ich hoffe, dass alle meine Mitschüler ihre Zusagen auch in so einem schönen Moment öffnen, morgens um neun, im Schlafanzug, am Frühstückstisch.

Wunderbarerweise sind an meiner Uni nicht nur die Zusagen amerikanisch, sondern auch die Semesterzeiten. So konnte ich, als auf einmal die Redaktion von jetzt.de anrief und fragte, ob ich in München studieren (nein!?) und für sie arbeiten wolle (ja!), meinen Studienbeginn einfach auf Januar verschieben.

Nun hatte ich also eine Unizusage und einen Job. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt überhaupt noch für die mündliche Prüfung lernen sollte, und entschied mich dann dafür, es könnte schließlich immer noch etwas dazwischen kommen.

Inzwischen habe ich eine Unizusage, einen Job und mein Abitur. Ich bin immer noch nicht ganz einverstanden mit der Reihenfolge, und ich weiß noch nicht, wo ich wohnen werde – weder in München, noch in Friedrichshafen.

Aber ich habe beschlossen, die letzten zwei Wochen, die ich Zuhause bin, mit viel Schokomüsli und lange Ausschlafen zu verbringen. Achja, und ich versuche, Kochen, Waschen, Bügeln, Schminken, Spanisch und weitere Dinge, die ich mal gebrauchen könnte, zu lernen. Es kann schließlich immer noch etwas dazwischen kommen.

16 Kommentare

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  1. pablo kempkens sagt:

    und waaas studierst du? ich verfolg deinen blog ein bisschen – und das wûrde mich wirklich interessieren. freu mich über antwort.

  2. Sassan sagt:

    Ein wunderschöner Eintrag :)

  3. Tina sagt:

    Zeppelin Universität in Friedrichshafen?

  4. Felix sagt:

    Uuuund Jackpot!!! Wir haben Eva gewonnen, yes!
    Und Januar is sowieso die beste Zeit um anzufangen!
    Haunse rein, bleibn se fein!

  5. Dany sagt:

    Glückwunsch :)
    Mir steht in nächster Zeit auch noch ein Umzug bevor. Allerdings geht bei mir von Bayern nach Meck-Pom. :)
    Was und wo studierst du nun eigentlich?

  6. Eva sagt:

    Tina liegt schon richtig, ich werde an der ZU in Friedrichshafen studieren, und zwar “Communication and Cultural Management”. Und dann sehe ich hoffentlich auch bald Felix wieder! (;

  7. Emu sagt:

    Communication and Cultural Management ist auf jeden Fall eine gute Wahl. Dann also bis Januar ;)

  8. Max sagt:

    Abi, Studium, Job – was willst du mehr?! (Außer eine «richtigere» Reihenfolge…)
    Mein Glückwunsch, in jeder Hinsicht. Und vielleicht läuft man sich ja ab Oktober Januar mal am Bodensee über den Weg…

  9. pablo kempkens sagt:

    und warum studierst du das, wenn du journalistin werden möchtest? (fragenüberfragen)

  10. jensjetz sagt:

    bloggen ist was feines. ich lese deine beiträge seit gefühlten drei jahren. ich bin damals übers podcasten auf deine seite aufmerksam geworden. das mitlesen war bisher ein wenig wie einer daily-soap folgen. immer was neues ;-)
    fein fein fein.

    ps: ich habe lange für eine daily-soap gearbeitet. ich meine das also nicht abwertend.

  11. Eva sagt:

    Also man soll ja sowas von nicht Journalismus studieren, wenn man Journalist werden will. Sagen jedenfalls alle viele. Und wenn Peter Klöppel und Peter Wagner und so Landwirtschaft studieren und danach gute Journalisten werden können, dann kann ich auch dieses englische Geschwurbel studieren!

    Hej, Max, lass uns ein Tretboot mieten und auf den See rausschippern! (Obwohl – im Januar? Ich überleg mir nochmal was..)

    Und Jens, als alter Daily Soap-Hase musst du es ja wissen: Was steht mir denn als nächstes bevor? Wenn es wirklich so soapig läuft, muss ich mich ja langsam auf das große Unglück oder eine fette Intrige einstellen, oder? :-/

  12. pablo kempkens sagt:

    da hast du wohl recht. der in der tu ist vielleicht ne ausnahme. bewirbst du dich denn bei journalistenschulen? ich hätte in so einer kleinen stadt nur angst, auf langweilige lokalzeitungen angewiesen zu sein.

  13. Max sagt:

    Tretboot im Januar ist wohl eine eher mittelgute Idee. Aber so ein kleiner Segeltörn im Frühling hätte durchaus was – jetzt fehlt mir eigentlich nur noch der Segelschein. ;-)

  14. jensjetz sagt:

    nee nee eva: soaps sind im prinzip ein abbild des lebens der “ganz” normalen leute, nur eben komprimierter. und ein blog ist das im prinzip auch: du schreibst, filmst, fotografierst das interessantere deines lebens und schickst es über diesen kanal. wir (das publikum) schauen, lesen und hören deine geschichten, die die spannenden ausschnitte aus deinem leben sind.
    in den soaps siehst du die leute selten die ganze zeit ein buch lesen, stundenlang shoppen oder den ganzen tag in der schulen sitzen. und so ist das bei dir auch: spannenden themen deines lebens ins töpfchen, die unspannenden ins kröpfchen ;-)

    und da ich schon lange mitlese bekomme ich eben eine art endlosgefühl, was eben dem dauerkonsum einer soap entspricht ;-)

    gruß ausse hauptstadt

  15. jensjetz sagt:

    ps: ich wünsche dir natürlich nur die besten ausschnitte aus der soapwelt, also keine intrigen oder unglückse ;-)

  16. Dennis sagt:

    Einige Unis haben mir noch immer nichts zukommen lassen. Habe zwar einige Zusagen bereits Ende Juli bekommen, aber trotzdem finde ich es schade, dass die Zu- und Absagen etwa gleichzeitig kommen.

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  1. Daniel Berger » Set It Free

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