Der Spiegel titelt in dieser Woche “Wir Krisenkinder”. In diesem Artikel stecken bestimmt viele Wahrheiten, aber auch Vorwürfe, die man so nicht stehen lassen kann.
Da wird zum Beispiel gesagt, die Jugend sei unpolitisch, sie würde nicht mehr demonstrieren und das sei schlimm. Das stimmt aber alles nicht. Mehr als 100 000 Schüler und Studenten gingen in diesen Tagen im Rahmen eines bundesweiten Bildungsstreiks auf die Straße. Davor organisierten sich Tausende im Internet, um gegen die bloße Sperrung von Internetseiten zu protestieren. Diese Jugend demonstriert.
Und wenn sie das nicht tun würde, wäre es auch nicht schlimm, denn sie ist trotzdem nicht unpolitisch. Wir führen sehr wohl politische Diskussionen, auch wenn sie uns selbst manchmal nerven – weil unsere Gesprächspartner mitunter zu idealistisch sind und nicht kompromissbereit.
Mangelnder Idealismus ist auch so ein Vorwurf. Aber Idealismus ist heute, in Zeiten der Krise, noch unrealistischer als vor zehn Jahren oder vor vierzig, als er die 68er prägte. (Der Vergleich mit denen nervt übrigens.) Wir haben ihn aufgegeben zugunsten von vernünftigerem Engagement.
Kein Wunder also, dass viele heute statt in die Politik lieber in die Lobbys, in die Wirtschaft oder die Medien wollen – weil sie das Gefühl haben, dort mehr bewegen zu können. Zudem steht die Politik nicht mehr für Karriere und erst recht nicht für Selbstverwirklichung.
Letztere ist aber ein wichtiger Bestandteil des neuen Bildes von Arbeit, das diese Generation hat. Uns wird eingetrichtert, dass es keine Jobs mehr gibt, keine Sicherheit und schon gar keine Rente. Wir werden zum “Leben für den Lebenslauf” erzogen: Ein unbezahltes Praktikum folgt aufs andere, und jeder “Auslandsaufenthalt” (früher waren das mal Reisen) muss einhergehen mit der Teilnahme an einem Freiwilligenprojekt oder wenigstens einem Sprachkurs. Bloß keine Lücken in der Vita!
Arbeit bedeutet heute noch viel mehr Zeit und Anstrengung als früher. Und deshalb muss sie uns mehr bieten als nur Geld. Wir müssen darin aufgehen und unsere Persönlichkeit einbringen können, gleichzeitig wollen wir etwas verändern, etwas aufbauen. Eigentlich ist dieses neue Bild von Arbeit positiv, weil es ein so leidenschaftliches ist – fast sogar idealistisch.
Die Politik ist außerdem zu abstrakt geworden: Da gibt es rechts und mittig und links, aber unsere Generation ist viel zu divers, als dass sie sich in solche Schubladen stecken lassen würde.
Dazu trägt ganz besonders das Internet bei. Die “Krisenkinder”-Autoren sagen, wir seien zu ich-bezogen, und einerseits stimmt das: Wir alle unterliegen mehr oder weniger diesem Trieb, uns immerzu zu profilieren – zum Beispiel, indem wir ständig Bilder bei Facebook einstellen, twittern, wo wir gerade sind, oder ewig lange Freundeslisten anlegen.
Das alles hat aber noch einen weiteren Zweck: die Vernetzung. Die Angehörigen dieser Generation sind nicht nur mit sich selbst beschäftigt, sie tun das alles nicht bloß fürs Ego, sondern vor allem, um den Zusammenhalt untereinander zu stärken.
Die Globalisierung und damit die wachsende Entfernung zwischen Bekannten, die ihr Leben trotzdem miteinander teilen wollen, ist nur ein Grund dafür. Das Internet bietet schließlich auch die Möglichkeit, Interessengemeinschaften zu bilden, die sich sonst nie gefunden hätten. Zusätzlich zu rechts, mittig, links gibt es jetzt unzählige weitere Positionen, Meinungen – Interessen eben. Und wieder geht es um Leidenschaften.
