Früher war das Allerbeste an den Ferien, dass man lange aufbleiben durfte. Irgendwann durfte man sogar selbst bestimmen, wie lange. Und dann durfte man das auf einmal auch während der Schulzeit. Seit lange Aufbleiben daher nichts Besonderes mehr ist, ist das Allerbeste an den Ferien – zumindest für mich – morgens Aufstehen.
In diesen Ferien, meinen letzten, bin ich jeden Morgen um neun Uhr aufgewacht. Dann döse ich noch ein bisschen vor mich hin, kuschele mich in meine Decke und höre den Vögeln zu, den Autos und Rädern, die vorbeifahren, und den Lawinen, die das Dach runterrauschen. Ich höre, wie meine Eltern ausnahmsweise vor mir aufstehen und wie die Post durch den Briefschlitz fällt. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt raffe ich mich ein kleines bisschen auf, dann lese ich in einem Buch oder – Schande! – schalte meinen Rechner an, um eine verwegene amerikanische Serie anzuschauen – aber nur eine winzig kleine Folge.
Anschließend raffe ich mich noch mehr auf und gehe duschen. Und dann: frühstücken. Im letzten Jahr habe ich erkannt, wie wahr dieser Spruch von der wichtigsten Mahlzeit des Tages ist. Seitdem zelebriere ich das Frühstück an jedem freien Tag.
2008 habe ich auch angefangen, Peperoni zu essen (und Oliven zumindest probiert). Ich habe gelernt zu tanzen, Walzer, Quickstep, Tango. Ich fieberte bei den US-Wahlen mit und bekam alle vier Weisheitszähne auf einmal gezogen. Ich habe alle Folgen von Gossip Girl innerhalb weniger Wochen gesehen. Ich war im Fernsehen und bin ganz viel gereist, meistens mit Roman, mit dem ich am allerliebsten reise. Ich habe mir in diesem Jahr – sehr zum Leidwesen von Moritz – angewöhnt, überall Eselsohren reinzuknicken und den Pony noch immer nicht rauswachsen lassen.
So viele große und kleine Dinge sind passiert im letzten Jahr, und die Vorstellung, dass 2009 womöglich noch voller und aufregender wird, ist etwas einschüchternd. Aber ach was. Ich bin 18, ich bin voller Ehrfurcht und voller Verlangen. 2009 ist das Jahr mit dem Abitur, und morgen stehe ich auf, zelebriere mein Frühstück und tue so, als wäre es nicht der letzte richtig freie Tag für eine lange Zeit.


(Das sind meine liebsten hurra-Artikel!)
Ich ärgere mich jeden morgen ein bisschen, weil ich viel zu spät aufwache. Heute zum Beispiel schaute ich um acht Uhr irgendwas auf die Uhr und als ich aufstand, war es plötzlich zehn!!
Wie auch immer, die Zukunft bleibt spannend, Eva. (:
Irgendwo stand einmal, dass man, vom Formalkram abgesehen, erwachsen ist, wenn man freiwillig früh ins Bett geht.
Dann war ich zwar mal erwachsen, habe es mir aber wieder abgewöhnt…
Aber Du bleibst ja auch nicht mehr krampfhaft auf, nur weil Du jetzt freie Auswahl hast. Es gibt kein Zurück mehr. ;-)