Ja, das bin wirklich ich, die da in 40 Metern Höhe kopfüber im Regenwald hängt.

12. August 2009 · 1 Kommentar

Ein Wochenende habe ich bei einer ehemaligen Mitschülerin in Tamarindo verbracht, die dort, am linken unteren Ende Costa Ricas, genau das gleiche tut wie ich, nur mit Klassenräumen im Freien und direktem Zugang zu einem wunderschönen Pazifikstrand. Und der Möglichkeit, an einem “Adventure Trip” teilzunehmen, für den sie uns einfach mal angemeldet hatte.

Am stählernen Faden

An diesem Wochenende habe ich so viele erste Male erlebt: Ich war zum ersten Mal klettern. Ich bin zum ersten Mal nur an einem Stahlseil in 40 Metern Höhe hängend durch den Regenwald gesaust. Ich bin zum ersten Mal nur an einem Stahlseil in 40 Metern Höhe hängend kopfüber (!) durch den Regenwald gesaust. Ich bin zum ersten Mal in einem unkontrollierbaren Schlauchboot-Donut über einen wilden Bach gebraust. Ich war zum ersten Mal von oben bis unten mit Vulkanschlamm eingeschmiert und habe das Ganze anschließend in meiner ersten heißen Quelle abgewaschen. Ich war auch zum ersten Mal an einem richtigen Postkartenstrand und habe da zum ersten Mal einen surfenden Hund gesehen. Und das alles hat riesig Spaß gemacht.

Ein paar Freunde Zuhause scherzen immer, ich solle lieber nicht zurückkommen, weil ich nach vier Wochen Costa Rica bestimmt total verändert sei. Aber ich glaube nicht, dass das stimmt. Ob ich meinen Tamarindo-Mut mit nach Deutschland nehme und dort auf einmal anfange, Achterbahn zu fahren? Oder ob ich zurück in der Heimat immer noch so offen für jegliches neue Essen mit den unbekanntesten Früchten bin? Ich hoffe es, aber ich weiß es nicht. Doch selbst dann wäre das doch keine wirkliche Veränderung.

Das hat mich schon früher immer verwundert, bei Freunden, die ein Auslandsjahr gemacht hatten. Ich dachte stets, so etwas müsste einen sehr stark prägen, aber vielen merkt man ihre intensiven Auslandserfahrungen gar nicht an. Sie tragen mal einen Pulli aus argentinischer Lamawolle oder haben eine Vorliebe für Ahornsirup, aber ansonsten scheint das Ganze eher eine große zusätzliche Schublade in ihrem Kopf zu sein.

Ich habe jetzt also diese kleine Costa Rica-Schublade, aber inzwischen freue ich mich schon richtig drauf, die Deutschland-Fächer wieder zu öffnen.


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