Ebenso leidenschaftlich kritisieren ältere Generationen immer wieder die Jugend von heute. Sie wollen uns rebellieren sehen – gegen sich selbst! Dabei könnten sie doch eigentlich stolz sein, auf sich und auf uns. Schließlich waren sie es, die die Vorarbeit dafür geleistet haben, dass es heute mehr Abiturienten und Studenten gibt als je zuvor. Sie haben uns doch so vernünftig, so pragmatisch erzogen!
Ich glaube, wir rebellieren nicht mehr, weil wir nicht daran glauben, dass die Älteren uns das geben können, was wir wollen. Wir sind eine Selbstversorgergeneration. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass die Kritiker selbst gar nicht wissen, was sie eigentlich wollen – wir dagegen schon. Was das genau ist, steht in der aktuellen Titelgeschichte des Spiegels ganz gut beschrieben.
Die heißt also “Wir Krisenkinder”, und obwohl die Autoren selbst zwischen 31 und 35 Jahren alt sind, bleibt das “wir” auf dem Titelbild das einzige im Zusammenhang mit diesem Artikel. Die Schreiber trauen sich nicht, “wir” zu sagen, sie sagen nur “sie” – und kritisieren gleichzeitig, dass es keine Wortführer gibt, keine Sprecher dieser – ihrer – Generation. So wird auch nicht klar, ob sie diese nun für bemitleidenswert halten oder für unterschätzt, für verloren gar oder eigentlich doch für ziemlich toll. Ein bisschen mehr “wir”, ein bisschen mehr Gefühl hätten diesem Text gut getan.
Update: Mehr zum Thema gibts hier.


Bis jetzt 14 Kommentare
lisa 19. Juni 2009 um 16:10 Uhr
Daumen hoch für diesen Text!!!
Du hast die Gedanken zu diesen Themen für “mich Krisenkind” wesentlich besser getroffen als die Autoren im Spiegel.
qüpra 19. Juni 2009 um 17:45 Uhr
Wunderbar!
kilian 19. Juni 2009 um 22:19 Uhr
Hm, ich hab mich sehr wiedererkannt in dem Text. Hab vieles, was du als Vorwurf auffasst, auch gar nicht als Vorwurf gesehen. Und bei vielem, schien mir, standen ganz gute Erklärungen drin, zum Beispiel für den Pragmatismus. Und ganz ehrlich, dieser Bildungsstreik diese Woche, da geht es doch wieder nur um die Dinge, die einem selber am nächsten sind, das stand übrigens sogar drin: “kleine Dinge aus ihrer eigenen kleinen Welt” wie Bachelor und Studiengebühren, aber in Wahrheit demonstrieren wir doch wirklich nicht. Find ich übrigens auch nicht schlimm und hatte auch nicht den Eindruck, dass das ein Vorwurf an uns ist. Hm, was ich vor allem gut daran fand, war, dass ich mir mal Gedanken über “meine Generation” machen konnte, über die ich bisher nie groß nachgedacht hab. Finde uns eigentlich ganz okay!
Caro 20. Juni 2009 um 16:44 Uhr
Super Text! Du zeigst, dass es absolut in Ordnung ist ein “Krisenkind” zu sein, denn das Leben sehen wir nun mal mit anderen Augen als es die Generationen vor uns getan haben. Für mich ist “Krisenkind”-Sein auch etwas Anderes als kollektiv für etwas einzustehen, dazu bin ich zu gern Individuum und entscheide zu gern, was ich wann, mit wem und warum machen möchte :)
Ich Krisenkind? « Max macht Abitur 21. Juni 2009 um 16:44 Uhr
[...] Kommentar schreiben Der SPIEGEL der vergangenen Woche titelte: “Wir Krisenkinder”. Drüben bei Eva gibt’s übrigens einige kluge Gedanken [...]
Céline 21. Juni 2009 um 23:05 Uhr
Kilian, ich kann dir nicht zustimmen, dass wir in Wahrheit nicht wirklich demonstrieren.
Zwar gefiel mir die pseudo-linksradikale Aura der ganzen Veranstaltung auch nicht und ich habe bei vielen Parolen die Augen verdreht und mich nicht schlecht gefühlt, weil ich sie nicht mitgegrölt habe, aber generell sind bundesweit organisierte Demonstrationen, Kundgebungen und Infoveranstaltungen für mich schon eine Art des Protests.
