Er steht einfach nicht auf dich

16. Februar 2009 · 10 Kommentare

Er steht einfach nicht auf dich

“Du bist nicht die Ausnahme, du bist die Regel!”

Die Grundidee von „Er steht einfach nicht auf dich“ ist ja eigentlich nicht schlecht. Die haben sich wahrscheinlich gedacht: Machen wir doch mal wieder so einen richtig schönen Liebesfilm, am besten mit tollen Schauspielern. Scarlett Johansson zum Beispiel, oder Jennifer Connelly. Tja, und das wars dann auch schon mit den guten Ideen.

Dann fingen sie nämlich an, Fehler zu machen, die wir schon aus anderen Liebesfilmen mit tollen Schauspielern kennen. Nehmen wir doch nur mal „Tatsächlich… Liebe“: Die Fehler, die bei diesem Film gemacht wurden, wiederholen sich hier fast 1 zu 1. Man hat den ohnehin schon merkwürdigen Originaltitel einfach plump ins Deutsche übersetzt. Man hat versucht, zu viele Protagonisten durch zu viele Geschichten zu verbinden. Aber hey, wenigstens hat man das Ganze damals nicht auch noch in dumme Kapitel eingeteilt!

Und im Gegensatz zu „Tatsächlich… Liebe“, der mit Hugh Grant und Colin Firth gleich zwei schnuckelige Typen aufweisen konnte (ganz zu schweigen von Liam Neeson und Mr. Snape), hat dieser Film von der männlichen Seite aus rein gar nichts zu bieten. Außer natürlich man steht auf Ben Affleck.

Leider wird auch die weibliche Seite durch Fehlbesetzungen wie Jennifer Aniston, die einfach nicht aus ihrer „Friends“-Rolle herauskommt, wieder neutralisiert. Scarlett Johansson teilt übrigens das Schicksal von Frau Aniston, zumindest was diesen Film anbelangt. Ihre Figur erinnert stark an die forsche Lola aus „Match Point“ – nur oberflächlicher.

Achja, und dann ist da natürlich noch der Plot. Er hangelt sich an Gigi (Ginnifer Goodwin) entlang, die sich immer wieder in Typen verguckt, die rein gar nichts von ihr wissen wollen. Als Erzählerin geht sie eigentlich den ganzen Film über der Frage nach, woran es bloß liegt, dass man mitunter zurückgewiesen wird. Leider findet sie aber keine Antworten.

Die einzelnen Episoden, die sich um das Liebesleben von ihr, ihren Bekannten und den Bekannten ihrer Bekannten drehen, sind dabei allesamt viel zu schlicht und vorhersehbar. So hätte man den Erzählstrang um Mary (Drew Barrymore), die eine Single-Redakteurin bei einem Schwulenmagazin verkörpert und ausschließlich per Web 2.0 flirtet, sicher viel lustiger und nerdiger gestalten können.

Alles in allem finden sich vielleicht drei wirkliche Lacher, zwei vielversprechende (aber falsch umgesetzte) Ideen und null wahre Sätze in diesem Film, der auf dem Beziehungsratgeber der beiden „Sex and the City“-Autoren Greg Behrendt und Liz Tucchilo basiert. Wenn die Macher dann statt einer Schlussszene fünf aneinanderklatschen und selbst im Abspann noch nicht zum Ende kommen können, fragt man sich, warum man eigentlich die Kinokarte gekauft hat.


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    Bis jetzt 10 Kommentare

    • Lena 17. Februar 2009 um 9:20 Uhr

      Ja, der Titel dieses Films reicht aus, um mich abzuschrecken! Dann doch lieber Bride Wars.

    • langustengratis 17. Februar 2009 um 13:12 Uhr

      Guck lieber mal Frost/Nixon ;-)

    • Johannes 18. Februar 2009 um 17:01 Uhr

      Als männliches Individuum bin ich jetzt nicht weiter auf das NIveau des Films eingegangen. Meine Freundin schleppte mich mit ins Kino und erzählte mir auch, dass der Film von den Sex and the City Autoren wäre. Die Witze waren gut umgesetzt, aber letztendlich hat sich nichts von SatC herauskristallisiert. Nicht unbedingt sehenswert der FIlm, aber das anschließende Essen war dafür umso besser =D

    • Fred Fredson 20. Februar 2009 um 11:31 Uhr

      Also ich fand den Film jetzt echt mal besser, als ich ihn nach der Vorschau erwartet hätte! Irgendwie das Thema mit dem Heiraten fand ich ganz interessant. *Spoilerwarnung* Aber das der Ben ihr am Ende doch den Heiratsantrag macht, naja, unglaubwürdig… Die Sache mit dem Rauchen des untreuen Ehemanns war super: Ich hab gleich gesagt er hat geraucht! :-)

    • Eva 20. Februar 2009 um 11:01 Uhr

      Dieses Rauchding zum Beispiel hat in meinen Augen gar nicht funktioniert – der Film war doch an sich so angelegt, dass dem Zuschauer weisgemacht wurde, er wisse alles über die Protagonisten.

    • hannah 20. Februar 2009 um 23:35 Uhr

      ich glaub der film ist perfekt für mich!

    • Fred Fredson 21. Februar 2009 um 13:11 Uhr

      Also, das Rauchding fand ich von daher interessant: Als er gebeichtet hat, dass er fremdgegangen ist, hat sie ihn gefragt, ob er geraucht hat. Da hat er nein gesagt. Denn sonst hätte er die Idee der Beziehung verraten. Das Rauchen war schlimmer als das fremdgehen. Das fand ich schon interessant konstruiert!

    • Jan Günther 22. Februar 2009 um 17:44 Uhr

      Sehr lesenswert, liebe Eva – dann muss ich da also nicht rein. Überhaupt toller Schreibstil und schöner Blog. Naja, das Blog ist es ja. Schönes Blog.

    • Sandy 3. März 2009 um 9:08 Uhr

      ich lese hier schon lange, kann mich meiner Vorschreiberin auch nur anschließen dass es ein schöner Blog ist. Toll zu lesen, immer interessant gestaltet.
      Und nach deinem mir aus der Seele sprechenden Kommentar zu dem Film muss ich das erste Mal einen Kommentar hinterlassen: ich fand den Film schlecht umgesetzt, primitiv und einfallslos. Danke für deinen Text – ich konnte gerade das erste Mal über den Film lachen (;

    • Eva 3. März 2009 um 15:58 Uhr

      Hej Sandy, schön – ich freu mich immer riesig, wenn sich hier mal jemand meldet, der sonst nur “stummer” Leser ist. Und bald gibts auch schon die nächsten Empfehlungen für Filme, bei denen sich der Kartenkauf lohnt!

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