Und wer beurteilt denn, ob Bachelor und Studiengebühren nun global/bundesweit wichtig, oder nur in meiner “eigenen kleinen Welt” von Bedeutung sind? Klar bin ich mir selbst die nächste wenn ich mir Gedanken mache, ob ein über 1000 Euro im Jahr teures Bachelorstudium meine Erfolgschancen im Leben erhöht, aber für eben diese Chancen und meine “Vita” usw zahle ich ja auch Geld. Und wenn ich dann für mein Geld nicht die versprochene/zu erwartende Leistung, sondern überfüllte Vorlesungen, eine “NUR Bachelor OHNE Master ist eh NICHTS wert”-Mentalität und genau die gleichen Zukunftsängste, wie ich sie auch ohne mein Studium hätte, geliefert bekomme, dann ist das für mich ein Grund zu demonstrieren.
Allein die kritische Auseinandersetzung mit solchen Dingen zeigt doch, dass nicht alle Studenten in ihrem Status-Quo-Denken verharren.
Und diese Gedanken stammen von jemandem, der sich im studivz weiß Gott nicht als “links” oder “sehr links” einstufen würde. ;)
Sassan 22. Juni 2009 um 2:12 Uhr
Ein absolut gelungener Artikel. Habe hier in England leider gerade keinen Zugriff auf den Spiegel, und kann den Orignal-Artikel daher nicht lesen. Wenn ich deine Kritik lese scheint das allerdings auch nicht so schlimm zu sein :). Habe deinen Blog dreisterweise einfach mal bei mir verlinkt.
lg von der Insel,
Sassan
Max 22. Juni 2009 um 13:26 Uhr
Dass es Protest gibt, ist wohl unstrittig, aber wie ernsthaft und überzeugt dieser ist, steht für mich auf einem anderen Blatt. Was wäre passiert, wenn die Demonstrationen nach der Schule gewesen wären? Und: Wie oft hört man Schüler darüber klagen, dass sie so viel lernen müssen, was sie nie wieder in ihrem Leben brauchen – unter dieser Voraussetzung am G9 festzuhalten zu wollen ist paradox!
Dass das Studium nichts wert ist, ist nicht richtig. Die Einstiegsgehälter von Akademikern und “Nur-Abiturienten” unterscheiden sich erheblich.
Zudem ist es ja nicht so, dass die Studiengebühren schon heute zwingend zu einer Belastung werden – es gibt Studentenkredite. Natürlich ist es nicht schön, mit einem fünfstelligen Schuldenberg ins Berufsleben zu starten, aber gerade für Akademiker gibt es doch einige Konditionen, die von Vorteil sind (wie etwa dass die Rückzahlung erst Jahre nach dem Studienende oder ab einer bestimmten Gehaltsgrenze beginnt).
Céline 24. Juni 2009 um 7:34 Uhr
Wie oben beschrieben sage ich ja nicht, dass ich mir die Studiengebühren nicht leisten kann, sondern ich fordere eine adäqute Leistung dafür ein.
Und damit meine ich nichts besonderes, ich möchte einfach meine 6 Semester studieren und dabei das Gefühl haben, dass mein investiertes Geld sinnvoll genutzt wird. Und das habe ich nicht, wenn an meiner Uni von massivem Stellenabbau zum Wintersemester 2009, Erhöhung der Fernleihkosten usw die Rede ist. Wo geht das Geld denn hin wenn nicht in die Bibliothek oder in das Lehrangebot (wo es ja nicht investiert werden darf, warum auch immer)? Und muss ich das als common sense akzeptieren, wenn ich nicht weiß/bzw. nicht gut finde, was mit meinen 1200€ im Jahr passiert, wo ich doch nur schlechte Entwicklungen sehe?
Und dann wird mir zusätzlich suggeriert (!) dass mein geisteswissenschaftliches Studium ohne Master (!) nichts wert ist. Klar kann das anders sein, aber ich wills einfach nicht jeden zweiten Tag aufs Brot geschmiert bekommen.
Zu den Schülern kann ich nichts sagen, ich bin keiner mehr. Sicherlich hast du aber Recht, dass nach der Schule nur halb so viele demonstriert hätten.
Céline 24. Juni 2009 um 7:48 Uhr
PS: Und was wäre denn deine Alternative? Gar nicht demonstrieren? Die Leute rausfinden, die davon “überzeugt” sind? Wer entscheidet dann über den Grad der Überzeugung?
Ich denke, man muss es in Kauf nehmen, dass ein großer Anteil der Personen auf diesen Demonstrationen von “nicht überzeugten” Menschen gestellt wurde. Dafür waren sie dort. Was ist so schlimm daran? Wenn wenigstens ein paar Tausend im Land von ihrer Sache in irgendeiner Art überzeugt waren, wurden diese von den schwarzen Schafen doch nur untersützt. Oder nicht?
Max 24. Juni 2009 um 14:21 Uhr
Ich denke, wer ein geisteswissenschaftliches Studium aufnimmt, der macht ohnehin Abstriche bei dem Ziel, einen konkreten Beruf zu erlernen. Die wirklich gefragten Studenten sind halt Ingeniere, Physiker, Chemiker – das war auch vor der Einführung des Bachelor-Systems so.
Wenn ein Konzern wie Siemens sich entscheiden muss, ob er den Ingenieur oder den Philosophen einstellt, dann wird in 90% aller Fälle die Entscheidung zu Gunsten des Ingenieurs fallen.
(Natürlich kann man auch als Geisteswissenschaftler sich für den zukünftigen Arbeitgeber interessant machen, etwa mit Praktika neben dem Studium. Aber weil Geisteswissenschaften nicht konkret auf einen bestimmten Beruf vorbereiten, gibt es hier häufiger Probleme, den Übertritt in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Das ist normal, das war schon immer so und wird wahrscheinlich auch immer so sein.)
Die Alternative ist in meinen Augen nicht “demonstrieren”, sondern “überzeugen”. Wirkliche Maßnahmen aufzeigen, die vor allem finanzierbar sind. Ja, ein gutes Bildungssystem kostet – aber deswegen kann nicht 90% des jeweiligen Landes-Etats in die Bildung fließen.
Wo das Geld hingeht, kann ich dir in deinem konkreten Fall nicht sagen. Aber eigentlich sollten zumindest die Studierendenvertreter dies wissen.
Christopher 24. Juni 2009 um 15:36 Uhr
Unser Lehrer hat heute dem Artikel voll und ganz zugestimmt. Er meinte, uns fehle der Kitt, der uns zu einer Generation macht; der Zusammenhalt.
Unsere Generation hat keine Ideale. Das kommt – denke ich mal – ganz einfach daher, dass wir durch das Internet, durch die Vernetzung viel mehr Ansichten, Interessen, Ideale oder ganz einfach Kulturen kennen lernen – und sich unsere politische Grundeinstellung völlig anders bildet als in den vorigen Generationen.
In den vorigen Generationen hat sich die politische Grundeinstellung vielleicht durch die Faktoren Erziehung, Freundeskreis o.ä. gebildet. In unserer Generation hat der Faktor Internet bzw. Vernetzung einen hohen Stellenwert – das Internet gab es eben damals noch nicht.
Wir demonstrieren nicht. Kann es nicht sein, dass man uns das Gefühl vermittelt, dass Demonstrationen sinnlos sind? Hat uns diese Bildungsdemo nun weitergebracht? Nicht dass ich wüsste.
In fact hat uns unser Lehrer heute morgen jegliche Zukunftsaussichten genommen. Das war ihm auch bewusst, er meinte, dass das hoffentlich mal zu einer Art Explosion führen würde; dass wir ja doch mal streiken. Toll.
Céline 25. Juni 2009 um 10:55 Uhr
Max, ich habe dich aber nicht gefragt, was man deiner Meinung nach mit einem geisteswissenschaftichen Studium so machen kann oder was der Haken daran ist. Aber um darauf zu reagieren: In die Public Relations- oder Marketing-Abteilung setzt vielleicht sogar Siemens nicht unbedingt “Ingeniere, Physiker, Chemiker”, oder?
“Das ist normal, das war schon immer so und wird wahrscheinlich auch immer so sein.” Ich frage mich, woher du all die Weisheiten nimmst, wo du doch laut deinem Blog gerade Abitur machst. Sorry, ich möchte dich damit nicht angreifen oder polemisieren, aber das was du sagst, hab ich schon häufig von wesentlich älteren Leuten gehört oder in Artikeln renommierter Tageszeitschriften gelesen. Es geht mir weder um Einstiegsgehälter, noch um Geistes- vs. Naturwissenschaften, noch um meine Jobeinstiegschancen.
Ich möchte mit meinen 1200€ im Jahr ein halbwegs angenehmenes Studium ohne unbesetzte Lehrstühle und bitte auch ohne einen angeblich obligatorischen Master (um den geht es, got it?) geboten bekommen.
Ob ich danach einen Job damit finde ist mein Problem, damit hast du ganz Recht. Aber das war ja auch schon immer so, ne?
Max 25. Juni 2009 um 12:57 Uhr
Vornweg: Wir sitzen in einem ähnlichen Boot, ich werde ab Herbst etwas in die geistes-/sozialwissenschaftliche Richtung studieren. (Weiß nicht, ob bei dir der Eindruck entstanden ist, ich gehe in die Ingenieurs-Richtung und wollte das nur mal klarstellen.)
Die großen Weisheiten beruhen in diesem Fall auf eigener Beobachtung: Seit mittlerweile drei Jahren arbeite ich in den Ferien bei Siemens (im Büro, nicht in der Fertigung) und in all der Zeit ist mir noch kein Geisteswissenschaftler begegnet. Auch die Führungskräfte haben in der Regel einige “praktische” Stationen innerhalb des Unternehmens absolviert, viele waren als Ingenieur im Ausland etc. (Fairerweise muss ich auch dazusagen, dass ich nicht im Marketing oder einem ähnlichen Bereich gearbeitet habe, sondern in einer Abteilung, die für die Inbetriebnahme und Wartung von Kraftwerken zuständig ist; dabei erfordern es die Aufgaben der Abteilung aber nicht, dass man sich in Naturwissenschaften auskennt oder eine Ahnung von E-Technik hat.)
Wie ich schon gesagt habe: Ich kann die Situation an deiner Uni nicht nachvollziehen, weil ich das einfach nicht kenne. An den Unis, die ich mir bislang angeschaut habe, hatte ich aber nicht das Gefühl, dass trotz Studiengebühren Professorenstellen gekürzt werden oder für Profs, die in Pension gehen, kein Nachfolger geholt wird. Natürlich wird die Uni an ihren Info-Tagen nicht damit werben, dass sie gerade Studiengebühren zweckentfremdet, aber auch der Student (im 6. Semester), der frei reden konnte (und dies auch tat), weil alle Uni-Offiziellen zu diesem Zeitpunkt den Raum verlassen hatten, hat einen ähnlichen Fall nicht erwähnt.
Für mich bleibt bei dir die Frage: Für was verwendet deine Uni dann das Geld? Und wenn es zweckentfremdet wird: Wieso geht der Asta nicht auf die Barrikaden?
Für den angeblich obligatorischen Master kann deine Uni natürlich nur begrenzt etwas, immerhin sind es ja die Unternehmen, die sich entscheiden müssen, ob sie einen Berufseinsteiger mit Bachelor wollen oder ob da ihrer Meinung nach noch ein Master obendrauf muss. Es ist ja auch nicht so, dass die Universitäten nicht auf die Unternehmen zugehen würden: Ich kenne das Beispiel von einer Uni, die Unternehmen zu einer Tagung eingeladen hat, um herauszufinden, was Bachelor-Studenten lernen sollen, damit sie von Unternehmen eingestellt werden. Das Ergebnis: Die wenigsten Unternehmen hatten konkrete Anforderungsprofile, einzig größere und internationale Konzerne hatten eine Vorstellung, wen sie wollen und was diese Person können muss (dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass international agierende Firmen etwa in den USA mit einem ähnlichen System konfrontiert sind). Gleichzeitig sammeln alle Unternehmen Erfahrungen mit den neuen Uni-Absolventen und deswegen vermutet die oben erwähnte Uni, dass die Einstellung von Bachelor-Absolventen in den kommenden Jahren steigen wird. Das ist natürlich kein Trost für die Studenten, die möglicherweise heute zum Master genötigt werden, um ihre Berufs-Chancen zu steigern.
Aber wieso sollte eine Demonstration oder ein Streik an den Universitäten Unternehmen dazu bewegen, mehr Bachelor-Absolventen einzustellen?!
Schenk mir deine Worte
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